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Willkommen – Welcome – Bienvenue in der Stadtbibliothek - Mehrsprachigkeit und Interkulturalität in einer Bibliothek für alle

Dr. Thomas Wurzel, Guido Krell, Wolfgang Keil (hinten), Simone Maiwald, OB Dietlind Grabe-Bolz, Birgit Lesch-König und die FSJler Florian Ostertag und Lukas Rau (vorne) sind für die Realisierung der "interkulturellen Bibliothek" zu verdanken.
Dr. Thomas Wurzel, Guido Krell, Wolfgang Keil (hinten), Simone Maiwald, OB Dietlind Grabe-Bolz, Birgit Lesch-König und die FSJler Florian Ostertag und Lukas Rau (vorne) sind für die Realisierung der "interkulturellen Bibliothek" zu verdanken.
Gießen | „Tintenherz“ auf Russisch, „Twilight“ auf Arabisch, „Der Hobbit“ auf Polnisch… Fremdsprachige Ausgaben bekannter Bücher sind immer in Buchhandlungen schwer zu finden und ihr Preis ist viel höher als für die deutsche Version. Viele Gießener mit Migrationshintergrund, die gerne auch in ihrer Muttersprache lesen möchten, aber auch alle, die sich für Sprachen begeistern, haben es jetzt einfacher: Die Stadtbibliothek hat ihr mehrsprachiges Angebot erweitert! Das ist aber nur einer der Schwerpunkte des Projektes „Interkulturelle Bibliothek“, durch das die Stadtbibliothek sich insbesondere an die vielen Migranten in Gießen wendet, damit sie ihre Räumlichkeiten besuchen und sich dort wohl fühlen, wie Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz während einer Pressekonferenz am Dienstag, 3. Dezember, herzlich einlud. In einer Stadt, in der mehr als 10.000 Menschen aus über 140 Nationen zusammen leben, soll sich keiner vor der Stadtbibliothek scheuen – unabhängig von Ausbildung, Herkunft und Kenntnissen der deutschen Sprache.
Die weiteren Maßnahmen im Rahmen dieses Projektes, die der Bibliotheksleiter Guido Krell vorstellte,
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Stadtbibliothek (24)Migranten (10)Mehrsprachigkeit (3)Interkulturelle Bibliothek (1)Interkulturalität (3)Bücher (75)Bibliothek (21)
sollen die Hemmungen bei der Nutzung der Stadtbibliothek beheben. Neben fremdsprachigen Romanen und Kinderbüchern stehen auch die wichtigsten Informationen über die Bibliothek in vier Fremdsprachen zur Verfügung: Die Flyer und der Katalog wurden ins Englische, Französische, Türkische und Russische übersetzt.
Ein grundsätzlicher Ansatz der „interkulturellen Bibliothek“ ist die Förderung des Erwerbs der deutschen Sprachen vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund, ohne dass die eigene Muttersprache vergessen wird. Medienboxen mit bilingualen Bilderbüchern wie den Abenteuern des „Kleinen Eisbären“ und den dazugehörigen CDs sind nur ein Beispiel der zahlreichen zweisprachigen Geschichten im Bestand der Stadtbibliothek. Außerdem werden zweisprachige Kinderveranstaltungen der Reihe „Freitag.Vier“ zweimal pro Jahr organisiert, wie die deutsch-italienische Lesung „Nikolaus trifft Befana“ am Nikolaustag. Für die Erwachsenen, die die deutsche Sprache lernen und die Deutsch-Sprachkurs-Programme ausleihen, gibt es jetzt einen „Sprach-PC“ in der Bibliothek. In dieser PC-Lernstation können die Nutzer Sprachlernsoftware verwenden, wenn sie zu Hause keinen Computer besitzen.
Sehr wichtig ist auch die Vernetzung der Stadtbibliothek mit den interkulturellen Einrichtungen der Stadt Gießen, wie Kulturvereinen und ZiBB, und mit der VHS Gießen. In den staatlich geförderten Integrationskursen sei ein Pflichttag in der Bibliothek geplant, an dem die Kursteilnehmer durch freundliche Mitarbeiter durch die Bibliothek geführt werden, erklärte Birgit Lesch-König von der Volkshochschule. Das erhöht das Interesse für die Bibliothek, die dann auch selbstständig besucht wird.
VHS-Sprachlehrer boten auch einen Englischkurs für alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung an, der mit Begeisterung besucht wurde. Nächsten Frühling ist ein Arabischschnupperkurs geplant. Zweck dieser Initiativen ist es, dass jeder Nutzer sich in der Bibliothek willkommen fühlt, sei es nur durch einen Gruß in der eigenen Muttersprache.
Das lobenswerte Projekt „Interkulturelle Bibliothek“ konnte dank des im Jahr 2011 erhaltenen Preisgeldes von 10.000 Euro realisiert werden. Vor zwei Jahren gewann die Stadtbibliothek Gießen nämlich den Hessischen Bibliothekspreis, den die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Landesverband Hessen im Deutschen Bibliotheksverband jedes Jahr seit 1998 ausloben.

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von:  Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion

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Alessandra Riva - Mitarbeiterin der GZ-Redaktion
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