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Girls’ Day und Boys’ Day am 27. März: Berufsperspektiven für Jugendliche und zukünftige Fachkräfte für Unternehmen

Die Beauftragten für Chancengleichkeit am Arbeitsmarkt Helga Fuchs (l.) und Christina Schramm-Spehrer (r.) und Petra Stuhlmann (Mitte) von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gießen stellen den Girls' Day und Boys' Day vor.
Die Beauftragten für Chancengleichkeit am Arbeitsmarkt Helga Fuchs (l.) und Christina Schramm-Spehrer (r.) und Petra Stuhlmann (Mitte) von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gießen stellen den Girls' Day und Boys' Day vor.
Gießen | Seit circa zehn Jahren ist der „Girls’ Day“ ein Begriff unter Schulen, Mädchen, Unternehmen und Eltern in Gießen. An diesem Tag können Schülerinnen in sogenannten Männerberufen schnuppern und sich für Technik, Informatik und Wissenschaft begeistern. Auch wenn weniger bekannt als der Girls’ Day wird ein Boys’ Day ebenfalls am selben Tag organisiert. Die Jungen können sich Berufen im sozialen Bereich nähern. Die Berufe, die in diesen Listen gesammelt sind, sind diejenigen, in denen nicht mehr als 40% der Beschäftigten Frauen bzw. Männer sind.
Mit einer geschlechtsspezifischen Berufsberatung, die bereits in der 6. Klasse stattfindet, sollen vor allem die Mädchen die ganze Palette von Berufen kennen lernen, die der Arbeitsmarkt anbietet, und ihre Wahl nicht nur unter den üblichen zehn Frauenberufen einschränken. In den Schulen, die am Aktionstag teilnehmen, läuft die Beratung das ganze Jahr mit Terminen, an denen die Idee des Girls’ Day erläutert wird, die Berufe vorgestellt werden, praktisch erklärt wird, wie die Mädchen einen Platz in einem Unternehmen für den Schnuppertag finden und eine Lebensplanung diskutiert
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Unternehmen (62)Soziales (46)Schüler (266)Schnuppertag (5)MINT-Berufe (1)Girls day (32)Boys day (12)
wird. Im Vordergrund stehen immer die Interessen und die Fähigkeiten der Jugendlichen; für die Mädchen ist es aber auch wichtig, zu wissen, dass die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) oft sehr gute Verdienstmöglichkeiten anbieten. Für die Jungen lohnt sich ein Blick in die sozialen Berufe auch als Lebenserfahrung: Auch wenn sie sich beruflich anders entscheiden, lernen sie kennen, was die Menschen in bestimmten Situation bewältigen müssen und werden sensibilisiert.
Wie die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt Helga Fuchs erklärt, wendet sich diese Beratung nicht nur an die Schülerinnen und Schüler, sondern auch an die Eltern und an die Lehrer. Zu diesem Zweck werden beispielsweise Mütter-Töchterseminare bzw. Väter-Söhneseminare angeboten, damit sie ihre Töchter und Söhne in der Berufswahl unterstützen können. Sehr wichtig ist die interkulturelle Elternarbeit für Menschen mit Migrationshintergrund, damit sie erfahren, welche Möglichkeiten ihre Töchter im Arbeitsleben haben. Lehrer und Lehrerinnen können ebenfalls Fortbildungen über diese Themen besuchen.
Die Unternehmen begrüßen diese Aktion. Die Gesichtspunkte von Männern und Frauen sind oft unterschiedlich und bereichern eine Firma. Die Abteilung Wirtschaftförderung der Universitätsstadt Gießen schickt an 700 Unternehmen in Gießen ein Rundschreiben über die Initiative zweimal jährlich, in dem auf den Girls’ Day und Boys’ Day als Möglichkeit hingewiesen wird, um zukünftige Fach- und Führungskräfte für den Bereich zu interessieren, so erläutert die Abteilungsleiterin Petra Stuhlmann die Vorbereitungen zum Schnuppertag. Die Firmen, die Schnupperplätze anbieten wollen, müssen den Sinn der Initiative erkennen und Kennenlernaktivitäten planen, z. B. eine Firmenvorstellung, die Herstellung von Werkstücken durch die Mädchen… Aber es lohnt sich. Es ist tatsächlich nachgewiesen, dass ein Viertel der Unternehmen, die mitmachen, später Bewerbungen von den Mädchen erhalten, die am Girls’ Day die Arbeit vor Ort kennen gelernt haben.
Anregend für die Schülerinnen sind auch die Gespräche mit den Mitarbeiterinnen, die von der eigenen Erfahrung erzählen und andere Aspekte dieser Tätigkeiten hervorheben, die den Mädchen gefallen.
Die Nachbereitung, wobei die Schülerinnen vorstellen, was sie in den Unternehmen gesehen und erfahren haben, darf nicht vergessen oder vernachlässigt werden.
Dieses Jahr findet der Girls’ Day und Boys’ Day am Donnerstag, 27. März, statt. In Gießen sind 34 Institutionen und Unternehmen mit rund 600-1000 (öffentlichen und nicht öffentlichen) Plätzen am Mädchenschnuppertag beteiligt, für die die Schülerinnen sich schnell anmelden. Die Firmen werden also aufgefordert, stärker in die Öffentlichkeit zu gehen und die Berufe bekannt zu machen.
Für die Jungen bieten nur 10 teilnehmende Institutionen Plätze im sozialen Bereich. Es wird aber den interessierten Schülern empfohlen, bei Einrichtungen direkt nachzufragen, weil sie immer willkommen sind.
Die Firmen können ihre Angebote, für die die Schülerinnen und Schüler sich entscheiden können, in die Listen auf den Portalen http://www.girls-day.de und http://www.boys-day.de eintragen. Diese Internetseiten sind eine zusätzliche Möglichkeit für alle Beteiligten, sich über den Girls’ Day und Boys’ Day zu informieren.

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von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

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