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DLRG-Präsident: Keine Gebühren und Bußgelder

Gießen | Bad Nenndorf | Heute war es ja das Thema in den Medien: Leichtsinnigen Schwimmern, welche z.B. trotz Warnungen und Ausgesprochener Badeverbote ins Wasser gehen, könnte nach aktuellen Überlegungen der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Rettung aus Lebensgefahr künftig in Rechnung gestellt werden. In den Küstenländern gibt es wohl Bestrebungen, die Rettungsdienstgesetze entsprechend zu ändern.

Hierzu eine Pressemitteilung des DLRG-Bundesverbandes, die die in den Medien falsch, bzw. verkürzt wiedergegebene Aussage des DLRG-Präsidenten richtig stellt:

„Die DLRG wird auch zukünftig bei Opfern von Wasserunfällen keine Gebühren für ihre Einsätze eintreiben. Die Rettungsschwimmer arbeiten seit über 100 Jahren ehrenamtlich und das wird auch so bleiben“, stellt der Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Hans-Hubert Hatje jüngste Veröffentlichungen in den Medien richtig.

„Es gehört auch nicht zu den Satzungszwecken der DLRG, Sanktionen für regelwidriges Verhalten auszusprechen. Deshalb werden unsere Rettungsschwimmer weder den Betroffenen Rechnungen für Lebensrettungen
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Wasserrettung (72)schwimmen (222)Rettungseinsatz (1)Rettungsdienst (41)Leichtsinn (1)Kostenbeteiligung (1)Hans-Hubert Hatje (3)ehrenamtlich (3)DLRG (434)Badeverbot (2)Badeunfall (3)
schreiben noch mit Bußgeldbescheiden am Strand agieren. Es kann nicht Aufgabe der DLRG sein, rechtlich die Ursache für einen Notfall zu prüfen und ihre Hilfeleistung nach dem Grad des eigenen Verschuldens zu unterscheiden“, so Hans-Hubert Hatje weiter.

Die DLRG wünsche sich, dass die Politik den Wasserrettungsdienst angemessen in die Rettungsdienstgesetze integriert und neben bestehenden individuellen vertraglichen Vereinbarungen mit Kurverwaltungen auch generelle Regeln für eine Kostenerstattung der Vorhaltung und Einsätze durch die Kostenträger schaffe.

Damit reagiert der DLRG-Präsident auf die verkürzte Darstellung eines Interviews, die besagt, er wolle die Rettungseinsätze den Geretteten weiterbelasten. „Die Gespräche über Veränderungen in den Rettungsdienstgesetzen bestehen schon länger und haben mit den zahlreichen aktuellen Todesfällen und Lebensrettungen durch die DLRG nichts zu tun“, sagt Hans-Hubert Hatje.

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.192
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 25.07.2014 um 23:04 Uhr
Ja ja, diese Medien. Leider gibt es immer wieder solch unsauberen Berichterstatter :-(
Christian, wie stehst Du zur evtl. Weiterbelastung ??
Christian Momberger
11.092
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 25.07.2014 um 23:20 Uhr
Also bei Feuerwehreinsätzen ist es ja nach aktueller Rechtslage schon so, dass die Kommunen die Einsätze den Verursachern in Rechnung stellen können, z.B. wenn es ein absichtlicher Fehleinsatz war, d.h. jemand mutwillig den Alarm ausgelöst hat, aber auch in anderen Fällen. Sicherlich wird das nicht immer gemacht.

Im Radio - oder war es in Facebook - habe ich heute sinngemäß gehört bzw. gelesen, dass eine Regelung, bei leichtfertig verursachten Einsätzen die Kosten den Verursachern aufzubürden nicht gut sein, dass sich dann ggf. jemand überlege, ob er um Hilfe ruft bzw. diese anfordert, da es für ihn ggf. seht teuer werden könnte. Oder aber dass die Rettungskräfte keinen Einsatz vornehmen, weil dieser ja kostenpflichtig wäre. Und ich denke da ist was dran. Ich sehe das wie der DLRG-Präsident, die DLRG kann und sollte keine Rechnungen schreiben. "Es kann nicht Aufgabe der DLRG sein, rechtlich die Ursache für einen Notfall zu prüfen und ihre Hilfeleistung nach dem Grad des eigenen Verschuldens zu unterscheiden", so Hatje m. E. völlig richtig. Wenn die Kommunen/Bäderbetriebe, etc., die der DLRG die Kosten für den Einsatz zu erstatten haben -sofern er nicht durch de Krankenversicherung/Unfallversicherung bezahlt wird - im Nachgang hingehen und dem Verursacher des Einsatzes ein "Bußgeld" auferlegen oder ihn teilw. an den Kosten beteiligen ist das was anderes. Aber auch hier sollte es sehr strenge Maßstäbe geben und im Zweifelsfall drauf verzichtet werden.
Birgit Hofmann-Scharf
10.192
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 25.07.2014 um 23:44 Uhr
Danke !
Ich habe da zwei Stimmen in mir, da es wohl oft der Leichtsinn der Menschen ist, warum die Lebensretter sich teilweise selbst in Gefahr bringen. Sollte da nicht doch noch ein Denkzettel folgen !?
Aber Deine Argumente überzeugen mich.
Christian Momberger
11.092
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 25.07.2014 um 23:52 Uhr
Ja, manchmal wäre ein Denkzettel angebracht, das stimmt. Ein Argument war auch noch, dass auch keiner bei einem PKW-Unfall für den Rettungseinsatz zahlen müsste.

Aber wenn die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung wieder wachsen/besser werden würde, weil endlich das Schwimmbadsterben aufhört und bereits geschlossene Bäder u. U. wieder aufmachen und somit z.B. auch jede Schule wieder Schwimmunterricht durchführen kann, dann würden die Ertrinkungszahlen und die Einsatzfälle der DLRG-Lebensretter sicherlich auch sinken.
Nicole Freeman
9.320
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 26.07.2014 um 09:25 Uhr
der letzte absatz ist meiner meinung nach der alles aussagende. Immer mehr kinder bekommen keinen schwimmunterricht. eltern haben kaum zeit um mit den kindern in einen schwimmkurs zu gehen. vereine sind fuer einige einfach nicht zahlbar. guter schwimmunterricht scheint auch nicht leicht zu finden zu sein. schwimmunterricht kann aber durchaus helfen eine gewisse sicherheit im wasser zu geben. training ist dann der naechste schritt zum sicheren schwimmen.

schwimmunterricht schuetz aber nicht vor leichtsinn an den badestraenden.
Bernd Zeun
10.739
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 26.07.2014 um 12:28 Uhr
Es ist wie im Straßenverkehr, jeder weiß über richtiges Verhalten bescheid, trotzdem bleiben Unfälle und Tote nicht aus. Tragisch ist es immer dann, wenn Unschuldige mit betroffen sind.
Christian Momberger
11.092
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 26.07.2014 um 17:08 Uhr
Das ist völlig richtig Bernd! Nur kann man ja schon auch versuchen, präventiv Unfälle zu vermeiden, sei es dass man eben Leute auf bestehende Ver- und Gebote hinweist oder aber, dass man möglichst alle Menschen zu sicheren Schwimmer macht.
Danke Nicole Freeman, dass Du das auch so siehst.
Kurt Wirth
1.512
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 26.07.2014 um 17:53 Uhr
Bei Notfällen im Gebirge ist die Lage derzeit folgendermaßen:
Ist die in Bergnot geratene Person verletzt oder erkrankt (Herzinfarkt o.ä.), zahlt, sofern nicht eine Unfallversicherung das abdeckt, die Krankenkasse den Bergwachteinsatz oder auch einen Hubschraubereinsatz. Hat sich die betreffende Person z.B. nur verstiegen und kommt nicht mehr vor- und rückwärts, so muß sie selbst bezahlen. Man kann nur hoffen, daß das nicht zu Selbstverstümmelungen führt.
Christian Momberger
11.092
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 27.07.2014 um 03:07 Uhr
Interessant Kurt. Das hoffe ich auch.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Christian Momberger

von:  Christian Momberger

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Interessensgebiet: Gießen
Christian Momberger
11.092
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