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Da hatte ein Jungreiher wohl etwas missverstanden ...

Die Feuerwehr, sein Freund und Helfer
Die Feuerwehr, sein Freund und Helfer
Gießen | ... als er am Samstagabend vor Ostern auf nicht bekannte Weise sein Nest verließ. Was er anscheinend nicht wusste, "keine lebenden Tiere zu Ostern ins Nest" gilt natürlich nicht für Wildvögel.

Als ich zu besagter Zeit mit dem Rad durch die Eichgärtenallee auf dem Heimweg war, hatten sich schon ein paar Leute um den Jungreiher am Fuß einer Kastanie versammelt, der dabei war, etwas mühsam seine diversen Gliedmaßen zu sortieren. Den Absturz hatte wohl niemand gesehen, aber jetzt war die Frage, was macht man mit ihm?

Nach einigem Herumtelefonieren bei verschiedenen Tierärzten und der Tierklinik wurde schließlich die Feuerwehr informiert, die ihn entweder wieder ins Nest setzen oder zur Vogelklinik der Uni bringen sollte. Bis zu deren Eintreffen hatte der Zufall auch ein führendes Mitglied der "Task Force Schwanenteich" herbei geführt. Äußerlich schien der Vogel zwar unverletzt, aber das Problem war, in dem Baum gab es drei Reihernester und der Vogel wollte nicht verraten, welches davon sein Zuhause war. Er hatte wohl Angst vor der Schelte der Eltern. Deshalb wurde weiterer ornithologischer Sachverstand von einem intimen Kenner der Vogelwelt des Schwanenteichs benötigt und eingeholt.

Danach wurde die Drehleiter des Löschzugs ausgefahren und die Nester wurden durch die Feuerwehr inspiziert. Da ein sicheres Einsetzen aber, selbst wenn man das richtige Nest erwischt hätte, durch das Astgewirr fast nicht möglich und die erneute Annahme durch Elterntiere und Geschwister auch nicht garantiert gewesen wäre, wurde letztlich doch für den Transport in die Tierklinik gestimmt. Von der waren inzwischen auch zwei Abgesandte eingetroffen, die das übernahmen.

Bleibt zu hoffen, dass der Vogel die Nahrungsaufnahme nicht verweigert und die Sache ein glückliches Ende vielleicht in einem Vogelpark nimmt.

Falls jemand schon in der Vogelklinik die weitere Entwicklung nachgefragt hat, bitte die Information als Kommentar weiter geben.

Die Feuerwehr, sein Freund und Helfer
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Wo gehören Flügel und Beine nochmal hin?
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So, und wie geht's jetzt weiter? 4
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Das neue Nest wurde klaglos akzeptiert.
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Die Drehleiter wird ausgefahren
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Es bleibt beim Abtransport in die Tierklinik
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Schließlich kann er mit den Flügeln rudern.
Er darf das!
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Der Toilettenmann

Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
13.727
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 21.04.2014 um 23:51 Uhr
@Bernd, die Geschichte habe ich heute mittag schon aus erster Hand erfahren, aus welcher, kannst du dir sicher denken. Bleibt nur zu hoffen, dass er durchkommt.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 22.04.2014 um 01:01 Uhr
Danke für den ausführlichen Bericht, Bernd.
Aufgrund der Feiertagssituation und der dadurch nur zeitweise anwesenden Belegschaft war aus der Vogelklinik noch kein Befund zu bekommen.
Wird sicher zeitnah nachgereicht. ;-)
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 22.04.2014 um 01:26 Uhr
Es ist zu vermuten, dass der junge Reiher ein Opfer der am Samstag vorherrschenden böigen Windverhältnisse wurde. Da die Jungtiere in diesem Stadium schon häufig auf dem Nestrand balancieren, um auf die rückkehrenden Altvögel mit dem Futter zu warten. Dabei dürfte ihn eine Windböe erfasst und dann unfreiwillig in die Tiefe befördert haben :-(
Birgit Hofmann-Scharf
10.363
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 22.04.2014 um 09:40 Uhr
Bernd, auch von mir einen Dank für diesen Beitrag !
Du eignest Dich gut zum " Naturereignis-Reporter "

Einen Dank auch an die Feuerwehr !
Hoffentlich schafft es das Kerlchen, denn die Reiher am Schwanenteich erheitern mich ! Jeder Einzelne ist eine Freude !
Bernd Zeun
11.760
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 23.04.2014 um 00:23 Uhr
@Uli: Hab mir schon gedacht, dass du am Ball bleibst und deshalb nicht auch in der Vogelklinik angerufen. Also erst mal abwarten und Tee trinken.

@Birgit: Ja, ist schön, dass die Feuerwehr auch solche Einsätze fährt.
Jörg Jungbluth
5.109
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 23.04.2014 um 22:42 Uhr
Bei der Feuerwehr gibt es eine Linie an die sich bundesweit gehalten wird. zuerst Menschenleben retten, danach Tiere retten und dann erst Sachwert retten. Da der Reiher zu zweitem gehörte wurde auch ihm geholfen.

Im übrigen wird die Berufsfeuerwehr Gießen dieses Jahr 100 Jahre alt. Es lohnt sich die dazugehörigen Veranstaltungen zu besuchen. Es lohnt sich. Infos: http://www.feuerwehr-giessen.de/index.php/100-jahre.html
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 24.04.2014 um 06:11 Uhr
Jörg, deinen Kommentar kann ich uneingeschränkt bestätigen, denn die Gießener Berufsfeuerwehr war in der Vergangenheit immer kooperativ und hat in den unterschiedlichsten Situationen immer Hilfe geleistet, wenn auch das eine oder andere Mal mit unterschiedlichem Erfolg, aber da muss man dem Personal auch zugestehen, dass solche Situationen nicht unbedingt ganz oben auf dem Übungsplan stehen ;-)
Allen anderen muss ich leider die Mitteilung machen,
dass der Jungreiher den unfreiwilligen Abstieg aus dem Nest nicht überlebt hat.
Ich hatte am Abend die Möglichkeit mit den Mitarbeitern der Vogelklinik zu sprechen. Der Jungreiher hatte nach deren Aussage doch massivere Verletzungen davongetragen. Nach Aussage des Teams der Vogelklinik handelte es sich um einen irreparablen Oberschenkelbruch, so dass sie ihn von unnötigem Leid erlösen mussten.
Ich war gestern abend persönlich in der Klinik, da ich von einer Bekannten den Anruf bekam, dass an der Lahn ein verletzter Schwan gesichtet wurde. Als wir ihn aus dem Uferdickicht geborgen hatten, erkannten wir, dass er eine starke Kopfwunde aufwies und brachten auch ihn in die Obhut der Tiermediziner.
Allerdings ist auch seine Prognose nicht besonders positiv.
Die Art der Verletzung lässt Rückschlüsse auf einen Schlag mit einem Paddel oder Ruderholmen zu :-(
Bernd Zeun
11.760
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 24.04.2014 um 19:02 Uhr
Danke, fürs Nachfragen, Uli. Dann hätte es auch nichts gebracht (selbst wenn man das richtige Nest gekannt hätte), das Junge ins Nest zurück zu setzen, das hätte das Leiden nur verlängert.

Das mit der Schwanverletzung klingt auch rätselhaft.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 24.04.2014 um 19:05 Uhr
Nein, Bernd - dies hätte dem Jungvogel sicher nicht geholfen.
Leider habe ich gerade erfahren, dass auch die Bemühung um den Schwan vergeblich war, große Hoffnung machte man uns schon nicht bei der Einlieferung.
Man hat ihn wohl gestern abend noch erstversorgt und geröntgt, allerdings lag er heute früh schon ohne Lebenszeichen in der Box.
Jutta Skroch
13.727
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 25.04.2014 um 00:02 Uhr
Das sind aber keine erbaulichen Nachrichten.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Bernd Zeun

von:  Bernd Zeun

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Interessensgebiet: Gießen
Bernd Zeun
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