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Krankheiten des Atemsystems aus westlicher und chinesischer Sicht

Gießen | Aus westlicher Sicht bilden Lunge und Atemwege ein effizientes Gasaustauschsystem, die Luft wird eingeatmet, der Sauerstoff wird in der Lunge gefiltert und das überschüssige Kohlendioxid und Wasser wieder ausgeschieden.
Störungen der Atemwege werden mit Blockaden der Luftwege gleichgesetzt: Infektionen rufen Entzündungen hervor und Allergene reizen die Schleimhäute, was zur Überproduktion von Schleim und Husten führen kann. Die Behandlung erfolgt meist durch Antibiotika oder Hustenlöser.
Die traditionelle westliche Medizin betrachtete zur Zeit Galens die Lunge als feuchtes Organ, die durch phlegmatischen Charakter bestimmt ist. Jeder Überschuss an Feuchte löst einen wässrigen Husten aus, jeder Mangel bedeutet trockenen Husten. Warme, trockene Kräuter wurden zur Behandlung von Feuchte benutzt, sowie kalte und feuchte Kräuter zur Behandlung der Trockenheit. Heutzutage therapiert man Hustenanfälle auch mit stressabbauenden Atemübungen.
In der traditionellen chinesischen Medizin verbindet man die Lunge mit dem Atemprozess und auch mit dem Erhalt des Qi Kreislaufs, der die Lebensenergie zu den Körperorganen transportiert und auch für die Verteilung der Flüssigkeiten zuständig ist, die bei der Verdauung produziert werden.
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chinesische Medizin (8)Atemsystem (1)
Die Lunge ist der Sitz der Trauer und speichert Lebensenergie. Der Gesundheitszustand der Lunge spiegelt sich in Haut und Haaren, auch die Nase zeigt den Zustand der Lunge an, bei Erkältungen ist sie rot und geschwollen. Die Lunge ist auch eng mit dem Verteidigungs-qi verbunden, das sich an der Körperoberfläche befindet und die von außen eindringenden Erreger abwehrt. Erkältungen und Grippe werden als Schwäche der Lunge interpretiert, äußere Krankheitserreger abzuwehren. Das Lungen Qi bewegt sich im Körper nach unten, wenn Husten Schleim produziert, weist dies auf eine Schwäche der Lunge hin, das Qi nach unten abzuleiten.
Der Husten ist die natürliche Reaktion des Körpers auf eine Blockade der Atemwege. In der westlichen Medizin werden schleimlösende Mittel oder Husten unterdrückende Mittel verschrieben. Oft wirken sie auch antibiotisch, um Bakterien abzutöten. In der chinesischen Medizin benutzt man Kräuter, die den Kreislauf des Lungen qi wiederherstellen. Schleim und Hustenanfälle werden auf einen Überschuss an Hitze und Feuchte zurückgeführt, Lungenentzündung und Bronchitis auf Schleim-Hitze, die die Lunge blockiert und den normalen Fluss des qi stört.
Erkältungen und Grippeerkrankungen werden im Westen auf Viren zurückgeführt und auch entsprechend antiviral behandelt. Bevor man Viren entdeckte, hielt man Gifte oder das Böse für Ursachen der Grippe. In der traditionellen chinesischen Medizin schreibt man den " 6 äußeren bösen Einflüssen" Kälte, Sommerhitze, Feuer, Wind, Feuchte und Trockenheit die Verursachung von Erkältungskrankheiten zu. Die normale Erkältung wird durch Wind-Kälte oder Wind-Hitze verursacht, wobei Frösteln und Schweißlosigkeit ein "Kälteproblem" und Fieber und Durst ein "Hitzeproblem" darstellen.
Asthma und Heuschnupfen werden in der westlichen Medizin oft als allergische Krankheiten bezeichnet. Die Entzündungsreaktion des Körpers verursacht bei Asthma eine Verengung der Luftwege und bei Heuschnupfen eine Schwellung der Nasenschleimhäute. Im Westen werden diese Krankheiten mit entzündungshemmenden, entkrampfenden und antiallergischen Medikamenten behandelt.
In der chinesischen Medizin sind die Ursachen des Asthma sehr komplex: ein Versagen der Nierenenergie kann dafür verantwortlich sein, die Niere kann die Atmung nicht mehr kontrollieren. In diesem Fall würde mit nierenstärkender Medizin therapiert. Auch kann sich innere Schleim-Hitze angesammelt haben, die die Kanäle für den Luftaustausch blockiert, oder ein schwaches Lungen qi kann die Verteilung des qi nicht mehr gewährleisten.
Zahnfleischbluten und Aphten im Mund resultieren aus westlicher Sicht aus schlechter Ernährung, mangelnder Mund- und Zahnhygiene und auch durch Infektionen.
In der chinesischen Medizin ist der Mund eng mit Magen und Milz verbunden, jeder Zustand der Mundregion ist ein Ausdruck von mangelnder Milz Energie oder unzureichender Verdauung.
Trockener Mund und trockenes Zahnfleisch kann einen Überschuss an Magen-Hitze aufzeigen, die Körperflüssigkeiten austrocknet. Zahnfleischbluten ist die Ursache von auflodernder Magenhitze. Hier wird mit verdauungsfördernden Kräutern therapiert, die Magen und Milz stärken und normalisieren.
Halsprobleme sind in der westlichen Medizin oft die Ausprägungen von Entzündungen des Halses und von Erkältungen. Trockenheit und Rauheit der Kehle, Schwierigkeiten beim Schlucken werden durch Antibiotika und beruhigende Kräuter therapiert.
In der TCM entstehen Halsbeschwerden durch von außen eindringende Wind-Hitze, die, wenn sie weiter in den Körper wandern, Lungenentzündung und Bronchitis verursachen können. Die Symptome werden sofort bei Auftreten behandelt.
Ohrprobleme entstehen meist durch Erkältung und Infektion, sie können mit Kräutern therapiert werden. Taubheit und Tinnitus werden oft in der westlichen Medizin auf Erkältungskrankheiten zurückgeführt, oft kann man die wahre Ursache nicht herausfinden, deshalb ist die Behandlung schwierig.
In der TCM ist das Ohr eng mit Niere und der in der Niere gespeicherten Lebensessenz verbunden. Die Essenz der Niere verbraucht sich mit dem Alter, Taubheit und Tinnitus werden hier als unvermeidliche Alterserscheinungen betrachtet. Wenn die Lebensenergie der Niere sich zu schnell verbraucht, durch Stress oder auch sexuelle Exzesse, so kann Tinnitus entstehen. Die chinesische Medizin behandelt hier mit nierenstärkenden Tonika.
Sinusitis wird oft mit allergischen oder entzündlichen Reaktionen verbunden. Die Ernährung kann auch eine große Rolle spielen, zuviel Zucker oder auch Milchprodukte können Allergien auslösen, sowie eine ungesunde Umwelt, zuwenig frische Luft und Bewegung.
In der TCM wird Sinusitis auf den negativen Einfluss des äußeren Windes zurückgeführt, Wind-Hitze oder Wind-Kälte führen zu verstopften Nasengängen.
Generell ist zu sagen, dass Milchprodukte und raffinierter Zucker oft die Schleimproduktion anregen. Ein Verzicht auf diese Produkte bringt Erleichterung bei Sinusitis, Erkältungen und Husten.

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von:  Antje Holzhauer

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Antje Holzhauer
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