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Greilich im Gespräch mit Erstwählern der Stiftung Arnsburg in Lich: „Mitbestimmen ist besser als über sich bestimmen lassen“

Politik beim Abendessen: Wolfgang Greilich diskutierte mit den Jugendlichen und Ali Al Dailami von der Linken.
Politik beim Abendessen: Wolfgang Greilich diskutierte mit den Jugendlichen und Ali Al Dailami von der Linken.
Gießen | Einen Appell zur politischen Partizipation richtete der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag und Gießener Abgeordnete, Wolfgang Greilich, an eine Gruppe Jugendlicher der Evangelischen Stiftung Arnsburg in Lich im Rahmen eines Gesprächstermins, zu dem Stiftungsmitarbeiter Christian Fröhlich auch den Kreisvorsitzenden der Gießener Linken und Direktkandidat für die Bundestagswahl, Ali Al Dailami, begrüßte: „Demokratie lebt vom Engagement und dem Gestaltungswillen der Menschen. Es geht darum, sich darüber klar zu werden, was man für sich und seine Mitmenschen erreichen möchte und wie man sein Leben dahingehend beeinflussen kann. Das gilt nicht nur für die anstehenden Bundes- und Landtagswahlen, sondern weit darüber hinaus. Ich habe meine ersten politischen Erfahrungen als Teenager in der Schülervertretung gemacht, wo mir schnell bewusst wurde, dass Mitbestimmen allemal besser ist als über sich bestimmen lassen“, so Greilich.

Die Jugendlichen, von denen die meisten bereits volljährig oder kurz davor sind, lauschten angeregt den Ausführungen Greilichs und Al Dailamis und stellten vereinzelte Rückfragen.
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Während der Vertreter der Linken seine politischen Ziele mit der Abschaffung von Hartz IV, der Zahlung eines bedingungslosen Grundeinkommens und der flächendeckenden Einführung eines Mindestlohns beschrieb, stellte Greilich die Symbiose aus Freiheit und Vielfalt als Markenkern der FDP dar. „Mir geht es vor allem darum, dass die Menschen selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Deswegen lehne ich Einheitsschulen ebenso ab wie politisch festgelegte Mindestlöhne, weil ich der festen Überzeugung bin, dass die Menschen besser entscheiden können, was gut für sie ist als der Staat. Da das Geld, das verteilt werden soll, zunächst durch harte Arbeit erwirtschaftet werden muss, dürfen wir nicht den Fehler machen, genau diejenigen mit höheren Steuern und Abgaben zu belasten, die für den Wohlstand in unserem Land verantwortlich sind. Das unterscheidet uns grundlegend von der Linken.“

Den Vorwurf Al Dailamis, dass die FDP die Gesellschaft mit ihrer Ablehnung von Steuererhöhungen und Mindestlöhnen spalte, wies Greilich zurück, indem er verdeutlichte, dass die FDP keinen Bedürftigen zurücklasse, aber trotzdem immer dafür einstehen werde, dass derjenige, der in Vollzeit arbeitet, mehr verdient als derjenige, der dies nicht tut. Der Anreiz, arbeiten zu gehen und Steuern zu zahlen dürfe nicht durch ebenso unseriöse wie ungerechte sozialromantische Wohltaten aufs Spiel gesetzt werden, weil sonst das System nicht mehr funktioniere. „Ich bin fernab meiner politischen Einstellung zutiefst davon überzeugt, dass ein ganz wesentliches Verdienst unseres Bildungssystems seine über Jahrzehnte bewährte Durchlässigkeit ist. Die Chance zum sozialen Aufstieg durch Bildung muss der Staat garantieren. Dem einzelnen Menschen ist es überlassen, was er mit der staatlichen Hilfe daraus macht. Auch wenn das oberste Ziel unserer Bildungspolitik ist, niemanden in einer Sackgasse landen zu lassen, führt letztlich kein Weg daran vorbei, dass jeder Einzelne sich selbst am Schopf packen muss, um seine Ziele zu erreichen“, so Greilich weiter.

Die Jugendlichen interessierten sich neben dem nahe liegenden Thema Bildung vor allem auch für Fragen der Arbeitsmarkt- und Migrationspolitik. Einig waren sich Greilich und Al Dailami, dass Politiker zu sein nicht mit einem klassischen Beruf vergleichbar sei, sondern nur ein Standbein im Leben sein sollte. Wichtig sei, dass sich Jugendliche früh überlegen, was ihnen Spaß macht und wie sie später Geld verdienen wollen, um als Erwachsene ein eigenständiges Leben führen zu können. „Das Gespräch hat den Jugendlichen vor Augen geführt, dass es in der Politik zugeht wie im richtigen Leben. Es gibt unterschiedliche Interessen und Meinungen, die schnell zum Streit führen können, aber umgekehrt auch immer die Bereitschaft zum Kompromiss erfordern. Gerade weil die Debatte zwischen Herrn Greilich und Herrn Al Dailami an manchen Stellen etwas hitzig wurde, konnten die Jugendlichen sehen, dass man als Wähler tatsächlich die Möglichkeit hat, sich zwischen verschiedenen Gesellschaftsentwürfen und Zielen zu entscheiden. Diese Erkenntnis dürfte ihre Bereitschaft zur politischen Teilhabe gestärkt haben“, mutmaßt Fröhlich.

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