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Gegen das Dorfsterben

Mercedes Bindhardt vom Regionalmanagement Gießener Land gibt Einblicke
Mercedes Bindhardt vom Regionalmanagement Gießener Land gibt Einblicke
Gießen | Gegen das Dorfsterben hat die Europäische Union schon 2007 ein Programm entwickelt, das vielen bekannt ist unter dem Namen ELER. Dahinter steckt der Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Organisiert von Regionalmanagements. Das Giessener Land zählt dazu und sitzt im Souterrain der KZF- Zulassungsstelle. Verantwortlich ist Mercedes Bindhardt. Sie bilanziert, dass in den letzten Jahren 1,7 Mio Fördergelder abgerufen worden sind. Beispielsweise für eine Hackschnitzelanlage, den Ausbau des Lahn-Radweges und für den Dorfladen Lich-Eberstadt. Bis 2020 will Brüssel noch mehr Geld ausschütten. 2 Mio Euro. Ab nächstem Jahr können Institutionen, Organisationen und Gemeinden erneut aus dem Fördertopf schöpfen und kreative Projektideen vorstellen. Übrigens auch solche Kommunen, die unter den Rettungsschirm geschlüpft sind. Lediglich für Vorhaben, die Bioenergie generieren, wird es keinen Cent mehr geben.
ELER kann jeden fördern, der eine pfiffige Idee hat, und eine Existenz als Unternehmer gründen will. So wie Cornelia Medenbach. Sie hat dem Regionalmanagement ihr Unternehmenskonzept vorgelegt und eine Finanzspritze bekommen für ihr "Nähcafe" in Heuchelheim. Rund 4000 Euro, eine Starthilfe, die sie nicht zurückzahlen muß.
"Das war zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt die gelernte Bürokauffrau, "aber immerhin 30 Prozent meiner Investitionen".
Sie erzählt, wie alles anfing mit einem Existenzgründungsseminar. Dort hat sie alle wichtigen Leute kennengelernt. Mitarbeiter der Industrie- und Handelskammer und der Wirtschafts- und Investitionsbank Hessen ( WI-Bank ).
Im Mai 2012 hat sie "Conny`s Nähcafe" eröffnet. Mehr als 50 ausgebuchte Nähkurse liegen hinter ihr, und Kunden, die Stoff und Seidenfaden kaufen und gleichzeitig am Tisch Latte Macciato trinken und nähen, werden immer mehr. Schon expandiert das Nähcafe, wächst das Team um eine Aushilfe und eine Fachoberschülerin, die an der Willy Brand Schule Textiltechnik büffelt.
Gibt es aus ihrer Sicht als Existenzgründerin etwas, das vom Regionalmanagement verbessert werden könnte?
"Weniger Bürokratie bei der Antragsstellung, die haben bis in den Centbereich nachgerechnet."
Bleibt zu hoffen, dass Brüssel nicht den Rotstift bei der Zahl der Arbeitsplätze des Regionalmanagements ansetzt, die aus der EU-Kasse des Fonds mitfinanziert werden und leicht ins Wanken geraten.

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.359
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 23.10.2013 um 19:25 Uhr
Ganz hervorragende Sache, eine Belebung auf dem Lande zu unterstützen.
Überall ebbt die Infrastruktur ab, Geschäfte und Banken verziehen sich in die Städte und selbst die Bus- und Bahnverbindungen lassen immer mehr zu wünschen übrig.
Kein Wunder, dass viele junge Menschen in die Stadt ziehen, die Häuser der Großeltern bleiben leer, auch unverkäuflich.
Dabei sind die Vorteile : Nähe zur Natur, bessere soziale Kontakte,
vom Wohnort Dorf zur Stadt absolut nicht zu toppen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Heike Nocker-Bayer

von:  Heike Nocker-Bayer

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Interessensgebiet: Gießen
Heike Nocker-Bayer
330
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