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Orgelvesper am Dritten Adventssonntag mit 50 Zuhörern gut besucht

Gießen | "Gaudete!" - "Freut euch!" heißt es am dritten Adventssonntag und eine freudige Stimmung erreichte die 17. Orgelvesper in der St. Thomas Morus Kirche am vergangenen Sonntag. Es musizierten Rita und Matthias Meinhardt aus Dresden an Orgel und Violine, abwechselnd und gemeinsam. Unterstützt wurden sie dabei auch von ihren Kindern Georg (15) und Johanna (13) Meinhardt. Beide spielen ebenfalls seit mehreren Jahren Geige.
Die überdurchschnittlich gut besuchte Orgelvesper begann um 16 Uhr. Jakob Christoph Handrack, nebenamtlicher Organist der St. Thomas Morus Gemeinde und zweiter Vorsitzender des Vereins "Freunde und Förderer der Pfarrei St. Thomas Morus Gießen e.V." begrüßte die rund 50 anwesenden Besucher zu dieser adventlichen Orgelvesper.
Das Programm eröffnete Matthias Meinhardt mit der Sonate in g-Moll für Solo-Violine (BWV 1001) von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Meinhardt, promoviert, arbeitet hauptberuflich als Pathologe und Neuropathologe am Universitätsklinikum Dresden und ist seit 2012 Konzertmeister des Sinfonieorchesters der Auferstehungsgemeinde Dresden-Plauen.
Nach dem Adventsklassiker "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit", begleitet von den drei Violinen und Orgel, folgte der berühmte Pachelbel'sche Canon per 3 Violini e Basso in D-Dur, welcher von anschließenden Szenenapplaus begleitet wurde. Die darauffolgenden Werke für Orgel könnten kontrastreicher nicht sein, sowie das gesamte Programm eine gelungene Mischung und abwechslungsreiche Vielfalt bot. Es folgte Hermann Schroeders (1904-1984) Orgelchoral über das altdeutsche, geistliche Volkslied "Es flog ein Täublein weiße", welches thematisch die unbefleckte Empfängnis Mariens durch den Heiligen Geist behandelt. So heißt es in der vierten Strophe des Liedes von Nicolas Beuttner (1602) "Sie schloß wohl auf ihres Herzens Fensterlein, / wohl zu derselben Stunde / der Heilig Geist ging ein." Es folgte das "Noël Etranger" aus dem Nouveau Livre de Noëls No. VIII des französischen Barockkomponisten Louis Claude Dandrieu (1694-1772).
Die Lesung aus dem Buch Jesus Sirach, Kapitel 3, recitiert von Frau Isabell Starch-Sommer, lud ein zu Bescheidenheit und Demut im Geiste einer adventlichen Besinnung auf das Wesentliche wie der Autor in Vers 23 mit den Worten Such nicht hartnäckig zu erfahren, / was deine Kraft übersteigt. zum Ausdruck bringt. Sich Ziele zu setzen, die erreichbar sind und dabei den Horizont nicht aus den Augen verlieren, dies mag auch ein entscheidender Maßstab für die zukünftige Arbeit des Fördervereins St. Thomas Morus sein, mahnte Handrack eingedenk der auf den Förderverein kommenden Aufgaben in einer kurzen Stellungnahme.
Nach der Lesung harmonierte das Musikerehepaar in der gemeinsam vorgetragenen Pastorale für Orgel und Violine von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901). Das durch und durch romantische Werk erklang gefühlsbeladen und andachtsvoll. Im Gegensatz dazu überzeugte die Fughette für Violine und Orgel des bereits erwähnten Hermann Schroeder durch eine deutliche Klarheit mit einem Hauch Mystik.
Klinikseelsorger und Pfarrvikar Pater George Chittilappilly verwies in seinem kurzen Gebets- und Segensgruß auf den dem Hl. Augustinus zugewiesenen Ausspruch Quis cantat bis orat - wer sing betet doppelt, wonach am heutigen Abend sehr viel gebetet worden sei. Mit seinem unkonventionellen Charme sprach er Gebet und Segen und gratulierte anschließend dem Jubilar des Abends, Herrn Prof. Helmut Meinhardt, langjähriger Organist der St. Thomas Morus Gemeinde, welcher anlässlich der Orgelvesper seinen Geburtstag feierte.
Die Festivitäten und die freudige Stimmung, die sich in der Kirche ausgebreitet hatten, verlagerten sich im Anschluss auf den Kirchplatz vor der Kirche, wo der Förderverein St. Thomas Morus zu einem vorweihnachtlichen Glühweinausschank mit Plätzchen und Lebkuchen eingeladen hatte. Bei ausreichend kalten Temperaturen schmeckte der Glühwein und erwärmte die Seelen der Verbleibenden.
Die nächste Orgelvesper findet bereits im Neuen Jahr statt. Am 12. Januar 2014 um 16 Uhr spielt C-Kirchenmusiker Jakob Christoph Handrack in einer Orgelvesper zum Abschluss der Weihnachtszeit Werke von Bach, Händel und Froberger. Weitere Informationen unter orgel.gs80.de

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von:  Jakob Handrack

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Jakob Handrack
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