Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Gartenschau 2.0

von Thorsten Luxam 05.05.20141662 mal gelesen18 Kommentare
Rückkehr der Natur
Rückkehr der Natur
Gießen | Seit Jahren laufen nun die Vorbereitungen für die Gartenschau. Ebenfalls seit Jahren gehen die Diskussionen um die Gartenschau. Dabei gingen die Emotionen hoch. Und das hat unter anderem psychologische Gründe. Da waren Diejenigen, die diese Gartenschau unbedingt verwirklichen wollten und die sich reichlich genervt von Rückfragen und Kritiken äußerten. Andererseits waren da Diejenigen, die in der Reaktion auf ihre Bedenken deutliche Anzeichen erkannten, dass diese Bedenken nicht bloß legitim, sondern auch notwendig wären. Deshalb gab es auch von Anfang an Stimmen, die nicht grundsätzlich gegen eine Gartenschau waren, sondern denen die Art und Weise der Umsetzung "dieser" Gartenschau übel aufstießen.

Grund genug zu überlegen wie eine bessere Gartenschau aussehen müsste. Wie solch eine Gartenschau 2.0 gestaltet werden müsste, welche Änderungen notwendig wären, was umgestaltet werden müsste, wie hoch sich die Kosten hierfür belaufen würden, welche Pflanzen- und Tierarten darunter leiden würden.

Wie weit müsste man für eine derartige Gartenschau 2.0 gehen? Wie könnte man die Slogans der "neuen Ufer" und des "hautnahen
Mehr über...
Naturerlebnisses" anders umsetzen als in "dieser" Gartenschau? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass hierfür nicht sonderlich viel notwendig wäre, als ich mich von dem von mir als äußerst hässlich empfundenen Areal abwandte und meinen Blick, mit dem Rücken zum Zaun, über die Wieseckaue schweifen ließ.

Und hier sind meine Gedanken zu dieser Gartenschau 2.0:

Das gesamte Ausmaß der Ausstellung ist für den Besucher der Gartenschau 2.0 nicht auf den ersten Blick zu erfassen. Im Gegenteil: tage-, wochen-, monate- gar jahrelang kann der interessierte Besucher schauen und genießen. Gemäß dem Motto "gleicher Bach, ohne Zaun" präsentiert Mutter Natur in Kooperation mit den Anliegergemeinden der Wieseckaue eine sich permanent wandelnde Naturvielfalt, die ihresgleichen sucht.

Um die Dimension der Ausstellung zu verdeutlichen, die den Bewohnern der Wieseckaue, meist im Einklang mit der Natur, gelungen ist: Alleine die Anzahl der Löwenzahnpflanzen (von Kindern oft liebevoll als "Pusteblume" bezeichnet) würde ausreichen um das Gelände der Gießener Gartenschau gleich mehrfach zu bedecken. Die Anlage erstreckt sich vom etwa 15km entfernten Saasen, wo die Wieseck ihren Anfang nimmt, bis hin zu oben erwähntem Zaun in Gießen.

Weitläufige
Biegung mit Enten
Biegung mit Enten
Rad- und Wanderwege erschließen das Gelände, das jedoch ebenfalls mit mehreren Buslinien, sowie der Vogelsbergbahn erreichbar ist. Dort wo die Wege befestigt sind, ist die Wieseckaue auch bequem für Rollstuhlfahrer erreichbar. Für Personen die den Individualverkehr nutzen wollen, bietet das Gelände nicht bloß ausreichend Parkmöglichkeiten ganz in der Nähe an, sondern ist beispielsweise auch bequem über den Gießener Ring erreichbar.

Aber auch an "die Kleinen" wurde gedacht: Das Gelände bietet langläufige Wege die mit Fahrrädern, Kickboards, Inlineskates und dergleichen erkundet werden können. Je nach Wetterlage bietet das Ausstellungsgelände Schlamm-Erlebniszonen, um auch Stadtkindern neue Erfahrungen zugänglich zu machen.

Nicht bloß teilweise freilaufende Hunde ermöglichen die Begegnung mit Tieren, sondern auch Pferde, Kühe, Bienen und viele weitere Zucht- und Wildtiere können von den interessierten Besuchern beobachtet werden. Damit auch Verständnis für die Natur und ihre Bedüfnisse geschaffen werden kann, stehen sporadisch Hinweistafeln zur Verfügung.

Damit auch der Sport nicht zu kurz kommt, bieten manche Gemeinden in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wieseck unentgeltlich nutzbare Sportflächen, wie beispielsweise
Blick in den Auenwald
Blick in den Auenwald
Bolzplätze zur Nutzung an. Aber auch Kinderspielplätze stehen allenthalben zur Verfügung. Beliebt bei jung und alt ist der Segelflugplatz, der bei geeignetem Wetter mit aktivem Flugsport Aufmerksamkeit erregt. Für das leibliche Wohl sorgen diverse Lebensmittelmärkte entlang des Ausstellungsgeländes, Cafés, Gaststätten und Eisdielen. Für erschöpfte Wanderer bietet das Ausstellungsgelände zahlreiche Sitzbänke an – oftmals gar in Verbindung mit Abfallbehältern, die eine sachgerechte Entsorgung von Butterbrotpapier und ähnlichem ermöglichen. Gesonderte Ausstellungsflächen führen dem interessierten Besucher die Themenbereiche Ackerbau und Viehzucht eindrucksvoll vor.

Das vor Jahren zurückgebaute Flussbett gibt den Besuchern die Möglichkeit "neue Ufer" zu beobachten. Aber auch ungezählte Diestel- und Brennnesselgewächse bieten die Chance "Natur hautnah" erleben zu können. Wer es weniger lebhaft mag, kann sich an Duft und Gestalt mannigfaltiger Gräser, Blumen, Sträucher – gar manchem Baum erfreuen. An manchen Stellen bietet sogar der Rest der ursprünglichen Auenwälder die Möglichkeit sich vorzustellen wie das Ausstellungsgelände einstmals ausgesehen haben mag.

Gemäß dem Motto "Menschen dort abholen wo sie sind", lässt die Ausstellung
Begradigt war früher
Begradigt war früher
auch eher naturfremde Menschen nicht alleine, denen natürliche Pflanzen- und Tiervorkommen zu ungeordnet erscheinen: Für sie stellen ortsansässige Baumschulen und Gärtnereien Pflanzen bereit, die stramm in Reih und Glied, sowie nach Arten sortiert auf den interessierten Besucher warten. Ebenso stellen einheimische Züchter ihre Tiere zur Ansicht zur Verfügung. So können die Menschen langsam an das Thema "Natur" herangeführt werden, ohne ihnen sogleich eine "Überdosis Natur" zuzumuten.
Der Clou: Gegen Aufpreis darf der Besucher diese Exponate sogar mit nach Hause nehmen.

Dieses Konzept gefällt dem Einzelhandel derart gut, dass viele Einzelhändler bereits mit eigenen parallel stattfindenden Gartenschauen reagierten. Ähnliche Einzelhändler-Gartenschauen wurden gar in Heuchelheim, Garbenteich, Lich, Grünberg und vielen weiteren Ortschaften gesichtet. Diese Ortschaften gehören zwar streng genommen nicht zur Wieseckaue, aber das Konzept scheint zu überzeugen und zur Nachahmung zu inspirieren.

Besonders beindruckend jedoch ist der Rückhalt der Gartenschau in der "normalen" Bevölkerung: Manch Einer hat kurzentschlossen seine eigene kleine Gartenschau in direkter Nachbarschaft zum eigenen Wohnhaus angelegt. Freilich haben diese Aussteller für gewöhnlich das Konzept in Hinblick auf soziale Nachhaltigkeit weiterentwickelt: Bevor diese Ausstellungsflächen betreten werden, ist es üblich, dass sich Besucher und Aussteller kennenlernen und Freundschaft schließen. Und vermutlich haben diese Aussteller damit auch Recht. Denn Freunde kann man gar nicht genug haben.

Dies also meine Überlegungen zu einer verbesserten Gartenschau 2.0. Was braucht es aber zu deren Umsetzung? Alles erforderliche scheint bereits vorhanden. Einzig ein schlüssiges Werbekonzept müsste ausgearbeitet werden. Vielleicht mit dem Hinweis: "Auf ins Auenland: die Bewohner, Vereine, Gewerbetreibenden der Wieseckaue freuen sich auf Ihren Besuch!"

Rückkehr der Natur
3
Biegung mit Enten
Blick in den Auenwald
Begradigt war früher
Blick auf einen Auenwald
Blick aus dem Auenwald
(nicht ganz) natürlich
Wanderwege vorhanden
Blick in Richtung Wieseck
Blick zum Geflügelverein (Wieseck)
Platz zum Erkunden der Natur
"Pusteblumen" ;o)
Unsortierte Natur
Parkgelegenheiten (Wieseck)
Radwege vorhanden
Blick mit dem Rücken zum Zaun (1)
Blick mit dem Rücken zum Zaun (2)
Eines der Hinweisschilder
Sitzbank mit Abfallgefäß
Pferde
Blick zum Gießener Ring
Licht und Schatten
Verkehrsanbindung Vogelsbergbahn (Rödgen)
Verkehrsanbindung (Gießener Ring)
(ohne Kommentar)
Pflanzenausstellung im Einzelhandel (1)
Pflanzenausstellung im Einzelhandel (2)

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Die Mutterkuh und Rinderherde an dem Furkation-Gewässer in Lohra!
Unsere Natur im Salzbödetal und im nahen Lahntal!
Die Wetterlage ließ es zu, um am Sonntag und heute am Dienstag das...
Das vernebelte Foto von Gladenbach
Der Koppeturm und seine Umgebung
Am frühen Sonntagmorgen hatte es noch teilweise Regen und etwas...

Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.081
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.05.2014 um 23:18 Uhr
Interessanter Vorschlag Thorsten. Hätte was.
Nicole Freeman
9.294
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 06.05.2014 um 07:00 Uhr
das ist eine gartenschau wie sie mir gefallen koennte. tiere gehoeren eben auch dazu und natur hautnah ist eben natur und nicht englischer garten.
2.275
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 09:29 Uhr
Das wäre sehr schön, aber eben keine Gartenschau, die laut Definition eine Leistungsschau der Gartenbaubranche ist, die aus Steuergeldern finanziert wird. Je mehr in dem vorgesehenen Gelände verändert wird, desto größer der Nutzen und der Gewinn für die beteiligten Firmen.
Als es noch echte Brachen gab, die man gestalten konnte, mag
das ein echter Gewinn auch für die ausrichtenden Städte gewesen sein. Heute muß man in den meisten Fällen erst etwas zerstören, bevor man es neu gestalten kann.
Dort, wo es große Industriebrachen gibt, könnte eine Gartenschau, wie wir sie kennen, noch einen Nutzen für alle
Beteiligten haben.
Die dichtbesiedelten Städte mit chronischen Finanzproblemen
können oder wollen es sich gar nicht leisten, eine freies Areal nicht kommerziell zu nutzen.
Da sollte man ganz neue Möglichkeiten suchen. Ich denke da
etwa an eine Aufwertung der Innenstadt durch Urban Gardening, Dachgärten etc.
Jenny Burger
1.714
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 06.05.2014 um 11:22 Uhr
So eine Gartenschau gemäß den Vorschlägen des Herrn Lux würde ich sogar auch besuchen :-)
H. Peter Herold
26.920
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 16:33 Uhr
Nur leider würden im Gelände dieser Gartenschau 2.0 die Menschen stören. Handelt es sich dabei nicht um eine schützenswerte Naturlandschaft?
Birgit Hofmann-Scharf
10.169
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 19:38 Uhr
Wann und wo ist Eröffnung dieser LaGa ?
Dort wäre ich auch gerne Gast.

Patentieren lassen !!!!!!
Thorsten Lux
906
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 23:02 Uhr
@Birgit Hofmann-Scharf

"Wann und wo ist Eröffnung dieser LaGa ?
Dort wäre ich auch gerne Gast."

Die Wieseckaue ist seit vielen Jahren, rund um die Uhr, 365 Tage/Jahr geöffnet. Und zwar kostenfrei!

Aber wie erwähnt: Ein stimmiges Werbekonzept müsste her. Denn so läuft man dort täglich hindurch und merkt garnicht wie schön es ist und was es alles gibt. Bis irgendwer an einer Stelle der Wieseckaue einen Zaun zieht, daas Gelände verändert und dafür Eintritt verlangt.

Wenn ich mich bemühe etwas positives in der Gießener Landesgartenschau zu sehen, dann ist es wohl, das mir die Augen aufgingen wie schön der Rest der Wieseckaue eigentlich ist.

Übrigens würden sich sicherlich auch die Menschen in Wieseck, Rödgen, Buseck und Reiskirchen über das gesteigerte Interesse für ihre Region freuen. Ob wir nun an die Anwohner denken, an die Café-, Eisdielen- und Gäststättenbetreiber, die Baumschulen und Gärtnereien, oder an die Lebensmittelläden. Vermutlich gäbe es sogar weitere Gewerbetreibende, die ein höheres Touristenaufkommen begrüßen würden. ;o)
Thorsten Lux
906
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 23:06 Uhr
@Peter Herold

"Nur leider würden im Gelände dieser Gartenschau 2.0 die Menschen stören. Handelt es sich dabei nicht um eine schützenswerte Naturlandschaft? "

Wie das auf dem Foto abgebildete Schild anmerkt, handelt es sich um eine "europäische Schutzzone". Die besteht bereits - trotz der Rad- und Wanderwege, der Kinderspielplätze, des Segelflugplatzes, usw. Da die "obere Naturschutzbehörde" die auf dem Schild genannt wird, dieses Schild hat aufstellen lassen, scheint das Gebiet die hierfür erforderlichen Bedingungen zu erfüllen. Um welche Bedingungen es sich dabei genau handelt, lässt sich sicherlich irgendwo im Internet nachforschen, oder bei besagter Behörde erfragen - ich bin da zu wenig in dem Thema drin, um dazu Verlässliches zu sagen.
Thorsten Lux
906
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 23:18 Uhr
@Gertraud Barthel

"Das wäre sehr schön, aber eben keine Gartenschau, die laut Definition eine Leistungsschau der Gartenbaubranche ist, die aus Steuergeldern finanziert wird. (...)"

Das mit der Definition ist sicherlich ein Thema: Wieviel Prozent der Ausstellungsfläche müssten wohl Gartenbaulich "angepasst" sein, um die Definition als "Gartenschau" zulässig zu machen?

Denn ich babe mit Bedacht die Baumschulen, Gärnereien und gar die Einzelhändler erwähnt: In Baumschulen und Gärtnereien findet man gewöhnlich die Pflanzen bereits in der von den meisten Gärtnern präferierten Form - sortiert und in sauberen Reihen. Der Einzelhandel könnte freilich seine Blumenausstellungen etwas anders aufbauen als in den abgebildeten "Blumenregalen".

Den Punkt mit den Steuergeldern hingegen sehe ich nicht so: Das Areal der Wieseckaue wird schließlich bereits gepflegt. Das meint: Dort werden Büsche zurückgeschnitten, bei Bedarf Bäume gefällt, Abfalleimer geleert und die Sitzbänke werden wohl auch repariert falls da mal etwas kaputt ist. Das passiert vermutlich jetzt schon aus Steuergeldern finanziert.

"Da sollte man ganz neue Möglichkeiten suchen. Ich denke da etwa an eine Aufwertung der Innenstadt durch Urban Gardening, Dachgärten etc. "

Das ist sicherlich auch keine schlechte Idee, soweit ich das bisher beurteilen kann.
Florian Schmidt
4.471
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 08.05.2014 um 20:53 Uhr
Mich beruhigt es ein wenig, dass Menschen die an der Landesgartenschau gefallen finden eine solche Landschaft nicht betreten werden.
2.275
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 09.05.2014 um 19:37 Uhr
Natürlich wird die Pflege eines Parks aus dem Etat der Stadt finanziert. Aber die Kosten einer Gartenschau haben ganz andere Dimensionen. Denn da geht es darum, dass möglichst viel Geld ausgegeben wird, "um die Wirtschaft anzukurbeln". Und nicht die regionale Wirtschaft, sondern die Gesamtwirtschaft, wie mir Herr Behrens auf meine Nachfrage ausdrücklich versicherte.
Dafür gibt es dann Subventionen vom Land ,für die Gartenschau
und für Begleitmaßnahmen. Damit werden dann Vorhaben verwirklicht, die eine Stadt sich sonst nicht, oder angeblich nicht, leisten kann. Andere, vielleicht wichtigere Projekte, die mit der Gartenschau nichts zu tun haben, werden dann aufgeschoben ,womöglich bis zum ST.Nimmerleinstag.
Das ist das Prinzip der Gartenschauen,das ich ablehne. Eine Gartenschau, wie sie Ihnen vorschwebt, fände ich auch viel schöner, aber es würde kein Geld vom Land dafür geben.
Die sogenannten Traumgärten in der Innenstadt sind übrigens sicher eine Kompensation dafür, dass Gärtner aus ganz Deutschland, aber kaum heimische Gartenbauunternehmen auf dem Gelände vertreten sind. Grund dafür sind die Zulassungsbestimmungen, die unter Anderem die Mitgliedschaft in einem Berufsverband voraussetzen, dessen Mitgliedsbeitrag
für kleinere Betriebe einfach zu hoch ist.
Christian Momberger
11.081
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 09.05.2014 um 22:32 Uhr
Sehr interessanter Kommentar Gertraud.
Thorsten Lux
906
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 10.05.2014 um 00:12 Uhr
Sehr geehrte Frau Barthel,

vielen Dank für diesen inhaltlichen Beitrag. Ich freue mich über die darin enthaltenen Informationen, auch wenn ich einige Frustration herauslese.

Im Text lese ich einige Punkte die mir eine Dimension eröffnen, die ich so noch nicht "auf dem Schirm hatte". Beispielsweise dass die Mitgliedschaft in Berufsverbänden eine Kostenfrage ist, oder auch welche Gartenbauunternehmen bei der Landesgartenschau "mitmachen", oder eben nicht.
2.275
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 11.05.2014 um 10:39 Uhr
Danke schön. Ja, frustriert bin ich natürlich, und gelegentlich auch wütend, wenn ich sehe, wie in unserer Tagespresse schöngeredet und schöngerechnet wird. Das scheint bei Gartenschauen die Regel zu sein, Negatives wird vergessen oder kaum über den engeren Umkreis der Stadt hinausgelangen, der Ruf der Gartenschau an sich als Rettungsanker für klamme Gemeinden bleibt bestehen, und es werden noch viele Städte darauf hereinfallen.
Da kommt meiner Meinung nach der BI eine wichtige Aufgabe zu:
Genau beobachten und berichten, was sonst unter der Decke gehalten würde, und dafür zu sorgen, dass auch eine breitere Öffentlichkeit darüber informiert wird!
Thorsten Lux
906
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 11.05.2014 um 21:34 Uhr
"Da kommt meiner Meinung nach der BI eine wichtige Aufgabe zu:
Genau beobachten und berichten, was sonst unter der Decke gehalten würde, und dafür zu sorgen, dass auch eine breitere Öffentlichkeit darüber informiert wird!"

Das sehe ich ebenso. Darüber hinaus wird die BI aber auch sehen müssen wie sie mit eigenen Frustrationen umgeht, wenn diese Beobachtungen und Berichte eben nicht wie gewünscht veröffentlicht werden und wenn sie darüber hinaus noch als "Spinner" und als "ewige Nörgler" in der Berichterstattung dargestellt werden.

"Das scheint bei Gartenschauen die Regel zu sein, Negatives wird vergessen oder kaum über den engeren Umkreis der Stadt hinausgelangen, der Ruf der Gartenschau an sich als Rettungsanker für klamme Gemeinden bleibt bestehen, und es werden noch viele Städte darauf hereinfallen."

Die Wut hierüber kann ich gut nachvollziehen. Das scheint nicht bloß bei Gartenschauen so zu sein, aber auch dort. Ich denke da nur an die "Informationen" zur sogenannten "Schuldenbremse" oder an den sogenannten "Rettungsschirm", usw. usf.

Wut ist da sicherlich ein guter Motivator um sich weiterhin zu engagieren und sich selbst in unsere Gesellschaft mit einzubringen. Wut hierüber ist jedoch kein Gegenkonzept zu Frustrationen die zangsläufig entstehen und Aktivitäten lähmen (können). Grund genug dass man sich Menschen sucht, die sich ebenfalls engagieren und mit denen man zusammenarbeiten kann und will. Aber auch, dass man sich bemüht mit diesen Menschen nicht bloß dann zusammenzutreffen, wenn es darum geht sich gegen Missstände zu echauffieren...

Aber ich gerate zu sehr in Text und die BI wird sich dazu sicherlich schon Gedanken gemacht haben.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Thorsten Lux

von:  Thorsten Lux

offline
Interessensgebiet: Gießen
Thorsten Lux
906
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Buchtipp: Fliegen - Eine andere Verwandlung
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand...
Cui bono! - Gedanken und Eindrücke zum Datumswechsel
Die hier als Überschrift für die vorliegende Gedankensammlung...

Weitere Beiträge aus der Region

Traditionelles muslimisches Opferfest beginnt - Kreisveterinäramt erinnert an Verbot des „Schächtens“ und kündigt Kontrollen an
Anlässlich des am Dienstag, 21. August, beginnenden traditionellen...
Konzertabsage - „Swedish Pearls“ haben ihre kleine Deutschlandtournee abgesagt
Daher fällt das Konzert am Freitag 24.08.2018, 20:00 Uhr in der Vitos-Kapelle aus. Schade.
Natürlicher Sonnenschirm.
Wer kennt Gießen?
Verschiedene Stellen in Gießen, wer weiß wo!

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.