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PM der Antifa R4: Neonazis bei der Jungen Union

Gießen | Am vergangenen Wochenende fand in der Bürgerstube Hüttenberg eine Informations- und Diskussionsveranstaltung unter dem Titel „2030: Sind unsere Landkreise zukunftsfähig?“ statt. Geladen hatte der Kreisvorsitzende der Jungen Union Lahn-Dill, Sven Ringsdorf.

Unter den Anwesenden waren auch Thassilo Hantusch und Lukas Keiner. Beide sind aktive Mitglieder der NPD bzw. deren Jugendorganisation JN. Thassilo Hantusch ist Teil des Landesvorstandes der JN, Lukas Keiner trat zuletzt für die NPD bei den Kreistagswahlen 2011 an. Des Weiteren trugen beide ihr Weltbild in die Öffentlichkeit, in dem sie im Mai diesen Jahres an einem Naziaufmarsch in Grünberg teilnahmen.

Im Anschluss an die Diskussionsveranstaltung veröffentlichte die Junge Union im Rahmen ihrer Berichterstattung ein Gruppenbild auf ihrer Homepage. In dem vertraut wirkenden Kreis von ca. 10 Personen sind auch die beiden Neonazis zu erkennen.

Berührungen dieser Art gab es im JU/CDU-Spektrum schon häufiger und können somit kaum als Zufall bezeichnet werden. Im Herbst 2011 berichtete der Hessische Rundfunk, ein CDU-Funktionär verbreite rechtes Gedankengut
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NPD (29)Naziaufmarsch (7)CDU (583)
im Internet und nutze die Comicfigur "Paulchen Panther" als Profilbild auf seiner Facebook-Seite - offensichtlich aus Solidarität gegenüber der Neonazi-Terrorzelle. Zeitgleich war er sowohl Mitglied der Kameradschaft "Freier Widerstand Kassel" als auch der Kasseler CDU. Zuletzt brachte er es dort sogar bis zum Schriftführer des CDU-Stadtbezirksverbandes Kassel-Nord.

Ein weiteres Beispiel hierfür ist der damals sehr aktive Neonazi Matthias Müller, welcher 2006 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Hochschulgruppe RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Student*innen) an der Uni Gießen war. Müller ist darüber hinaus Mitglied der NPD-nahen Burschenschaft ‚Dresdensia Rugia’, fungierte als Vorsitzender der ‚Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“, schrieb für die Zeitschrift Junge Freiheit und nahm zu dieser Zeit regelmäßig an Naziaufmärschen teil.

Des Weiteren versucht die CDU selbst NPD-Themen zu besetzen. Hans-Jürgen Irmer aus Wetzlar machte in den vergangen Jahren regelmäßig von sich reden, in dem er nicht selten in dem von ihm herausgegebenen Wetzlarer Kurier gegen Minderheiten hetzte. Der Journalist Patrick Bahners kritisierte in seinem Buch „Die Panikmacher“ (2011) ausführlich die von Irmer betriebene Kampagne gegen den Islam. 1996 referierte Irmer bei der Burschenschaft Dresdensia-Rugia in Gießen und 2004 bei einer weiteren Verbindung der Deutschen Burschenschaft, der Gießener Burschenschaft Germania (Mittlerweile aus der Deutschen Burschenschaft ausgetreten).

Der ehemalige hessische Innenminister Gerhard Bökel nannte Irmer "einen selten konsequenten Rechtsradikalen". Des Weiteren wurde ihm vorgeworfen „nationalsozialistischen Jargon“ zu verwenden, wie zum Beispiel „Volkszorn“ und „Humanitätsduselei“.

Gut ins Bild passt da, dass die Junge Union-Verbände Ehringshausen und Solms-Braunfels-Leun im Februar 2011 ein Lesung mit Thilo Sarrazin veranstaltete.

„Insgesamt scheint es keine Berührungsängste gegenüber Neonazis zu geben, sodass wir die Junge Union auffordern, zu dem Besuch der JN-Aktivisten und deren Teilnahme an der Veranstaltung Stellung zu beziehen“, so Lena Roth, Pressesprecherin der Antifaschistischen R4 aus Gießen.



http://de.wikipedia.org/wiki/Burschenschaft_Dresdensia-Rugia_zu_Gie%C3%9Fen

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.552
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 29.11.2013 um 10:09 Uhr
Nein, diese Kinder. Hat den kleinen Politikerdarstellern keiner erzählt das man darauf achten soll mit wem man sich so zeigt? Solche Fotos kommen später gut, wenn irgendwo ne Wahl ansteht.
Christian Momberger
11.114
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 29.11.2013 um 21:18 Uhr
Danke Antje für den interessanten Artikel bzw. Hinweis, der mich leider nicht wirklich verwundert. Leider ist aber auch von der Mutterpartei und deren Landesführung keine Abhilfe zu erwarten. Und mit so einer Partei wollen die Grünen in Hessen Koalieren. Na dann gute Nacht.
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