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Montagsdemos: Demagogen am Werk

Gießen | Pressemitteilung der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo »Weg mit Hartz IV! - Das Volk sind wir! - Montag ist Tag des Widerstands!«

Wer steckt hinter den sogenannten neuen Montagsdemos? Aufgepasst – Demagogen am Werk!

In den letzten Wochen finden in verschiedenen Städten montags Kundgebungen einer sogenannten „Friedensbewegung 2014“ statt, die sich auch als bundesweite Montagsdemo bezeichnen. Zu den Aktionen wird vor allem über verschiedene Facebook-Accounts aufgerufen. Unter den Teilnehmern sind sicherlich etliche ehrliche Friedensbewegte, v.a. junge Menschen. Aber die Bewegung insgesamt ist unbedingt mit Vorsicht zu genießen und abzulehnen. Sie verbreitet krude rechte Verschwörungstheorien, wie dass hinter allen Kriegen in den letzten 100 Jahren die amerikanische Federal Reserve Bank stecken würde. Vom Hitler-Faschismus und den durch ihn verschuldeten II. Weltkrieg, in dem 55 Millionen Menschen ihr Leben verloren, hört man dagegen kein Wort. Die Initiatoren ziehen keinen klaren Trennungsstrich zu ultrarechten, faschistoiden und faschistischen Personen und Gruppierungen. Sie gehen bewusst manipulativ
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vor. So nutzen sie u.a. einen Facebook-Account unter dem Namen „Anonymous.Kollektiv“ und erwecken so den Eindruck, dass die Anonymous-Bewegung zu den Aktionen aufruft. Die Losung „Das Volk sind wir!“ der überparteilichen Montagsdemonstrationsbewegung gegen die Hartz-Gesetze wird verdreht in „Wir! Sind das Volk!“ und von zumindest einem Teil der Beteiligten nationalistisch und rassistisch ausgelegt.

Führende Initiatoren und Befürworter der Bewegung wie Lars Mährholz und Jürgen Elsässer distanzieren sich zwar vorgeschoben von Antisemitismus und Rechtsextremismus, aber veröffentlichen auf ihren Internetseiten und Facebook-Accounts neben einem politisch konfusem Sammelsurium auch rechtes bis faschistisches Gedankengut über ihre eigenen Statements oder entsprechende Links. Die Galionsfigur in Berlin, der ehemalige RBB-Moderator Ken Jebsen, der wegen wiederholter antisemitischer Äußerungen vom Radiosender entlassen wurde, hetzt in seinen Reden vor allem gegen linke Kräfte. Dass keine Fahnen und Embleme von Parteien und Organisationen gezeigt werden dürfen, hat offensichtlich den Zweck, dass Ausstehende nicht erkennen und durchschauen, wer sich eigentlich an den Aktionen beteiligt.

Die Bundesweite Montagsdemonstrationsbewegung »Weg mit Hartz IV! - Das Volk sind wir! - Montag ist Tag des Widerstands!« distanziert sich unmißverständlich von diesen Aktionen. Sie sind nicht Teil unserer Bewegung und es gibt auch keine Zusammenarbeit mit ihnen. Wir weisen die selbsternannte Bezeichnung als Bundesweite Montagsdemo zurück. Damit wird versucht das Ansehen der Bundesweiten Montagsdemonstrationsbewegung, die im August 2004 gegen die Hartz-Gesetze entstanden ist und seit dem in heute noch 80 Städten montags überparteiliche und demokratisch organisierte Kundgebungen und Demonstrationen macht, demagogsich zu mißbrauchen und Verwirrung zu stiften.

Etliche Teilnehmer dieser ominösen angeblichen Friedenskundgebungen haben inzwischen erkannt, wem sie da auf den Leim gegangen und distanzieren sich im Netz von der Teilnahme von rechten und faschistischen Kräften an den Aktionen und von den selbsternannten bundesweiten Sprechern dieser Bewegung. Für die Zusammenarbeit mit diesen sind wir offen. Wir begrüßen es sehr, wenn junge Menschen in der Friedensbewegung und im Widerstand gegen die unsoziale Politik der etablierten Parteien aktiv werden wollen. Wir laden jeden ehrlich friedensbewegten Menschen herzlich ein, sich an unseren Montagsdemos zu beteiligen, die auf antifaschistischer und demokratischer Grundlage stattfinden. Unsere demokratische Demonstrationskultur mit offenem Mikrofon, weltanschaulicher Offenheit, gegenseitigem Respekt bietet die beste Möglichkeit sich sachlich über gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven auseinanderzusetzen. Der Kampf gegen die wachsende Kriegsgefahr, für Völkerfreundschaft und Solidarität ist ein wichtiges Thema unserer Bewegung. Wir beteiligen uns deshalb auch an den traditionellen Ostermärschen.

Koordinierungsgruppe Bundesweite Montagsdemo, 12.04.14

Hans Nowak, Ulja Serway

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Kommentare zum Beitrag

Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 15.04.2014 um 13:27 Uhr
Unabhängig von einer Positionierung muss man leider konstatieren, dass die zitierte Pressemitteilung jedoch inhaltlich recht verworren, ungenau, unwahr, unvollständig und selbst tendenziell demagogisch ist.

Möchte man vor einer nach eigener Einschätzung demagogischen Strömung warnen, sollte man schon mit besonderer Vorsicht agieren, differenzierter und sachlicher formulieren, und v.a. vermeiden, seine eigene Rede mit demagogischem Duktus vorzutragen.

Dies ist in dieser Pressmitteilung sicherlich nicht gelungen.

Hier hätte es sicher gereicht, und wäre für das eigene Ansehen sicherlich auch vorteilhafter gewesen, wenn man sich nur zum eigentlichen Zweck der Pressmitteilung geäußert hätte, nämlich der klaren Distanzierung.

Von besonderer Bedeutung für die eigene Glaubwürdigkeit, wäre bei dieser doch recht ausgeprägten Anhäufung von Behauptungen zudem gewesen, für diese jeweils auch bewiesene Belege anzuführen.

Mein Eindruck nach dieser Pressemitteilung:
Der Leser wird verwirrt und nicht wirklich aufgeklärt.
Die einzig klare Botschaft ist die Distanzierung von einer anderen Bewegung (, die jedoch auch nicht eindeutig identifizierbar skizziert worden ist).

Es bleibt bei dem längst überkommenen Spiel etablierten Kräfte, der Vorwurfattitüden zwischen sog. „Linken“ und sog. „Rechten“, zwischen „Roten“, „Schwarzen“, „Gelben“, „Grünen“, etc., die ihre Energien hauptsächlich darin vergeuden, sich gegenseitig zu diffamieren, ohne dabei noch imstande zu sein, inhaltlich tatsächlich sinnvolle Grenzziehungen zu vollführen, und dabei ständig stinkenden „Roten Heringen“ hinterherlaufen, während Ihre Sicht von Nebelkerzen getrübt wird.

Es geht also immer nur um Macht, um Einfluss, nicht um den Inhalt.

Immer wieder betrüblich, dieses Schauspiel zu beobachten...
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 15.04.2014 um 18:33 Uhr
Einige Positionen könnten doch mal diskutiert werden. Frage nach Antisemitismus z.B. Sachliche Auseinandersetzungen können sicher manches klären was auch mir unklar erscheint.
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 01:41 Uhr
War ja nicht anders zu erwarten. Da stehen tatsächlich einmal Menschen für den Frieden und das inzwischen in über zwanzig Städten, da werden die Menschen gleich wieder in irgendeine Ecke geschoben.

Typisch deutsch eben, jeder gehört in eine Schublade.

Ich finde es traurig einen Artikel wie diesen zu lesen, müßen wir so miteinander abgehen? Wir standen gerade einmal zwei Stunden im Seltersweg bei den drei Schwätzern, haben kaum Menschen angesprochen, hatten keine Transparente, keine Kundgebung, wir hatten gerade ein paar Flyer, mehr nicht.

Wir haben bewusst darauf verzichtet Flyer einfach so jedem in die Hand zu geben, wir haben ausschließlich Interessenten so einen Flyer gegeben.

Es war kalt und regnerisch, da haben wir nicht ganz die zwei geplanten Stunden gestanden.

Wir waren Friedlich, mit ca. 20 Menschen kaum auffällig, da der Seltersweg zu dieser Zeit ja noch belebt war. Es war ein schönes Friedenstreffen.

Aber die genannten Herrn im obigen Artikel und über unser Friedentreffen, bitte ich jeden sich selber eine Meinung zu bilden.

Bitte, nehmt nicht ungeprüft Meinungen, egal von wem die kommen, auch meine, an. Werdet bitte kritisch, neugierig und recherchiert. Bildet Euch selber eine, Eure Meinung.

Jeder von uns ist froh, wenn ein Nachbar schlecht über uns spricht, dass die Person die es erzählt bekommt, prüft, selbst erlebt und nicht nach der Meinung des Nachbarn uns verurteilt.

Ich war beim Friedentreff dabei, weiß aus eigener Erfahrung wie es war, doch will ich hier auch keine Meinung bilden, ich möchte jeden Leser animieren sich selbst ein Bild zu machen.

Ich stehe voll hinter dem was ich hier geschrieben habe und bin über verschiedene Netzwerke im Internet zu erreichen.

Wenn es OK ist, hinterlasse ich auch gerne meine Kontaktdaten hier auf der Seite, Werbung für irgendetwas möchte ich hier aber nicht machen.
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 09:27 Uhr
Sehr geehrter Herr Beltz,
was genau meinen Sie mit: "Einige Positionen könnten doch mal diskutiert werden. Frage nach Antisemitismus z.B."?
Also: welche und wessen Positionen?
Herzlichen Gruß,
ccw
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 09:52 Uhr
Ich bin gerne bereit, über all die angesprochenen Fragen und Vorwürfe zu diskutieren. Das kann auf der Ebene dieser online Möglichkeit der gz geschehen oder auch sonstwo. Also: unserer beider Positionen.
Meine Haltung ist zu Krieg und Ausbeutung recht eindeutig. Bei Ihnen scheint mir ein Wirrwar von unzusammenhängenden Gedanken vorhanden. Wir betreiben die Montagsdemo seit zehn Jahren, desgleichen seit etwa 50 Jahren den Ostermarsch.

Es erscheint mir interessant, woher Sie plötzlich auftauchen und ihre Motivitation nehmen. Also, frisch ans Werk.
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 12:03 Uhr
Sehr geehrter Herr Beltz,
Ihrem letzten Kommentar ist erneut nicht zu entnehmen, wen Sie meinen, oder auf welche Positionen Sie sich beziehen.
Wen sprechen Sie mit dieser recht harsch-provokanten Formulierung "Bei Ihnen scheint mir ein Wirrwar von unzusammenhängenden Gedanken vorhanden." an?
13
Jakob Filbert aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 12:42 Uhr
Lieber Michael Beltz,
wir gehen für den Frieden auf die Straße und das passt natürlich vielen gar nicht. An einem Frieden verdient man nichts. Ich weiß nicht, ob die Rockefeller Juden sind, ist mir auch egal aber er und die 12 anderen Familien (Rothschilds, Freeman, Morgans usw.) sind für so unglaublich viel Unheil auf der Welt verantwortlich. Soll man das jetzt so verstehen, dass wenn ich Obama und seine Politik verarchte, dass ich dann gleich ein Rassist bin? Weil Rockefeller Jude sein soll gibt ihm das etwa ein Freilos zu tun und lassen was er will, weil wer gegen ihn ist gleich als Antisemit dargestellt wird? Dieses ganze Links und Rechts ist nur eine Spalterei. Wer nach Links und Rechts schaut kann nicht sehen, was direkt vor einem passiert! Jetzt mal ehrlich, wenn ich für Frieden auf die Straße gehe dann möchte ich, dass ALLE in Frieden miteinander leben. Und diese Hetze gegen die Demos sind immer, immer im selben Stil geschrieben mit den selben leeren Inhalten und IMMER ohne seriöse Quellen. Es wird einfach behauptet es sei Rechts, weil das in Deutschland eine super Möglichkeit ist etwas nieder zu machen. Und Anonymous Kollektiv hat NICHTS mit Anonymous zu tun und Anonymous distanziert sich klar davon. Zitat: "Die Seite "Anonymous.Kollektiv" bzw. "Anonymous" von Mario Rönsch hat nichts mit Anonymous zu tun. " Quelle: http://paste.pwny.biz/It9obU5RaFvmKts. Wo soll man eigentlich seine Informationen herbekommen überlegt mal. Öffentliche Medien verarschen uns ohne mit der Wimper zu zucke und im Internet kursieren viele Unwahrheiten. So muss man sich also selber schlau machen und intensiv mit Themen auseinander setzen. Und davon sucht man sich das raus, was für einem am stimmigsten klingt und wo man ein gutes Bauchgefühl hat. Und was ist mit unserer Regierung, die den rechtsradikalen Politiker in der Ukraine die Hand schüttelt? (Wer weiß was die da noch machen). Aber davon bekommt ja keiner was mit. Sie behaupten einfach in ihrem Artikel diese Dinge. Sie sagen, dass ist so. Nicht, es wird vermutet, sondern es ist Rechts und bla und böse. Wären die Leute damals nicht auf die Straße gegangen hätten schwarze immer noch keine Rechte, dann hätten wir noch die DDR, dann würden wir hier alle Gen- Schrott fressen und unser Trinkwasser wäre privatisiert. Es wird Zeit zu verstehen, dass jetzt natürlich alles mögliche in die Wege geleitet wird um diese Bewegung zu demontieren. Das ist nicht mehr aufzuhalten und das ist auch gut so. Wie es dann weiter geht entscheiden wir ALLE zusammen.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 13:12 Uhr
Eine Frage ist für mich offen. Seit Jahren gibt es in Gießen eine mehr oder weniger aktive Friedensinitiative, Atomkraftgegner, Mahnwachen, Kungebungen und Demonstartionen zur Erinnerung an die Reichsprogromnacht, Demos gegen Naziauftritte uvm.
Und plötzlich erscheint eine Gruppe Neulinge auf diesem Gebiet - keine Jugendlichen. Wo kommt die Erleuchtug her?
Vielleicht können wir in gemeinsamen Gesprächen einiges klären.
13
Jakob Filbert aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 13:56 Uhr
Danke, für deine Antwort Micheal. Diese Friedensbewegung ist die Vereinigung vieler Bewegungen. Überall entstand die Idee sich für den Frieden einzusetzen und jetzt hat sich das zusammengefügt. Und alle sind herzlich eingeladen mitzumachen. Gerne kannst du nächsten Montag einfach mal vorbei schauen und dir vor Ort ein Bild machen.
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 14:21 Uhr
Vielleicht wäre es hilfreich zu erfahren, wer die Gießener Demonstration organisiert(e).

So ließe sich eventuell mehr über die konkreten Zielsetzungen in Erfahrung bringen.

Herr Müller, Herr Filbert, waren/sind Sie verantwortlich beteiligt und wenn ja, gibt es Möglichkeiten sich (Herr Müller sprach von Netzwerken über die er erreichbar sei...) über die Aktivitäten/Intentionen der regionalen Organisation zu informieren?
Ansonsten muss man wohl einfach mal montags durch den Seltersweg gehen:-)

Die offizielle Seite (facebook) der "Friedensbewegung 2014" bzw. der "bundesweiten Montagsdemo" findet sich hier:
https://www.facebook.com/Studentenbewegung2014

Von dort aus gelangt man zu den verschiedenen Facebook-Seiten der verschiedenen Städte.

Da Frau Schäfer oben den Text des Studierenden-Verbandes der Linkspartei SDS Magdeburg zitierte hier z.B. der Link zur Facebook-Veranstaltungsseite der "Friedensbewegung 2014" für Magdeburg:
https://www.facebook.com/events/296356477185283/?ref=51&source=1

Dort z.B. sind auch eine ganze Reihe der wohl als zentral erachteten Themen aufgelistet.

Zudem findet sich auch eine Stellungnahme hinsichtlich der politischen Ausrichtung bzw. der klaren Distanzierung davon unter:
https://www.facebook.com/events/296356477185283/permalink/300751880079076/?stream_ref=2
Exzerpt:
"Die Veranstalter der Friedensdemo 2014 - Magdeburg, distanzieren sich ausdrücklich von jeglichen rechts- und linksextremen Inhalten, von jeder politischen Partei oder Person des öffentlichen Lebens, die eben nicht in Verbindung mit der Friedensdemo stehen, ganz besonders von den Inhalten von "Anonymous", "STAATENLOS", "Sds Linksjugend Magdeburg"."
Und weiter:
"Es sei nochmal darauf hingewiesen, wir von der Friedensbewegung distanzieren uns ausdrücklich von der (jeweiligen Partei oder Organisation) und anderen rechts- und linksextremen Gruppierungen in den Kommentaren, aber auch wir können leider nicht verhindern, dass derartige Organisationen unsere Beiträge linken oder diffamieren. Wir bitte um euer aller Verständnis."

Insgesamt scheint durch die verschiedenen lokalen Facebook-Seiten insgesamt ein gewisses Durcheinander entstanden zu sein.
Es wird wohl an einer zentralen Seite gearbeitet (http://www.world-wide-vote.com/; hier findet man den Titel "Mahnwachen 2014").
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 16:11 Uhr
Ich kenne in Gießen seit Jahrzehnten die Menschen, die sich längere Zeit für den Kampf um Frieden eingesetzt haben. Heinz Nagel,einige Zeit Albert Osswald (später Ministerpräsident), Gewerkschafter, Menschen aus Parteien wie KPD/DKP, einige aus SPD, Grüne (heute Kriegspartei, die Pazifisten sind in Gießen ausgetreten), DFU, Kriegsdienstverweigerer (IdK und VdK), wenige Pfarrer, Lehrer, Künstler..........nur von Euch war niemand dabei.
Daher meine Verwunderung.
Es gibt sicher bei Euch Leute, die es ehrlich meinen. Ansonsten: Ich bin geprächsbereit.
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 17:44 Uhr
Wir sollten einfach mal davon ausgehen, dass wir alle hier gesprächsbereit sind, Herr Beltz :-)

Und sicherlich gibt es nicht so etwas wie eine Pacht auf das Recht oder den Wunsch, sich für Frieden (oder irgend etwas Anderes) einzusetzen.
Mit Sicherheit ist es nie zu spät, dies aktiver zu vollziehen.
Die Frage, ob man sich existenten Gruppierungen anschließt, oder Neues startet, muss jeder für sich entscheiden.
Die Ausdifferenzierung eines neuen Ansatzes kann verschiedensten Charakters sein.

Aus dem zuvor Gesagtem ergibt sich, dass es somit von untergeordneter Bedeutung für die Beurteilung der Authentizität der Absichten (der "mens auctoris") ist, ob Ihnen aktuell Beteiligte bekannt sind oder welchen Alters die Beteiligten sind.
Ganz abgesehen davon, dass Gießen eine Studentenstadt ist, also eine hohe Einwohnerfluktuation vorliegt.
Wir hatten bisher leider auch noch nicht das Vergnügen, Herr Beltz :-)

Auch Meritentafeln sind im aktuellen Kontext des Themas Frieden sekundär, da es um die Zukunft geht.
Ich halte sie sogar in der von Ihnen eingesetzten Absicht für unangebracht, weil es um die Einbeziehung Vieler gehen sollte, und nicht um Ausgrenzung.
Also um echte, ernst gemeinte Gesprächsbereitschaft!
Ihre Aufzählung von Friedensaktivisten hat mich fast ein wenig an die wohl allseits bekannte Werbung „Mein Haus, meine Villa, mein Pferd, meine Yacht...“ erinnert .-)

Ich denke, jede Generation und jedes Individuum hat seine eigene Initialzündung und jeder hat sein eigenes Tempo, seine eigenen Schwellen, den Weg in die politische Aktivität und die Öffentlichkeit zu wagen.
Nun kommt das Internet hinzu, und lässt die Dinge erneut in einem neuen Licht erscheinen, so wie es auch unsere jetzige Kommunikation überhaupt erst ermöglicht.
Und bei Vielen ist für eine gewisse Zeit dann auch Unerfahrenheit und Unsicherheit im Spiel.

Es sind verschiedenste Dynamiken beteiligt.
Wollen wir das wirklich verstehen, müssen wir uns auch mit System- und Chaostheorie beschäftigen.

Man sollte der „Friedensbewegung 2014“, wie allem Neuem, mit kritischer Neugierde begegnen und nicht erst die Gesprächsbereitschaft nach dem Angriff bekunden, Herr Beltz.

Aber dennoch, eine prima Sache, dass Sie mit Ihrem Beitrag diese Diskussion hier ausgelöst haben!
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 18:38 Uhr
Wenn ich die Jahrzehnete der Friedensbewegung und ihrer Protagonisten hier erwähne, Herr Werth, dann hat das nichts mit einem Anspruch der Exclusivität oder der Alleivertretung von Weisheit zu tun. Es geht mir darum, auf die Tradition der Friedensbewegung zu verweisen - und da fehlen Sie mir. Was haben Sie in dieser Zeit getan, wo waren Sie engagiert. Ihnen hat doch sicher nicht der Heilige Geist an Pfingsten die Augengeöffnet.

Ich kann meine letzten 50 Jahre gerne darlegen - mit solchen Fehlern, dass ich bis 1970 Mitglied der SPD war.
Natürlich kommen Menschen aus anderen Städten hierher nach Gießen und suchen dann Kotakte. Ein Freund kommt aus Hamburg, gelegentlicher teilnehmer der Montagsdemo. Zwei aus Erfurt haben mit mir und meiner Frau Kontakt gesucht usw. An der Uni ist das ähnlich, wobei die heutigen Studierenden oft so eingespannt sind (Medizin, Jura), dass sie nur wenig Zeit aufbrigen können für gesellschaftliches Engagement.

Diskussionsmöglichkeiten sind sicher auf dem Ostermarsch in Gießen und Frankfurt vorhanden.
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 18:54 Uhr
Ich kann Werdegang des Friedenstreff in Gießen erzählen, doch muß ich natürlich jeden Fragen, ob er / sie genannt werden will.

Letztlich war es so das ich eine Mail bekam was wir den Montags machen. Ich rief die Person an die die Mail versendete und befragte sie über die Ernsthaftigkeit. Es war ernst gemeint wie jeder an dem stattgefunden Treffen ersehen kann.

Ich stellte per Mail die Frage in dem Raum wer mitmachen würde und es meldeten sich nur wenige. So riet ich zu einem Besprechungstermin bekam aber keine Antwort.

Letztlich schrieb ich, das ich notfalls alleine im Seltersweg für den Frieden stehen werde. Dang ging es los uns mehr Menschen meldeten sich. Ich sendete ein paar Postings in die Netzwerk und es meldeten sich mehr auch aus den Netzen.

Dann wurde der Friedenstreff angemeldet und es ging am Montag zum ersten mal los.

Wir sind tatsächlich einfache Menschen die für den Frieden stehen. Wer mehr erfahren möchte, das würde ich mir wünschen, ist herzlichst eingeladen mit uns beim nächsten Treffen persönlich zu sprechen. Auch am kommenden Montag werden neue Menschen hinzukommen, das läßt sich jetzt schon absehen.

Ich finde es gut, das die Menschen endlich einmal aktiv werden und für etwas stehen. Endlich tun sich Menschen einmal zusammen, sie sind interessiert, schauen nicht weck. Prima!
13
Jakob Filbert aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 19:09 Uhr
Michael dann versteh ich deinen Pressemitteilung nicht. Du schreibst ja nich, dass man sich informieren soll oder drüber reden sondern da steht einfach nur eine Hetze, die schon auf anderen Seiten mit den selben Inhalten zu finden sind. Wo hast du denn deine Informationen her?
13
Jakob Filbert aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 22:01 Uhr
Den selben Text habe ich auf diesen Seiten hier finden können: http://www.rf-news.de/2014/kw15/wer-steckt-hinter-den-sogenannten-neuen-montagsdemos
http://www.montagsdemo-zwickau.de/?p=2021
Soll das Journalismus sein? Einfach irgendwo kopiert und hier eingefügt? Bitte, das geht doch auch anders Michael. Ich finde eine ehrliche und korrekte Klarstellung mit einer gerechten Recherche wäre angebracht. Ansonsten wäre das eine falsche Unterstellung. Bitte denke drüber nach.
13
Jakob Filbert aus Gießen schrieb am 16.04.2014 um 22:15 Uhr
So sieht das aus, wenn sich jemand mit dem Thema auseinander setzt: http://deinepolitik.de/2014/04/12/montagsdemonstrationen-frieden-freie-presse-und-die-gegner/ wunderbar zusammengefasst.
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 17.04.2014 um 08:15 Uhr
Nach dem Treffen am letzten Montag, haben wir uns noch in ein Café gesetzt und Eindrücke miteinander ausgetauscht, das werden wir sicher am kommenden Montag auch wieder tun.
So ergibt sich eine weitere Gelegenheit miteinander zu reden und zu erfahren was wir für Menschen sind.

So würd ich auch gerne erfahren wer Michael Belz ist, er ist sicher auch ein interessanter Mensch. Wenn seine Bewegung schon seit längerem Montagsdemos und so etwas wie einen Ostermarch unternimmt, hat er sicher eine Menge Erfahrung aus denen sich schöpfen läßt.

Unser Ziel ist es aber auch, uns nicht in spalten zu lassen und in Parteien o,ä. zu integrieren oder zu formatieren. Wir sind einfach Menschen die für den Frieden sind und die sich vereinigen wollen (nicht spalten lassen).

Mit einer Spaltung der Menschen in verschiedene Gruppen hat es bisher immer funktioniert, große Ziele ließen sich nicht oder kaum erreichen. Es tut so gut zu sehen, wie Menschen nun für ein gemeinsames Ziel auf die Straße gehen.

Erst wollten wir nach Frankfurt zur Mahnwache fahren, doch fanden wir es dann besser die Menschen in Giessen aufmerksam zu machen. Hier sind uns die Menschen näher und wir können sicher besser an gemeinsamen Zielen arbeiten. Warum also nach Frankfurt fahren?

Ich werde sicher noch einen Artikel zu unserem Friedenstreff schreiben, um auf diesen aufmerksam zu machen.

Im übrigen war uns nicht bekannt, das es in Gießen schon solche Bewegungen gab oder eine wie die von Michael gibt.

Ich selber beschäftige mich schon seit über zehn Jahren mit der Situation in unserem Land und der Welt. Ich habe so einiges erfahren und mir eine Meinung gebildet. Eine feste Meinung habe ich allerdings nicht, ich lerne immer dazu. Für mich gehört Bewusstseinsarbeit aber auch dazu nicht nur ein erarbeiten der äußerlichen Gegebenheiten.

Meine Meinung werde ich aber immer nur interessierten Menschen mitteilen. Ich werde immer versucht sein meine Meinung niemanden aufzudrängen, Menschen neugierig und kritisch zu machen liegt mit mehr am Herzen.

Ich möchte unter Menschen leben die Verantwortung für ihr handeln übernehmen und Verantwortung nicht so einfach abgeben. Menschen die sich weitläufiger informieren und sich selber für uns alle einbringen.

So ähnlich wie ich, denken sicher auch die anderen Menschen bei unserem Treffen.

In irgendeine Schublade möchte ich nicht passen, ich denke auch dass das nicht so einfach geht. Die Menschen sind viel zu komplex und verstehen sich nach vielen Jahren nicht selbst einmal. Beispiele hätte ich da einige. Das Schubladendenken sollte aufhören, es funktioniert sicher nicht.
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 17.04.2014 um 12:11 Uhr
Sehr geehrter Herr Beltz,

selbstverständlich hat die Friedensbewegung eine unbestrittene Tradition, und ob ich persönlich da fehl(t)e, nun diese Frage kann ich, was meine persönlichen Aktivitäten betrifft, sicherlich sehr deutlich verneinen.
Hinsichtlich der faktischen Wirkung meiner persönlichen Aktivitäten möchte ich mir kein Urteil erlauben, und halte dies auch für überflüssig bzw. nicht möglich.

„Was haben Sie in dieser Zeit getan, wo waren Sie engagiert. Ihnen hat doch sicher nicht der Heilige Geist an Pfingsten die Augen geöffnet.„

Ich denke, dass genau diese Form der Polemik ein grundsätzliches Problem gegenwärtiger politischer Aktivität ist.
Ein weiterer roter Hering.
Ein „argumentum ad hominem“, das nur droht, uns von einer Auseinandersetzung um die eigentlichen Fragen abzulenken.

Wohin soll das führen, wenn wir uns persönlich angreifen, während unsere Ziele jedoch wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander liegen?

Wo ich war, wer ich bin, wo Sie waren oder wer Sie sind, ist nur von untergeordneter Bedeutung.
Keinesfalls möchte Ihnen jemand Anerkennung für bereits Geleistetes verweigern, Herr Beltz.
Mir persönlich liegt nichts ferner.

Was zählt sind umfangreiche Recherchen, Analysen, Argumente, Ideen, Impulse.

Herr Müller und Herr Filbert haben sehr wesentliche Aspekte aufgezeigt:

- die demagogische Rhetorik der Pressemitteilung der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo »Weg mit Hartz IV! - Das Volk sind wir! - Montag ist Tag des Widerstands!« (Diese hat mich letztlich überhaupt nur veranlasst, mich hier zu äußern, sowie die kommentarlose Einstellung durch Sie in die „Gießener Zeitung“.)
- die offenkundige Gesprächsbereitschaft, der Wunsch nach Austausch in den Reihen der Teilnehmer der aktuellen Montagsdemonstration
- die aus dem Lager- und Schubladendenken resultierende Gefahr der Ineffizienz durch Spaltung, bzw. auch der Missbrauch der entsprechenden Rhetorik mit der Absicht eine Spaltung zu erzielen
- die weit verbreitete individuelle Desorientierung in einer höchst komplexen und zudem medial mit teilweise fraglicher Autorität oder Suffizienz aufbereiteten Realität
- die Notwendigkeit wirklich kritischen Denkens mit der Bildung einer wirklich eigenen Meinung unter Einbeziehung eines Bewusstseins für die eigene Verantwortung im alltäglichen Handeln und Sein bei gleichzeitig fortbestehender Flexibilität und Offenheit im Denken.

Nur wenn man sich mit einer solchen Aufgeschlossenheit den kritischen Fragen nähert, kann man hoffen, sich zum Kern der Zwiebel vorzuarbeiten.
Zeichen der Aufgeschlossenheit habe ich in der von Ihnen zitierten Pressemitteilung vermisst.
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Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 17.04.2014 um 12:36 Uhr
Interessante Resonanzen auf den Artikel hier! Auch ich will mal einen Impuls geben.

Das Wichtigste: diese Demos sind FÜR den FRIEDEN. Ich war selbst noch nicht mit dabei, habe die Entwicklung gerade in Berlin aber via Youtube und Co. verfolgt.

Warum muss man hier immerzu mit rechten und linken "Verschwörungsideologien" und- theorien kommen? Diese Menschen wollen Frieden, der ganz in unserer Nähe zur Zeit massiv bedroht wird. Wieso kann man nicht positiv darstellen, dass sich Menschen FÜR den Frieden einsetzen? Mir wird ganz anders, wenn ich sehe, welche Panzerbewegungen zur Zeit unternommen werden.

Hört doch bitte auf mit diesem Rechts-Links-Mist. Ehrlich ... Entschuldigung für die Ausdrucksweise, aber es reicht mir diesbezüglich. Hinter jedem, der seine (zumal auch noch) friedliche Meinung kund tut, wird in Deutschland IMMER eine wie auch immer geartete rechts- oder linksextreme Haltung vermutet. Unbequeme Leute, die die Werte des Grundgesetzes tatsächlich noch vertreten (Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, echte freie Presse usw.), können so natürlich ganz leicht "entsorgt" werden. Ob das die Nazi-Keule oder auch Anderes wie ein (zu?) zinsgünstiges Darlehen sind - haftet einem erst mal ein solcher Makel der veröffentlichten (!) Meinung (ACHTUNG: ungleich öffentliche Meinung) an, dann ist man weg vom Fenster - unreflektiert und reflexartig. Wo die Bild-Zeitung draufhaut, da wächst kein Gras mehr…. mal ganz platt gesagt.


Zu den FAKTEN (und ich bitte euch: lest das wirklich; es geht um DIE Hintergründe, die auch bei den Mahnwachen relevant sind):

- Das System der FED als kriegstreiberisch und -verantwortlich zu bezeichnen, geht ziemlich weit (zu weit?) und man muss sich dieser Meinung gewiss nicht anschließen. Das stimmt. Klar ist aber auch, dass diese Bank (bzw. dieser "Act", es ist ein Gesetz: der "Federal Reserve Act") eben KEINE öffentliche oder staatliche Einrichtung ist, auch wenn der Name dies suggeriert. Dahinter stehen einige wenige Bankenimperien, die allesamt in privaten Händen liegen. Diese Sachverhalte sind mittlerweile auch gut dokumentiert und es fand im Vorfeld der FED-Gründung tatsächlich auch eine "Verschwörung" einiger einflussreicher Bankenvertreter gemeinsam mit anderen aus der Politik statt. Verschwörung meint hier, wie in Wikipedia dargestellt, "ein heimliches Bündnis mehrerer Personen mit dem Zweck, einen Plan auszuführen". Das war tatsächlich so und ist mittlerweile auch unbestritten. Informiert euch einfach dazu (z. B. Edward Griffin: Die Kreatur von Jekyll Island oder Ron Paul: End the FED).

Achtung, jetzt kommt's: Ob diese Privatleute nun Juden, Christen, Hindus oder Moslems oder gar Atheisten sind oder waren, ist bei der Anerkenntnis dieser Tatsache erst mal völlig zweitrangig. Verschwörungen zum Nachteil anderer sind unabhängig von der Religionszugehörigkeit jedes Mal genauso verwerflich. Ein Rückschluss auf antisemitische Tendenzen schießt hier eindeutig über's Ziel hinaus. Es geht am Ende schlicht um Fakten und nicht um die Angst vor "dem bösen Juden". Das ist absurd.

Es gibt aktuell zahlreiche Stimmen, die meinen, die Verwendung des Familiennamens "Rothschild" bedeute heute letztlich nichts anderes als einen (jetzt neuerdings etwas verharmlost) verklausulierten "Antisemitismus" (siehe die unsägliche Jutta Ditfurth). Also so etwas wie: "der Jude an sich ist Schuld an der Misere". Ich kann nur für MICH sagen, dass ICH auf solch eine Idee nie gekommen bin und auch nicht selbst darauf kommen würde. Noch mal: Für mich gilt das also sicher nicht - ganz ausdrücklich! Ich sehe nur, dass aus elitären Schichten heraus massiv Einfluss auf das Weltgeschehen genommen wird. Mir ist dabei völlig egal, wer das tut, welcher Religion diese Leute angehören oder welche Hautfarbe sie haben. Mir geht es nur darum, dass hier Machtverhältnisse entstanden sind und im Zeitablauf immer weiter gefestigt werden, die unvergleichliche (Verteilungs-)Ungerechtigkeiten gefördert haben und diese auch weiterhin verfestigen lassen. Dies begünstigt krisenhafte Situationen und das ist nicht gut.

- Die Macht der kreditären Geldschöpfung liegt bei den Banken und Zentralbanken, in den USA insbesondere bei der FED (neues Geld entsteht ja in unserem weltweiten Schuldgeldsystem ausschließlich durch neue Kredite, die verzinst werden).

- Staaten müssen sich heute bei Finanzbedarf neues "Geld" bei Banken (!) ausleihen und dafür sogar noch Zinsen bezahlen. Die zentrale Frage dazu MUSS doch wohl lauten (und dies müsste alle Menschen mit ein bisschen gesundem Menschenverstand eigentlich derart umtreiben, dass Aufstände zu befürchten wären):

"Warum ist das so, warum müssen Staaten bei privaten Banken verzinstes Geld leihen, wenn Geld doch eigentlich eine der ureigensten hoheitlichen (!) Aufgaben eines Staates sein sollte?"

Das dazu oft gebrachte Argument: "weil Staaten aufgrund ihrer eigenen Interessen Inflation erzeugen würden" zieht ganz und gar nicht, weil es auch heute bereits eine anerkannte Inflation gibt, die letztlich nichts anderes ist als eine verdeckte Steuer, der sich kein auch noch so fleißiger Bürger entziehen kann. Ein US-Dollar beispielsweise hat sich seit 1913 (Einführung des Federal Reserve Acts) auf eine Kaufkraft von heute zwei oder drei Cents reduziert ... und wir nehmen das alles alles selbstverständlich, um nicht zu sagen gottgegeben hin. Das ist es eben nicht! Es ist von Menschenhand erdacht und eingeführt. Man kann (könnte) es auch wieder ändern, nur beschäftigt sich kaum jemand mit diesem ganz zentralen Thema.

Außerdem kann ein Geld auch tatsächlich ohne Inflation auskommen, wenn es richtig aufgebaut ist. Fließendes Geld - wie es in der Geschichte etwa beim "Wunder von Wörgl" zum Einsatz kam (bitte googlen) - könnte ein Weg sein. Dies erfordert allerdings ein völliges (systemisches) Umdenken in den Wirtschaftsköpfen und auch in denen der Bevölkerung. Das ist schwierig…. aber nicht unmöglich.

- Der Zins und Zinseszins bewirkt eine Umverteilung eines Großteils des Arbeitsertrages der arbeitenden Bevölkerung hin zu wenigen Ultrareichen (zu denen ganz sicher auch die oben erwähnten Bankendynastien gehören). Dieser Umverteilungseffekt, der letztlich eine zerstörerische Wirkung hat, wird andernorts bereits wunderbar erläutert (siehe etwa "Das Geldsyndrom" von Helmut Creutz oder "Geld ohne Zinsen und Inflation" von Margrit Kennedy) und soll hier nicht näher erläutert werden - weiter unten kommt noch etwas dazu. Nur so viel: es geht dabei um die Frage, wer NettozinsZAHLER und wer NettozinsEMPFÄNGER ist. Kurz: fast alle zahlen ins System ein und nur ganz wenige profitieren als Empfänger.

- Bei der Entstehung von Geld wird zudem immer nur der Umfang des neu entstandenen Kredits als "Geld" (bzw. Giralgeld) in Umlauf gebracht. Die darauf zu zahlenden Zinsen entstehen bei diesem Prozess nicht "mit". Beispiel: Bei 100.000 EUR Kredit und 5 % Zinsen fehlen nach der vollen Rückzahlung der gesamten 100.000 EUR immer noch die 5.000 EUR für die Zinsen. Woher soll der Kreditnehmer diese also nehmen?

Als Konsequenz ergibt sich, dass für diese Zinsforderungen immer neue Kredite (wieder gegen neuen Zins) aufgenommen werden müssen und bzw. oder aber dass man anderen Wirtschaftsteilnehmern einen Teil "ihres Geldes" abluchst, um den eigenen Zinspflichten nachkommen zu können. Das bedeutet, dass SYSTEMBEDINGT (!) immer Menschen auf der Strecke bleiben MÜSSEN, die ihre Kredite nicht bedienen können: Insolvenzen sind also zwangsläufig und systemimmanent. Deswegen verlangen Banken auch immer sogenannte Sicherheiten bei Kreditvergabe, die dann bei Nichtbedienung des Kredits auch gnadenlos verwertet. Dass private Banken dabei, einen Großteil des neuen Geldes sogar noch aus dem Nichts schöpfen (und nicht wie verbreitet angenommen eingelegte Sparguthaben ihrer Kunden weiter verleihen), ist hier noch gar nicht erwähnt, spielt aber natürlich ebenso eine Rolle.

- Im Zeitablauf wird nun eine immer weiter zunehmende Machtkonzentration bei einigen Wenigen bewirkt, denn wo (immer mehr) Geld ist, ist auch (immer mehr) Macht. Die Freiheit der Mehrheit der Bevölkerung gerät in immer größere Gefahr, während der Einfluss der Mächtigen immer größer wird. Und das, obwohl ja vermeintlich demokratische Verhältnisse vorliegen (sollen)!

- Hinzu kommt die Diskrepanz zwischen dem linearen Wachstum der (realen) Wirtschaft - ausgedrückt z.B. als Wachstumsrate des BIP - und dem exponentiellen Wachstum des Kapitals, verursacht durch den Zinseszinseffekt. Je länger das Wachstum von Geldvermögen und Schulden andauert (dies erfolgt immer parallel), desto mehr beschleunigt sich dieser Prozess selbst. Es geht also immer schneller und sowohl die Kapitalstöcke als auch die Zinsanforderungen dieses Kapitals werden mit jeder neu verzinsten Periode immer größer ("Steilkurve gegen unendlich" einer exponentiellen Funktion… der eine oder andere wird's noch aus dem Matheunterricht kennen). Die Wissenschaft kennt solche Prozesse unter der Bezeichnung "positive Rückkopplung".

Solche Entwicklungen können in der langen Sicht niemals Bestand haben und müssen am Ende in sich zusammenbrechen. Dagegen bewirken negativ rückgekoppelte Prozesse letztlich Positives: je mehr es wird, desto langsamer der Wachstumsprozess bis am Ende ein optimaler Wert erreicht ist. Man denke hier etwa an das Wachstum von Menschen oder auch Bäumen. In der realen Welt kann es dagegen kein dauerhaftes, exponentielles Wachstum geben (dort müssen nämlich die Zinsanforderungen des Kapitals durch echte Menschen erarbeitet werden und sowohl Boden (= unser Erdball) als auch Arbeitskraft sind endliche Ressourcen). Ein solcher exponentiell wachsender Organismus - hier das Finanzsystem - muss sich am Ende immer selbst zerstören. Man denke etwa an das Wachstum von Krebstumoren beim Menschen. "Wachsen gegen unendlich" funktioniert nicht, irgendwann ist immer Schluss. Das ist auch die Erkenntnis, die der Blick in die (Wirtschafts)Geschichte liefert: Crashs etwa alle 70 Jahre, also alle drei Generationen.

- Jetzt muss nun bedacht werden - und hier kommt man wieder auf das Thema FRIEDEN zurück -, dass Kriege geeignet sind, der "Not der Kapitalstöcke" insofern Abhilfe verschaffen zu können, als eine Zerstörung realen Wohlstands dann wieder ganz neue Wachstumschancen eröffnet. Nach einem Krieg muss wieder neu aufgebaut werden und das bringt Rendite. Dies war in der Geschichte schon immer so.

Wer mit seinen Eltern oder Großeltern spricht, der wird immer erfahren, dass die Goldenen 60er Jahre der Wirtschaftswunderzeit nach dem Kriege ganz großartig waren. Warum? Weil damals vom Arbeitsertrag der Fleißigen noch etwas bei ihnen selbst ankam: es gab schlicht noch etwas zu verteilen, die Anforderungen der damals noch kleinen Kapitalstöcke waren anfangs eben noch gering. Bevor der Arbeitsertrag HEUTE beim Fleißigen verbleiben kann, werden zunächst mal die Ansprüche der Boden- und Kapitalrentner abgegolten (Miete, Pacht, Zinsen, Dividenden etc.). Was dann noch übrig bleibt, wird unter dem Staat (Steuern) und den Fleißigen selbst aufgeteilt - und das wird mit exponentieller Zunahme der Kapitalstöcke und Zinseszinsen immer weniger.

Dies sind Zusammenhänge, die nicht von der Hand zu weisen sind. Und genau dies wird auch bei den Mahnwachen angeprangert. Leider beschäftigt sich kaum jemand mit diesen ganz elementaren Problemen unseres zinsbasierten Schuldgeldsystems (obwohl es eigentlich ganz leicht nachzuvollziehen ist und es mittlerweile einige Kundige auch öffentlich kommunizieren; Dirk Müller ("Mr. DAX) ist da nur ein Beispiel).

Henry Ford: "Es ist gut, dass die Menschen unser Finanz- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es, hätten wir die Revolution noch vor morgen früh!".

WICHTIG bei alldem, auch motz Blick auf die Themen der Montagsmahnwachen ("freie Presse"): Damit nun diese Unkenntnis unter der gemeinen Bevölkerung auch weitgehend erhalten bleibt, nehmen die Finanzmächtigen natürlich auch den entsprechenden Einfluss auf die Berichterstattung der Medienkonzerne, denn diese gehören natürlich ebenfalls der Hochfinanz. Brot und Spiele (heute eben Trass-Talk-Shows und Dschungelcamp) - das dekadente Alte Rom lässt grüßen. In den Mainstream-Medien finden man (nahezu) nirgends einen Bericht über diese grundlegenden Zusammenhänge. Sie sind ja auch so grundlegend, dass man es sich aus Sicht der Hochfinanz nicht erlauben kann, dass der gemeine Bürger plötzlich durchblickt. Hätten wir echte (!) freie Medien, wüssten sie es schon längst!

Und wenn dann mal einer kommt und dazu spricht und auf diese Zusammenhänge hinweist - etwa bei einer Mahnwache -, dann ist er den Mainstream-Stimmen unseres Systems sogleich suspekt und muss irgendwie "extrem" sein. Das ist dann rechtsesoterisch und verschwörungstheoretisch. Soweit hat uns die Gehirnwäsche schon geführt. Und nein, er ist nicht extrem. Er hat sich nur mit den Hintergründen beschäftigt, die 90 % der sonstigen Bevölkerung nicht interessieren. Die laufen einfach weiter im Hamsterrad... was soll man auch sonst machen? Hmmm ... vielleicht (sich) darüber informieren z. B. bei Mahnwachen? Wäre 'ne Möglichkeit, aber das ist ja dann Hetzerei und extrem. Ich kann da nur den Kopf schütteln. Aber es wachen immer mehr Menschen auf. Und das zeigt sich nun auch bei den Mahnwachen.

Gruß Jens
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 17.04.2014 um 13:42 Uhr
Ein wenig verkompliziert, Herr Steinbach. Warten wir mal die Praxis ab, wo es Gemeinsamkeiten, Differenzen und ideologische Unterschiede gibt.
Recht gebe ich Ihnen darin, dass wer Rothschild sagt und deswegen ein Antisemit sein soll, ist Spinnerei.
Meine Fragen sehe ich insgesamt noch nicht richtig beantwortet.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 17.04.2014 um 17:21 Uhr
Hallo Herr Beltz,

danke für Ihre Anttwort auf meinen Beitrag.

Ich gebe zu, dass ich "etwas ausgeholt" habe, um Zusammenhänge und Ursachen erschöpfend darzustellen. Nicht alles steht nun in unmittelbarer Verbindung zum Kerninhalt Ihres Artikels. Aber ich dachte eigentlich, ich hätte die Sache möglichst einfach und verständlich beschrieben - kompliziert wollte ich nicht sein.

Ganz kurz: Machtkonzentration bei einigen Wenigen verursacht massiven Einfluss auf das Weltgeschehen und vor allem auch auf Inhalte der Mainstream-Medien. Über Finanzmacht ergibt sich Kontrolle über Medien-, Rüstungs- und Pharma-Konzerne. Das muss man hervorheben dürfen. Und dazu ist es nötig, die Hintergründe zu kennen.

Welche Frage Ihrerseits meinen Sie konkret?
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 17.04.2014 um 18:42 Uhr
Hallo Herr Steinbach,

nicht einverstanden bin ich, FED als Grundübel aller üblen kapitalistischen Machenschaften und damit als alleinigen Kriegstreiber zu betrachten. Es ist generell die Macht der Banken, die Staaten zerstören kann und sich Politiker quasi als Angestellte leistet, die dann eben das ausführen, was das Kapital für richtoig und nützlich hält.

Zu meiner Frage: Wieso kommen ganz plötzlich viele Menschen auf die Idee, sich für Frieden u.a. einzusetzen, die in den letzten Jahrzehnten im Rahmen der Friedensbewegung nicht sichtbar waren?
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 17.04.2014 um 18:49 Uhr
Meine Position muss ich Ihnen allen wohl nicht schildern. In hier eingestellten Beiträgen ist dies nachzulesen.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 17.04.2014 um 20:18 Uhr
Ah Ok,

die FED als alleinige Kriegstreiberin anzusehen ist zu einseitig, das sehe ich auch so. Und wenn ich bei Ihnen lese, dass es die Macht der Banken insgesamt ist, die Probleme aufwirft, dann sind wir da auf einer Wellenlinie.

Es muss ein völliges gesellschaftliches Umdenken erfolgen, das über zunächst erst mal Knoten in den Hirnen verursachen wird. Eine Abkehr vom Konkurrenz- hin zum Kooperationsdenken - das ist nicht einfach für Kinder des Kapitalismus. Christian Felber hat mit seiner "Gemeinwohlökonomie" eine beachtenswerte Lösung zur Diskussion angeboten.

Zur Frage, woher nun die ganzen neuen Leute kommen: ich kann es auch nicht endgültig beantworten. Ich selbst habe bislang NIE etwas mit Friedensbewegungen zu tun gehabt - das muss ich gestehen. Meine Vermutung ist, dass es vielen anderen da ähnlich geht. Das heißt aber nicht, dass man nicht interessiert ist.

Das Internet bietet heute die Möglichkeit sich alternativ zu informieren. Wissen kann in vergleichsweise neuer, frischer Manier (anders als früher ohne ein solches Netz) über die sozialen Medien und Videoportale weitergegeben werden. Ich kann für mich sagen, dass das schnelle Internet - seit ich es nun habe - ein Segen war, was die alternative Informationsbeschaffung angeht. Ich schaue kaum noch fern, Nachrichten und Diskussionsrunden schon gar nicht mehr. Das kann man jetzt ganz schlecht aushalten, wenn man über andere Informationen verfügt.

Seit einem Jahr nun beschäftige ich mich intensiv insbesondere mit dem Thema Finanz- und Geldsystem (Übriges wie Desinformation der Medien, Rüstungsindustrie usw. tangieren dies auch und werden sozusagen nebenher automatisch mit "erfasst") und ich stelle fest, dass - offenbar nicht nur - gefühlt immer mehr Menschen wach und auf die Missstände im System aufmerksam werden. Ich glaube es sind ganz viele solcher Leute, die ähnlich wie ich ihre Infos selbst zusammentragen und jetzt erkannt haben, dass es so nicht weitergehen kann. Auch wird der spürbare Leidensdruck größer, mindestens in Südeuropa, aber auch zunehmend bei uns. Das gestern noch diffuse Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmen kann, wird zunehmend konkreter. Und wenn man dann noch via soziale Medien sieht, dass man eben NICHT allein mit diesem Gefühl ist, dann kann das eine sehr mobilisierende Wirkung haben.

Das wäre mein bescheidener Erklärungsversuch.
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 17.04.2014 um 21:36 Uhr
Ohne hier auf die Diskussion eingehen zu wollen und geschweige alle Kommentare gelesen zu haben, mal ein ganz praktischer Vorschlag.

An diesem Wochenende sind wieder die Ostermärsche! Und am Samstag wird es um 12.00 Uhr auch eine Friedensaktion auf dem Kirchplatz geben. Ebenso fahren am Ostermontag Friedensfreundinnen und Freunde von Gießen aus nach Frankfurt, um am dortigen Ostermarsch teilzunehmen.
Wie wäre es, wenn Sie alle ganz praktisch zeigen, dass Sie sich für den Frieden engagieren und an den hiesigen Friedensaktionen teilnehmen. Da könnte man sich dann auch mal persönlich kennen lernen und austauschen. ;-)

Hier der Link zu dem Artikel/Veranstaltungshinweis mit dem Aufruf und allen Details zu der Aktion in Gießen und der Demo am Montag in FFM: Krieg löst keine Probleme - Osterfriedensaktionen 2014 in Gießen und FFM
Stefan Walther
3.886
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.04.2014 um 23:14 Uhr
Noch ein Vorschlag = wer sich wirklich mit den Inhalten, Forderungen und Positionen der Aktivisten der "Bundesweiten Montagsdemo" auseinandersetzen will, der sollte hier mal nachlesen:

http://www.bundesweite-montagsdemo.com/

Dann wird evt. auch klarer warum diese "Friedensbewegten" den Montagsdemonstranten etwas suspekt sind.
Solche Aussagen wie "links-rechts Mist" zeugen auch nicht gerade von der Nähe zu den berechtigten Forderungen der Montagsdemonstranten.
Auch sollte man sich nicht nur die sozialen Forderungen anschauen ( Weg mit Hartz IV usw. ), sondern auch die klaren Positionen verschiedener Montagsdemonstranten zu Krieg und Frieden ( z.B. "alle Imperialisten raus aus der Ukraine" ) oder auch zur Umweltfrage ( z.B. sofortige Stilllegung aller AKW )
Und dann wollen wir mal sehen was es so auf sich hat mit den Leuten, die sagen "wir sind ja für den Frieden..."
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 18.04.2014 um 00:07 Uhr
Danke für den Link. Das macht für mich tatsächlich manches klarer.

Ich hatte bereits ausgeführt, dass ich tatsächlich bislang völlig ohne Bezug zu Friedensbewegungen, Demonstrationen oder Mahnwachen war. Deswegen habe ich tatsächlich auch keine "Nähe" zu den Montagsdemonstrationen - weder zu den "etablierten" noch zu den jetzt neu entstandenen.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 13:24 Uhr
Da in Ihren Reihen über Geldflüsse und Alternativen zum Geld (nicht zum Kapitalismus) diskutiert wird, hier eine kleine Anmerkung.
Nach dem "Vorbild" von Prien (hier wurde über die Walldorfschule eine alternative Währung eingeführt) versuchte ein Herr Kirchhof (ehemals Grüner, heute Vorsitzender der Marktplatz-BID) in Gießen den "Justus" einzuführen.
Die DKP wies auf die dahinterstehenden Interessen hin, einige Geschäftsleute wurden wach und die Utopie löste sich in Nebel auf. Diejenigen, die da hofften, mit der Einführung des Justus zu verdienen, waren betrübt.
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 15:05 Uhr
Sehr geehrter Herr Steinbach,

vielen Dank für Ihre sehr gelungenen und trotz des (bei diesem Thema kaum vermeidbaren Umfanges) ganz und gar nicht „verkompliziert[en]“ (ach, Herr Beltz...:-)). Ausführungen und die interessanten Literaturhinweise in Ihrem Kommentar vom 17.04.2014 um 12:36 Uhr!

Sie haben einige zentrale Aspekte sehr anschaulich zusammengefasst und wichtige Denkanstöße gegeben.
Es lohnt sich wirklich, Ihren Kommentar gründlich zu lesen, und die Impulse zur weitergehenden Recherche aufzugreifen.


Sehr geehrter Herr Beltz,

interessanter Hinweis bezüglich der Initiative des Herrn Kirchhof. Könnten Sie eventuell einige Quellen für den von Ihnen geschilderten Sachverhalt bzw. die genannte Initiative angeben oder andere Möglichkeiten zur Information?
Wer waren denn "diejenigen, die da hofften, mit der Einführung des Justus zu verdienen"?

Eines noch zu Ihrem vorangegangenen Kommentar,
explizit zu der Aussage „Da in Ihren Reihen über Geldflüsse und Alternativen zum Geld (nicht zum Kapitalismus) diskutiert wird, [...]“:

So wie ich die Denkansätze (der diffusen und inhomogenen [was nicht ein Kritikpunkt, sondern auch Ausdruck der besonderen Dynamik ist] „Bewegung“) verstehe, geht es Vielen nicht grundsätzlich oder ausschließlich um Alternativen zum Geld (es handelt sich um einen von vielen auch simultan denkbaren Lösungsansätzen), sondern v.a. um die kritische Betrachtung der Phänomene die aus den Eigenschaften bzw. der Erzeugung desselben resultieren, sowie um die durch Herrn Steinbach treffend skizzierten Implikationen von Zins- und Zinseszinseffekten mit ihren exponentiellen Eigenschaften (Hierzu auch mal eine Literaturempfehlung von mir: Jeremy Rifkin: Entropy: A New World View. Rifkin skizziert hierin, grob zusammengefasst, die Bedeutung thermodynamischer Gesetze für Wirtschaft und Gesellschaft.)
Ein Transparenz erzeugender Denkansatz wurde auch durch Herrn Steinbach dargelegt: die in diesem Kontext zu sehende „Ventilfunktion“ von Kriegen, die globalen und regionalen Wirtschaftsstrukturen so etwas wie eine „Rebootfunktion“ bieten.
Derartige Zusammenhänge bleiben oft unerwähnt, und finden bestenfalls in der historischen Betrachtung ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Geld- und Finanzsystem schließt doch keinesfalls eine kritische Auseinandersetzung mit der strukturellen und inhaltlichen Ausgestaltung von Gesellschafts- bzw. Wirtschaftsformen, also auch dem Kapitalismus aus. Diese Schlussfolgerung, Herr Beltz, halte ich für unlogisch. Das Gegenteil wäre plausibler.
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 15:08 Uhr
IM übrigen sind nicht alles Neulinge, wir erscheinen vielleicht zum ersten mal in der Öffentlichkeit.

Einige, wie auch ich, sind schon seit mehr als zehn Jahren aufgewacht und tätig.

Es gibt auch mehr aktive Gruppen in Giessen und Umgebung als dies vielleicht bekannt ist. Nicht alle outen sich sofort in der Öffentlichkeit.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 17:03 Uhr
Woran arbeiten diese vielen Gruppen? -
Wenn ich verschiedene Gruppen, Organisationen betrachte, finde ich immer einzelne richtige Gedanken. Die AfD hat z.B. damit Recht, dass die südeuropäischen Länder durch den im Kapitalinteresse eingeführten Euro derart an den Rand ihrer Existenz getrieben wurden. Nun wird nicht den Menschen mit Millliarden geholfen sondern den Banken.

Herr Müller, wenn Sie schon seit zehn Jahren tätig sind, dann heißt die Frage natürlich wofür oder wogegen.

Herr Werth, am besten ist, Sie fragen den Herrn Kirchhoff. DIe Grundidee ist doch wohl, diese Initiatoren erhalten neben Gebühren (?) zinslose Kredite.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 18.04.2014 um 17:08 Uhr
Hallo,

@ Christian Werth, vielen Dank für Ihren wertschätzenden Kommentar. Das baut auf! ;-) Ich dachte ja schon, ich wäre hier völlig unverstanden bzw. unverständlich geblieben.

@ Michael Beltz, meine Kritik bezieht durchaus nicht nur auf das Geldsystem alleine. Auch mir ist klar, dass Änderungen dort (beim Gelde) auch Änderungen an anderen und entscheidenden Stellschrauben erfordern würden. Es gibt dazu bereits einige recht konkrete Vorschläge, etwa die die Gemeinwohlökonomie, die Christian Felber federführend (mit)entwickelt hat. Felber war selbst Mitinitiator von Attac Österreich und steht dem linken Spektrum vermutlich Nahe (obwohl ich eigentlich Bauchschmerzen habe mit der links-rechts-Einteilung).

http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/de

Ein anderer Ansatz wäre dann der "Plan B" der

www.wissensmanufaktur.net.

Dort werden neben dem fließenden Geld noch drei weitere Komponenten angesprochen, die nach Urteil und Ideen der Verfasser nur zusammen und im Verbund funktionieren können (konkret wären das dort also 1. Geldsystem, 2. eine neues Bodenrecht, 3. ein bedingungsloses Grundeinkommen und 4. ganz entscheidend eine wirkliche und echte Freie Presse). Man findet dort zahllose PFDs zum Lesen.

Man sieht also, dass es mir nicht um das Festhalten am Kapitalismus geht, sondern dass man doch bitte zunehmend mal in die Lage kommen sollte, mal über die aktuellen Systemgrenzen hinausdenken sollte, in den wir alle gefangen sind. Man sieht: Kommunismus / Sozialismus hat offenbar nicht funktioniert, aber gleichzeitig erkennt man auch, dass der Kapitalismus in seiner heutigen immer reineren Form auf Dauer auch nicht funktionieren kann. Also sollte man doch gemeinsam überlegen, was aus den verschiedenen Theorien gut ist und daraus ein "neues", funktionierendes Ding machen. Eine marktwirtschaftliche Orientierung sollte, wie ich finde, erhalten bleiben, allerdings so, dass auch das Adjektiv "sozial" (aus der sogenannten Sozialen Marktwirtschaft) wieder zu seinem Recht kommt.

Das soll dann aber bitte nicht von oben übergestülpt werden, sondern von der Bevölkerung gemeinsam erarbeitet und entschieden werden. Die bereits gelieferten Vorschläge könnte dabei eine erste Diskussionsgrundlage sein, die dann im Konsens weitergeführt werden sollte. Christian Felber und Mitarbeit haben dazu konkrete Vorschläge gemacht, wie man dabei vorgehen könnte.

Für eine geniale Zusammenstellung verschiedener Denkansätze in der Ökonomie kann ich nicht genug das Buch "Die Blinden Flecken der Ökonomie" von Bernd Senf empfehlen. Überragend in seiner Einfach- und Fundiertheit. Überhaupt verdanke ich Bernd Senf einen Großteil meines Wissens um die Zusammenhänge, die ich oben beschrieben habe. Wer sich mal seine Vorträge bei Youtube anschaut, wird klarer sehen. Ein Beispiel (ansonsten einfach suchen):
https://www.youtube.com/watch?v=wq_lav0mc10

Ein weiterer Denkansatz (auch von Senf mit begleitet) ist bei alledem eine Einführung einer sogenannten "Monetative" als vierte Gewalt, die die private Geldschöpfung der Geschäftbanken einschränken würde. Dazu insbesondere auch Prof. Huber mit seinem Vollgeldansatz - ganz aktueller Vortrag:
https://www.youtube.com/watch?v=0vOy3f6LdZo


Herr Beltz, auch mich würde interessieren, welche Interessen und wessen Interessen Sie bei der Einführung des "Justus" in Gießen meinen.


Die Idee der Regionalwährungen ist jedenfalls ebenso einen tiefen Blick wert. Den von Ihnen angesprochenen Chiemgauer gibt es nun bereits seit über 10 Jahren und er scheint ein echtes Erfolgsmodell zu sein. Infos dazu unter

www.chiemgauer.info

Oder der Bericht des Erfinders Christian Gelleri:
http://www.humane-wirtschaft.de/der-chiemgauer-in-der-praxis-christian-gelleri/

Überhaupt muss man die Zeitschrift "Humane Wirtschaft" sicher erwähnen, wenn es um alternative Denkansätze in der Ökonomie geht. Dort finden sich massesnweise kostenlose PDFs zum Herunterladen:

www.humane-wirtschaft.de

Aus meiner Sicht dienen gerade auch Regionalwährungen dazu, dass Bürger sich unabhängiger von den Kräften der unnachgiebigen Globalisierung machen könn(t)en. Die Zuwendung zu einer Regionalisierung wäre für alle Beteiligten sicher ein Segen. Ich sage nicht "Abschottung" (oder gar Nationalismus!), der Kontakt mit anderen Regionen (der ganzen Welt) ist wichtig und im Zeitalter des Internet sowieso auch obligatorisch. Aber wenn man ein Mal darüber nachdenkt, wann ein Supermarkt im Falle einer ECHTEN Krise leer wäre (zwei bis drei Tage?), dann wird man einsehen, dass die Besinnung auf regionale Netzwerke eine echte Bereicherung wäre. Dabei können Regionalwährungen eine Hilfe sein. Ausführlich dazu Margit Kennedy, Bernard Lietaer, Christian Gelleri u.a.

Zu all diesen Themen findet man viele, viele und wieder kostenlose Infos bei der Zeitschrift für Ökonomie:

http://www.sozialoekonomie-online.de/
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 18.04.2014 um 17:20 Uhr
OK, Herr Beltz, wir haben uns hier überschnitten.

Ihr Zitat:
"DIe Grundidee ist doch wohl, diese Initiatoren erhalten neben Gebühren (?) zinslose Kredite."

Also: spätestens jetzt muss ich Sie dringend bitten, sich mit dem Konzept des fließenden Geldes und mit den Regionalwährungen eingehender auseinanderzusetzen. Hier ist offenbar Halbwissen verbreitet und es sind vielleicht ein paar Vorurteile mit an Bord - so sieht es zumindest für mich aus. Das alles ist in drei Sätzen nicht erschöpfend zu erklären, aber soviel MUSS gesagt werden:

- Die "Gebühren", wie Sie es nennen (Fachbegriff "Demurrage"), gehen beim Chiemgauer z.B. vollständig an die Vereine der Region. Beim Erwerb des Chiemgauers kann man entscheiden, welchen Verein man unterstützen will. Dieses Geld fließt also gerade NICHT den sog. Initiatoren zu, sondern es kommt dem Gemeinwohl zu Gute. Ich gebe zu, dass ich nicht weiß, wie das seinerzeit hier in Gießen gehandhabt wurde.

- Wie genau Sie "zinslose Kredite" meinen, erschließt sich mir so noch nicht, aber nur soviel dazu: Es ist ja gerade eine Kernkompetenz des fließendes Geldes, dass es eben gerade keine Zinsen gibt (weil diese die oben schon beschriebenen systemischen Verwerfungen erzeugen). Insofern: it's not a bug, it's feature.

"Zeitschrift für Sozialökonomie" meinte ich oben.

"Der Chiemgauer praktisch":
http://www.chiemgauer.info/fileadmin/user_upload/Basisinfo/Chiemgauer_praktisch.pdf
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 18:49 Uhr
Ui, ui ,ui, Tiffy...
wer jetzt zu Ostern nicht mehr weiß, was er machen soll, ist selber schuld :-)
Erneut eine Menge an bereichernden Informationen, Herr Steinbach! Erneut danke!
Noch kurz am Rande:
Sehr gerne wäre ich den Einladungen zur Teilnahme an den Veranstaltungen über das Osterwochenende gefolgt.
Dies ist mir jedoch leider aus beruflichen Gründen nicht möglich.
Aber mal sehen, welche Möglichkeiten für anregende Gespräche oder gemeinsame Aktionen sich in der Zukunft noch ergeben.
Ich wünsche Ihnen jedoch ein gutes Gelingen, viele Teilnehmer und v.a. einen regen Gedankenaustausch!
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 19:00 Uhr
Schade, hätte sie gerne mal persönlich kennen gelernt. Dann lässt es sich nämlich immer besser diskutieren, weil man weiß, wer der andere ist und wie man ihn ggf. einzuschätzen hat.
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 19:25 Uhr
Keine Sorge, Herr Momberger, ich bin auch nur ein Mensch.-)
Und "weil man weiß, wer der andere ist"...?
Na, ja, ich denke, dass dies auch bei einem persönlichen Gespräch nicht so schnell möglich ist.
Aber wie gesagt, da gibt es bestimmt noch die eine oder andere Gelegenheit.
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 19:49 Uhr
Ihrem Profilbild nach zu Urteilen könnten, Sie auch was anderes sein. ;-)
Christian Werth
17
Christian Werth aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 22:12 Uhr
Haha, da bin ich nun selber schuld, die Vorlage habe ich Ihnen ja regelrecht auf dem Silbertablett serviert.-)

Bevor wir dann gänzlich vom Thema abweichen, nur kurz zu dem Bild:
Es hat seine besondere Geschichte in Verbindung mit der Motivation, mich näher mit diesem Portal der „Gießener Zeitung“ zu befassen (nachzulesen in meinen Kommentaren zu folgendem Artikel:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/?page=content%2Farticle_detail.php&source_page=article_list.php&sitenr=1&docid=89018#comment), und wird sicherlich, sofern ich mich (zum Unbehagen von Herrn Beltz :-)) hier länger herumtreiben sollte, eine Änderung erfahren.

Trotz allem (also den, kaum zu verarbeitenden, „Zuständen in der Welt“):

Ein frohes Osterfest!
Stefan Walther
3.886
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.04.2014 um 22:13 Uhr
....dass hier einige sich auf die Thesen von attac beziehen, das überrascht nun nicht wirklich. Nicht die Ausbeutung an sich ist für diese meist kleinbürgerlich intellektuell ( nicht abwertend gemeint! ) geprägten Gruppen das eigentliche Problem. Sie möchten das System reformieren, suchen die Ursache der Krise(n) z.B. in der Anwendung von Zins und Zinseszins und drücken sich gern um eine Analyse der Gesellschaft und ihren antagonistischen Klassenwidersprüchen. Heraus kommen dann z.B. Forderungen wie "Bedingungsloses Grundeinkommen", "Zurück zur Kleinproduktion", "Graswurzelprojekte" und ähnliche auf individuelle "Auswege" gerichtete Vorstellungen. Genauso reaktionär ist die Forderung nach Stärkung der Nationalstaaten ( gegen ein EU-Diktat ), dies wäre ein Rückschritt in der Geschichte. Die völlig berechtigte Kritik an der Politik z.B. der EU muss nach vorne gerichtet sein.... Was soll das sein eine "humane Wirtschaft"? Entweder weiter mit der gesellschaftlichen Produktion und der privaten Aneignung von Profiten ( daran wird nie etwas "human" sein ) oder Vergesellschaftung des geschaffenen Reichtums, alles andere ist reine Träumerei!

Und was die Aktivität gegen die Kriegstreiber - für den Frieden - betrifft, da ist mir immer noch nicht klar geworden ( trotz der ausführlichen Kommentare ) wie da konkret agiert werden soll.
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 22:42 Uhr
Freut mich Herr Werth, dass sei meinen Spaß verstehen. Und danke für den Link.

Wie gesagt, morgen kann jeder ganz konkret zeigen, dass er gegen Krieg und für Frieden ist, dass er das Motto "Die Waffen nieder!" auch nach über 100 Jahren leider noch für hochaktuell hält.
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 23:03 Uhr
Zunächst geht es bei den Montags-Aktionen darum, die Massenmedien dazu zu bringen, über die Montagsdemos zu berichten. Erste Erfolge sind bereits sichtbar.

Was die einzelnen Gruppen machen, oder was ich mache, ist zunächst für die Montagsdemos nicht wichtig. Die Gruppen und ebenso ich, richten im Moment erst einmal den Focus auf das Kriegstreiben in der Ukraine.

Wir wollen darauf hinweisen, das die Berichtserstattung in den Massenmedien (besser Mainstream-Medien) oft von der Wirklichkeit abweichen. Sicherlich können wir auch nur darauf vertrauen, das die alternativen Medien realer Informieren.

Es ist schon viel erreicht, wenn mehr Menschen sich umfassender informieren und sich eine eigene Meinung bilden.
Es sollte nicht das erst gehörte, gesehene, geglaubt werden, es sollte kritischer recherchiert werden. Auch uns sollte man nicht glauben, wir sollten uns da alle nicht ausschließen.

Sowieso hat jeder seine eigene Realität, wir alles sehen die Welt und die Geschehen anders. Realität ist also subjektiv.

Ich bin gerne bereit über meine Tätigkeiten zu sprechen, doch nur in einem persönlichen Gespräch.

Montags ist da natürlich ausgesprochen schlecht, durch Vorbereitungen und Aktivitäten für und beim Friedenstreff (Montagdemo), bleibt keine Zeit für andere Tätigkeiten.

Oft Treffen wir uns aber auch zu gemeinsamen Gesprächen, da ist jeder herzlichst zu eingeladen. Bleibt nur die Frage, wie andere von diesen spontanen Treffen erfahren. Dazu kann jeder gerne zu mir Kontakt aufbauen, oder ich versuche es mit der Kontaktaufnahme, das ist mir gleich.
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 23:06 Uhr
"Montags ist da natürlich ausgesprochen schlecht, durch Vorbereitungen und Aktivitäten für und beim Friedenstreff (Montagdemo)"

Sie meinen aber nicht die Gießener Montagsdemo, die sich jeden Mo 18.00 Uhr, wenn ich es richtig im Kopf habe, bei den drei Schwätzern trifft, oder?
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 18.04.2014 um 23:11 Uhr
Hallo,

die "Ausbeutung" sehe ich sehr wohl ebenfalls als eigentliches Problem. Ich habe versucht, (einige der) Ursachen dafür zu beleuchten. Man muss nun zunächst mal wissen, was der Status Quo - inklusive dieser Ursachen - ist.

Und dann kann man mal überlegen, was man ändern könnte. Ich finde es dabei überhaupt nicht verwerflich auch mal über Systemänderungen nachzudenken. Das scheint für Sie, Herr Walther, ja nicht in Betracht zu kommen. Es liest sich sogar etwas despektierlich, was Sie da schreiben - ein wenig von oben herab. Es kann aber auch sein, dass ich das falsch auffasse.

Ihr Zitat, Herr Walther:
"Was soll das sein eine "humane Wirtschaft"? Entweder weiter mit der gesellschaftlichen Produktion und der privaten Aneignung von Profiten ( daran wird nie etwas "human" sein ) oder Vergesellschaftung des geschaffenen Reichtums, alles andere ist reine Träumerei!"

Auch hier erkennt man wiederum, dass es sich bei dieser zweispurigen Alternativen-Auswahl um reines "Denken innerhalb des bestehenden Systems" handelt. Ich werfe das niemandem vor. Es ist im Gegenteil aufgrund unserer Indoktrinierungen (denen sind wir alle unterworfen) sogar völlig normal.

Ich stimme bei erstens zu: das ist der bestehende Kapitalismus mit seinem Römischen Eigentumsrecht (das für uns alle im Moment völlig normal und unantastbar ist). Dies führt zu den von mir oben beschriebenen Entwicklungen.

Bei zweitens muss man eben überlegen, wie konkret man denn Reichtum vergesellschaften will. Letztlich muss es vermutlich darauf hinauslaufen - in irgendeiner Form. Trotzdem bleibt dann noch die Frage: "Wie machen wir's denn nu?"

Dazu hat Albert Einstein ja mal gesagt (jedenfalls sinngemäß): "Die reinste Form des Wahnsinns ist der Versuch, die bestehenden Probleme mit dem selben Denken lösen zu wollen, das sie verursacht hat."


Dass es (vermeintlich) "utopische" Lösungen geben kann, und das bereits heute, sieht man beispielsweise bei SEMCO, einem etwas anderen brasilianischen Arbeitgeber:

http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2010/die-befreiung-der-arbeit-das-7-tage-wochenende.html
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 23:24 Uhr
Video - Meinung zu Montagsdemos . wir sind nicht rechts:
https://www.youtube.com/watch?v=AsPNPgaiEN0&list=UU3xS6VlTP1XsqpaO5ZoxKYQ
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 23:26 Uhr
@ Christian Momberger: Doch die meinte ich.
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.04.2014 um 23:31 Uhr
Dann sollten sie Herrn Beltz und vermutlich auch Herrn Walther ja schon persönlich kennen gelernt haben, oder?
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 00:01 Uhr
@ Christian Momberger: Ich denke ja, habe ich auch schon andere vom Treffen zu befragt. Dann hat er vielleicht vor mir gestanden und wir haben uns unterhalten.

Es gab da eine Gruppe seitens des Treffens die sich mit Hartz IV beschäftigte, jedenfalls teilte die Gruppe uns das so mit.

Wenn dem so ist, dann ist der obige Artikel von Herrn Belz für mich so erstaunlicher, dann kann ich diesen Artikel um so weniger verstehen. Was für einen Eindruck haben wir dann bei Herrn Belz hinterlassen?
Stefan Walther
3.886
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.04.2014 um 11:07 Uhr
So langsam wird es aus meiner Sicht etwas unübersichtlich, kann aber auch an mir liegen!
Man sollte immer versuchen eine gewisse Struktur in eine Diskussion zu bringen, auf Fragen konkret antworten... und nicht nur Statements abliefern.

@ Christian: nein, ich habe Herrn Müller nicht persönlich kennen gelernt. Ich habe sehr viel Sympathie für die Montagsdemonstranten - vor allem für die "Bundesweite Montagsdemo", mir ist es aber aus zeitgründen nicht möglich zur Gießener Montagsdemo zu kommen...

Herr Steinbach,
dass ich nicht über Systemveränderungen nachdenken würde, dass Sie dies aus meinem Kommentar herausgelesen haben, das verwundert mich jetzt doch etwas. Im Gegenteil, ich wollte die Sache mal auf den Punkt bringen: für was stehen Sie eigentlich ( keineswegs "von oben herab" gemeint! )? Sie kritisieren den Kapitalismus ( völlig zurecht ), Ihre Alternativvorschläge sind mir jedoch unklar geblieben. Wer bewegt sich nun innerhalb des herrschenden Systems: derjenige, der sich der Illusion hingibt, den Kapitalismus reformieren zu können, auf "Insellösungen für einige Priviligierte hinweist!" oder derjenige, der die Überwindung dieses Kapitalismus als Ziel anstrebt?
Es gab eine Zeit vor dem Kapitalismus und es wird auch eine Zeit nach dem Kapitalismus geben, wer sich der geschichtlichen Entwicklung verschließt, der ist entweder naiv oder will bestenfalls seine eigenen Interessen verteidigen. Dies ist dann auch die konkrete - einzig mögliche - Antwort darauf wie man den geschaffenen Reichtum vergesellschaften kann. "Wie" das dann gemacht werden kann, auch da ist ein Blick in die Geschichte hilfreich: Geschichte ist die Geschichte von Klassenkämpfen, die herrschende Klasse wurde stets durch eine neue herrschende Klasse abgelöst. Bis heute herrschte immer eine Minderheit über die überwältigende Mehrheit, da gilt es anzusetzen, dies gilt es zu verändern....

Um den Dreh zu kriegen: die Montagsdemonstranten beziehen hier klare Positionen! ( wenn Sie sich meinen vorgeschlagenen Link angeschaut haben, u.a. die Aktionen zur jährlichen Herbstdemo, dann wissen Sie um welche Positionen es geht )
Die soziale Frage ist immer die entscheidende Frage, auch wenn es um "Krieg und Frieden" geht. Wer hat Interesse an Kriegen, wer entfesselt die Kriege, wer muss dafür den Kopf hinhalten usw. usw.? Und dazu gehört dann auch: warum wird wie in den bürgerlichen Medien so berichtet? ( welche alternativen Medien gemeint sind, auch das wäre gut zu erfahren Herr Müller) Also einfach zu sagen "wir sind für den Frieden", das sagt sehr wenig aus.
So lange es den Imperialismus gibt, so lange wird es auch (imperialistische)
Kriege geben.

Ihr Zitat von Albert Einstein Herr Steinbach zeigt eine wichtige Sache auf: mit einer bürgerlichen und / oder kleinbürgerlichen Denkweise wird man das bestehende System nicht überwinden können!
Apropos Einstein:
"Warum Sozialismus?" =
" ...ich bin davon überzeugt, dass es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, begleitet von einem Bildungswesen, das sich an sozialen Zielsetzungen orientiert. In solch einer Wirtschaft gehören die Produktionsmittel der Gesellschaft selbst und ihr Gebrauch wird geplant...."
( Zitat Ende )
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 11:16 Uhr
Jeder kann auf seine Art für Frieden einstehen. Man kann beten, sich treffen öffentlich oder heimlich, Religionen verantwortlich machen oder böse Menschen benennen. So weit, so gut.
Ich stelle die Frage nach den Ursachen von Kriegen. Es reicht m.E. nach nicht aus, ein bisschen herumzudoktern, ein paar Gespräche zu führen und eben den Geldfluss verbessern zu wollen, durch welche Methode auch immer. (Dass der Chiemgauer bekannt ist, habe ich vermutet)
Die Profitgier ist die Logik des Kapitalismus. Dagegen hilft kein Reförmchen, auch gut gemeinte nicht. Wer nicht bereit ist, den Kapitalismus und demzufolge imperialistische Staaten zu bekämpfen, wird auch niemals Frieden erreichen können. Das Ausbeutersysthem beutet aus im Sinne des dem Kapitlismus innewohnende Profitstrebens und trägt gleichzeitig dazu bei, Menschen ins Elend zu stürzen. Auf der anderen Seite wird Reichtum befördert, ob hier Aldi oder dort Timoschenko.
Menschen werden ausgebeutet, Export muss gesteigert werden, kleine Länder werden über Banken und die EU gekauft - und wenn das nicht reicht, werden andere Länder überfallen. Struck:
" Unsere Freiheit wird am HIndukusch verteidigt."

Das war jetzt alles sehr kurz. Marx hat in wenigen Thesen oder besser im Kommunistischen Manisfet dies gründlich dargestellt.

Da gibt es noch viel zu diskutieren - hoffentlich so sachlich wie bisher.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 19.04.2014 um 11:49 Uhr
Vielen Dank für die Klarstellungen. Diese zeigen mir, dass wir letztlich überhaupt (!) nicht weit entfernt sind voneinander. Fast alles, was Sie hier auszählen kann ich unterschrieben, ob das der verfehlte Imperialismus ist oder die geforderte Überwindung des Kapitalismus. Das sehe ich ebenso.

Allein ist es mir zu kurz gesprungen, sich allein auf DIE Lösungen zu beschränken, die die (ganz) linke Seite ins Feld führt. Marxismus, Kommunismus oder auch Sozialismus mit verstaatlichten Produktionsmitteln und zentraler Planung für alles und jedes kann ich nicht als Lösung akzeptieren. Sehr wohl kann ich aber unterstützen, dass es in Fragen des Eigentumsrechts bestimmte Beschränkungen geben sollte. Es ist auch durch Studien, vor allem aber durch den gesunden Menschenverstand belegt, dass ab einem gewissen Vermögenstand jedes zusätzliche Vermögen den Lebensstandard nicht mehr beeinflusst. Ob ich also statt 100 Millionen in fünf Jahren 200 Millionen habe, werde ich als Ultrareicher gar nicht mehr bemerken. Dieser "Mehrwert" - um in der Marx'schen Terminologie zu bleiben - ist aber durch andere zu erarbeiten und wird dann über den Zinseffekt nach oben umverteilt. Deswegen wären Obergrenzen beim privaten Vermögen denkbar, die man in der Bevölkerung in einem Konsens gemeinsam erarbeiten und festlegen müsste (z.B. 10 Millionen oder 20 oder was auch immer). Ein soziales Bodenrecht müsste ebenfalls berücksichtig werden, so dass Bodenspekulationen nicht mehr auftreten könnten. Da gibt es ebenfalls schon Vorschläge.

Wie gesagt: dazu macht u.a. die Gemeinwohl-Ökonomie (Felber) ganz konkrete Vorschläge zur Umsetzung.

Es gibt daneben nun eben DOCH eine Art Zwischending zwischen Kommunismus und Kapitalismus: Silvio Gesell ist wenig beachtet, er hat aber mit seiner "Natürlichen Wirtschaftordnung" einen Vorschlag der Freiwirtschaftslehre gemacht, der beachtenswert ist und der versucht die blinden Flecken bei Marx und der (Neo)Klassik auszumerzen. Einfach mal anschauen.

Zusammenfassend: WIR liegen offenbar gar nicht so weit auseinander.
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 14:57 Uhr
Nur einmal so viel. Im folgendem Video geht es ab Min. 7:35 um den Kern der Friedensbewegung. Besser könnte ich es auch nicht sagen.

https://www.youtube.com/watch?v=9TUJx31Rlp8&feature=youtu.be

Bisher ist es dem System im unserem Land immer wieder gelungen uns zu spalten. Wir tun sicher gut daran uns zusammen zu tun und nicht mehr spalten zu lassen. Im Kern streben wie doch sicher alle Frieden an.

Es gibt auch Ideen von einigen klugen Köpfen, wie eine Zukunft in unserem Land oder weltweit aussehen könnte, da sollte man sich später einmal an den sogenannten runden Tisch setzen.

Im Moment sollten wir verhindern dass das aktuelle Kriegstreiben nicht wirklich zum Krieg, zum eventuellen dritten Weltkrieg führt. Einige profitieren von so einem Krieg, wir sollen den Kopf dafür hinhalten. Dafür gilt es weiterzumachen. Tun wir es bitte gemeinsam.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 19.04.2014 um 15:03 Uhr
Entschuldigung, aber dieses Video ist der Gipfel der Unanständigkeit und eine Bankrotterklärung für den vermeintlich "seriösen" Journalismus. Ich frage mich, inwieweit dieses Video "aufschlussreich" sein kann?!?

Frau Ditfurth stellt hier schlicht Behauptungen in den Raum, ohne dass die Interviewerin auch nur ein einziges Mal nachfragt, welche Quellen sie dafür anführt, welche stichhaltigen Belege sie dafür hat und wie sie (Ditfurth) darauf ganz konkret kommt, dass Elsässer ein "glühender Antisemit und Schwulenfeind" ist . Das hat mit abwägenden Journalismus nichts mehr zu tun. Das ist einfach nur noch einseitig und manipulativ.

Es ist diesbezüglich nun auch ein Strafantrag anhängig (ich glaube) wegen Verleumdung und / oder übler Nachrede inklusive entsprechender Schadenersatzansprüche usw. Soweit ich weiß auch gegen den öffentlich-rechtlichen und damit gebührenfinanzierten (!) Sender 3sat. Da muss ich sagen, das hat mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun. Es wird hier schlicht einen Plattform gegeben ohne Möglichkeit der Gegenrede oder zumindest einer hier doch nun wirklich dringend nötigen kritischen "Hinterfragung" des Gesagten.

Nicht falsch verstehen, ich selbst komme aus einer kleinen "Arbeiterfamilie" und würde mich selbst als "etwas links der Mitte stehend" bezeichnen, mitten drin eben. Auch kenne ich Jürgen Elsässer und sein Tun zu wenig, als dass ich endgültig beurteilen könnte, welche Gesinnung er tatsächlich hat. Ich weise nochmals ausdrücklich drauf hin, dass mir jegliche "extremen" Tendenzen fremd und zuwider sind (egal ob rechts oder links), aber sowas Einseitiges in der Berichterstattung geht einfach nicht.

Zum anderen genannten Ken Jebsen empfehle dann mal dieses Interview. Ihm werden ja ebenfalls antisemitische Neigungen nachgesagt. Ich glaube, das muss man zumindest ein Mal überdenken - man möge ihm nur einfach zuhören:

https://www.youtube.com/watch?v=v12St8qQnbU

Edit:
Danke für das Interview mit Ken Jebsen.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 15:07 Uhr
Nur zu einem Aspekt des von Frau Schäfer eingestelltem Interview. Jürgen Elsässer behauptete vor Jahren, Kommunist zu sein. Wir hatten mit ihm eine Veranstaltung in Gießen, auf der er vehement, aber ohne nennenswerte Argumente, für den sofort einzurichtenden Kommunismus warb. So wie Cohn-Bendit für die Revolution die Faust hob und das gleiche heute für Eintracht Frankfurt tut. Oder auch wie ein bekannter Strafverteidiger für die RAF auftrat und über Nacht Faschist wurde.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 15:07 Uhr
Nur zu einem Aspekt des von Frau Schäfer eingestelltem Interview. Jürgen Elsässer behauptete vor Jahren, Kommunist zu sein. Wir hatten mit ihm eine Veranstaltung in Gießen, auf der er vehement, aber ohne nennenswerte Argumente, für den sofort einzurichtenden Kommunismus warb. So wie Cohn-Bendit für die Revolution die Faust hob und das gleiche heute für Eintracht Frankfurt tut. Oder auch wie ein bekannter Strafverteidiger für die RAF auftrat und über Nacht Faschist wurde.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 15:13 Uhr
Tut mir Leid, der Beitrag ist mir weggerutscht.

Elsässer wurde nun mit der gleichen Vehemenz Esotheriker, wandte sich den Verschwörungstheorien zu und landete im Antisemitismus und bei den Homosexuellen Hassern. Mit einem solchen Menschen zu tun zu haben, ruft bei mir Abscheu hervor.

Erbitte daher Klärung, wie Sie zu den Vorwürfen von Jutta Ditfurth stehen.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 19.04.2014 um 15:26 Uhr
Sprechen Sie mich an, Herr Beltz, oder Herrn Müller?

Ich zitiere mich selbst (s.o.):
"Auch kenne ich Jürgen Elsässer und sein Tun zu wenig, als dass ich endgültig beurteilen könnte, welche Gesinnung er tatsächlich hat. Ich weise nochmals ausdrücklich drauf hin, dass mir jegliche "extremen" Tendenzen fremd und zuwider sind (egal ob rechts oder links), aber sowas Einseitiges in der Berichterstattung geht einfach nicht."

Ich kenne das Wirken Jürgen Elsässer's tatsächlich nicht oder nur sporadisch. Deswegen kann ich dazu zur Zeit keine stichhaltige Aussage machen. Mir geht es aber auch nicht um ihn und sein Tun, sondern um die Art und Weise der Berichterstattung.

Mich würde aber nun noch interessieren:
- Was verstehen Sie unter "Esotheriker"? Was ist das?
- Was sind "Verschwörungstheorien" in Ihren Augen?
- Welche Hinweise gibt es, dass Elsässer ein"Antisemit" und "Homosexuellen-Hasser" ist? Das ist bitte nicht provokant gemeint, sondern ganz ehrlich. Ich würde mich in Bezug auf ihn eben auch gerne seriös informieren können.

In meinem ersten Post hatte ich schon etwas zu Verschwörungen geschrieben.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 15:44 Uhr
Zu Ihrer Frge werde ich morgen schreiben.

Für heute meine Frage: Wo waren Sie und Ihre Leute beim heutgen Ostermarsch? Vertreter der Gießener Friedensinitiative, Menschen aus Parteien, Bewegungen und Kirchen waren anwesend. Sicher haben auch Menschen gefehlt, die sich links nennen.

Aus Ihren Reihen kam eine ältere Dame eiligst vorbei.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 19.04.2014 um 15:55 Uhr
Was oder wen meinen Sie mit "Ihre Leute" und "Ihre Reihen"? Ich habe keine Reihen und auch keine Leute. Ich bin ein Bürger, der sich seine Gedanken macht, mehr nicht.

Am Ende muss ich wohl Herrn Müller zustimmen, wenn er oben schreibt, dass es den Leuten an den Machthebeln noch immer gelungen ist zu spalten - "Teile und Herrsche". Auch die Diskussion hier zeigt mir das - je länger sie dauert - immer mehr. Anstatt sich auf Gemeinsames zu besinnen und "zusammen zu legen", wird immerzu danach geschaut, was man am jeweils anderen vielleicht noch kritisieren könnte. Bei aller Wertschätzung für den Einsatz gegen den Faschismus und gegen Rechts - das muss eine, ohne Frage. Aber das unterschwellige Gegeneinander hier gefällt mir nicht. Mir geht es um Gemeinsamkeiten.

Beste Grüße!
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.04.2014 um 16:03 Uhr
Gemeinsamkeiten sind seit Jahrzehnten beim Ostermarsch vorhanden. Für mich spielt es keine Rolle, ob ich neben einem Christ stehe oder einem anderen Mensche, der sich für Frieden einsetzt und das nicht nur vorschiebt, um besser Schuhe oder Ideologien verkaufen will.
14
Jens Steinbach aus Hüttenberg schrieb am 19.04.2014 um 16:08 Uhr
Ich gehe mal freundlich davon aus, dass Sie nicht MIR unterstellen, ICH wollte Ideologien verkaufen. Und damit lass' ich es mal bewenden. Ich merke, dass ich an Grenzen stoße.

Eine schöne Zeit noch und viel Erfolg in all Ihrem Tun!
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 00:53 Uhr
Hier der Beitrag über die heutige, sehr gelungene Friedensaktion auf dem Kirchplatz:
Krieg löst keine Probleme - Ostermarschaktion in Gießen
Stefan Walther
3.886
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.04.2014 um 00:57 Uhr
Natürlich gilt es Gemeinsamkeiten zu nutzen um auch gemeinsam gegen Kriegsgefahr und Kriegstreiber aufzutreten, kein Widerspruch Herr Steinbach!
Klar benannt haben Sie Ihre Position hierzu jedoch bisher nicht ( oder ich habe es überlesen? ). Wer sind für Sie die Kriegstreiber ( nicht nur in der Ukraine ) und wie kann man ihnen Einhalt gebieten. Diese Frage ist nicht unwichtig, auch innerhalb der Friedensbewegung gibt es völlig unterschiedliche Meinungen dazu. Und dies muss auch diskutiert werden - trotz aller Gemeinsamkeiten, oder vermeintlicher Gemeinsamkeiten - denn dies kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Hm, die angeblich "blinden" Flecken bei Marx und den anderen Klassikern des wissenschaftlichen Sozialismus, das fordert mich dann doch etwas heraus, mal sehen, wenn ich die Zeit habe.... Bisher habe ich keine "blinden" Flecken erkennen können, lediglich "Fehler", die zeitbedingt gemacht wurden. So ist u.a. auch das von Herrn Beltz angeführte Kommunistische Manifest in vielen Teilen noch recht unkonkret, aber die Geschichte hat es nicht widerlegt sondern es wurde konkretisiert und bestätigt ( z.B. auch in der theoretischen Weiterentwicklung in einigen Teilen von Lenin in "Staat und Revolution" ).
Haben Sie sich damit beschäftigt? Einer meiner Lieblingssprüche lautet = bevor man etwas "über" das Original liest, sollte man das Original lesen, erspart manchmal viel - unnötige - Zeit und man weiss meist relativ schnell, wer was warum und wie "über" das Original von sich gegeben hat.

Und eines ist das Wichtigste = man darf die Theorie nie von der Praxis trennen, man muss die Theorie immer ( anhand der praktischen Erfahrungen ) weiterentwickeln....

Was verstehen Sie unter "extrem" Herr Steinbach? Ich mag diesen Begriff auch nicht, z.B ist der Begriff "Linksextremismus" eine Erfindung des Verfassungsschutzes! Radikal links, das trifft die Sache, und das bedeutet konsequent an der Seite der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Das bedeutet aber auch, nur mit den Massen, nie gegen oder ohne sie, kein Abenteurertum, kein Sektierertum.... aber auch: keine Illusionen verbreiten, keine faulen Kompromisse.
Thorsten Lux
891
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 07:10 Uhr
Meinen Senf zum Thema:

Es wirkt schon etwas seltsam wenn plötzlich nach Jahren der Montagsdemo genau am gleichen Tag um dieselbe Uhrzeit am selben Ort Menschen die Montagsdemo für sich entdecken, die die jahrelange Existenz der Montagsdemo lediglich als "da waren welche die zu Harz IV arbeiten wollten" wahrgenommen haben wollen. Interessant ist auch wieviele Statements hier in kürzester Zeit zu diesem Thema aufgekommen sind.

Dennoch spricht grundsätzlich wohl nichts dagegen, wenn "neue Leute" sich für Frieden interessieren, sich für Meinungsfreiheit interessieren, usw. Vielleicht gibt es sogar eine Grundlage gemeinsame Ziele auch gemeinsam anzugehen.

Letztlich erinnert sich der Eine oder Andere aber auch noch, dass es vor Jahren schon einmal das Problem gab, wie man sich im Zweifelsfall vor Instrumentalisierungen schützen könnte, ohne die Montagsdemos zur "geschlossenen Gesellschaft" verkommen zu lassen, oder irgendeine Art der Gesinnungskontrolle zu betreiben.

Damals waren es bedenkliche Neuigkeiten, vornehmlich aus dem Osten, dass dort Nazis versuchten mittels der Montagsdemonstrationen "einen Fuß auf den Boden zu bekommen" und damit auch den Namen der Montagsdemonstrationen für ihre Zwecke zu missbrauchen, aber auch die Montagsdemonstrationen teilweise zu etwas zu machen, wo man mit Bedenken hinging.

Seinerzeit begegneten wir diesen Thematiken indem wir als Montagsdemonstranten auch an anderen Demonstrationen teilnahmen - solche an denen Nazis niemals teilnehmen würden. Ob wir nun an die Proteste gegen Studiengebühren denken, oder an Anti-Nazi-Demos.

Ich denke mit einem solchen Ansatz kommt man ohne jegliches "wo kommst du denn her und was hast du bisher gemacht" aus und stellt fest wer sowas mitträgt und wer versucht sich herauszureden oder etwas zu relativieren.

Wenn hier übrigens Links gesammelt werden, wer denn so alles für die Montagsdemonstrationen verantwortlich sein könnte, möchte ich zwei nachliefern:

http://die-soziale-bewegung.de/
http://www.kinderarmut-durch-hartz4.de/
Dirk Müller
13
Dirk Müller aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 10:18 Uhr
Zwei Videos möchte ich Ihnen allen noch vorstellen:

1. Auf den Mund geschaut: Jutta Ditfurth - "Neu-Rechte Braun Verschwörer:

https://www.youtube.com/watch?v=ICGLHbFpq1A&list=PL7KDgVubf8lpoHg5SxxaOZQ-GP8PDVjRi&feature=share&index=1

Meinung zu Montagsdemos . wir sind nicht rechts:

https://www.youtube.com/watch?v=AsPNPgaiEN0&list=UU3xS6VlTP1XsqpaO5ZoxKYQ

Ich von meiner Seite würde gerne mit der Diskussion an ein Ende kommen und zu Taten schreiten.

Ich weiß nicht ob es über Montag außer unserem Friedenstreff noch Aktionen gibt. Bitte informieren Sie mich über Aktionen, so kann ich schauen, ob ich Zeit finde und auch Ihre Tätigkeiten unterstütze. Grundsätzlich unterstütze ich jede Tätigkeit die uns zu Frieden und später zu einem besseren Zusammenleben führt.

Ich vermeide mit Absicht zu sagen "die uns zu einem besseren System führt". Warum? Das ist sehr komplex und besser an einem Tisch gemeinsam zu besprechen.

Mit den oben erwähnten Massenmedien meinte ich die Sender unseres aktuellen Fernsehens und Zeitungen die von der Masse gelesen werden. Ich möchte hier keine Namen nennen, ich denke Sie wissen auch so welche Medien gemeint sind.

Ich werde Ihnen allen einmal meine Kontaktdaten zukommen lassen, hier sollte ich diese sicher nicht posten.

So können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen und nach einem kurzen Gespräch sieht sicher vieles ein wenig anders aus.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 11:18 Uhr
Herr Steinbach, ich will Ihnen hier nichts unterstellen. Kurz zu Ihren Fragen:

- Esotherik kann man im Lexikon nachsehen. Hitler war z.B. von dem Esotheriker Harrer sehr angetan und hörte über diesen gerne den wenig geistreichen Worten des Dalai Lama zu.

- Elsässer habe ich kennengelernt und man kann einiges in der jungen welt über und von ihm lesen. Er interessiert mich jedoch nicht wie auch andere dieser Art nicht. Ich wende mich auch weiterhin gegen jede Art von Antisemitismus:
Beispiele: Die Juden beherrschen die US-Regierung, auf dem Dollar-Scheine ist ein Emblem der Juden zu sehen, als in New York die Türme umfielen, hatte das die Juden gewusst und einige Tausend sind deshalb an diesem Tag nicht erschienen. (heute gilt das auch gegen Moslems)
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 11:36 Uhr
Unklar bleibt weiterhin, sind Sie nun eine Gruppe oder Individuen. Da widersprechen Sie sich. Dann war noch von kleinen Gruppen die Rede, die sich zum Diksutieren treffen. Sind das illegale Treffen, eine Art Freimaurer, Geheimbünde....?
Wie kommen Sie urplötzlich auf das Thema Frieden? Lassen wir mal alle hier genannten Vorwürfe weg. Dann frage ich mich immer noch: worum geht es? Nennen Sie doch Ihre inhaltliche Grundlage zur Gruppenbildung "in 20 Städten" bevor Sie das Thema Frieden entdeckten.
Jeder kann dazu lernen, das will ich nicht bestreiten. Jeder kann sich verändern wie z.B. die Grünen, die von einer pazifistischen Partei zuir Kriegpartei wurden. Die SPD hat sich nicht verändert, sie war schon immer, wenn es zur Entscheidung kam, Kaiser/Staats-treu.
Thorsten Lux
891
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 23:12 Uhr
"Mit den oben erwähnten Massenmedien meinte ich die Sender unseres aktuellen Fernsehens und Zeitungen die von der Masse gelesen werden. Ich möchte hier keine Namen nennen, ich denke Sie wissen auch so welche Medien gemeint sind."

Namen sind auch kaum notwendig, denn es ist im Grunde immer daselbe:
Etwa 5 Sek Bildmaterial und ein seriös gekleideter Mensch der einen Text vorliest was man über diese Bilder nun denken soll. Ob man das nun glaubt, oder eher nicht...

Tatsache ist jedoch, dass man mittlerweile die Möglichkeit hätte sich anderweitig zu informieren - auch wenn das viele so noch nicht wahrgenommen zu haben scheinen. Es ist zwar Tatsache, dass man im Internet nicht genau weiss wer hinter welcher "Info" mit welchem Interesse steht, aber das weiss man bei herkömmlichen Medien auch eher nicht. Wer tatsächlich etwas wissen will, kommt wohl nicht umhin sich selbst Gedanken zu machen, selbst dargebrachte Themen in Zweifel zu ziehen und sich dabei eben auch einzugestehen, dass man nicht alles wissen kann. Denn Internet-Recherche braucht eben mehr Zeit als bloß zu konsumieren und sich "Vorgekautes" servieren zu lassen - inklusive der dazugehörigen Deutung. Und da der Tag für jeden Menschen bloß 24Stunden hat, muss man sich dann eben auf einiges weniges konzentrieren. Ist ja eigentlich auch keine Schande mal einzugestehen, dass man etwas nicht weiss.
Stefan Walther
3.886
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.04.2014 um 23:19 Uhr
Meine Frage lautete, welche alternativen Medien gemeint sind, bei denen man sich informieren sollte! ( darauf habe ich bisher keine Antwort erhalten, dass die bürgerliche Medienlandschaft "gleichgeschaltet" ist, darüber braucht man nicht großartig zu diskutieren... )
Thorsten Lux
891
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 23:22 Uhr
@Stefan

Das ist eben so ne Sache im Internet: Du findest sicherlich jede Menge informationen auf unzähligen Internetseiten, oder gar bei youtube.

Letztlich weisst Du aber nie so genau wer dahintersteht.

Gibts ne bessere, bzw. befriedigendere Antwort zu dieser Frage?
Stefan Walther
3.886
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.04.2014 um 23:26 Uhr
Hallo Thorsten,
wie du das siehst, das kann ich mir denken, und wie ich das sehe, das weisst du sicherlich auch :-)
zur Info = ich hatte diese Frage Herrn Müller gestellt, da er(!) auf Alternativen hingewiesen hatte ohne sie zu benennen, damit kann ich wenig anfangen...
Thorsten Lux
891
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 20.04.2014 um 23:41 Uhr
Hallo Stefan,

das war mir bewusst. Da ich aber nicht Herr Müller bin und ihn nicht kenne, kann und will ich das nicht beantworten.

Aber mal den Gedanken streuen wer einem was aus welchem Grunde erzählt. Denn ich denke darüber sollte sich jeder Mensch seine eigenen Gedanken machen.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.04.2014 um 19:11 Uhr
Jede Gruppe, Organisation, Patei hat ihre Geschichte und kann auf ihren Ursprung, also ihre Entstehungsgeschichte hinweisen.

Die hier diskutierte und diskutierende Gruppe kann - jedenfalls bisher - nichts zu ihrer Entstehung sagen. Sie wollen für den Frieden eintreten, anscheinend ganz plötzlich, sozusagen über Nacht in gleichzeitig 20 Städten.

Was haben sie bisher gemacht als Gruppen, als einzelne Individuen? Ich war die ganze Zeit über offen für Argumente, nun aber scheint mir die Sache obskur. Die Beiträge der Bundesweiten Koordinierungsgruppe der Montagsdemonstrationen, SDS und Jutta Ditfurth habe ich zunächst mit Interesse zur Kenntnis genommen und eine interessante Diskussion erwartet. Das war dann z.T. auch der Fall.
Nun scheinen mir die drei genannten Positionen der Wahrheit doch recht nahe zu kommen.

Auf dem heutigen Ostermarsch - eine traditionelle Friedensbewegung - habe ich in vielen Gespräche nachgefragt. Linkspartei, DKP, SDAJ, MLPD, VVN, Flughafengegner.... keiner wusste genau, wer hinter der neuen Gruppe steckt und was ihre Absicht ist. Die Vermutungen muss ich hier nicht wiedergeben.

Es fehlen mir Inhalte und die Beantwortung von Fragen, meine Herren.
Karl-Ludwig Büttel
3.039
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 21.04.2014 um 20:17 Uhr
MWie sollten"Neue Gruppen" eine Geschichte haben und warum sollten sich nicht solche Gruppen bilden können. Auch ich bin für den Frieden und könnte mich aber keiner der von Ihnen genannten Gruppen anschließen Herr Beltz.Und nur weil eine Gruppe im linken Spektrum nicht bekannt ist muss sie ja nicht gleich schlecht sein.Alles andere sind Mutmaßungen bzw. muss erst bewiesen werden. Es kommt einem so vor als befürchten Sie das die DKP und Co. ein Alleinstellungsmerkmal verlieren würden. Ich war immer der Meinung es geht um Frieden und nicht darum wer für diesen Eintritt. Für einen Aussenstehenden Leser der keiner Gruppe angehört ist das befremdlicht und sicherlich keine Werbung für die gute Sache.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 22.04.2014 um 12:04 Uhr
Lieber Herr Büttel, die oben genannten Gruppen gehören in die linke Ecke bis auf die Flughafengegner; da müssen Sie sich nicht anschließen. Es gibt aber rein pazifistische Organisationen oder auch Politiker wie Todenhöfer (CDU) oder andere, die sich aus unterschiedlichen Gründen - zum Teil aus Kapitalinteressen - für eine friedliches Nebeneinander der Staaten einsetzen.
In einem Punkt täuschen Sie sich. Die DKP will keine "Alleinstellungsmerkmal" beanspruchen. So etwas treiben religiöse oder auch politische Sekten. Ohne großeBewegungen wie die damalige Friedensbewegung haben wir wenig Chancen.
Als SPD und vor allem die Grünen noch Antikriegsparteien waren und/oder für Abrüstung auf beiden Seiten eingetreten sind, war eine andere Stimmung im Land, die jetzt teilweise der Resignation gewichen ist.

Mein Misstrauen, nach anfänglichem Diskussionsinteresse, beruht auf cder Tatsache, dass die neuen Gruppen sich nicht genau in Hinblick auf ihr Ziel definieren.
Es kommt eben nicht nur darauf an, wer für Frieden (scheinbar) eintritt, sondern welche Interessen dahinter stehen. Sie wissen selbst als politisch interessierter Mensch aus der Geschichte, wer alles schon Freiheit und Frieden gerufen.

Wenn die neuen Gruppen sich über Internet und facebook organisieren, ist das ihr gutes Recht. Warum befürchten sie jedoch, als ihr Ursprungsthema "Finanzen, Geldflüsse oder auch FED" zu benennen. Sicher sind auch Leute dazugestoßen, die mit dem Genannten nichts zu tun haben.

Sehen Sie, Herr Büttel, ich habe Herrn Todenhöfer genannt. Ich könnte den Namen Gauweiler (CSU) ergänzen. Dieser Politiker ist mit nie sonderlich sympatisch gewesen. Ich weiß jedoch, was er vertritt. Und trotzdem würde ich mich bei einer aktuellen Friedensdemo neben ihn stellen (so er mich lässt).
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 22.04.2014 um 12:12 Uhr
Herr Müller, über die im Wesentlichen gleichgeschaltete Presse brauch wir kein Wort verlieren, richtig!
Bezüglich Presse kann ich Ihnen nur empfehlen, verschiedene Zeitungen zu lesen (Zeitproblem).
FAZ, Süddeutsche, junge welt, Spiegel (für einfache Gemüter Focus) und um zu wissen, gegen wen oder was am meisten gehetzt werden soll BILD. Gelegentlich bietet den Wirtschaftsinterssierten das Handelblatt Informationen mit sehr klaren Analysen über Wünsche und Perspektiven der Wirtschaft.
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.04.2014 um 00:18 Uhr
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.04.2014 um 00:21 Uhr
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 24.04.2014 um 10:38 Uhr
Habe in der jw Printausgabe den Artikel gefunden. Danke Christian.

Gestern Abend bei der Veranstaltung mit Wolfgang Gehrke - sehr interessant - konnte ich kruz zu dieser Sache sprechen. Nach der Veranstaltung bin ich nochmals darauf angesprochen worden.
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.04.2014 um 22:36 Uhr
Ja, echt blöd, dass ich nicht konnte. Hätte ich mit gerne angehört.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 27.04.2014 um 12:59 Uhr
Sehr geehrter Herr Beltz, ich möchte mich nochmals bei Ihnen für das nette Telefongespräch bedanken und das Sie sich für mein Anliegen Zeit genommen haben. Wie ich unserem Gespräch entnehmen konnte, setzen Sie sich bereits seit langer Zeit für Frieden und gegen Harz4 ein. Für dieses Engagement möchte ich Ihnen Danken und ich bin davon überzeugt Sie haben das Herz am rechten Fleck. Auch freue ich mich Sie an einem der Giessener Montagsdemos vielleicht persönlich treffen zu können.

Trotz allem muss ich starke Kritik an dem von Ihnen Veröffentlichen Beitrag üben und würde es sehr begrüßen ihre Stellung dazu, auch im Sinne der Friedensbewegung, noch einmal zu überdenken. Ein Irrtum wird erst zum Fehler wenn man sich weigert ihn zu korrigieren.

Da Sie den Text von Herrn Hans Nowak praktisch eins zu eins übernommen haben, gehe ich davon aus das er auch Ihre Meinung wiederspiegelt. Leider ist er völlig einseitig und fehlerhaft! In anbetracht der Vielzahl von falschen Aussagen, mache ich mir nicht die mühe, so wie es sich eigentlich für einen guten Artikel gehören würde, alle Quellen anzugeben. Das wäre eigentlich Ihre Aufgabe als Reporter gewesen...

Die Bezeichnung "Montagsdemo" bezieht sich Namentlich auf die Montagsdemos der DDR, welche bereits vor der Bundesweiten Montagsdemonstrationsbewegung »Weg mit Hartz IV! - Das Volk sind wir! - Montag ist Tag des Widerstands!« stattfanden. Herr Nowak hat den Namen "Montagsdemo" ja hoffentlich nicht rechtlich Schützen lassen?

Das die Initiatoren sich nicht von ultrarechten, faschistoiden und faschistischen Personen distanzieren ist eine Lüge. Videoaufnahmen der Demo vom 21.4 zeigen das ganz deutlich!

Der ehemalige RBB-Moderator Ken Jebsen wurde nicht wegen wiederholter antisemitischer Äußerungen vom Radiosender entlassen. Auch das ist falsch!

Gerne würde ich die Worte höhren, in denen Herr Jebsen in seinen Reden gegen linke Kräfte hetzt. Alle Reden sind online verfügbar. Wo ist die Stelle zu finden?

Es stimmt das das derzeitige verzinste Geldsystem und auch die FED kritisiert wird, inwieweit das mit Hitler-Faschismus und Verschwörungstheorien zusammenhängen soll ist mir schleierhaft.

Einige Textpassagen gehen auf die Aussagen von Frau Jutta von Dithfurt zurück welche Sie auf 3sat in der Sendung Kulturzeit machte. Diesbezüglich laufen derzeit mehrere Klagen gegen Frau Dithfurt, u.A. wegen Verleumdung und Beleidigung.

Herr Elsässer hat mit den Montagsdemos ursprünglich nichts zu tun gehabt. Erst nach dem er von Jutta von Dithfurt als "Antisemit und Schwulenfeind" verunglimpft wurde, hat man Ihm die Möglichkeit gegeben auf der Demo zu sprechen um sich den Vorwürfen zu stellen.

Haben Sie sich Herr Beltz denn mal mit den von Ihnen bezeichneten "Demagogen" auseinander gesetzt? Haben Sie sich derren Vorträge selbst einmal auf Youtube angeschaut um sich ein Urteil zu bilden?

Herr Nowak offensichtlich nicht, sonst hätte er sich vielleicht mit der Bewegung solidarisiert.
Ken Jebsen hat Beispielsweise sehr tolle und Aufklärende Interviews zum Thema Harz4 mit Ralf Boehs und Inge Hannemann produziert...

Ich hoffe Sie sind mir nicht böse, aber unkommentiert konnte ich den Artikel so nicht stehen lassen.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.04.2014 um 15:49 Uhr
Hallo Herr Freitag, wie sollte ich Ihnen böse sein. Über die von Ihnen genannten Textstellen habe ich keine Recherschen angestellt. Ich habe die Texte, die mich schon beunruhigt haben, als Diskussionsgrundlage gesehen. Mit Frau Ditfurt bin ich nicht immer einer Meinung.

Mein Misstrauen wurde und wird dadurch entwickelt, dass eben plötzlich Menschen, die nichts mit der Friedensbewegung zu tun haben, von oben über facebook organisiert sich montags hinstellen. Da frage ich mich nach der Absicht und lasse mich nicht vertrösten, dass jetzt auf einmal der Kampf um Frieden erforderlich sei.
Auf dem flyer wird keine Organisation genannt. Es gibt nun mal Organisatoren und damit eine Organisation. Mein Eindruck: Da soll
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.04.2014 um 15:49 Uhr
Hallo Herr Freitag, wie sollte ich Ihnen böse sein. Über die von Ihnen genannten Textstellen habe ich keine Recherschen angestellt. Ich habe die Texte, die mich schon beunruhigt haben, als Diskussionsgrundlage gesehen. Mit Frau Ditfurt bin ich nicht immer einer Meinung.

Mein Misstrauen wurde und wird dadurch entwickelt, dass eben plötzlich Menschen, die nichts mit der Friedensbewegung zu tun haben, von oben über facebook organisiert sich montags hinstellen. Da frage ich mich nach der Absicht und lasse mich nicht vertrösten, dass jetzt auf einmal der Kampf um Frieden erforderlich sei.
Auf dem flyer wird keine Organisation genannt. Es gibt nun mal Organisatoren und damit eine Organisation. Mein Eindruck: Da soll
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.04.2014 um 15:49 Uhr
Hallo Herr Freitag, wie sollte ich Ihnen böse sein. Über die von Ihnen genannten Textstellen habe ich keine Recherschen angestellt. Ich habe die Texte, die mich schon beunruhigt haben, als Diskussionsgrundlage gesehen. Mit Frau Ditfurt bin ich nicht immer einer Meinung.

Mein Misstrauen wurde und wird dadurch entwickelt, dass eben plötzlich Menschen, die nichts mit der Friedensbewegung zu tun haben, von oben über facebook organisiert sich montags hinstellen. Da frage ich mich nach der Absicht und lasse mich nicht vertrösten, dass jetzt auf einmal der Kampf um Frieden erforderlich sei.
Auf dem flyer wird keine Organisation genannt. Es gibt nun mal Organisatoren und damit eine Organisation. Mein Eindruck: Da soll
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 27.04.2014 um 15:52 Uhr
von oben gespalten werden.
Ich werfe keinem von Ihnen Nähe zum Faschismus vor.

(Der Laptop ist wohl nicht mein Freund)
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 27.04.2014 um 23:20 Uhr
"Auf dem flyer wird keine Organisation genannt. Es gibt nun mal Organisatoren und damit eine Organisation. Mein Eindruck: Da soll von oben gespalten werden."

Eben Michael, diesen Eindruck kann man gewinnen, ebenso wie den Verdacht, es wird nicht mit offenen Karten gespielt und die konkreten Ziele werden nicht wirklich offen benannt.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 28.04.2014 um 01:48 Uhr
Herr Beltz, sollten Sie den Artikel als Diskussionsgrundlage hier eingestellt haben, finde ich ist das eine hervorragende Idee. Allerdings hätten Sie das ruhig dazu schreiben können...
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 28.04.2014 um 02:49 Uhr
Was sie Herr Beltz und Sie Herr Momberger, glaube ich noch nicht verstanden haben ist das die Zeiten sich in den letzten Jahren sehr verändert haben, was den Informationsaustausch betrifft. Das Internet wandelt sich. Zuerst hat man Informationen abgerufen, dann haben die Menschen selber begonnen Informationen hinein zu stellen und in der derzeitigen Entwicklungsphase bilden die Menschen Netzwerke. Sie glauben scheinbar noch immer an Pyramidale Strukturen. Diese sind jedoch längst veraltet und werden nach und nach durch Netzwerke ersetzt in denen es kein definiertes oben, unten, links oder rechts mehr gibt.

Mal Blöd gefragt: Sie Herr Beltz haben eine Menge Funktionäre verschiedenster Organisationen aufgezählt. Ich kenne davon niemand. Aber muß ich das um für Frieden auf die Straße zu gehen?
Gibt es eine Grundvoraussetzung welche zu erfüllen ist bevor man sich für seine Ideale und Mitmenschen einsetzen darf?

Die Menschen gehen i.d.R. nicht aus "Tradition" auf Friedensmärsche und Mahnwachen, sondern aus aktuellem Anlaß. Sie fragen tatsächlich ZITAT: "dass jetzt auf einmal der Kampf um Frieden erforderlich sei."
Haben Sie mitbekommen das die NATO drauf und dran ist einen weiteren Angriffskrieg zu führen??

Haben Sie eine ungefähre Vorstellung was Netzwerke bedeuten? Es gibt Organisatoren, die sich engagieren, ja. Aber keine Organisation, welche irgendwas steuert, das übernehmen die dissipativen Strukturen von ganz alleine. Es gibt nicht die Redaktion die Flyer erstellt. Jeder macht heute einfach seine eigenen Flyer. Die Vielfalt ist angesagt meine Herren.

Die Ziele sind übrigens sehr wohl definiert: "Wir haben eine Idee. Eine Idee von Frieden, Einigkeit und Freiheit. Darum stehen wir auf der Straße und bekunden unsere Solidarität mit jedem Menschen, jeder politischen Richtung, jeder Kultur jeder Religion und jeder Weltanschauung, die für Frieden und Freiheit steht." Der Rest ist offen! Es handelt sich um offnen Netzwerke!

Daher erfahren diese Veranstaltungen einen so großen Zulauf, Sie richten sich an ein breites Spektrum von Menschen und nicht an bestimmte Partei-Mitglieder die alle anderen kategorisch bereits ausschließen. Zudem wollen die Menschen nicht mehr irgendwelchen Organisatoren mit Fähnchen hinterher dackeln welche da verkünden: "Sehet wir haben die wahre, die einzig wahre Wahrheit!"

Vielleicht sind Sie beide etwas skeptisch weil Sie eventuell Partei-Mitglieder sind? Ich bin überzeugt das die aktuelle Parteienstruktur mit den alten Dogmen aussterben wird. Parteien waren mal eine gute Idee, aber die Zeiten sind nun mal vorbei. Die Piraten, in die viele junge Menschen noch Hoffnung steckten merken das gerade, nachdem sie sich von den Montagsdemos 2.0 distanziert haben...

Ich stelle sogar die These auf das der größte Teil der Demo-Besucher aktive nicht-Wähler sind!

Wenn Sie sagen es soll von oben gespaltet werden, stimme ich ihnen zu. Und zwar mit solchen Artikeln wie sie hier veröffentlicht haben. Die Medien sind voll davon. (Wenn Sie wissen wollen wie die Menschen wirklich ticken lesen Sie die Kommentare nicht die Artikel!) Gespaltet wird zwischen Ihnen und Mir, damit wir nicht gemeinsam eine Gefahr werden. Die Gefahr des Friedens für Europa und die Welt!
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 28.04.2014 um 16:31 Uhr
Sind die Argumente der neuen Gruppe so schwach, dass hier einige Beiträge von den Verfassern gelöscht wurden?
Christian Momberger
10.744
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.04.2014 um 23:01 Uhr
Möglich Michael. Hier noch ein guter, passender Artikel aus der JW: http://www.jungewelt.de/2014/04-26/065.php
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 30.04.2014 um 09:53 Uhr
Herr Freitag aus Reiskirchen, Sie hatten mir sachlich geantwortet. Nun ist Ihr Beitrag verschwunden. Melden Sie sich doch noch mal.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 30.04.2014 um 11:55 Uhr
Hallo Herr Beltz, meine Einträge sind nun wieder sichtbar (siehe oben). Es gab wohl technische Probleme bei der Redaktion. Glücklicherweise - ich befürchtete ja schon ich wäre "Zensiert" worden, da meine Ansichten zu subversiv sein. Ich würde Ihnen, und auch Herrn Momberger, gerne das Du anbieten. Nennen Sie mich doch bitte einfach Marco.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 30.04.2014 um 12:21 Uhr
Anmerken wollte ich noch, das ich nur meinen persönlichen Standpunkt hier vertreten kann, nicht die der Friedensdemonstranten oder wie Sie sagen der "neuen Gruppe". Ich habe Sympatin für diese neue Bewegung, und ich gehe mit dieser Bewegung auf die Straße um ein Zeichen FÜR Frieden und FÜR Veränderung zu setzen. Aber ich bin nicht die Gruppe und kann daher auch nicht für diese Sprechen. Ich bitte das zu differenzieren.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 02.05.2014 um 09:14 Uhr
Hallo Marco, was soll da subversiv sein, um von der Redaktion Deinen Beitrag zu zensieren?
Ich nehme das mal als Deine persönliche Meinung zur Kenntnis, und am Montag könen wir uns dann unterhalten.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 04.05.2014 um 09:10 Uhr
Folgende Frage möchte ich morgen gerne beantwortet haben. Wenn Organisationen und Parteien abgelehnt werden, was machen wir ohne Gewerkschaften?.
Da herrscht sicher viel SPD-Abindung und Integration in das akpitalistische System. Ohne Gewerkschaften gäbe es nicht einmal eine Diskussion um den lächerlichen Mindestlohn. Und der ist erst mal besser als nichts.
Ich weiß, warum ich seit nunmehr beinahe 50 Jahre dort organisiert bin.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 04.05.2014 um 13:25 Uhr
Lieber Michael, deine Frage klingt zum einen recht fordernd! Und zum anderen: Da du sie hier öffentlich stellst, werde ich sie natürlich auch hier an dieser Stelle versuchen zu beantworten.

Dazu muß ich sagen, es handelt sich auch hier natürlich nur um meine persönliche Ansicht der Dinge und auch ich habe die Wahrheit nicht gepachtet und kann mich irren und freue mich sehr wenn ich ebenfalls etwas dazulernen kann. Wir gehen auf Grund unserer persönlichen Prägungen und Vorgeschichten aus zweierlei Richtungen an die Sache und der Dialog sollte dazu dienen den jeweils eigenen Horizont etwas zu erweitern.

Organisationen werden von mir ja nicht gänzlich abgelehnt sondern hierarchisch strukturierte Organisation wird abgelehnt, da diese Art der Organisation mir nicht mehr als Zeitgemäß erscheint. Trotz allem werden diese wohl in unserer Gesellschaft noch einige Zeit überdauern..

Meine Kritik bezog sich nicht auf "Gewerkschaften" generell. Ich hoffe du hast mich nicht so verstanden das ich Gewerkschaften pauschal ablehnen würde. Gewerkschaften haben im derzeitigen System durchaus ihre Berechtigung. Ich bezog mich ausschließlich in Verbindung auf die neu entstandenen Montagsdemos darauf, das die Menschen diese nicht Brauchen um für Frieden auf die Straße zu gehen...
Du mußt doch zugeben lieber Michael, das es auch einen Unterschied der Qualität hat, ob eine Gewerkschaft, Partei oder von mir aus Thomas Gottschalk zu einer Demonstration aufrufen und die Leute (welche vielleicht nicht mal selbst betroffen sind) dann halb-motiviert nach draußen gehen ohne überhaupt nachzuvollziehen warum überhaupt, oder ob die Menschen aus eigenem Antrieb feststellen "so nicht, mir reicht es" und sich daher auf der Straße versammeln..!?

Möchte man sich auf visionäre Zukunftsaussichten einlassen, und damit meine ich dann die kommenden 50 Jahre, werden wir auch Gewerkschaften und Parteien wohl nicht mehr benötigen, da wir ganz neue Strukturen entwickeln werden (müssen). Wenn wir es schaffen wollen unsere Produktion wieder auf eine bedürfnisorientierte Produktion für den Menschen auszurichten, statt für einen abstrakten gewinnorientierten Markt, was wir in Anbetracht der Umweltlage und der Menschen (Stichwort: Harz4, Mindestlohn, Armut, usw.) tun sollten, dann dürfen wir nicht mehr mit althergebrachten Ansichten oder Strukturen daherkommen, und dazu zähle ich eben derzeit auch Gewerkschaften.

Vielleicht kannst du mir ja folgende Frage bis morgen beantworten:
Warum oder wozu benötigen wir dieser Zeit überhaupt noch Arbeitgeber und Arbeitnehmer?
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 04.05.2014 um 16:42 Uhr
Menschen, die arbeiten, werden gebraucht, sie geben ihre Arbeitskraft, sie verkaufen sie gegen "Lohn".
Die Unternehmer kaufen "gegen Lohn" die Arbeitskraft und maximieren ihren Profit, sie eignen sich den Mehrwert an. DIese Leute brauchen wir in ihrer Fuktion nicht, sie sollten ebenfalls arbeiten.
Das andere können wir morgen beraten. Ich war mit Familie einschließlich Urenkel im Tierpark Weilburg ud muss mich nun ausruhen.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 04.05.2014 um 18:14 Uhr
Lieber Michael, da sind wir doch schon fast beieinander... :-)

Wir sollten in unserer Gesellschaft die Lohnsklaverei überwinden. Auch weil Vollbeschäftigung eine Utopie ist, darf Beschäftigung und Einkommen nicht weiter voneinander abhängen. Bei der Profitbetrachtung darf man aber den Zins nicht wie Marx außer acht lassen, denn damit wird wohl der Größte Teil unserer Arbeit abgeschöpft.
Viel Stoff zum reden morgen ...

Wünsch dir einen geruhsammen und erholsammen Sonntagabend
Beste Grüße
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 16:43 Uhr
Lieber Marco, was ist eigentlich der Zins? In dieser Frage haben wir keine Übereinstimmung gefunden.
Werte/Reichtum entsteht durch Arbeit. Die einen arbeiten, die anderen schöpfen den Mehrwert ab. Somit ist auch der Zins aus der Arbeit abgeschöpft. Deine Überlegungen zum virtuellen Geld sind durchaus interessant.
Dass Vollbeschäftigung - im Kapitalismus - eine Utopie ist, darin sind wir uns einig.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 06.05.2014 um 18:14 Uhr
Hallo Michael!

Du machst den Gleichen Fehler wie Ihn Marx tat und zählst den Zins pauschal zum Mehrwert der aus dem Arbeitnehmer/Arbeitgeber-Verhältinis abgeschöpft wird. Das ist aber ökonomisch nicht richtig. Mit dem Zins ist es etwas komplexer, aber nicht so kompliziert wie man uns oft weiß machen will. Wenn du den Kapitalismus genauso unsympatisch findest wie ich, dann setz dich bitte bitte mit der Zinsproblematik und der Geldschöpfung auseinander. Ganz im Sinne von "Kenne deinen Feind". Der Zins ist der Motor des Kapitalismus, der Grund für unser unermäßliches und zerstörerisches Wirtschaftswachstum, die Ursache unseres Konkurenz statt Kooperations-Denkens, sowie der immer größeren Schere zwischen Arm und Reich.

Ich empfehle zur Einführung in die Geldproblematik gerne den Film "Fabian der Goldschmiedt - Die Welt plus 5 Prozent."
http://www.youtube.com/watch?v=_h0ozLvUTb0

Gute Bücher oder Vorträge sind zum Beispiel von Bernd Senf sehr empfehlenswert:
http://www.youtube.com/watch?v=fdSKFzJWzWM

Ich habe noch unzähliges Material und Quellen zum Thema, falls interesse besteht....
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 07.05.2014 um 13:26 Uhr
Hallo Michael,
was mir im nachhinein noch einfiel war noch unsere Meinungsdifferenz bezüglich der Geldschöpfung. Du vertratest die Ansicht die Bank würde nur Geld verleihen das andere Sparer bei der Bank deponierten, bzw. die Banken würden sich das Geld bei der Zentralbank leihen müssen und ihr Gewinn wäre die Differenz des Zinses. Meiner Meinung ist das nicht richtig. Auch wenn das vielerorts sogar noch an Schulen so gelehrt wird, oder sogar die Justiz nach diesem Modell entscheidet. In Wirklichkeit entsteht Geld jedoch mit dem Abschließen eines Kredits, durch eine Sogenannte Bilanzierungsverlängerung! Die Bank tippt den Betrag einfach in den Computer ein, das Geld entsteht aus dem nichts! Daher auch der Name FIAT-Geld.

Anbei ein Zitat aus einer Broschüre der deutschen Bundesbank:

"In der Regel gewährt die Geschäftsbank einem Kunden einen Kredit und schreibt ihm den entsprechenden Betrag auf dessen Girokonto gut. Wird dem Kunden ein Kredit über 1.000 Euro gewährt (z.B. Laufzeit 5 Jahre, 5 %), erhöht sich die Sichteinlage des Kunden auf seinem Girokonto um 1.000 Euro. Es ist Giralgeld entstanden bzw. wurden 1.000 Euro Giralgeld geschöpft. [...] Die Giralgeldschöpfung ist also ein Buchungsvorgang."
Bundesbank-Broschüre: Geld und Geldpolitik, 2010, S. 68ff
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 09.05.2014 um 12:32 Uhr
Ich habe inzwischen mit einigen Leuten gesprochen, die über facebook informiert waren und gekommen sind. Tatsächlich Menschen mit verschiedenen Ansichten und Erfahrungen. Wir sollten in der Diskussion bleiben.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.05.2014 um 11:16 Uhr
Morgen werde ich mir weitere Gesprächspartner suchen, sofern diese mit mir reden wollen.
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.05.2014 um 13:25 Uhr
Im Fernsehen war ein Bericht über das Auftreten der neuen Montagsdemo in Berlin. Dort wurde in einigen Beiträgen von Jens Jebsen, Jürgen Elsässer u.ä. einiges geäußert, was ich nach Gesprächen hier bei den Schwätzern nicht vermutet hätte. Bin ich zu naiv, wurden die Beiträge gefälscht? Auf eine Antwort, die wohl in Berlin von Jebsen und anderen gegeben wird, würde ich mich freuen.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 20.05.2014 um 20:36 Uhr
Welcher Bericht im Fehrnsehn war es denn? Welche Sendung auf welchem Sender? Es würde mich nicht verwundern wenn nach wie vor versucht wird die Montagsdemos in den Medien zu verunglimpflichen. Immerhin würde das der Kriegspropaganda gegen Russland schaden wenn Menschen immer größeren Ausmaßes verstehen würden das dort wirklich läuft....

Ich empfehle, wenn man mal ein Gespür für die Wahrheit entwickeln will, sich einfach mal die gegenseite anzuschauen. Schauen Sie sich doch Herrn Ken Jebsen und seine Aussagen mal selbst genauer an. Alle Reden der Montagsdemos sind auf youtube zu finden... Unzählige Einsichten geben auch die Interviews auf seiner Seite: http://www.kenfm.de
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 20.05.2014 um 23:23 Uhr
Ken Jebsen im Gespräch mit Pedram Shahyar (Attac):

Pedram Shahyar gehört zu den bekanntesten Polit-Aktivisten in Deutschland. Der Mann, der mit seinen Eltern als Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland kam, wurde später zu einem der bekanntesten Gesichter von Attac. Nach Jahrzehnten der Politischen Arbeit, zog Pedram sich für einige Jahre aus der aktiven Politik zurück, er wurde zum Beobachter.

Die Montagsmahnwachen haben ihn wieder zum Aktivisten gemacht, vor allem, was über die Mahnwachen in den Medien behauptet wurde. Sind all diese Menschen, die Woche für Woche für den Frieden demonstrieren, wirklich rechts oder „neurechts"? Anders als die meisten Journalisten, die, wenn sie über die Mahnwachen schreiben, nur voneinander abschreiben statt zu recherchieren, ging Pedram Shahyar wie ein klassischer Reporter vor. Er machte sich sein eigenes Bild, indem er die Mahnwachen in Berlin mehrere Male besuchte. Als er feststellte, dass das in den Medien gezeichnete Bild nicht der Realität entspricht, stellte auch er sich ans Rednermikrofon.

Hier lernte er Ken Jebsen kennen und beide entschieden sich, sich vor der Kamera zu unterhalten. Es sollte kein klassisches Frage-Antwort-Spiel werden, sondern ein Gespräch zwischen zwei politischen Aktivisten. Das Ergebnis hilft maßgeblich zu Einordnung der Bewegung bei. Nehmt euch die Zeit!

http://www.youtube.com/watch?v=24AwvpTNp8g
Michael Beltz
6.241
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.05.2014 um 13:09 Uhr
Danke für die schnelle Antwort. Mal sehen. ob ich die Fernsehsendung noch finde.
131
Marco Freitag aus Gießen schrieb am 23.05.2014 um 00:12 Uhr
@Michael Beltz

"Auf eine Antwort, die wohl in Berlin von Jebsen und anderen gegeben wird, würde ich mich freuen."

Meinten Sie in etwa sowas:
http://www.youtube.com/watch?v=Jdc8NswgZr8
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

offline
Interessensgebiet: Gießen
Michael Beltz
6.241
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