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Vierspuriger Ausbau der B 49 zwischen Biskirchen und Tiefenbach: Regierungspräsidium Gießen leitet Anhörungsverfahren ein

Gießen | Der vierspurige Ausbau der B 49 zwischen Wetzlar und Limburg auf einer Gesamtlänge von rund 30 Kilometer schreitet weiter voran: Das Gießener Regierungspräsidium (RP) hat jetzt das Anhörungsverfahren für den achten Planungsabschnitt zwischen den Anschlussstellen Biskirchen und Tiefenbach (Lahn-Dill-Kreis) eingeleitet. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt hatte den Ausbau der stark befahrenen Bundesstraße in diesem Bereich auf einer Länge von rund 3,2 Kilometer beantragt.
Neben dem vierspurigen Ausbau der überregionalen Ost-West-Verbindungsachse und der Einrichtung von durchgehenden Standstreifen ist auch geplant, die Anschlussstellen Biskirchen (Leun) und Tiefenbach (Braunfels) neu zu gestalten. Zudem soll der Knotenpunkt vor der Ortseinfahrt Biskirchen durch einen Kreisverkehrsplatz entlastet werden. Neben der Errichtung verschiedener Brückenbauwerke werden auch entsprechende Lärmschutzmaßnahmen zum Schutz der Anwohner und der Lahnaue notwendig. „Da die Lahn im Bereich der Ausbaustrecke einen stark veränderten und unnatürlichen Zustand aufweist, soll das Flussbett auf etwa einem Kilometer Länge
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verlegt werden“, erläutert Sabine Kummer. „Auf diese Weise kann einerseits die Gewässerstrukturgüte der Lahn erheblich verbessert und andererseits die Ausbauseite der Bundesstraße in die südliche Richtung verschoben werden“, so die RP-Mitarbeiterin weiter. Außerdem wird durch die Umlegung des Flussbettes der Retentionsraumverlust für den achten Bauabschnitt der B 49 komplett ausgeglichen.
Zurzeit senkt der größtenteils zwei- bis dreistreifige Ausbauquerschnitt der Straße enorm die Leistungsfähigkeit und Verkehrsqualität dieser Verbindung, die eine extrem hohe Unfallhäufigkeit aufweist. „Insbesondere der hohe Schwerlastverkehrsanteil (rund 15 Prozent) und der überdurchschnittliche Verkehrszuwachs sowie die seltenen Überholmöglichkeiten stellen nicht nur ein erhebliches Unfallrisiko dar, sondern reduzieren auch die Durchschnittsgeschwindigkeiten erheblich“, erläutert Regierungspräsident Wilfried Schmied. Im Schnitt passieren an einem Werktag rund 19.600 Fahrzeuge das Nadelöhr. Auch die Verkehrsprognose verheißt keine Besserung – für das Jahr 2015 werden rund 24.400 Fahrzeuge täglich erwartet. „Neben einer Zunahme der Staus und Umweltbelastungen müsste auch mit einer erheblichen Einbuße an Sicherheit gerechnet werden“, unterstreicht er die Dringlichkeit der Maßnahme. Mit dem Ausbau der Strecke hingegen könne die Reisezeit zwischen Limburg und Wetzlar erheblich verkürzt, die Staugefahr minimiert, der Verkehrs-Fluss und die -Sicherheit deutlich erhöht werden. Die Kosten des Gesamtausbaus – für den verschiedene Varianten ausgearbeitet wurden - inklusive der Verlegung des Flussbettes, belaufen sich für den achten Bauabschnitt auf rund 33,1 Millionen Euro.
Die Planunterlagen hat das Regierungspräsidium jetzt den betroffenen Kommunen und den zu beteiligenden Behörden und Verbänden übersandt, die sich bis zum 27. Mai dazu äußern können. Daneben liegen die Unterlagen vom 30. März bis einschließlich 29. April bei den Stadtverwaltungen Braunfels und Leun zur Einsichtnahme aus. Bürgerinnen und Bürger haben dann bis zum 13. Mai Gelegenheit, Einwendungen zu erheben. Näheres ist den entsprechenden Mitteilungen in den ortsüblichen Bekanntmachungsorganen der beiden Städte zu entnehmen.
Die weitere zeitliche Planung sieht vor, dass sich das Regierungspräsidium gegebenenfalls in einem Erörterungstermin mit allen gegen den Plan erhobenen Vorbringen befassen wird. „Dieser Termin hat das Ziel, Einwendungen und Stellungnahmen mit den Beteiligten zu besprechen, sie über die vorgesehenen Maßnahmen näher zu informieren und in strittigen Punkten möglichst Einigung zu erzielen“, so Kummer.
Das Gießener Regierungspräsidium (RP) wird im Anschluss die Ergebnisse mit den gesamten Planunterlagen dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vorlegen, das über den Planfeststellungsbeschluss und somit abschließend über das Baurecht entscheidet, heißt es aus dem Regierungspräsidium.

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