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M y s t e r y - Cold Cases in Hessen

M Y S T E R Y - Cold Cases Hessen
M Y S T E R Y - Cold Cases Hessen
Gießen | Reportage einer Spurensuche
II.Teil

Es sind diese eiskalten Augen und scharfkantigen Gesichtszüge, die jedem blanke Schauer über den Rücken jagen. Der Blick verfängt sich auf die Narbe über der Oberlippe. Flusenartige Haare fallen auf. Ungepflegt. Im Nacken zum Zopf gebunden...
Das Phantombild läßt seit nunmehr 12 Jahren alle, die sich mit ihm beschäftigen, nicht mehr los.

http://www.fr-online.de/image/view/25137794,1385940,highRes,maxh,480,maxw,480,Phant


Wanted. Dieser Mann wird gesucht. Er soll den damals 13-jährigen Schüler Tristan Brübach auf dem Gewissen haben. Ermordet am 26. März 1998. In der Tunnelunterführung in Frankfurt-Höchst. Bestialisch abgeschlachtet. Geschächtet wie ein Tier. Das Messer am linken Ohr angesetzt, die Kehle aufgeschlitzt bis zum rechten Ohr. Im Bach hat er den Jungen ausbluten lassen. Seine Leiche in den Tunnel geschleppt. Beide Hoden herausgeschnitten und ein Stück Muskelfleisch. Dann hat er die Leiche aufgebahrt wie eine Trophäe. Unvorstellbar. Grauenvoll.
Mehr über...
Ungeklärte Mordfälle (1)Strafverfolgung (2)sexueller Sadismus (1)Hirnforschung (2)Forensik (3)
Eine Tat, die bisweilen in der jüngeren Kriminalgeschichte seinesgleichen sucht. Doch anders als im Fall Johanna hat die Menschenbestie seine Spur hinterlassen. Auf einem Schulbuch von Tristan. Ein blutiger Fingeradruck. So konnte seine DNA ermittelt werden. Weltweit erfasst in der Zentraldatenbank. Bei jedem Mord, der auf diesem Globus geschieht, bei jedem Padophilen, der sich an Kindern vergeht, wird automatisch die DNA abgeglichen.

http://www.bka.de/SharedDocs/Bilder/DE/Fahndungen/Personen/UngeklaerteMordfaelle/Bruebach/schulbuecherBild,property=poster.jpg

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Frankfurt-Höchst und Ranstadt-Bobenhausen, wo Johanna Bohnacker verschwunden ist? Keine 40 Kilometer liegen die Tatorte auseinander. Soll nicht im Mordfall Johanna ein Zeuge einen Mann mit Zopf in der Nähe des Tatortes gesehen haben? Könnte es sich um den gleichen Täter handeln?
Fragen über Fragen an den zuständigen Hauptkommissar in Frankfurt, Uwe Frey. Der schüttelt vehement den Kopf. Nein. Der grauenvolle Mord an Tristan Brübach trägt das Konterfei eines äußerst perversen Sadisten, mutmaßt er. Hartnäckig hake ich nach. „Haben Zeugen nicht ausgesagt, dass im Mordfall Johanna ein Mann beobachtet worden ist mit einem Zopf, statt blond mehr dunkles Haar. „Was ist dunkel, was ist hell! Unerheblich, jeder hat eine andere Wahrnehmung", kritisiert er. Doch laut Tatanalyse und dem Täterprofil bestätigt er die Zweifel seines befreundeten Friedberger Kollegen, Hauptkommissar Schmidt, dass der Mörder von Tristan nicht der Mörder von Johanna sein kann.

Der ermittelnde Kripobeamte Frey hat den Mord an Tristan im vergangenen Jahr neu aufgerollt und Fallanalytiker, sogannte Profiler, aus München eingeschaltet. Sie verfolgen neue Spuren.
SAT 1 hat diese dokumentiert. Die Reportage ist im November 2013 ausgestrahlt worden. Hat eine Flut von Hinweisen nach sich gezogen. Mehr als 200. Focus Online schreibt, dass der Kripobeamte Frey bei einem heißen Tipp aus seinem Stuhl aufgesprungen sei.
„Wo haben Sie das denn das gelesen?", kontert er. Räumt aber dann ein, dass sich der anfangs viel gepriesene Tipp inzwischen in Luft aufgelöst hat. Wie übrigens alle neuen Spuren, die nach der Sendung eingingen und bislang ausgewertet worden sind.

http://www.fr-online.de/frankfurt/mordfall-tristan-bruebach-viele-hinweise--keine-loesung,1472798,25565516.html

Wer ist diese Bestie? Jemand, der wie Hannibal Lektor im Kinoschocker „das Schweigen der Lämmer“ mordet?

Ich kontaktiere einen der renommiertesten Experten, den wir auf diesem Gebiet in Deutschland haben, Prof. Dr. Michael Osterheider. Eine Choryphäe in der Neurologie und Kriminalpsychiatrie. Seit 2004 hält er eine Professur für Forensische Psychiatrie an der Universität Regensburg. Den Fall Tristan Brübach kennt er. Spricht sofort von der Tat eines Psychopathen. Obwohl dieser Begriff etikettiert sei bei uns in Deutschland, merkt er an. Negativ besetzt durch die Nationalsozialisten.

Ist "das Böse" im Gehirn des Menschen nachweisbar? Sein amerikanischer Kollege, der Facharzt Adrian Raine, Kriminologe an der University of Pennsylvania in Philadelphia, glaubt, in Hirnen von schwerst sadistischen Killern Areale entdeckt zu haben, die Muster und Defizite aufweisen.
"Das ist überinterpretiert und Bullshit", stellt der Regensburger Spezialist klar und geht in Details: "Die Amerikaner übertreiben, müssen ihre Milliarden Dollars, die sie für die Hirnforschung „Brain research und Neuro-Imaging" freigeschaufelt haben, rechtfertigen, Man kann nicht Sexualtäter in den Kernspin schieben und dann Sadismus anhand von Hirnauffälligkeiten diagnostiziern. Außerdem scheint es sehr gewagt von den amerikanischen Kollegen, zu behaupten, 15 bis 20 Serientäter untersucht zu haben, reiche aus, um wissenschaftliche Thesen zu stützen.

http://www.pm-magazin.de/r/mensch/sitzt-das-b%C3%B6se-im-gehirn

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article116746452/Ist-der-Puls-zu-niedrig-wird

Prof. Dr. M. Osterheider: "Was wir sicher heute sagen können, ist, dass es Auswüchse gibt bei Psychopathen, die sich schon im frühen Kindesalter zeigen, Sie sind multifaktorell. Mängel und Beeinträchtungen können vielfältiger Natur sein. Zum Beispiel emotionale Defizite, aber auch Einflußfaktoren wie Sauerstoffmangel vor und bei der Geburt. Was man heute mit Sicherheit weiß, ist, dass im Dritten Drittel der Schwangerschaft das Hirn des Fötus beeinflusst werden kann. Zum Beispiel durch Infektionen der Mutter und auch durch hormonelle Störungen etc. Aber da ist noch lange noch nicht alles erforscht. Viele sadistische Serientäter zeigen vorpubertäre Traumata, Auffälligkeiten, wie Tierquälereien, oder andere sadistischen Züge."


H.N.B.: Glaubt er, dass jeder Mensch zu einem Mord fähig ist?

Prof. Dr. Osterheider: "Ja, es gibt Situationen, da ist grundsätzlich jeder Mensch zu einem Tötungsdelikt fähig."

H.N.B: Können Sie davon ausgehen, dass Forensik gerade in diesem Bereich mit genügend Forschungsgeldern in Zukunft unterstützt wird?

Prof. Dr. Osterheider: " Forschung ist auch immer eine Sache der politischen Ausrichtung, und im Moment wird eher in Gender-Studien investiert. In die Geschlechtererforschung.

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article116746452/Ist-der-Puls-zu-niedrig-wird

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von:  Heike Nocker-Bayer

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Heike Nocker-Bayer
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