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Das Otto Eger-Schwarzbuch von Bruno W. Reimann ist erschienen

Gießen | Im September ist im Cento Verlag Biebertal
folgende Arbeit erschienen (ISBN 978-3-935668-11-8). Zwei Wochen nach Erscheinen der Broschüre brachte die "Bundesvereinigung Opfer der Militärjustiz" die Intention der Studie auf den Begriff: "ein Beitrag zum Stand der "Entnazifizierung" in einer Universitätsstadt".

Bruno W. Reimann:
Das Otto Eger-Schwarzbuch

Das Gießener Otto-Eger-Heim
und Prof. Dr. Otto Eger (1877-1949):

Ein typischer Repräsentant
der rechten Universität,
ab 1933 NS-Mitgänger,
ein Studentenwerk, das 2013
noch seinen Namen trägt und
eine Universität, die alles herunterspielt

(Selbstkostenpreis in Papierform 7 €, CD-ROM € 2,50 plus Versandkosten, zu beziehen über cento-verlag@online.de)

Zum Inhalt
1. Die Debatte um Otto Eger
2. Die politischen Etappen Egers
3. Otto Eger, der "Führer" der Gießener "Zeitfreiwilligenkompanie" (Gießener Studentenkorps), und der Arbeitermord des Marburger Studentencorps (StuKoMa)
4. Eger und die "Organisation Escherich"
5. Egers politische Auftritte in der Weimarer Zeit
6. NS-Dissertationen unter dem Professor für Rechtswissenschaft Eger
7. Eger, sein Parteieintritt und die Kerckhoff-Klink
8. Egers politische Auftritte nach 1933
9. Fazit
10. Hitlers Nachhut
11. Literatur

Seit nunmehr fast 25 Jahren wird immer wieder die Frage diskutiert, ob das Studentenwerk weiterhin den Namen Otto Egers, eines Rechtsauslegers der Weimarer Zeit und dann NS-Seitengängers, tragen und nicht vielmehr ein Schnitt gemacht werden solle. Den letzten Anlauf machte die Fraktion der LINKEN im Stadtparlament: Sie forderte das Studentenwerk der Universität Gießen auf das Gebäude umzubenennen, denn Eger sei, so heißt es, "bekennender Nationalsozialist gewesen und in diversen NS-Organisationen aktiv." (GA, 7. Juli 2013)

Angestoßen hat die öffentliche Debatte die Gießener Studentenschaft vor mehr als 20 Jahren. Mehrere Listen des Uni-Konvents (den es heute nicht mehr gibt), die Konventslisten "Basisgruppen/GRÜNE, JUSO-HG, Agrarwissenschaften H und E and friends, Grüne-Alternative-Basis-Liste" richteten 1990 eine Anfrage an den Uni-Präsidenten Heinz Bauer, ob ihm bekannt sei, daß Eger "in den dreißiger und vierziger Jahren nationalsozialistische, völkische, rassistische und antisemitische Denkfiguren gefördert hat" (lt. GA, 22.1.1990) In der Folge forderte der seinerzeitige
Eger 1937, im Kreis von NS-Studenten
Eger 1937, im Kreis von NS-Studenten
Vorsitzende des Studentenparlaments Frank Sygusch die Umbenennung des Otto-Eger-Heims. Über die Position, die der Uni-Präsident Heinz Bauer zu diesem Punkt einnahm, ist folgendes zu lesen: "Prof. Bauer dagegen sieht keine Veranlassung für eine Umbenennung des Otto-Eger-Heims. Zwar sei es richtig, daß Eger 1941 der NSDAP beigetreten sei; dieser Schritt sei aber erfolgt, um der Kerckhoff-Stiftung, deren stellvertretenden Vorsitz Eger seit 1930 übernommen hatte, beibehalten zu können. Darüber hinaus existiere ein Schreiben des Gießener Rektors und überzeugten Nationalsozialisten Kranz von 1939, in dem dieser darauf hinweist, daß Eger zwar kein Parteigenosse, dafür aber ein Professor von großer Sachkenntnis und demzufolge als Dekan geeignet sei. ... Insgesamt seien nationalsozialistische Verfehlungen nicht ersichtlich." (lt. GAZ, 20.1.1990; der syntaktisch falsche, zweite Satz findet sich so in dem Zeitungsartikel!)

Mit und in dieser Erklärung wurden alle Fakten zu Egers politischem Wirken unter den Teppich gekehrt. Zu sechs Komplexen werden jetzt alle Fakten, die seit Jahren gesammelt wurden, auf den Tisch gelegt:
1. Eger gründete 1919/20 das "Gießener Studentencorps", das, ähnlich wie das "StuKoMa" (Studentenkorps Marburg),
Auch in Gießen hatten die Marburger Mörder einen guten Freund!
Auch in Gießen hatten die Marburger Mörder einen guten Freund!
1920 den Kapp-Putschisten beispringen wollte, aber dann nicht zum Einsatz kam . Da die Putschgerüchte bis zur sozialdemokratischen Landesregierung in Hessen gedrungen waren, stellte er sich als "Führer der Zeitfreiwilligenkompagnie" schützend vor "seine" Studenten.
2. In diesem Zusammenhang verleugnete Eger die Vorgänge in Mechterstädt am 25. März 1920, das Massaker der "Marburger Mordbuben" an 15 gefangen genommenen Arbeitern, nach dem Motto, daß nicht sein kann, was nicht sein darf!
3. Eger war für die protofaschistische "Organisation Escherich" (ORGESCH) tätig.
4. Eger trat in der Weimarer Zeit vielfältig mit rechten Äußerungen hervor, dazu gehören vor allem seine Auftritte als Rektor bei den Reichsgründungsfeiern.
5. Nach 1933 nahm Eger als Doktorvater eine Reihe stramm nationalsozialistisch ausgerichteter Doktorarbeiten an.
6. In den Jahren nach 1933 affirmierte Eger in einschlägigen öffentlichen Äußerungen das Nazi-System und seine Ideologie.

Alle vorgetragenen Fakten zu diesen Themenkomplexen weisen Eger als einen typischen Repräsentanten der rechten Universität der Weimarer Zeit aus, der dann 1933 zum ideologischen Mitgänger des Nazisystems wurde. Die Fakten machen deutlich, daß die Beibehaltung seines Namens für das Studentenhaus am Ende der Ludwigstraße in Gießen ein "no go" ist. Die Universitätsspitze unter drei Präsidenten (Bauer, Hormuth und Mukherjee) ignoriert diese Fakten, demonstriert ihr mangelndes Lernvermögen und manifestiert auf diese Weise schwere Defizite im Umgang mit der rechten Geschichte der Gießener Universität.

 
Eger 1937, im Kreis von NS-Studenten
Eger 1937, im Kreis von... 
Auch in Gießen hatten die Marburger Mörder einen guten Freund!
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Prof. Eger, 2. Reihe, 2. von rechts
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von:  Bruno W. Reimann

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