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Offener Brief von J. Todenhöfer (ehem. CDU-MdB) an J. Gauck

von Frauke Weberam 06.02.20143262 mal gelesen27 Kommentare
Gießen | Lieber Herr Bundespräsident,

Sie fordern, daß Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernimmt. Auch militärisch. Wissen Sie wirklich, wovon Sie reden? Ich bezweifle es und habe daher vier Vorschläge:

1. Ein Besuch im syrischen Aleppo oder in Homs. Damit Sie einmal persönlich erleben, was Krieg bedeutet.

2.Vier Wochen Patrouillenfahrt mit unseren Soldaten in afghanischen Kampfgebieten. Sie dürfen auch Ihre Kinder oder Enkel schicken.

3. Ein Besuch eines Krankenhauses in Pakistan, Somalia oder im Jemen – bei unschuldigen Opfern amerikanischer Drohnenangriffe.

4. Ein Besuch des deutschen Soldatenfriedhofes El Alamein in Ägypten. Dort liegen seit 70 Jahren 4800 deutsche Soldaten begraben. Manche waren erst 17. Kein Bundespräsident hat sie je besucht.

Nach unserem Grundgesetz haben Sie »dem Frieden zu dienen«. Angriffskriege sind nach Artikel 26 verfassungswidrig und strafbar. Krieg ist grundsätzlich nur zur Verteidigung zulässig. Sagen Sie jetzt nicht, unsere Sicherheit werde auch in Afrika verteidigt. So etwas ähnliches hatten wir schon mal. 100000 Afghanen haben diesen Unsinn mit dem Leben bezahlt.

Wie kommt es, daß ausgerechnet Sie als Bundespräsident nach all den Kriegstragödien unseres Landes schon wieder deutsche Militäreinsätze fordern? Es stimmt, wir müssen mehr Verantwortung in der Welt übernehmen. Aber doch nicht für Kriege, sondern für den Frieden! Als ehrlicher Makler. Das sollte unsere Rolle sein. Und auch Ihre.

Ihr Jürgen Todenhöfer

PS: Mir ist ein Präsident lieber, der sich auf dem Oktoberfest von Freunden einladen läßt, als einer, der schon wieder deutsche Soldaten ins Feuer schicken will. Von seinem sicheren Büro aus. Fast bekomme ich Sehnsucht nach Wulff. Der wollte Menschen integrieren, nicht erschlagen.

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Kommentare zum Beitrag

120
Stefanie Arnheiter aus Grünberg schrieb am 06.02.2014 um 16:55 Uhr
Wow, direkte und ehrliche Worte....und nicht ganz von der Hand zu weisen.
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 06.02.2014 um 22:01 Uhr
Todenhöfer ist seit Jahren in der Friedensbewegung aktiv Herr Büttel, schon merkwürdig, dass Sie das kritisieren.
Dass er nicht zu den Linken übergelaufen ist, das sieht man allein daran, dass er Appelle an den Bundespräsidenten richtet und davon redet, dass "wir" mehr Verantwortung in der Welt übernehmen müssen. So etwas würde Linken nicht über die Lippen kommen.
Nicole Freeman
8.500
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 07.02.2014 um 07:58 Uhr
wo darf ich diesen brief unterschreiben !
Peter Herold
26.286
Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.02.2014 um 08:53 Uhr
Der Beitrag spricht mir aus dem Herzen.
Wolfgang Seibt
53
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 07.02.2014 um 10:05 Uhr
Ob der Kriegspräsident von diesem offenen Brief erfährt?
Der wird doch mit der Kriegsministerin beschäftigt sein, wegen der familienfreundlichen Kriege hinter den Fronten die Feld-Kitas einzuweihen.
Mensch, wo steuert das Land schon wieder hin. Dieses Mal will
man auf der Siegeseite stehen und dafür dienert man sich bei den ehemaligen Siegermächten als Eingreifstruppe an.
Und die Deutschen jubeln. Schon wieder einmal.
Wann gibt es wieder ein Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RVP)? Erfahrene Leute gibt es ja bei der Einheitspartei und die scheinen bereits am Werk zu sein.
Peter Herold
26.286
Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.02.2014 um 10:28 Uhr
Nie wieder Krieg. Schon lange her, dass dieses Schlagwort gebraucht wurde. Wer weiß auch noch von welcher Partei am lautesten?
Michael Beltz
6.892
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 07.02.2014 um 12:59 Uhr
Der Aussage, dass alle Medien gleichgeschaltet sind, kann ich nicht zustimmen. Es gibt noch einige kritische Zeitungen, im Fernsehen werden Kabarettsendungen ausgestrahlt, die sich gegen das von oben übergestülpte Einheitsdenken wehren.

Also, sagen wir mal, 97 % sind gleichgeschaltet.
750
D. Theiß aus Lich schrieb am 07.02.2014 um 14:33 Uhr
... wenn man so zurückblickt gab es die gleichschaltung der Medien doch schon zwei mal, bis 1945 und anschließend bis 1989 oder?
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 07.02.2014 um 16:53 Uhr
Obermoralist Gauck lies bekanntlich in seiner Neujahresansprache verlauten, dass doch seine Bundesschäfchen gefälligst nicht ihr "Herz eng machen"
sollen . . . Also wenn es darum geht, müsste Gauck und die Seinen schon lange an chronischer Angina Pectoris leiden . . . ! Vielleicht ist auch einfach nur die ein- oder andere Synapse im Kopf verengt?
Aber ich will hier nicht weiter medizinische Bulletins durchkauen, da dies nicht meine Fachrichtung ist, ich bin nämlich Malocher im Stahlwerk.

Punkt 1)
Die hiesigen BRD Systemmedien verschweigen der Öffentlichkeit wichtige Informationen zur Beurteilung in Mali und machen sich somit zum Handlanger der deutschen Aussenpolitik, die step by step ihre imperialistischen Ziele versucht durchzusetzen!
Mit dem "Einsatz" in Mali, verkommt die Bundewehr vollends zur Sölnertruppe. Aber warum?

Mali bzw. Teile von Mali liegen im Stammesgebiet der Touareg. Das zum Teil lebensfeindliche Umfeld gehört seit Jahrhunderten zum natürlichen Lebensbereich dieses Stammes. Statt mit diesen Menschen einen vernünftigen Dialog zu führen, zieht es der europäische Imperialismus lieber vor, die kulturellen und autonommen Wurzeln dieser Menschen mit Füßen zu treten. Die Konsequenz dieser postkolonialen Herangehensweise
ist, dass sich Teile dieses Stammes radikalisieren und auf die religiösen Fanatiker und Spinner von Al-Kaida nahen Gruppen hereinfallen.

Punkt 2)
Mali hat die drittgrößten Goldvorkommen in Afrika. Und Mali hat die zweitgrößten Uranvorkommen in Afrika. Der französische Monopolkonzern
AREVA baut dort seit Jahren dieses Gestein ab. Natürlich bleibt von dem Gewinn in Mali nichts übrig! Der einzige Zweck, einer millitärischen Intervention in Mali ist die weitere Absicherung der Ausbeutung von relevanten und teueren Bodenschätzen.
Peter Herold
26.286
Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.02.2014 um 17:40 Uhr
Ist das denn nicht bei allen Einsätzen der westlichen Welt, allen vorran der USA Ziel, Öl und andere Bodenschätze zu schützen ;-)
Peter Herold
26.286
Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.02.2014 um 18:47 Uhr
dafür werden Leute hingerichtet auf offener Straße... das wiegt für mich genauso schwer wie die Toten im Kriegseinsatz. Jeder Getötete ist einer zuviel, sofern es durch Gewalt geschieht
750
D. Theiß aus Lich schrieb am 07.02.2014 um 21:45 Uhr
Es waren zwei Zeiträume gemeint, bis 1945 (Nazi-Deutschland), bis 1989 die (DDR).
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 07.02.2014 um 22:01 Uhr
schade, dass wieder mal vom Thema abgelenkt wird: wie Mirko schon beschrieben hat geht es wie immer um wirtschaftliche Interessen, da will - vor allem neben China und Frankreich - auch zukünftig die deutsche Bundeswehr "mitspielen". Schade auch, dass hier anscheinend keiner etwas an dem bürgerlichen Pazifismus des Herrn Todenhöfer auszusetzen hat.
Als könnten die Regierenden imperialistischer Staaten "ehrliche Makler" sein, die sich "für den Frieden" einsetzen.... den Frieden werden nur die Völker selbst - auch die afrikanischen - erreichen können.
Peter Herold
26.286
Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.02.2014 um 08:36 Uhr
Frieden nur die Völker ... ? Mein Kommentar 7.2. 18:47 Uhr
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.02.2014 um 09:50 Uhr
Wo ist der Widerspruch Peter? Jedes Volk muss mit seinen eigenen Unterdrückern fertig werden, Beispiele gibt es mehr als genug ( das gilt auch für Mali!, dort tritt Frankreich zur Zeit lediglich als Besatzungsmacht auf, keineswegs als "Friedensstifter" ), sei es der Stellvertreterkrieg in Syrien, oder die Auseinandersetzungen in der Ukraine ( reaktionäre oppositionelle Kräfte gegen eine korrupte Regierung ), die auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden usw. usw.
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.02.2014 um 18:29 Uhr
"Soll man den Terroristen, den Kommunisten, den Piraten oder sonstigen Banden, die Bodenschätze überlassen?" = damit haben Sie sich selbst disqualifiziert Herr Büttel! Ich zumindest führe keine Diskussionen mehr mit Ihnen, Ihr plumper Antikommunismus ( Kommunisten = Bandenmitglieder? ) stellt Sie ins Abseits, selbst bei denen, denen Sie hier die Stange halten wollen.
Und immer das Gleiche mit dem "wir", so als wären die Interessen der ( deutschen ) Herrschenden unsere Interessen. Sie merken gar nicht wie Sie Leuten auf den Leim gehen, die auch Ihre Interessen nicht vertreten wenn sie "im Konzert der Großen" mitspielen, na ja, vielleicht wollen Sie ja auch noch Manager in einem Großkonzern werden, das wäre natürlich was anderes.... ob das Ministerium nun "Verteidigungs"Ministerium oder "Kriegs"Ministerium handelt, das spielt keine Rolle, entscheidend sind immer die Taten, nicht die Worte!
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.02.2014 um 18:55 Uhr
Ich "schmolle" nicht, ich bin schockiert, nehmen Sie sich ein Beispiel an Menschen, die sicherlich auch keine Kommunisten sind / waren. "Der Antikommunismus ist die größte Torheit der Geschichte", so z.B. Thomas Mann.
Sorry, ich diskutiere weder mit Antikommunisten noch mit Nationalisten, ich bin nämlich "Internationalist"!
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 08.02.2014 um 18:58 Uhr
77 % für Jenny Marx: das ergab eine TED-Umfrage der Magdeburger Volksstimme mit 804 Teilnehmern. Anlass: Die Stadt Salzwedel ehrt mit verschiedenen Veranstaltungen Jenny Marx. Sie wurde am 12. Februar vor 200 Jahren als Jenny von Westphalen in Salzwedel geboren und wurde später die Ehefrau von Karl Marx. Ein Zug der Bundesbahn erhält jetzt ihren Namen. Das erzürnte Frank Scheurell, Landtagsabgeordneter der CDU, und er initiierte eine Umfrage, ob der Zug diesen Namen erhalten soll. Mit bekanntem Ergebnis. Am Donnerstag, dem 13. Februar 2014, zeigt der MDR um 23:05 einen Film zu Jenny Marx.
Peter Herold
26.286
Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.02.2014 um 20:19 Uhr
Hellau;-))
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 08.02.2014 um 21:03 Uhr
Wer sich subjektiv zur "seriösen" Bougeoisie dazu zählt oder objektiv dazu gehört, der glaubt natürlich an den Antikommunismus der seit 1945 in der BRD gepredigt wird.
Aber das ist hier nicht das Thema!
Das Thema ist, dass die BRD ihren aussenpolitischen Kurs schon lange geändert hat. Offiziel natürlich unter dem Deckmantel für Menschenrechte und Demokratie. Das sehen wir ja in Afghanistan und Somalia . . . ;-)
Wer seine kapitalistischen Interessen global durchsetzen will, der braucht millitärische Gewalt dazu. Das nennt man Imperialismus. Punkt aus Schluß!

Wer sich mal mit den Biographien von BW Soldaten im jetzt und hier befasst, der wird feststellen, dass gut 70% der "Auslandssoldaten" aus der ehemaligen DDR kommen . . .
Dass die asoziale Agentur für Arbeit ihre Räumlichkeiten für Bundeswehr Rekrutierungen zur Verfügung stellt, ist auch kein Zufall . . . !

Wenn am 31.12.2014 bei Opel in Bochum 3660 Menschen arbeitslos werden, kann die Bundeswehr ja die U27 Menschen anwerben . . .
Getreu dem Motto von Uncle Sam: We Want you! Da kann man dann aus der Not, eine Tugend machen . . .
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 09.02.2014 um 13:33 Uhr
Hallo Herr Büttel,

wir sollten nicht immer ausweichen und die Frage nach anderen Ländern stellen. Die Welt ist nach dem kalten Krieg, brutaler und kriegerischer geworden. Das liegt aber daran, dass die westlichliche Politik, allen voran die USA, die Probleme selbst geschaffen hat. Die Doktrin war doch jahrzehntelang: Der Feind meines Feindes ist mein Freund - Und wenn mein Feind nicht mehr existiert, wird halt eben mein "Freund" zum Feind.
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 09.02.2014 um 13:34 Uhr
Und wenn dann noch handfeste kapitalistische Interessen im Vordergrund sind, ist doch das Elend schon vorprogrammiert . . .
Michael Beltz
6.892
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 09.02.2014 um 18:23 Uhr
Wenn Sie das monitätr sehen, Herr Büttel, dann gehört eben dazu, dass Politiker mit genügend Moneten versorgt werden und die Interessen des Kapitals vertreten.
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 09.02.2014 um 23:02 Uhr
Mirko, ich bewundere deine "Ausdauer" :-)
Herr Büttel weicht nicht aus, er hat einfach keine Ahnung von dem was du schreibst, er versteht es einfach nicht weil er sich nicht damit beschäftigen will... wie sonst kommt wohl so eine absurde Aussage zustande "in allen politischen Modellen geht es nur um Geld und Macht"?

Aber mal was anderes: warum gehst unter anderem du, nicht auf meinen Hinweis auf den bürgerlichen Pazifismus von Todenhöfer ein, du weisst doch was bürgerlicher Pazifismus bedeutet, und dass er nur schadet. Immerhin heisst der Beitrag "Offener Brief von J. Todenhöfer", den kann man doch nicht unkritisch einfach als richtig hinstellen!?!
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 10.02.2014 um 21:54 Uhr
och Herr Büttel, Sie machen eine Aussage ( Sie haben mit dem Thema begonnen, nicht ich, Sie haben vom Thema des Beitrages abgelenkt ), die nicht als "Meinung" dargestellt wird, sondern als Feststellung, also als "die Wahrheit" geschrieben ist ( lesen Sie selbst nochmal nach was Sie geschrieben haben Herr Büttel )
und dann fühlen Sie sich beleidigt wenn man diese Feststellung kritisiert, sie als absurd bezeichnet weil sie jeder Grundlage entbehrt? Mit ein wenig Polemik garniert "Sie zeigen Ihr wahres Gesicht....", aber mit wenig Kenntnis schlagen Sie dann um sich?

Nun gut, ich bin nicht empfindlich, dann halte ich mich mal nicht am persönlichen Schnickschnack auf, dann gehe ich mal zum Inhalt Ihres letzten Kommentars über:
- also Sie kennen die Theorie von Marx? Sie haben z.B. "Das Kapital" oder auch "Das kommunistische Manifest" gelesen? Respekt Herr Büttel, dann wissen Sie sicher auch, dass es noch nie Kommunismus gegeben hat, also wie sollte der dann "kläglich gescheitert" sein? Das Endziel ist der Kommunismus, deshalb hat sich u.a. die Sozialdemokratische Partei in Russland in Kommunistische Partei umbenannt, vor allem um sich von den Opportunisten abzugrenzen, aber was erzähle ich, das wissen Sie ja alles, Sie kennen ja die Theorie UND die Praxis....
- Sie reden von "Einheitsbrei" und davon, dass "der Ansporn im Sozialismus ( nur darum geht es, wie gesagt, Kommunismus gab es noch nie ) fehlte und die Produktivität nachlassen würde"? Da kommen wir jetzt zur fehlenden Kenntnis der "Praxis", Sozialismus ist so ungefähr das Gegenteil von "Einheitsbrei" ( die geknechteten Bauern und die wie Sklaven lebenden Arbeiter, das war "Einheitsbrei" ) und "Fehlender Ansporn", das ist schon ein Witz: Sie kennen doch die Theorie und die praktische Umsetzung = Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung! Gerade im Kapitalismus zeigt sich doch der "fehlende Ansporn" = die, die 40 oder 45 Jahre ihres Lebens geschuftet haben, die haben Angst vor Altersarmut, und die, die nichts arbeiten, die auf Kosten dieser Menschen leben, denen geht es am besten! Also wo fehlt der "Ansporn" zur Steigerung der Produktiviät? Haben Sie sich je mit der Produktivitätssteigerung der ehemals sozialistischen Sowjetunion beschäftigt Herr Büttel, vor allem in Zeiten in denen die ganze kapitalistische Welt in der Krise war? ( dies bestreiten heute noch nicht mal bürgerliche Wissenschaftler )
- jetzt zu dem Punkt bei dem ich Ihnen vollkommen Recht gebe = alle ehemals sozialistischen Staaten sind heute kapitalistische Staaten, also muss da irgendetwas schief gelaufen sein. Nicht, dass ich denke, der Sozialismus ist gescheitert - denkt man in geschichtlichen Epochen, denkt man daran wie lange es dauerte bis der Feudalismus durch den Kapitalismus abgelöst wurde, wie oft er zwischenzeitlich "gescheitert" war und sich doch durchsetzte... - dann weiss man: die Geschichte nimmt ihren Lauf, man kann sie nicht aufhalten...
- ja, das heisst auch, eine DDR wünsche ich mir auch nicht zurück ( aber das habe ich hier schon so oft geschrieben, dass ich das nicht alles wiederholen will... )
- es geht nie um die subjektiven Eindrücke, schon gar nicht um "säuseln und um den Finger wickeln" ( so naiv ist doch kein Mensch! ), es geht immer um die objektive Entwicklung, immer um die ökonomischen Verhältnisse, um die Produktionsverhältnisse... und aktuell geht es um den Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung, dieser Widerspruch ( wie jeder in der Geschichte ) verlangt früher oder später nach einer Lösung, das hat wenig mit "dem Menschen" und noch weniger mit Moral zu tun....
Entschuldigung bei all denen, denen das jetzt "sehr weit weg" vom Beitrag erscheint, aber so konnte ich das einfach nicht stehen lassen, weder die persönlichen Angriffe noch den Inhalt vor allem des letzten Kommentars.
Warum werde ich mir - wieder mal - selbst untreu ( ich führe keine Diskussion mehr... ) = weil es mich aufregt wenn man Meinung mit Wissen gleichsetzt....
Stefan Walther
4.184
Stefan Walther aus Linden schrieb am 10.02.2014 um 22:35 Uhr
Puh, was mir trotz aller, manchmal auch "überharten", Diskussion gefällt? Am Ende kriegen wir bei aller unterschiedlichen Auffassung wieder "den Dreh" ( wenn ich falsch liege, dann sagen Sie es mir, kein Problem! )

Es gibt einen Grundsatz der Kommunisten Herr Büttel = "Theorie ohne Praxis ist nichts wert, Praxis ohne Theorie ist blind!" Was soll das bedeuten? Auch die Theorie muss man kennen, aber sie muss sich in der Praxis bewähren UND ständig durch die Praxis ( die praktischen Erfahrungen ) weiterentwickelt werden. Und da hakt es oft, viele erkennen die gemachten Fehler nicht an, ziehen keine Schlüsse daraus, jammern und klagen über "die alte Zeit" ( die soll dann auch noch immer besser gewesen sein... ), und das schlimmste dabei = sie schaden allen, die für eine bessere ( ja, ja, aus meiner Sicht ) Zukunft eintreten.

Nochmal: mir liegt es fern irgendjemanden zu beleidigen! Ich habe auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen, aber wenn ich mich zu einem bestimmten Thema äußere ( z.B. zu einer Theorie ), dann kann man davon ausgehen, dass ich mich auch mit dieser Theorie ein wenig beschäftigt habe. Es gibt hier sehr, sehr viele Themen und Beiträge, da schweige ich lieber, da wissen andere wesentlich mehr als ich.....
Man braucht auch keineswegs ein Politikstudium Herr Büttel um sich mit der Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus zu beschäftigen, sie ist gerade nicht für "Politikstudenten" gedacht :-))
Alex Knaack
589
Alex Knaack aus Linden schrieb am 18.02.2014 um 23:38 Uhr
Ich wollte einfach mal noch was zu Herrn Todenhöfer loswerden, da es schließlich sein offener Brief ist unter dem hier so hitzig diskutiert wird.
Wenn man sich mit Todenhöfers Aussagen auseinandersetzt wird man feststellen, dass er moralisch nicht stringent argumentiert.
Zum einen ist er durch jede Talkshow getingelt, um Bush & Blair des Massenmords zu bezichtigen, der den von Bin Laden in den Schatten stellt.
Todenhöfers Rechnung zu Folge ging jeder gestorbene Iraker auf das Konto von Bush & Blair. Dass die Mehrheit der Iraker durch Auseinandersetzung zwischen Sunniten & Shiiten gestorben sind und nicht durch amerikanische Kugeln, ist für Todenhöfers Anklage unentscheidend.
Vielleicht will er einfach die Iraker von Zurechnungsfähigkeit befreien, da Bush ja das Chaos erst so schlimm hat werden lassen und somit ultimativ verantwortlich ist?
Interssanterweise verfolgt Todenhöfer auf einmal nicht länger die Philosophie der Alleinschuld des verantwortlichen Regierenden, wenn es um sein Kumpel Assad geht. Da bezichtigte er Leute, die Assad für viele Tote verantwortlich machten, der Ignoranz, schließlich würden die meisten Toten ja von Auseinadersetzungen von Sunniten & Shiiten herrühren!!
Interessant, beim Irak hütet sich Todenhöfer je die Worte Sunniten & Shiiten
in den Mund zu nehmen, um so Bush die Alleinschuld an allen Toten zu geben, während es in Syrien auf einmal NUR um Sunniten & Shiiten geht!
Weiterhin ist noch erwähnenswert, dass der große Friedensfreund Todenhöfer, der ja so kritisch gegenüber der so aggressiven US-Außenpolitk ist, in den 80ern voll hinter der amerikanischen Außenpolitik stand, als es darum ging die Mudschahidin gegen die sowjetische Besetzung in Afghanistan aufzurüsten. Wo war da der Aufruf zu Gewaltlosigkeit und die Bitte nach außenpolitischer Zurückhaltung?
Stattdessen reist er mehrfach persönlich zu den islamischen Gotteskriegern, um sich zu vergewissern, dass der gewaltsame Kampf gegen den Kommunismus auch läuft.
Es ist offensichtlich, dass Todenhöfer kein höheres moralisches Ziel verfolgt, sondern sich mit Aspekten der islamischen Welt identifiziert und sich somit immer auf die vermeintlich islamische Seite stellt und dann aller Winkeladvokat sich die Argumente zurecht biegt wie er sie dann gerade braucht!
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