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Alte Heilmethoden neu entdeckt - das Schröpfen

Gießen | Diese Heilmethode ist bereits 5000 Jahre alt, schon die Sumerer im Zweistromland nutzten sie. In Deutschland war diese Methode besonders im Mittelalter beliebt, leider geriet sie im westlichen Kulturkreis in Vergessenheit, während im Osten die Tradition aufrechterhalten wurde. Geschröpft wurde mit Tierhörnern, Pillendosen, Bambusrohr und auch Tongefäßen.

Wie funktioniert es?
Ein in hochprozentigen Alkohol getauchter gazeumwickelter Stab wird angezündet und in ein spezielles Schröpfglas gehalten. Das Schröpfglas ist dickwandig und bauchig und unterscheidet sich so von einem normalen Trinkglas. Dann wird das Glas rasch auf die Haut aufgesetzt. Durch die Abkühlung baut sich ein Unterdruck auf und zieht Haut in das Glas hinein. Die Wärme des Feuers zieht in die Hautporen und lockert Verspannungen des Gewebes und der Muskeln. Das alles geschieht schmerzfrei und ohne Verletzungen. Es bildet sich ein kleiner Bluterguss, wenn im betroffenen Gebiet Blockaden bestehen. An dieser Stelle ist der Körperkreislauf gestört und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Der Körper leitet die Schadstoffe von den betroffenen Organen nach außen ins Gewebe, wo sie langsam abgebaut werden.

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Schröpfen (1)Heilmethoden (1)
Welche Arten des Schröpfens gibt es?
Das "trockene" Schröpfen ist die am häufigsten angewandte Methode für Erkältungen, Fieber, Bluthochdruck, Verspannungen, Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Bandscheibenprobleme, Arthrose, Wechseljahrsbeschwerden, Rheuma. Ebenso werden die Abwehrkräfte und das Immunsystem gestärkt, z.B. bei Heuschnupfen, Asthma und Allergien.
Beim "blutigen" Schröpfen wird die Haut mit einem speziellen Messer angeritzt und das Schröpfglas aufgesetzt. Nur ein kleiner Blutstropfen reicht schon für eine Entfaltung der Wirkung, keinesfalls darf das Glas gefüllt werden. Diese Methode eignet sich sehr gut für Schleimbeutelentzündungen und Kopfschmerzen, da die Blockaden durch die Entnahme des Blutes gelöst werden.
Die "Schröpfmassage" wird auf der eingeölten Haut durchgeführt, das Schröpfglas wird hin- und herbewegt. Die Massage eignet sich besonders zur Anregung des Nervensystems, zur Stabilisierung der Abwehrkräfte und für das allgemeine Wohlbefinden.

Wofür ist es gut?
Das Schröpfen "reinigt" die kranken Organe und beseitigt Blockaden, indem die schädlichen Stoffe nach außen abgeleitet werden. Es regt den Kreislauf an, gibt Vitalität und bekämpft Allergien, führt also zu einem besseren Lebensgefühl.
Bei Beschwerden der Hals- und Lendenwirbelsäule, die oft aus einer Überbeanspruchung und Verkrampfung der Tiefenmuskulatur resultieren, wirkt das Schröpfen wärmend auf die Tiefenmuskulatur und entspannt diese, so dass die Wirbel wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgezogen werden.

Wie oft wird es angewendet?
Für die Erhaltung der Vitalität des Körpers und zur Stärkung des Immunsystems ist es ratsam, zweimal im Jahr eine Schröpfkur von jeweils 10 Anwendungen durchzuführen. Es ist sinnvoll, im Frühjahr und im Herbst zu schröpfen, da diese zwei Jahreszeiten eine Übergangszeit darstellen, wo sich der Körper von der Kälte des Winters auf die Hitze des Sommers umstellt, bzw. von der Hitze des Sommers auf die Kälte des Winters. Das Immunsystem wird dadurch genügend vorbereitet und es kommt nicht mehr so leicht zu Erkältungen.

Kommentare zum Beitrag

Jenny Burger
1.714
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 27.08.2013 um 09:34 Uhr
Sieht fürchterlich aus, auch Tage danach noch. Ist aber sehr angenehm und effektiv.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Antje Holzhauer

von:  Antje Holzhauer

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Interessensgebiet: Gießen
Antje Holzhauer
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