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Privates Fotomaterial zeigt Arbeitsalltag eines Postbeamten im besetzten Warschau von 1939 bis 1944

Florian Peters liest aus „Alltagspersektiven im besetzten Warschau, Fotographien eines deutschen Postbeamten (1939-1944)“. Foto: Melanie Schneider
Florian Peters liest aus „Alltagspersektiven im besetzten Warschau, Fotographien eines deutschen Postbeamten (1939-1944)“. Foto: Melanie Schneider
Gießen | Eine private Fotosammlung zeigt Alltagsperspektiven eines deutschen Postbeamten im besetzten Warschau. Zusammengefasst in einem Buch von Rudolf Jaworski und Florian Peters, der anhand einiger ausgewählter Aufnahmen aus diesem Buch über den Arbeitsalltag berichtet. Die Fotografien stammen aus dem Nachlass des Postbeamten Hermann Beyerlein. Als Sohn eines Postrats wurde er 1919 in Berlin geboren. Nach seinem Abitur und dem Erwerb des Diploms wurde er 1937 bei der Deutschen Reichspost in Berlin eingestellt. Im Dezember 1939 lies Beyerlein sich zur „Deutschen Post Osten“ nach Warschau abordnen und leitete das für die Besatzungsmacht kommunikationstechnisch bedeutende Fernmeldeamt. Hermann Beyerlein wurde als „unabkömmlich“ vom Kriegseinsatz freigestellt. Im Oktober kehrte er gemeinsam mit seiner Frau, die er in Warschau
kennenlernte, nach Deutschland zurück. Seinen Arbeitsalltag und seine Eindrücke aus der besetzten polnischen Hauptstadt hielt er in rund 300 privaten noch erhaltenen Fotografien fest. Der Fokus seiner Aufnahmen lag auf dessen unmittelbaren dienstlichen Aufgabenbereich in Warschau. Auch Beyerleins Blick auf die polnische Außenwelt wurde maßgeblich von diesem Ausgangspunkt bestimmt. Durch fehlende Beschriftung sei es nicht einfach gewesen die Aufnahmen des „passionierten Hobbyfotografen“ in konkrete
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Zusammenhänge zu bringen. Und so den fotografischen Nachlass zum sprechen zu bringen, um den Alltag, die Zerstörung und die Grauzonen des deutsch-polnischen Verhältnisses während des zweiten Weltkrieges im
besetzten Warschau aus der Sicht eines deutschen Zivilbeamten aufzuzeigen.
Seit der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden zahlreiche
Fotodokumentationen unterschiedlicher Fotografen veröffentlicht. Neben den offiziellen Aufnahmen, die durch das nationalsozialistische Regime in Auftrag gegeben wurden, gibt es von deutscher Seite auch zahlreiche Privatfotos, die unter anderem durch Wehrmachtsangehörige und deutsche
Beamte im besetzten Europa aufgenommen wurden. Gerade die Dokumentationen der deutschen Besatzungsherrschaft im für beide Seiten bedeutenden Warschau, sind für die Wissenschaft von großer Bedeutung.
Für ihr Buch „Alltagspersektiven im besetzten Warschau, Fotographien eines deutschen Postbeamten (1939-1944)“ werteten die beiden Autoren den Nachlass des deutschen Postbeamten Hermann Beyerlein aus, der zwischen 1939 und 1944 für die deutsche Besatzungsmacht in Warschau arbeitete. Die Bildmotive der Sammlung sind eher unspektakulär. Sie zeigen jedoch präzise den Alltag eines zivilen deutschen Besatzungsbeamten. Da Beyerlein Warschau im Oktober 1944 verließ, dokumentieren die Autoren die Folgen des Warschauer Aufstandes durch die Fotos des Postbaurates Heinz Körner.

Florian Peters liest aus „Alltagspersektiven im besetzten Warschau, Fotographien eines deutschen Postbeamten (1939-1944)“. Foto: Melanie Schneider
Florian Peters liest aus... 
Florian Peters liest aus „Alltagspersektiven im besetzten Warschau, Fotographien eines deutschen Postbeamten (1939-1944)“. Foto: Melanie Schneider
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Kommentare zum Beitrag

Heike Nocker-Bayer
330
Heike Nocker-Bayer aus Gießen schrieb am 12.12.2013 um 21:52 Uhr
Liebe Melanie,
Chapeau für Deinen Beitrag! Sehr gut beschrieben, nah dran am Leser, Zeitgeschichte dicht vermittelt- so etwas brauchen wir öfter...
Melanie Weiershäuser
2.492
Melanie Weiershäuser aus Gießen schrieb am 14.12.2013 um 23:04 Uhr
Liebe Heike,
herzlichen Dank für dein Lob.
Viele Grüße und einen schönen dritten Advent
Melanie
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von:  Melanie Weiershäuser

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Interessensgebiet: Gießen
Melanie Weiershäuser
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