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Couleurbesuch bei der Burschenschaft Ascania in Köln

Wappen der Burschenschaft Ascania Köln.
Wappen der Burschenschaft Ascania Köln.
Gießen | Die Luft ist erfüllt von geschäftigem Treiben und vielen Stimmen. Angeregte Gespräche in jeder Ecke des Hauses, hier, in der Zülpicher Straße in Köln. Wir sind zu Gast bei der Burschenschaft Ascania, Kölns älteste nicht schlagende Verbindung.

Es gilt der VDB-Traditionskneipe e.v. im CCB beizuwohnen, zu der wir eingeladen wurden. Der etwas monströse Veranstaltungsname steht für Vereinigung Deutscher Burschenschaften (VDB) und der CCB ist das Cartell Christlicher Burschenschaften, in diesem Fall im SB, also dem Dachverband Schwarzburgbund. Cartelle (meistens: Kartelle) regeln das Verhältnis von Studentenverbindungen oder deren Dachverbänden untereinander. Das Kartellverhältnis geht über das Freundschaftsverhältnis hinaus. Kartellverbindungen betrachten sich oft als eine Verbindung an verschiedenen Orten (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Cartell).

Es ist 20:15 Uhr, das akademische Viertel vom eigentlichen Veranstaltungsbeginn ist verstrichen, und noch immer stehen kleine Gruppen im Kneipsaal bei einem Glas Bier in der Hand beisammen und tauschen sich rege aus. Die zahlreichen Neuanwärter auf dem Haus, die sogenannten
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VDB-Traditionskneipe (1)Traditionskneipe (1)Köln (50)Kneipe (13)Geo-Giessensis (18)Burschenschaft Ascania (1)Burschenschaft Adelphia (1)Burschenschaft (35)
Füchse, zapfen Kölsch und bayrisches Helles. Zum Glück sind Verbindungen aus der Oberpfalz anwesend, so gibt es wenigstens einen ordentlichen Hopfensaft. Bereits seit gestern Abend ging es hier hoch her, einigen merkt man die Übernächtigung noch mehr als deutlich an.

Das Präsidium schickt sich nun aber doch an, den Hauptteil, das sogenannte Hochoffizium, zu beginnen. Die Gespräche verstummen und es steigt das erste Lied des heutigen Abends, Die Gedanken sind frei. Nach jeder Strophe werden die Gäste eines jeden Bundes begrüßt. Nach der letzten Strophe darf sich wieder frei unterhalten werden, bis das nächste Lied vom Musicus, dem Farbenbruder am Klavier, angestimmt wird. Es folgt die Rede des Seniors der Burschenschaft Ascania, sprich dem Vereinsvorsitzenden der aktiven Burschen dieses Semesters. Nach einigen Grußworten der Gäste und einem weiteren Studentenlied erfolgt die Burschung der Füxe, also das Übergehen der Neulinge in das aktive Burschenleben mit vollem Stimmrecht. Die Zeremonie ist atemberaubend lang, denn nicht weniger als sechs Nachwuchsburschen werden heute in den Bund der Ascania aufgenommen. Jeder hat bei der Fahne zu geloben, das ewige Band der Treue und der Freundschaft in Ehren zu halten und zu tragen und sich immer nach den Statuten des Hauses und stets vorbildlich zu verhalten.

Wappen der Burschenschaft Adelphia.
Wappen der Burschenschaft Adelphia.
Daraufhin folgte der kurzweilige Teil des Inofficiums mit einigen Liedern und dem Vortrag der Füxe, auch Biermimik genannt. Im Inofficium ist es nun wieder gestattet, während der Pausen aufzustehen. Doch hier geschah insgesamt nicht mehr besonders viel. Die Gäste wollten sich unterhalten und so schlug der Senior die Kneipe gegen 23 Uhr ins Bierdorf, dem offiziellen Ende der Kneipe, aber dem eigentlichen Beginn des Abends. Damit war endlich auch das Rauchverbot aufgehoben. Der Philistersenior der Geo-Giessensis wurde daraufhin prompt zu einer Zigarre eingeladen, der er sich nicht verweigern durfte und wollte. Die Burschenschaft Adelphia, ebenfalls aus Gießen, stiftete sogar einen Kasten Apfelwein, da kamen bei den Auswärtigen Heimatgefühle auf. Die Unterhaltungen führten noch bis weit in die Nacht, als Zeichen des Respekts tauschte man sich noch die Semesterprogramme aus, auf denen unter anderem auch die Kontaktdaten der jeweiligen Verbindung zu finden sind. Falls man mal in der Nähe ist… Nicht nur unter Verbindungen gibt es diese Gesten der Freundschaft.

Es war ein sehr schöner und kurzweiliger Abend. Einen besten Dank der Burschenschaft Ascania für die Einladung, die allerherzlichsten Glückwünsche zu den sechs neuen Füxen (ein vivat, crescat, floreat* muss man da schon fast nicht mehr wünschen) und vielen Dank für die guten Gespräche mit den Farbenbrüdern der Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg, der Breslauer Burschenschaft Ostmark zu Regensburg, Burschenschaft Teutonia Nürnberg und der Gießener Burschenschaft Adelphia.

* Lebe, wachse, gedeihe

Mitglieder folgender Burschenschaften und Verbindungen waren an diesem Abend anwesen (siehe Bilder):

Wappen der Burschenschaft Ascania Köln.
Wappen der... 
Wappen der Burschenschaft Adelphia.
Wappen der... 
Burschenschaft Alemannia Leipzig zu Bamberg.
Burschenschaft Alemannia... 
Wappen der Burschenschaft Ostmark-Breslau
Wappen der... 
Wappen der Burschenschaft Teutonia Nürnberg.
Wappen der... 
Wappen der Geo-Giessensis zu Gießen.
Wappen der... 

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Kommentare zum Beitrag

Thomas Weber
112
Thomas Weber aus Gießen schrieb am 22.11.2013 um 16:28 Uhr
interessanter Beitrag des Ablaufs einer klassisch-studentischen Kneipe von korporierten Studenten, welcher zu früheren Zeiten eine große Anzahl von Studierenden betraf.

Auch wenn die Corps heute eher am Rande der hiesigen Studentenlandschaft existieren bzw. viele aufgelöst wurden, ist deren Tradition in den Farben, Wappen, Mottos,studentischem Lebensbund und Ritualen erhalten, welche viele "moderne" Studenten heute eher befremden.

Interessant dabei ist die Frage, ob diese Form von studentischem Leben heutzutage noch zeitgemäß oder eher antiquiert erscheint, gemäß dem Motto der "alten Zöpfe" ? Ich erinnere mich zu meiner Studentenzeit vor 10 Jahren an die Rivalität zwischen AStA und der Verbindungen, welche zu Semesterbeginn um "Neufüchse" warben.

Gibt es dazu Meinungen ?
Freie akademische Verbindung Geo-Giessensis
135
Freie akademische Verbindung Geo-Giessensis aus Gießen schrieb am 24.11.2013 um 18:18 Uhr
Vielen Dank für Ihre Anregung. Natürlich können wir nicht neutral antworten, aber einige Antworten aus unserer Sichtweise darstellen.

Das Korporiertenwesen ist derzeit in der Tat nicht das Nonplusultra des Zeitgeists, aber wir glauben, gerade durch unser recht junges Alter von fünf Jahren ein wunderbares Beispiel dafür zu sein, das einige Werte, wofür Verbindungen stehen, durchaus noch erstrebenswert sind. Damit meinen wir nicht unbedingt konservative Denkweisen (in unserem Verein tummelt sich alles vom linken bis zum konservativen Flügel), sondern eher die Aufrechterhaltung studentischer Traditionen (vielleicht vergleichbar wie ein Sängerverein) und das Erfüllen von Tugenden, die zwar spießig preußsisch daher kommen, aber das soziale Miteinander stärken und zusammenhalten.
Wir wurden von anderen Korporationen nicht "schief" angeschaut, als wir uns offenbart haben, vielmehr zollte man uns Respekt, in Zeiten wie diesen den Mut zu haben, eine neue Verbindung zu gründen, gerade wo viele an ihrer Existenzgrenze nagen.

Was den AStA betrifft: Dort hat sich leider nicht besonders viel geändert. Politische Neutralität gibt es dort nach wie vor nicht, Gießen ist in diesem Zusammenhang immer ganz besonders negativ.
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von:  Freie akademische Verbindung Geo-Giessensis

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Freie akademische Verbindung Geo-Giessensis
135
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