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NABU sieht Gewerbe-Standort im Westen kritisch

Gießen | Zu dem in Rede stehenden Interkommunalen Gewerbegebiet der drei Westkreis-Gemeinden Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg äußerte sich dieser Tage der NABU-Kreisverband. Den kürzlich von Planer Holger Fischer vorgetragenen „Knackpunkten“ könne man aus naturschutzfachlicher Sicht zustimmen: Geplant ist ein rund 20 Hektar umfassendes Gewerbegebiet auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen den beiden Kreiseln am Abendstern. Vorraussetzung für das Vorhaben ist eine genehmigte Abweichung vom Regionalplan, für die noch viele Fragen geklärt werden müssten – zum Beispiel naturschutzrechtliche.

„Wir begrüßen, dass sich die drei Gemeinden um ein gemeinsames Projekt bemühen, statt dass jede für sich neue Gewerbeflächen ausweist“, heißt es in einer Pressemitteilung des NABU. Auch bei allem Verständnis für das Interesse der Kommunen an Gewerbesteuereinnahmen sei es jedoch entscheidend, den Standort zu hinterfragen.
„Es handelt sich um einen Offenland-Standort, in dem etliche gefährdete Arten vorkommen“, so der NABU. Neben Feldlerche, Rebhuhn und eventuell auch Wachtel handelt es sich bei der Fläche um einen
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tradierten Kiebitz-Rastplatz. Außerdem kommen seltene Kleinsäuger vor. Diesbezüglich fordert der Naturschutzverband notwendigerweise entsprechende Untersuchungen. Neben der Lebensraumfunktion dürfe man auch die landwirtschaftliche Bedeutung der dortigen Böden nicht verkennen: „Boden ist nicht vermehrbar, woher soll man also die Alternativflächen für die Bewirtschafter nehmen, ohne dass andere Betriebe Flächen abgeben?“ hinterfragt der NABU.

Und dann sei da noch „die Sache mit dem Landschaftsbild“: Nach Ansicht der Naturschützer besteht die Gefahr, dass langfristig ein geschlossener Siedlungszusammenhang zwischen Abendstern und Rodheim entsteht. Die Nutzung des exponierten Standortes als Gewerbegebiet führt nicht nur zu einer Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, sondern ist auch mit einer gravierenden Zerschneidung von Lebensräumen verbunden und steigere potenziell die Gefahr für Wildunfälle, weil es dann nur noch wenige Passagen für Wildtiere gebe. Alle diese offenen und wichtigen Fragen müssten geklärt und die aufgeführten Probleme gelöst werden, bevor die Regionalversammlung dem Vorhaben grünes Licht gebe.

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