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Krimifestival 2013 - Wie ein Märchen entsteht

Cover des Krimifestival-Programmes 2013, netterweise zur Verfügung gestellt von Uwe Lischper, Veranstaltér des Krimifestivals in Gießen
Cover des Krimifestival-Programmes 2013, netterweise zur Verfügung gestellt von Uwe Lischper, Veranstaltér des Krimifestivals in Gießen
Gießen | Oder ist es ein Lehrstück aus der modernen Physik über das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung?

Es waren einmal zwei Redakteure, die loszogen, um im Auftrag ihrer Kulturredaktionen über eine Lesung zu schreiben, die am 24. Oktober im Kellergewölbe des Ulenspiegel stattfand. In der lichtdiffusen Atmosphäre und mystischen Kulisse des ausverkauften Hauses ließen sich beide in der ersten Reihe mit Stenoblock nieder.
Während der eine seinen Beruf beherzigt und sich ausgiebig mit dem Buch beschäftigte, bevor er die Autorin und die Lesung auf sich wirken ließ, lümmelte der andere, ein kauziger feindseliger Geselle mit niederen Absichten, auf seinem Stuhl.
Es kam der Tag der Abrechnung. Der 26. Oktober. Die Leser der Giessener Allgemeinen schlugen die Kulturseite auf und führten sich einen objektiv kritischen Bericht über eine Lesung zu Gemüte.

http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Stadt/Stadtkultur/Artikel,-Fiktion-und-Wirklichkeit-Heike-Nocker-Beyer-im-Ulenspiegel-_arid,454747_regid,1_puid,1_pageid,266.html#sendarticle

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Totalveriss (1)Rezipient (1)Rezension (111)Lesung (245)Kulturredaktion Giessener Anzeiger (1)Krimifestival 2013 Giessen (1)Giessener Allgemeine (2)deprimierende Lesung (1)

Die treue Leserschaft des Giessener Anzeiger hingegen sah sich mit einem Totalverriss konfrontiert. Stammleser der Zeitung empörten sich, sprachen von einer Vernichtung, wie es die Kulturredaktion der Zeitung wohl so noch nie zu Papier gebracht haben soll.

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kultur/13560821.htm

Bei der Autorin stand das Telefon nicht mehr still. Sie ließ es klingeln. So wie man in den Wald hineinruft, tönt es zurück, dachte sie.
"Waren wir auf einer anderen Veranstaltung?", regten sich nicht wenige auf, die die Lesung besucht und beide Zeitungen im Abo hatten. Die Autorin blieb gelassen: "Was solls, die Geschmäcker sind halt verschieden,...
Doch was danach passierte, beunruhigte auch die Autorin. Veranstaltungsbesucher, die in der Online-Ausgabe den Beitrag der Giessener Anzeiger höflich und sachlich kommentierten, konnten nicht glauben, dass innerhalb einer Stunde des gleichen Tages ihre Meinungen wieder gelöscht wurden.
Könnte es möglich sein, dass sich die Kulturredaktion in einem totalitären Staat sieht, wo Pressezensur gang und gäbe ist? Doch dann verdrängt in den Folgetagen wundersam Märchenhaftes die Schieflage: Die Absatzzahlen des Buches klettern in die Höhe...
Offenbar muss in Augenschein genommen werden, warum das Buch so himmelhoch jauchzend und gleichsam zu Tode betrübt kritisiert worden ist. Und überhaupt,
wußten nicht schon unsere Großeltern: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein?
Die Realsatire folgt auf dem Fuße: Als sich die Autorin am 7. November bei der Kulturredaktion der Giessener Anzeiger für ihre Werbekampagne bedanken will, wurde stattdessen prompt ein kritischer Leserkommentar über den Vernichtungsredakteur Online gestellt mit aktuellem Datum. Beängstigend, wie der Buchtitel "Die Böses säen und Liebe ernten" einen Fluch zu befeuern scheint.

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Kommentare zum Beitrag

Dieter Petersen
1.435
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 09.11.2013 um 11:27 Uhr
Ich bin Krimiautor und bekomme auch Bewertungen. Da liegt auch mal eine daneben. Geschmacksache. Aber dieser Artikel ist eine Frechheit und ein Negativbeispiel des Berufsstandes Journalist. Dieser hat neutral zu berichten und darf höchstens unterschwellig seine Meinung einfließen lassen. Die Degradierung dieser Autorin ist so unverschämt, dass ich mich als Zeitung distanzieren würde. Eine konstruktive Kritik sieht anders aus. Der Verfasser hat einen schlechten Tag gehabt und es hat ihm gestunken, dass er dahin musste. Pfui. Deiwel.
Heike Nocker-Bayer
330
Heike Nocker-Bayer aus Gießen schrieb am 09.11.2013 um 11:48 Uhr
Lieber Herr Petersen,
danke für Ihren Kommentar, den ich ergänzen um die Arroganz der Giessener Anzeiger, :

08.11.2011
Kritikfähigkeit?

Vielleicht stünde es der Autorin gut zu Gesicht, sich in Kritikfähigkeit zu üben denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Sich jetzt darüber süffisant in einem Gießener Werbeblättchen auszutoben, berührt einen eher peinlich.
07.11.2013 Aramis, dieser Kommentator ist bei uns registriert.
Kommentar bewerten Kommentar positiv bewerten (0) Kommentar negativ bewerten (5)
Waren wir etwa am 24.10. auf einer anderen Lesung???

Das klingt aber wie eine ganz andere Veranstaltung , als die, bei der wir anwesend waren!! Frau Nocker-Bayer hat eine schöne Stimme mit samtigem Timbre und die Stellen aus Ihrem spannenden Buch , die sie für die ausgebuchte Lesung ausgewählt hatte , waren so viel versprechend, dass ich mir das Buch gekauft habe und noch am selben Abend zu Hause halb durchgelesen habe!!
Ungelöste Mordfälle , so genannte Cold Cases ,sind immer spannend und die Details oft deprimierend , auch wenn man nicht persönlich betroffen ist. Ich habe im Gegenteil zum Autor dieses ,fast schon nach arger Böswilligkeit klingenden ,Artikels mich richtig gut gegruselt....das ist das Anliegen jedweden guten Krimis.
B. Weber
Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 10.11.2013 um 12:16 Uhr
Ich war bei der Lesung nicht anwesend. Ausdrücklich möchte ich betonen, dass Herr Lipscher als Veranstalter höchst interessante, teils humorvorvolle und schauspielerisch talentierter Autoren nach Gießen holt - ich war bei mehreren Veranstaltungen als Zuhörer (und als Zuschauer) anwesend.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Heike Nocker-Bayer

von:  Heike Nocker-Bayer

offline
Interessensgebiet: Gießen
Heike Nocker-Bayer
330
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