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Wandern, Glas und Bärentatzen

Blick vom Lusen
Blick vom Lusen
Gießen | Naturparadies und Urwald Bayerischer Wald

Bizarre, knorrige Baumwurzeln durchziehen so manchen Wanderweg im ältesten der gegenwärtig 13 deutschen Nationalparks, gegründet am 7.Oktober 1970. Im Norden bei Bayrisch Eisenstein beginnend, führen malerischen Wege mit herrlichen Aussichtspunkten den Naturfreund durch mehr als 24.000 Hektar uriges Waldgebiet bis Maut im Süden. Im Nationalpark Bayerischer Wald entscheidet die Natur selbst, wie sie sich entwickelt, wie das faszinierende Wechselspiel zwischen Tieren und Pflanzen selbständig läuft. Kraft, Vitalität, Formen und Farben der wilden Waldnatur erwarten Sie im Nationalpark. Das Wirken der natürlichen Umweltkräfte und die ungestörte Dyna-mik der Lebensgemeinschaften ist eines der primären Zwecke der Nationalparkverordnung.

Der Nationalpark Bayerischer Wald lädt Sie ein, sich auf ihn einzulassen, ihm zuzuhören, ihn zu entdecken und dabei auch sich selbst zu finden. Ob hinauf auf die Gipfel des großen Rachel (1453 Meter), großen Falkenstein (1315 Meter) oder Lusen (1373 Meter). Herrliche Blicke bieten die Gipfel, für viele Wanderer einzigartige Momente des
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Tierpark (30)See (138)Natur (793)Nationalpark (24)Glaskunst (1)Glasbläserei (3)Gewässer (20)Bären (24)Bayerischer Wald (4)Arber (1)
Verweilens, des Genießens der Ruhe weitab von dem Trubel des urbanen Lebens. Zum erklim-men des Lusen kann man durch die Teufelsschlucht klettern, abenteuerlich wie faszinierend steigt man über enge Wege aus Steinen empor, um dann den felsigen Gipfel über „Sommerweg“ und die „Himmelsleiter“ zu bezwingen. Die teils sehr steilen Windungen der Wanderwege bieten unvergessliche Eindrücke des bayerischen Urwaldes. Weite Flächen des Baumbestandes sind dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen, erkennbar an den grauen, völlig blanken Stämmen und Ästen. Der Betrachter erhält den Eindruck eines silbern schimmernden dürren Rest-Baumbestandes, der geheimnisvolle, ja fast gespenstische Eindrücke hinterlässt. Am Wegesrand sämtlicher Wanderwege des Nationalparks dienen hölzerne Tafeln der ausführlichen Beschilderungen und Informationen der Wald- und Tierwelt, enthalten Wanderangaben über Länge und Dauer der vielen Wandermöglichkeiten. Märchenhaft beschaulich kann man auch am Regen entlang wandern, der Flusswanderweg ist an vielen Stellen nur wenige Zentimeter vom Wasser entfernt. Auf Schusters Rappen von Regen nach Zwiesel (ca. 10 km) und weiter nach Bayrisch Eisenstein (nochmal 14 km), führt er ebenso auf schmalen Trampelpfaden wie über mit Holzbohlen
befestigten Wegen und farbenprächtigen Wiesen. Schattige Wälder und sonnige Lichtungen laden an vielen Stellen zum Verweilen und Picknicken ein, im bewussten Einklang mit der Natur. Ein weiterer sehr idyllischer Weg führt entlang eines kleinen Baches, der sich durch den Wald bei Ludwigstal schlängelt. Binnen gemütlichen 45 Minuten gelangt der Wanderer vom Parkplatz „Zwieseler Waldhaus“ an das „Schwellhäusl“ (Trifter-Klause), einem urigen Lokal auf einer Lichtung gelegen, mit kleinem See und einigen wenigen Streicheltieren. Hier kommt das gezapfte Dunkelbier direkt aus dem Felsen. Dazu gehört dort eine schmackhafte Brotzeit im Biergarten. Täglich geöffnet von 10 bis 19 Uhr, Ruhezeit im November.


Der Arber – König im Bayerischen Wald

Die höchste Erhebung des Bayerischen Waldes ist der Arber (1456 Meter), Bestandteil des Naturparks, an den Nationalpark Bayerischer Wald grenzend. Kein Besuch des Bayerischen Waldes ohne ein Erinnerungsfoto auf dessen Gipfel, ob mit der Arbergondel gemütlich erreicht oder stolz per Pedes erwandert. Die Arberseilbahn bietet für Verliebte sogar eine spezielle Kuschelgondel mit Herzdekoration zum zarten Flirten. Die Wanderung der Kennzeichnung A von der Seilbahntalstation aus über Sonnenfelsen,
Aberebene und Schmugglerweg dauert ca. 1.5 Std. Eine romantische Begegnung mit dem großen Arbersee, etwas abseits der Seilbahntalstation führt den Wanderer in eine Welt prächtiger Farben der schwimmenden natürlichen Inseln, einzig in Europa.


Glaskunst – seit Urgedenken Tradition

Die Kunst in diesem Handwerk besteht darin, aus einem Klumpen geschmolzenen Glases einen Ge-brauchsgegenstand für den Alltag oder ein Kunstwerk zu schaffen. Dieses Handwerk ist eines der ältesten der Welt. Glasbläsereien (Glashütten) trifft man im Bayerischen Wald vielerorts an. Von alltäglich gebräuchlichen Trinkgläsern über Vasen und Geschirr bis zu schmucken Dekorationsgläsern für Haus und Garten findet sich eine enorme Vielfalt in allen Farben und Formen. Die meisten Glasbläsereien bieten täglich mehrfach Führungen an, Glasmuseen erklären Geschichte und Herstellung in medialen Vorträgen und Ausstellungen. An der Burgruine Weißenstein, dem Wahrzeichen der Stadt Regen, befindet sich ein ganzer Wald aus Glas. Erschaffen vom Künstler Rudi Schmidt entstanden hier 2002 gläserne Edeltannen, bis zu 4,50 Meter hoch sind die aus acht Milli-meter dickem, leicht grün und blau schimmerndem Glas. Die Stadt Regen gewann damit den Glasstraßenpreis 2002, der Preis prämiert die beste Verbindung zwischen Tourismus und Glaskultur.

Verwurzelter Wanderweg
Verwurzelter Wanderweg

Bärentatze, Luchs und Greifgefieder

Der perfekt getarnte Luchs, ebenso scheu wie der Wolf und andere seltene Tiere sind im Tierfreigehege des Nationalparks Bayerischer Wald in weitgehend natürlicher Umgebung zu sehen. In 16 Großgehegen präsentieren sich 45 heimische Arten, die man sonst bei Wanderungen in den weiten Wäldern kaum oder nie vor die Augen bekommt. Der spannende Rundweg Weg ist ca. sieben Km lang und dauert drei bis vier Stunden, Beobachtungszeiten mitgerechnet. Der Weg ist auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet. Der einzige Weg direkt durch ein Gehege bietet der Park bei den Wildschweinen an. Hier kann man sich schon mal Auge in Auge mit einem Keiler gegenüber stehen. Doch keine Sorge, meist sind die Tiere in sicherer Entfernung und bei ruhigem Verhalten als Besucher blei-ben sie das auch. Mitgeführte Hunde dürfen hier nicht hinein, für sie und deren Besitzer gibt es eine „Umleitung“. In etlichen Volieren sind Greifvögel wie Geier und Raben zu sehen und beobachten. Zwar oft versteckt und gut getarnt, hat man hier jedoch schon eher die Chance einer tierischen Bekanntschaft als bei Wolf und Luchs. Eines der fanzinierens-ten Gehege
ist das der Braunbären. In den Morgenstunden hat der Naturfreund hier am meisten Chancen, die kräftigen Zottel zu bewundern. Oft verstecken sich die derzeit 3 Bewohner (1 Männchen, 2 Weibchen) in ihren Höhlen oder im Buschwerk, mit viel Glück kann man sie auch mal beim Trinken aus einem kleinen Tümpel sehen oder beim Baden und spielen darin. Der Tümpel liegt direkt unterhalb des Besucher-Brüstung und bietet optimale Fotografische Möglichkeiten. Im Besucherzentrum des Hans-Eisenmann-Hauses direkt am den Tiergehegen des Parkplatzes Neuschönau lernt man auf spielerische Art und interaktiv, wie ein Baum funktioniert, welche Lebenwesen im Erdreich wohnen und kann selbst mit Mikroskopen in eigens dafür eingerichteten Räumen experimentieren. Ein weiteres, im August 2006 eröffnetes Tierfreigehege mit dem Informationszentrum „Haus zur Wildnis“ findet sich im Falken-stein-Rachel-Gebiet am Ortsende von Ludwigstal Richtung Bayrisch Eisenstein.
Das Zentrum ist ein Gebäude, welches sich seiner bestehenden natürlichen Um-gebung baulich anpasst und über ein 3-D Kino, ein Kinderland und einen Erlebnisraum verfügt. Auf ebenso spannende wie interessante Art werden den Besuchern hier spielerisch das Zusammenspiel von Wäldern und Tieren im Nationalpark Bayerischen Wald Informationen gege-ben. Ein Biergarten sorgt mit typischen Gerichten der Region für das leibliche Wohl. Die Tiergehege sind stets zugänglich und kostenlos. Dafür sind Parkplatz-gebühren zu entrichten.

Auf dem Flusswanderweg
Auf dem Flusswanderweg

Ein Steinwurf nach Tschechien

Der Nationalpark grenzt an seinem Nord-Süd Verlauf an Tschechien, wo sich der Name des „Bayerischen Waldes“ in „Böhmischer Wald“ ändert. Von Bayrisch Eisenstein ist es zum Herkunftsort der bekannten Biersorte Pils, der Stadt Pilsen ca. 85 Km. Nach weiteren 95 Km gelangt der Reisende nach Prag an der Moldau....doch das ist eine andere Geschichte.


Sportregion

Außer Wandern bietet der Nationalpark u.a. noch Radfahrwege, Reitmöglichkeiten, Rudern und im Winter vorwiegend Ski-Langlaufloipen, aber auch Abfahrtski an.

Als einer von dreien Deutschen Nationalparks konnte der Bayerische Wald bisher internationale Anerkennung erringen. Wichtigste Voraussetzung hierfür ist, dass mindestens 75 % der Nationalparkfläche keiner Nutzung wie Jagd oder Forstwirt-schaft unterliegen. Als erster in Deutschland hat sich der Nationalpark Bayerischer Wald aufgrund seiner konsequenten Naturschutzzielsetzung die internationale Anerkennung erworben. Zuständig für den Nationalpark Bayerischer Wald ist die Nationalparkverwaltung in Grafenau. Sie ist eine Sonderbehörde des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Blick vom Lusen
Verwurzelter Wanderweg
Auf dem Flusswanderweg
Zum Schwellhäuserl
Eisenbahnbrücke für die Bayerwaldbahn

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Unkrautrupfen geht auch mal anders! Meine Enkelin hat sich Gartenhandschuhe ausgesucht :-) "Ich will das auch wie Mama und Oma..." Etwas schwierig mit den Winterfäustlingen!!!

Kommentare zum Beitrag

Tara Bornschein
7.379
Tara Bornschein aus Reiskirchen schrieb am 28.02.2009 um 11:23 Uhr
Danke Matthias, für Deinen sehr informativen und interessanten Beitrag. Der Bayrische Wald ist wirklich sehr schön ! Ich war auch schon einmal dort. Tolle Bilder !
Gruß Tara
H. Peter Herold
29.374
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.02.2009 um 13:46 Uhr
Eine hervorragender Bericht mit gut eingesetzen Bildern im Text. Da muss ich noch einiges lernen. Die Fotos selber sind einfach Spitze.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 01.03.2009 um 13:40 Uhr
Bin am überlegen, ob ich meinen Sommerurlaub dort verbringe, sehr reizvoll.
Matthias Kahl
218
Matthias Kahl aus Gießen schrieb am 06.03.2009 um 17:40 Uhr
Vielen vielen Dank für eure tollen Kritiken. Es hat viel Spaß gemacht,
den Artikel zu schreiben und die Eindrücke zu fotografieren.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Matthias Kahl

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Interessensgebiet: Gießen
Matthias Kahl
218
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