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Gießener Gesundheitspolitik auch in der Hauptstadt gefragt: Dirk Oßwald stellte heimische Initiativen zur Sicherung landärztlicher Versorgung vor

Gießener Gesundheitspolitik war am Wochenende in Berlin gefragt: Gesundheitsdezernent Oßwald (rechts), hier mit Ärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery, berichtete über die bundesweit vorbildliche Kooperation von Landkreisen und Ärztenetzen.
Gießener Gesundheitspolitik war am Wochenende in Berlin gefragt: Gesundheitsdezernent Oßwald (rechts), hier mit Ärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery, berichtete über die bundesweit vorbildliche Kooperation von Landkreisen und Ärztenetzen.
Gießen | Bei einem Kongress in der Bundeshauptstadt von „Angie“ zu berichten, klingt wie „Eulen nach Athen“ zu tragen. Der Gießener Sozial- und Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald (Freie Wähler) tat es dieser Tage trotzdem – und erhielt von rund 200 Ärzten, Vertretern von Krankenkassen und Geschäftsführern von Ärztenetzen breites Lob. Doch mit „ÄnGie“, so die richtige Abkürzung, meinte er auch nicht die Bundeskanzlerin, sondern das gleichnamige Ärztenetz Gießen, das seit dem 6. November letzten Jahres besteht.

Auf seine Initiative hin und mit Unterstützung des Ärztenetz-Landesverband HessenMed hatten 60 Mediziner der Region im Konferenzraum der Kreisverwaltung am Riversplatz „ÄnGie“ feierlich aus der Taufe gehoben. Für Oßwald ist es ein weiterer wichtiger Baustein zur Kooperation in der Region, um die gesundheitliche Versorgung auch in Zukunft sicher zu stellen.

Der Kreis hatte die Gründung von „ÄnGie“ angestoßen, weil Oßwald in seinem Bemühen um die dauerhafte Sicherung der ärztlichen Versorgung auf dem Land seit Übernahme des Gesundheitsdezernates im Sommer 2011 einen starken Ansprech- und Kooperationspartner auf Seiten der Ärzte vermisst hatte. Während es in Nachbarkreisen wie Marburg (Prima) oder dem Lahn-Dill-Kreis (ANR) schon lange erfolgreiche Ärztenetze gibt, die mit den Kreisen zahlreiche Projekte entwickeln, war es in den letzten zwei Jahrzehnten weder Einzelakteuren noch HessenMed gelungen, die Mediziner im Gießener Land "unter einen Hut" zu bringen.

„Erst durch die gemeinsame Anstrengung, Ansprache und professionelle Vorbereitung der Gründung mit Unterstützung des Kreises gelang das Vorhaben“, berichtete Oßwald auf der 20. Netzkonferenz, dem größtem Treffen bundesweiter Ärztenetze am vergangenen Wochenende in Berlin. Auf deren Einladung stellte er vor bundesdeutschen Spitzenvertretern von Krankenkassen, Bundesärztekammer, Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und Ärztenetz-Vertretern in Berlin, darunter Ärzte-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, die bundesweit bisher einmalige Initiative eines Landkreises vor.

„Ziel meiner Bemühungen ist die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum auch in fünf und zehn Jahren. Heute haben wir zwar noch 169 Hausärzte an 121 Standorten und 288 Fachärzte an 174 Standorten in Stadt und Landkreis Gießen. In 11 Jahren – bis 2025 – werden aber 70 Prozent der Hausärzte 65 Jahre oder älter sein und angesichts des Ärztemangels längst nicht alle einen Nachfolger gefunden haben“, machte er deutlich. Situationen wie heute in Mecklenburg-Vorpommern, wo Patienten 20 Kilometer zum nächsten Arzt fahren müssten, müsse vorgebeugt werden.

Zusammen mit dem neuen Ärztenetz „ÄnGie“, der KV, den Kommunen, den Kassen und Krankenhäusern die Zukunft der ärztlichen Versorgung zu organisieren, sei das Ziel der nächsten Jahre. Dabei verwies er auf erste Erfolge: Seit der ersten lokalen Gesundheitskonferenz vor einem Jahr in Allendorf/Lda. arbeite der Kreis intensiv und sehr erfolgreich mit kommunalen Vertretern aus Allendorf und Rabenau und dortigen Ärzten am Erhalt der Arztsitze und einer zukunftsfähigen Struktur der Praxen im Lumdatal, damit diese gute Rahmenbedingungen haben und Nachfolger finden.

„Wir unterstützen außerdem aktiv den Aufbau von Weiterbildungsverbünden für junge Nachwuchs-Allgemeinmediziner und erwarten in den kommenden Tagen eine offizielle Zusage des Landes Hessen zur Aufnahme als Modellregion zur Bildung regionaler Gesundheitsnetze. Wir sollen nach dem Willen des Hessischen Sozialministeriums dabei die Vorreiterrolle für alle hessischen Landkreise beim Aufbau jährlicher regionaler Gesundheitsberichterstattung werden“, freute sich Oßwald. Als Kooperationspartner habe man dazu die Goethe-Universität Frankfurt gewonnen, sagte der Gesundheitsdezernent abschließend.

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