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Dennis-Stephan-Prozess: Willkür durch Justiz und Psychiatrie wird immer deutlicher! Kritiker_innen kündigen Demonstration zur Vitosklinik an

Gießen | Immer deutlicher treten Ungereimtheiten im Strafprozess gegen den Linkenpolitiker Dennis Stephan zutage. Schon am 23.12. des vergangenen Jahres führte die Vernehmung von Zeug_innen rund um den Autounfall am Pfingstmontag 2013 zum deutlichen Verdacht, dass der Fahrer des Wagen, der Dennis Stephan überfuhr und schwer verletzte, dieses aus der Wut heraus absichtlich tat, riefen nun Aussagen der Polizeibeamt_innen, die den Linkenpolitiker nach dem zur Anklage führenden Schwelbrand verhaften, zu erheblichem Unmut im Publikum.

Höhepunkt war die Aussage des Polizeibeamten Fett. Er wähnte sich von Beginn an auf .der Jagd nach einem gefährlichen Verrückten, konnte als Grund für diese Annahme aber nur Informationen aus dem Polizeifunk benennen. Den von ihm selbst als „harmlos“ wirkenden, auf einer Bank sitzenden Gesuchten drohte er sofort den Einsatz von Pfefferspray an. Auch dazu konnte er auf Nachfrage keinen Grund benennen. Die Frage des Angeklagten, was dieser hätte tun können, um der Drohung zu entgehen, verstand der Polizist zunächst mehrfach nicht und antwortete dann „Nicht da sein“. Auch für die Einlieferung in die Psychiatrie fiel dem Beamten kein Grund ein.

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Erstmals wird der bisherige Verlauf nun zu öffentlichen Protesten auf der Straße führen. „Wir wollen nicht länger einfach nur fassungslos dabei sitzen“, formulierte es eine Besucherin der letzten Verhandlung am 14. Januar, als Gießener Polizist_innen berichteten, wie die Festnahme und Einweisung von Dennis Stephan in die Psychiatrie vor einigen Monaten ablief. Die Vielzahl von Meldungen weiterer Personen, die über Rechtsbrüche, Schikanen und Quälereien in den geschlossenen Psychiatrien in Hessen (Haina und Gießen) und anderswo berichten, erhöhte den Wunsch, sich öffentlich zu zeigen. Einen ersten Anfang soll ein Protestgang am Dienstag, 28.1., durch Gießen bilden. Start ist nach Abschluss des nächsten Verhandlungstages gegen 12 Uhr das Landgericht Gießen. Enden soll der Protestzug auf dem Gelände der Vitosklinik, wo auch Dennis Stephan einige Zeit festgehalten wurde. Allerdings soll die Kritik nicht auf die Psychiatrien beschränkt bleiben. „Diese Welt ist durchzogen von Institutionen, die Menschen in Normen pressen und ihr Verhalten an die Bedürfnisse der Profitwirtschaft anpassen wollen“, begründet Jörg Bergstedt, der den Protestgang als Demonstration anmeldete. Zwischenkundgebungen soll es unter anderem am Gießener Gefängnis, an der Arbeitsagentur, an Rathaus und Polizeistation geben. Eingeladen sind alle Menschen, die ihren Unmut über Kontrolle und gleichgeschaltetem Verhalten kundtun wollen. Ab 11.30 Uhr wird es am Landgericht (Ostanlage) Musik und Redebeiträge geben.

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Kommentare zum Beitrag

Heike Nocker-Bayer
330
Heike Nocker-Bayer aus Gießen schrieb am 21.01.2014 um 00:54 Uhr
Lieber Herr Bergstedt,
ich verfolge Ihre Beiträge mit großem Interesse. Gustl Mollath kommt mir immer wieder in den Sinn. " Das Muster des juristischen Procedere wiederholt sich.
Haben Sie die Autoren des Bayrischen Rundfunks schon kontaktiert? Auch Spiegel Online wäre eine gute Anlaufstelle.
Martin Wagner
2.176
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.01.2014 um 13:34 Uhr
Ja ich schreibe gerne in dieser Onlineausgabe der Giessener Zeitung. Manchmal ärgere ich mich, manchmal freue ich mich, manchmal werde ich kritisiert, manchmal gelobt, manchmal lerne ich was dazu, manchmal nicht .... das ist halt wie das Leben.

Insgesamt halte ich diese Form der Kommunikation für sinnvoll und - wie das so neudeutsch heißt - für zielführend.

Aber die ganze inhaltliche Auseinandersetzung zum "Dennis-Stephan-Prozess" hier in diversen Artikeln (ist ja nicht der 1. Artikel - gerade zu dem als Parralelle angeführten "Fall Mollath" gab es schon mehrere Artikel) und in den dazu veröffentlichten Kommentarkolonnen halte ich persönlich (!!!) für nicht geeignet.

Sicher gibt es viele Mitbürger, welche es verstehen komplizierte Sachverhalten auf Kernaussagen "zusammenschrumpfen zu lassen". Diese Gabe beherrsche ich nicht. Wer ab und an einen Artikel oder Kommentar von mir gelesen hat wird immer wieder auf Formulierungen stoßen, welche mit einem "aber" "anderseits" "einerseits" "wenn" etc. anfangen. Daraus schlußfolgern einige Mitbürgerreporter (habe ich wirklich schon ein paarmal gehört): " ... ist ja Alles schön und gut was du so schreibst, aber kannst du dich nicht kurz fassen?

Sorry, nein das kann ich nicht, denn - und ich habe das ein paarmal probiert - das Ergebnis hat dann immer zu so viel Missverständnis geführt, dass ich mich gezwungen sah einzelne Aussagen näher zu erläutern.

Meine für mich logische Schlussfolgerung: Lass die Finger in der Onlineausgabe von komplexeren Fragestellungen!

Ich kann bezüglich Dennis das auch anders erklären. Gestern Abend ist Dennis zu der Montagsdemonstration gekommen und hat das Gespräch mit den Anwesenden gesucht. Da Giessen was die linken Leutchen betrifft ein kleines Dorf ist (sind so wenige, da kennt mann / frau sich von irgendwoher ....), entbrande ein intensive Diskussion von fast einer dreiviertel Stunde. Für mich ein Beweis dafür, dass der komplizierte Sachverhalt einfach nicht in drei bis vier Sätze "zu giessen ist".

Ich will mich nicht dem sicher berechtigten Anspruch "zeige deine Solidarität mit Dennis Stephan in der Praxis" (und nicht nur im stillen Kämmerchen) entziehen, aber hier in der Onlineausgabe sehe ich mich nicht dazu in der Lage.

Deswegen denke ich, dass es dieses Mal Sinn macht - bei Interesse - meine Meinung zu dem Themenkomplex per "Persönliche Nachricht" bei mir abzufragen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jörg Bergstedt

von:  Jörg Bergstedt

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Jörg Bergstedt
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