Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Wildtiermediziner auf Exkursion mit Jägern

Die Gießener Studierenden mit dem Vorsitzenden der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel (3. v. links) und Dr. Freddy Lopez (Firma ISA) mit dem Fluggerät (4.v. rechts).
Die Gießener Studierenden mit dem Vorsitzenden der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel (3. v. links) und Dr. Freddy Lopez (Firma ISA) mit dem Fluggerät (4.v. rechts).
Gießen | Um Studentinnen und Studenten der Uni Gießen mit der Kitzrettung vertraut zu machen, hatte die Jägervereinigung Oberhessen zur Demonstration eines Fluggerätes in den Odenwald eingeladen.
Unter der Führung des Dozenten für wildbiologische und wildtiermedizinische Lehrveranstaltungen, Dr. Klaus Volmer (Arbeitskreis Wildbiologie), hatten sich sechs Studentinnen und zwei Studenten auf den Weg nach Amorbach gemacht, um moderne technische Methoden zur Verhinderung des Mähtodes von Wildtieren kennen zu lernen. Diesem Thema wird vor allem aus Gründen des Tierschutzes und der Krankheitsprävention (Botulismus) große Bedeutung beigemessen.
Organisiert wurde die Vorführung von der Firma ZENTEC aus Großwallstadt. ZENTEC hat das Projektmanagement für einen Wildretter, der als Fluggerät in kürzester Zeit Wiesen überfliegt und damit Wildtiere mittels hochentwickelter Kameratechnik auffinden kann. Beteiligt an der Entwicklung des Projektes sind der Landmaschinenhersteller Claas, das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt, die Technische Universität München und die Firma ISA Industrieelektronik. Mit anwesend war auch ein Vertreter des Landesjagdverbandes Bayern, die beiden Jagdpächter des Revieres Amorbach-Beuchen und einige interessierte Landwirte.
Mehr über...
Die Mitarbeiter der Firma ISA erläuterten zunächst die Technik und führten schließlich auch die Erkundungsflüge durch. Leider war in den beiden betroffenen Wiesen kein Jungwild vorhanden, sodass „Klobürste“, der Terrier des Jagdpächters versteckt werden musste. Dieser wurde jedoch einwandfrei aus der Luft gefunden und schließlich dabei erwischt, als er sich unerlaubt von seinem Standort entfernte.
Als Co-Dozent informierte anschließend der Vorsitzende der Jägervereinigung Oberhessen, Helmut Nickel, die Studenten über Möglichkeiten und über die Problematik der herkömmlichen Methoden zur Kitzrettung vor der Wiesenmahd. Nach Nickels Ausführungen haben sich inzwischen die Randbedingungen in den letzten Jahren so stark verändert, dass ein herkömmliches Absuchen der immer größeren Wiesenfläche zu Fuß aussichtslos wird. Nickel nannte als Ursache das kleine Zeitfenster, das vegetations- und witterungsbedingt den Landwirten bleibt, um das Futter für ihre Tiere einzubringen. Diese Problematik erfordere immer größere und schnellere Maschinen. Ein weiterer Eckpunkt sei die Tatsache, dass fast alle Landwirte zu gleichen Zeit mähen müssten. Auch die Gefahr des „Botulismus“ nehme zu, da ausgemähtes Jungwild aufgrund des kleineren Zeitfensters von Greifvögeln und Füchsen nicht mehr auf dem natürlichen Weg „entsorgt“ werden könne.
Nach Aussagen von Projektmanager Sebastian Krug arbeitet man derzeit an einer Variante, die gefundenen Kitze mit Ohrmarken zu versehen. Diese Ohrmarken enthalten einen Chip, der vom mähenden Traktor aus erkannt werden kann. Somit könne man Tage vorher die Tiere suchen und den Zeitdruck vermeiden, der entsteht wenn ausschließlich unmittelbar vor der Mahd die Wiesen überflogen werden müssten.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Die Jägervereinigung Oberhessen e.V. verfolgt die Entwicklung der Kitzretter seit 2005 und hat selbst Tests durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurde für das Projekt der Ehrenpreis der Jägervereinigung für Naturschutz vergeben.

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Der schwarz-grüne Koalitionsvertrag: Die Rolle rückwärts im Tierschutz!
Vom Herodes-Plan bis zum Haustierabschuss Pünktlich vor...
Unbezahlbare GALINA - VERMITTELT
“Hund zu verschenken”, oft steckt hinter diesen Aushängen nicht nur...
"Die Kinder werden hier missbraucht"
Es ist der Einsatz von Glyphosat auf der ehemaligen Bahntrasse der...
WISSENSWERTES - Bundestagsentscheidung (29.11.2018) über die betäubungslose Ferkelkastration - JEDE STIMME ZÄHLT -
Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes (TierSchG) vom 4. Juli 2013...
Fabian
Der Herbst wird kuschelig
Mit den Katzenkindern vom Tier- und Naturschutzverein TierfreundLich...
Wer gibt dem Schäferhundmann HERR SCHÄFER eine Chance auf ein Familienleben ?
Herr Schäfer, Rüde, kastriert, geboren circa Anfang 2011,...
Mit dieser Artenvielfalt hatte man nicht gerechnet
Erst im späten Frühling dieses Jahres hat man sich entschlossen, die...

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jägervereinigung Oberhessen

von:  Jägervereinigung Oberhessen

offline
Interessensgebiet: Gießen
Jägervereinigung Oberhessen
225
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Junguhu im Alter von 8 Wochen
Jägervereinigung Oberhessen startet Auswilderungsprojekt für heimischen Uhu
Die Jägervereinigung Oberhessen e. V. bringt den Uhu zurück nach...
Rehkitz im Feld
In der Kinderstube Natur bedeutet Alleinsein Sicherheit
Im Frühling ist die Natur vergleichbar mit einem großen Kindergarten....

Veröffentlicht in der Gruppe

Ausflugstipps

Ausflugstipps
Mitglieder: 50
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Eisfrei und schönes Wetter hatte es am 27. Februar 2019 mit diesem Krickenten Pärchen
Krickenten und Silberreiher am Weiher
Im letzten Märzwinter 2018, konnte ich sie schon mal am Martinsweiher...
Ausdrucksvolle Kunsteröffnung in einer Arztpraxis
Am 20.02. fand zum wiederholten Male in der Arztpraxis des Dr. Klaus...
Weiter Gruppe des Beitrags:

Weitere Beiträge aus der Region

Barbara Wolters (3.v.l.) nimmt den Spendenscheck von Bernd Sprankel, Angelika Wagner, Gerhard Paul, Doris Ihle und Franz Kuchar (v.l.) entgegen.
1.100 Euro für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst
Über eine Spende von 1.100 Euro der Gießener Sparkassen-Senioren...
"Fridayforkirchentag" ist offiziell schulfrei
ACHTUNG- Leider keine Satire Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,...
VdK Wieseck Veranstaltungen im 1. Quartal 2019
Großes Interesse fand im Februar das diesjährige "Heringsessen" in...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.