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Ausstellung „Ideen 2020“ in der Giessener Kunsthalle bis 19.Sept.2013

von Martin Wagneram 31.08.20131540 mal gelesen5 Kommentare
Zukunft in der richtigen Farbe!?    Claudia Hautumm - pixelio.de
Zukunft in der richtigen Farbe!? Claudia Hautumm - pixelio.de
Gießen | Von Dienstag bis Sonntag von 10:30 Uhr bis 17:00 h (also montags geschlossen) ist in der Giessener Kunsthalle (die befindet sich im EG des Rathauses) die Ausstellung zu sehen. Eintritt wird nicht erhoben.

Träger ist die Helmholtz-Gemeinschaft eine Wissenschaftsvereinigung mit dem Schwerpunkt (Groß) Technologien für die Zukunft. Unterstützt wird die Ausstellung von der Stadt und HESSENschafftWissen.de einer Initiative der hessischen Landesregierung zur Unterstützung des Wissenschaftsstandortes Hessen.

In futuristisch gestalteten einzelnen Computerstandorten (und ein paar künstlerisch angehauchte) Skulpturen wird dem Besucher versucht die Bedeutung der wissenschaftlichen Forschung für die Gestaltung der Welt im Jahr 2020 zu verdeutlichen.

Ein wahrlich schweres Unterfangen, wenn mann/frau bedenkt wie viele „Baustellen“ die Zukunftsforschung zu bewältigen hat. (Wird gut deutlich – weit mehr als das im Moment moderne Gequatsche vom „demographischen Wandel“!)

Die notwendige Auswahl der behandelten Themen ist naturgemäß auf die Themenschwerpunkte der von der Helmholtz-Gemeinschaft vergebenen Forschungsaufträge
Mehr über...
Zukunft (30)Vortrag (206)Tiefsee (1)Stadt Gießen (221)Sicherheitsindustrie (1)Rathaus (219)Medikamente (8)Kunstsaal (1)Kulturhalle (1)Helmholtz-Gemeinschaft (2)Energiespeicher (1)Ausstellung (283)
beschränkt. Teilweise für mich interessante Sachen, wie die Erarbeitung von Software für die Gesichtserkennungsprogramme für die „Sicherheitsindustrie“. Kaum zu glauben wie weit doch schon die Möglichkeiten der Totalüberwachung der Bürger gediehen ist.

Andere Themen wie das Energiemanagement der Zukunft ist (mir aus anderen Zusammenhängen bekannt) wird nicht nur recht anschaulich präsentiert, sondern auch die gewählten Beispiele sind recht originell.

Erschreckend finde ich, dass ein in meinen Augen fataler „Geist von Fortschrittsgläubigkeit“ aus vielen der Informationen mir „entgegen wehte“. Nichts gegen einen technologischen Fortschritt zum Nutzen der Menschheit. Aber nicht Alles was als solcher daher kommt, dient wirklich den Menschen.

Hier ein x-beliebiges Beispiel. Der positiv dargestellte Human-Roboter soll in naher Zukunft so weit entwickelt sein, dass er zur Betreuung von Demenzkranken eingesetzt werden kann. Aber hallo, geht es noch perverser? Dieser Staat / diese Gesellschaft hat kein Geld für die Ausbildung bzw. Bezahlung von Pflegern. Und weil das so ist, soll ein Demenzkranker mit einer Maschine kommunizieren?

Was für ein Menschenbild steckt da hinter der Stirn eines Wissenschaftlers. Mir graut es davor.

Medikamente         Andrea Damm - pixelio.de
Medikamente Andrea Damm - pixelio.de
Insgesamt ist aber die Ausstellung zu empfehlen.

Die Ausstellung wird durch eine Vortragsreihe ergänzt.

Jeden Dienstagabend um 18 Uhr im Konzertsaal (neben der Ausstellung) berichten Giessener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Forschungsergebnisse und möchten ihre Ideen für die Zukunft mit dem Publikum diskutieren. Folgende Themen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungen:

Lebenselixier Wasser (3.Sept.)

Medikamente nach Maß (10. Sept.)

Endlos Energie (17.Sept.)

(((und Bergbau in der Tiefsee; Mi, 4.Sept., 10 Uhr für Schulen)))

Links:

www.helmholtz.de/

www.HESSENschafftWissen.de

http://www.ideen2020.de/

http://www.giessen.de/Kultur_Freizeit_Sport/Veranstaltungen (dort weiter klicken)

http://de.wikipedia.org/wiki/Humanoider_Roboter

http://de.wikipedia.org/wiki/Demografischer_Wandel_in_Deutschland

Zukunft in der richtigen Farbe!?    Claudia Hautumm - pixelio.de
Zukunft in der richtigen... 
Medikamente         Andrea Damm - pixelio.de
Medikamente ... 
Tiefsee     Sven L. - pixelio.de
Tiefsee Sven L. -... 
Wie Energie speichern Albrecht?   E. Arnold - pixelio.de
Wie Energie speichern... 
Wildwasser             Rosi v. Dannen - pixelio.de
Wildwasser ... 

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.832
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 01.09.2013 um 02:10 Uhr
Zum humanoiden Roboter: Also, wenn ich mir mich mal als Pflegebedürftiger vorstelle, dann wäre mir, glaube ich, zumindest bei manchen hygienischen Verrichtungen ein Roboter als Hilfe angenehmer als ein Mensch, wenn er die Aufgaben gleich gut erledigen könnte.

Aber danke für den Hinweis mit der Ausstellung.
Martin Wagner
2.463
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 01.09.2013 um 08:29 Uhr
Herr Zeum - vielleicht haben sie mit ihrem Beispiel recht (kann das nicht beurteilen) - ABER - eine bestimmte Sorte von Wissenschaftler (nicht die dümmsten) suchen sich ganz bewusst einen Bereich zur Einführung ihrer "fortschrittlichen" neuen Technologie, welcher in der Bevölkerung allgemein akzeptiert wird. Ist in diesem Bereich die Technik eingeführt, wird sie in der Regel dann ohne große Gegenwehr auch in anderen Bereichen eingeführt.

Ich z.B. nannte als ein Beispiel Demenzkranke und sie Herr Zeun sprechen schon von Pflegebedürftigen. Das ist aber ein Riesenunterschied. Demenzkranke (im fortgeschrittenen Phase der Krankheit) können schlecht die Informationen aus der Realität verarbeiten. So ein Propagandist des "humanen" Roboters wird also argumentieren: Dass da eine Maschine am Werk ist - fällt dem Kranken garnicht auf. Wenn ich sie richtig verstehe finden sie es vertretbar, wenn Menschen, welche noch erkennen können, dass sie mit einer Maschine kommunizieren sollen, von der Maschine geholfen bekommen. Für mich eine Horrorvorstellung.

Herr Zeun es geht nicht darum, dass wir Menschen uns nicht Maschinen bedienen sollen, welche für uns Arbeit verrichten. Es geht darum, dass letztendlich eine Maschine sagt, was wir Menschen machen sollen. Natürlich nach einer "Kommunikation" vorher. Für diese "Kommunikation" werden diese Roboter nicht nur mit Wissen von jedem einzelnen Menschen vollgestopft, sondern die Wissenschaft arbeitet an Programmen, dass der Roboter nach ganz bestimmten Mechanismen sich selbständig das Wissen beschafft, sortiert und dann so daraus Handlungsanweisung an den Menschen entwickelt.

Kurz gefasst; letztendlich wird die Autonomie jedes einzelnen Menschen aufgehoben. Wie gesagt, das ist jetzt in der frühen Phase der Entwicklung in erster Linie eine philosophische und ethische Frage.

Noch einmal: rechtlich gesehen werden Demenzkranke ab einem bestimmten Stadium unter Betreuung gestellt (früher sagte mann/frau entmündigt). Ich höre schon den einen oder anderen Juristen sagen; wenn die Maschine den Mensch fremdbestimmt ist das im Prinzip nichts anderes als was der gesetzliche Betreuer macht. Einmal davon ausgegangen diese Rechtssprechung setzt sich durch - was kommt nachher? Ganz sicher wird dann versucht die nächsten Bevölkerungsgruppen mit eingeschränkten Bürgerrechten mit einem "humanen" Roboter "zu beglücken". Ich denke da z.B. an psychisch Kranke, Kleinkinder, Strafgefangenen ..... und wo soll das nur enden?

Für mich gilt deswegen: Wehret den Anfängen!
H. Peter Herold
27.178
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.09.2013 um 09:10 Uhr
Letzter Absatz Martin, ist nicht ganz korrekt. Ich bin Betreuer für meine Schwiegermutter, aber da ist einiges was auf dem Papier mir anscheinend erlaubt ist, z. B. Geldangelegenheiten. Das ist aber nur das Girokonto. An andere Anlagen komme ich immer nur nach Antragstellung beim Betreuungsgericht, was für mich die Sache sehr umständlich macht. Außerdem muss ich am Jahresende einen mehrseitigen Rechenschaftsbericht abgeben, der mich einige Zeit kostet.
Martin Wagner
2.463
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 01.09.2013 um 17:05 Uhr
Habe gerade gesehen, dass hier in der Online-Ausgabe ein zweiter Artikel zur Ausstellung eingestellt wurden.

Ich schlage vor anhand des neueren Artikel weiter Kommentare abzugeben.

http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/83948/ausstellung-qideen-2020q-im-rathaus-bietet-rundgang-durch-die-welt-von-morgen/
H. Peter Herold
27.178
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.09.2013 um 23:40 Uhr
Hallo Martin, war heute in der Stadtinfo, da habe ich mal kurz einen Blick in die Ausstellung geworfen. Also ich muss für mich sagen, was da so gezeigt wurde, ob schon da oder in die Zukunft projeziert, das ist nicht die Welt in der ich leben möchte.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martin Wagner

von:  Martin Wagner

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