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Erfolgreiche Premiere : Weiterbildungsangebot „Vielfalt leben und gestalten“ von Landkreis, Technischer Hochschule und Migrantenorganisationen endet nach einem Jahr

Abschlussveranstaltung nach einjähriger Premiere: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Weiterbildungsangebots „Vielfalt leben und gestalten“ von Landkreis, Technischer Hochschule und Migrantenorganisationen stellen zum Schluss verschiedene P
Abschlussveranstaltung nach einjähriger Premiere: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Weiterbildungsangebots „Vielfalt leben und gestalten“ von Landkreis, Technischer Hochschule und Migrantenorganisationen stellen zum Schluss verschiedene P
Gießen | „Selbstverständlichkeiten sind in Frage gestellt“, „Der Umgang mit Kundinnen und Kunden hat sich geändert“ oder „Wir haben einen Perspektivenwechsel geübt“: Das sind drei von vielen positiven Reaktionen aus der interkulturellen Fortbildungsreihe „Vielfalt leben und gestalten“. Das modulare Weiterbildungsangebot innerhalb der Kreisverwaltung Gießen, der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) zusammen mit der Vertretung von Migranten und Migrantinnen-Organisationen ist kürzlich zu Ende gegangen.

„Unter vielen Gesichtspunkten ist dies ein innovatives Projekt“, sagt Dirk Haas, Dezernent für Migration und interkulturelle Angelegenheiten des Landkreises. Ins Leben gerufen und finanziert haben es der Landkreis Gießen und die Technische Hochschule Mittelhessen. „Dabei handelt es sich um eine bisher einmalige Kooperation“, ergänzt der THM-Vizepräsident Prof. Axel Schumann. Das trifft auch auf die Zusammensetzung der Teilnehmenden zu. Denn an der Fortbildung waren neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlicher Organisationen der Verwaltung auch Funktionsträgerinnen und -träger von Migrantenorganisationen beteiligt.

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„Im Hinblick auf die Diskussionen um die Migrationsgesellschaft ist die Beteiligung der Migrantenorganisationen ein Beitrag zum zivilen Dialog, zu mehr Demokratie“, sagte Markéta Roska, die Geschäftsführerin des Kommunalen Ausländerbeirates, die diese Art der Fortbildung befürwortet hatte. Wer an der Fortbildung teilnahm, begegnete sich auf Augenhöhe und nicht in den üblichen Rollen als Verwaltung und Interessenvertretung von Minderheiten. Partnerschaftlich wurde an der Lösung von Aufgaben im Kurs gearbeitet.

Ebenso waren das Format und der Umfang der Reihe ungewöhnlich. „Der Kreis und die Hochschule haben sich bewusst für eine intensivere Fortbildung entschieden, die eine lang anhaltende Wirkung verspricht“, sagte Dirk Haas. Die ersten drei Module der Reihe umfassten jeweils anderthalb Tage und fanden von Juni bis November 2013 statt. Im Januar entwickelten die Teilnehmenden im ersten Teil des vierten Moduls ein Praxisprojekt. Nun fand der zweite Teil des vierten Moduls statt. Hierbei wurde über den Umsetzungsstand der drei Projekte berichtet und beraten. Durch diesen Aufbau der Fortbildungsreihe ist es den Teilnehmende möglich, die Inhalte des Trainings in ihrer beruflichen Praxis zu erproben und zu integrieren.

„Auf diese Weise wollen wir die Umsetzung der Anregungen aus den Fortbildungsbausteinen ermöglichen“, erklärte Matilde Grünhage-Monetti, eine der beiden Trainerinnen, „denn der Bezug zur Praxis und die Nachhaltigkeit sind zentrale Aspekte unseres Konzepts.“ Erfahrungen und Fragen standen regelmäßig im Mittelpunkt.

Es gab auch kurze Referate, vor allem aber viel Gruppenarbeit. Im ersten Modul setzten sich dabei die Teilnehmenden mit der Frage auseinander, ob alleine die Kategorie Kultur eine nützliche sogenannte Differenzlinie zwischen Menschen und Menschengruppe in der Gesellschaft ist.

„Wir vertreten die Auffassung, dass die Kultur-Brille nur eine von vielen möglichen ist und dass etwa auch die sozio-ökonomischen Bedingungen, unter denen Menschen leben, hohen Einfluss auf ihre Chancen und ihr Verhalten haben“, erläuterte die zweite Referentin Andrea Nispel. Zwei weitere Themenschwerpunkte waren Kommunikation und Konfliktmanagement in interkulturellen Situationen.

Hier haben die Teilnehmenden zum Beispiel mit der Methode der kollegialen Beratung nach neuen Lösungen für schwierige Situationen in ihrem beruflichen Alltag gesucht. Während der Abschlussveranstaltung wurden Projekte vorgestellt und besprochen. In drei Gruppen aufgeteilt, war es das Ziel, das eigene berufliche Handeln und das der Organisation zu verbessern.

„Das Streben nach Umsetzbarkeit im Alltag und somit die Nachhaltigkeit standen im Mittelpunkt“, erläuterte Matilde Grünhage-Monetti. Sie hatte das Konzept der Fortbildungsreihe im Deutschen Institut für Erwachsenenbildung im Rahmen eines EU-Projekts entwickelt, das sie koordinierte. „Der internationalen Partnerschaft wurde bald klar, dass bei beruflichen Weiterbildungen handlungsorientierte Methoden alleine Nachhaltigkeit nicht sichern.“

Die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz müssten stimmen und ermöglichen, dass das Gelernte umgesetzt werden könne. „Daher haben wir eine Reihe konzipiert, die mehr als eine reine Fortbildung von individuellen Mitarbeitenden ist, hin zu einem Beitrag zur Personal- und Organisationsentwicklung. Die Projektarbeit ist ein wichtiger Schritt in dieser Richtung.“

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