Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Neue Straßenschilder für das Klinikum in Marburg

OB Egon Vaupel (von links), Professor Jochen Werner, Professor Helmut Schäfer, Professor Eberhard Weihe, Professorin Marita Metz-Becker und Privatdozent Dr. Clemens Kill zeigen die Straßenschilder. Foto: Melanie Schneider
OB Egon Vaupel (von links), Professor Jochen Werner, Professor Helmut Schäfer, Professor Eberhard Weihe, Professorin Marita Metz-Becker und Privatdozent Dr. Clemens Kill zeigen die Straßenschilder. Foto: Melanie Schneider
Gießen | Auf Antrag des Universitätsklinikums und durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27. September erhalten zwei Straßen auf dem Gelände des Klinikums erstmals eigene Namen.

Zusätzlich werden alle vier Straßen auf dem Gelände mit neuen Straßenschildern sowie Erläuterungen zu den Namensgebern ausgestattet.

Die Straßen zum Versorgungszentrum und zur Notaufnahme des UKGM Marburg werden fortan Otto-Loewi-Straße beziehungsweise Johanna-Wyttenbach-Weg heißen. Damit soll die Wegbeschreibung auf dem Gelände vereinfacht und für alle Nutzer von Navigationssystemen das Auffinden des Weges zu bestimmten Stellen im Klinikum erleichtert werden.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) lobte während der Übergabe der Straßenbeschilderung die „gute und unkomplizierte Zusammenarbeit“ von Stadt, Universität und Klinikum. Wichtig sei, den Standort des UKGM für die Zukunft zu entwickeln und mit der Vergabe der Straßennamen nicht nur Personen zu ehren, die es verdient haben sondern auch den Bürgern der Stadt Wege so leicht wie möglichen zu machen.

Die Namensgeber sind Persönlichkeiten der Medizingeschichte und eng mit der Stadt und dem Klinikum verbunden. Professor Matthias Rothmund hat in seiner Funktion als Dekan des Fachbereichs Medizin maßgeblich an dem Projekt zur Namensgebung mitgearbeitet. Dies hob Professor Helmut Schäfer als neuer Dekan ausdrücklich hervor. „Marburg hat eine große medizinische Tradition“. Die vorgeschlagenen Namen seien in allen Gremien einstimmig angenommen worden, berichtet Marburgs Oberbürgermeister.

An diesem „großartigen Konzept“ waren beteiligt: Professor Jochen Werner, Ärztlicher Geschäftsführer des UKGM Marburg, Privatdozent Dr. Clemens Kill, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin, Professorin Marita Metz-Becker, Institut für Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft sowie Professor Eberhard Weihe, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie.

Die Straßenschilder mit Infotafeln sind bereits installiert und weisen den Besuchern des Universitätsklinikums auf den Lahnbergen den Weg.

Die Daten werden nun auch in das Geo-Infosystem der Stadt Marburg eingetragen und von dort aus, beispielsweise zur Aktualisierung elektronischer Navigationssysteme, an die entsprechenden Stellen weitergeleitet.

Die Straßen und ihre Namensgeber

Baldingerstraße: Ernst Gottfried Baldinger (1738-1804) zählte zu den bedeutenden Medizinern seiner Epoche und erhielt 1785 die erste Professur für Medizin an der Marburger Universität. Neben seinen medizinischen Studien befasste er sich mit philosophischen Grundlagen und erlangte 1762 den philosophischen Magistertitel. Weiterhin befasste er sich mit Heilkunde und wurde Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Nach seiner Arbeit an der Jenaer Universität ging Baldinger 1785 als erster Professor der Medizin nach Marburg, wo er die Vergrößerung des Botanischen Gartens und die Umgestaltung der Anatomie bewirkte.

Johanna-Wyttenbach-Weg: Johanna Wyttenbach (1773-1830) stammt aus der berühmten Philosophendynastie Wyttenbach und gilt als eine der hochgebildeten Frauen ihrer Zeit in Europa. Als erste Frau erhielt sie 1827 die Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität. Berühmtheit erlangte sie durch ihre populärphilosophischen Schriften und für die von ihr ins Leben gerufene Stiftung zur Förderung des philosophischen und medizinischen Studiums sowie der Hebammenausbildung.

Conradistraße: Johann Wilhelm Heinrich Conradi (1780-1861) begann sein Medizinstudium 1797 an der Uni Marburg. Mit dem Erhalt des Doktortitels 1802 übernahm er eine Dozentenstelle und wurde 1805 zum ordentlichen Professor befördert. Die Leitung der Poliklinik wurde ihm 1809 übertragen. Er prägte maßgeblich die Pathologie in Marburg und über die Stadtgrenzen hinaus.

Otto-Loewi-Straße: Otto Loewi (1873-1961) absolvierte sein Medizinstudium in München und Straßburg. Neben seinen Forschungen auf dem Gebiet der Nierenfunktion und des Kohlenhydratstoffwechselns entdeckte er 1921 die chemische Weiterleitung von Nervenimpulsen. Der Fund dieses ersten Neurotransmitters brachte ihm und Henry Dale 1936 den Nobelpreis für Medizin ein. 1938 wurde Loewi aufgrund seiner jüdischen Abstammung Opfer des NS-Rassenwahns. Er musste das Preisgeld zurückzahlen und nahm 1940 im New Yorker Exil eine Professur für Pharmakologie an.

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Melanie Weiershäuser

von:  Melanie Weiershäuser

offline
Interessensgebiet: Gießen
Melanie Weiershäuser
2.492
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Marburger Fototag vom 16. bis 18. März
Seit 2014 organisiert das Foto-Team der vhs Marburg jährlich ein...
Gefrierbrand

Weitere Beiträge aus der Region

Unvermeidbarer Schritt
Wie viele andere deutsche Stromlieferanten sind auch die Stadtwerke...
Save the Date - SUND YARD Weihnachtslieder - Christmas Songs
Eine Stimme. Ein Piano. Und dazwischen unzählige Nuancen voller Wärme...
Kantor und A-Kirchenmusiker Michael Klein spielt 38. Orgelvesper in St. Thomas Morus am 18.11. um 16 Uhr
"November Blues mal anders" - 38. Orgelvesper mit Texten und Liedern von Paul Gerhardt am 18.11. in St Thomas Morus
Zur 38. Orgelvesper lädt der Förderverein St. Thomas Morus e.V. an...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.