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Wenn es besser ist „Feuer!“ als „Hilfe!“ zu rufen...

Seniorenfrühstück
Seniorenfrühstück
Gießen | Als Referent zum beliebten Frühstückstreffen für Seniorinnen und Senioren hatten Renate Laub und ihr Mitarbeiterteam aus der Ev. Stadtmission Gießen diesmal Reinhard Deutschmann, Ehrenamt Gießen, eingeladen. Deutschmann war 43 Jahre im aktiven Polizeidienst und ist in vielen Bereichen ehrenamtlich tätig. So auch beim Sportverein MTV1846 als Abteilungsleiter für American Football. Nachdem die gut achtzig Teilnehmenden ausgiebig Zeit für Frühstück und Gespräche an den liebevoll gedeckten Tischen hatten, sprach Deutschmann zum Thema „Vorsicht Betrüger!“.
Gerade ältere Menschen werden häufig Opfer von Kriminellen, die dabei immer ausgeklügeltere Methoden anwenden und die man kennen sollte. Ein Rempler auf dem Seltersweg und ein „Oh, jetzt habe ich Sie doch mit meiner Currywurst schmutzig gemacht“ dient zur Ablenkung, dass eine zweite Person die Geldbörse aus der Hosen- oder Handtasche entwenden kann. Deutschmann rät hier Männern die Geldbörse nicht in der hinteren, sondern der vorderen Hosentasche und Frauen ihre Handtasche vor sich am Körper und mit der Öffnung zu sich zu tragen. Bemerkt man einen Diebstahl ist es wichtig „Öffentlichkeit herzustellen“. „Rufen Sie laut „Feuer!“ statt „Hilfe!“, empfiehlt Deutschmann „Der Begriff „Feuer“ hat einen höheren Aufmerksamkeitsfaktor. Wenn es irgendwo brennt, betrifft das jeden, jeder fühlt sich in Gefahr, während der Ruf „Hilfe“ nur Ärger verspricht und den wollen viele vermeiden.“ Ein übler Trick ist auch, wenn eine –vorgeblich- schwangere junge Frau an der Tür klingelt und dringend bittet die Toilette benutzen zu dürfen. Gestattet man dies, schließt die Frau dann unbemerkt die Haustüre nicht ganz und weitere Personen betreten unerlaubt die Wohnung auf der Suche nach Geld und Wertvollem. Bittet man diese zu gehen, wird man eingeschüchtert in Form von Anspucken, üblen Beschimpfungen und sogar mit Flüchen belegt. „Legen Sie großen Wert auf Diskretion, wenn Sie größere Summen bei der Bank abheben.“ sagt Deutschmann. Denn wenn dies beobachtet wird, kann es sein Sie erhalten zu Hause einen Anruf von einem „Bankmitarbeiter“, der sich höflichst entschuldigt, dass sie versehentlich Scheine erhalten, die für die Herausgabe bei einem Überfall präpariert sind und der ihnen anbietet, die Scheine von einem weiteren „Mitarbeiter“ gleich abholen und austauschen zu lassen. Das abgehobene Geld wird auch geholt,
Referent Reinhard Deutschmann
Referent Reinhard Deutschmann
aber die Austauschsumme stimmt nicht, bzw. wird auch unbemerkt wieder mitgenommen. Und dann gibt es noch den Anruf „ sofort, aber wirklich sofort“ einen bestimmten Betrag zu überweisen, um die Festnahme und den Gefängnisaufenthalt eines Verwandten, der namentlich genannt wird, zu verhindern. Gerade in der warmen Jahreszeit, wo viele Fenster und Türen offen stehen, sind außerdem zunehmend viele sogenannte „Klau-Kinder“ unterwegs, die sich dadurch Zutritt in Häuser und Wohnungen verschaffen und Wertvolles suchen und mitgehen lassen. „Wichtig ist, auf alle Fälle, wenn etwas passiert ist, Anzeige zu erstatten und nicht aus Scham zu schweigen“ sagt Deutschmann zum Schluss noch einmal deutlich.
Nach dem Vortrag gibt Martin Schlue, seit 1.8. neuer Gemeinschaftpastor der Ev. Stadtmission, noch einige Gedanken weiter. Er berichtet von Wanderungen entlang des Rheinsteigs, die er mit seiner Frau gemacht hat. Dort gibt es nur eine einzige Burg, die nie zerstört wurde. Die Menschen bauten sich Burgen zum Schutz, darin wurde auch das Sehnen nach Sicherheit und Geborgenheit deutlich, das in jedem Menschen liegt. Aber auf dieser Erde gibt es keine absolute Sicherheit, auch die stärksten Burgen wurden angegriffen, zerstört oder sind jetzt verfallen.
Konny Cramer
Konny Cramer
Der Autor des 71.Psalms der Bibel schildert darin seine Suche nach Schutz bei Gott. „Gott ist eine sicheres Zuhause wohin ich jederzeit kommen kann, ein Fels und eine Burg“ zitiert Schlue aus dem Psalmtext und schließt dann: „Leben und rechnen Sie immer mit der Gegenwart Gottes, wo Sie auch sind und was geschieht, er ist nur einen Schrei, ein Gebet entfernt.“
Musikalisch umrahmte Konny Cramer den Vormittag mit Liedvorträgen, die von Arno Pausch am Klavier begleitet wurden.
Das Seniorenfrühstück der Ev. Stadtmission Gießen findet seit 1996 4x jährlich immer am ersten Mittwoch des mittleren Quartalsmonats statt. Organisiert wird es von einem 10köpfigen Team ehrenamtlicher Mitarbeiter der Gemeinde unter der Leitung von Renate Laub. Das nächste Frühstück ist am 06.11.2013. Referent wird Jürgen Mette, Marburg, Theologe und ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Marburger Medien, sein und über den Umgang mit seiner Parkinson-Erkrankung sprechen. Infos zu weiteren Angeboten der Gemeinde unter www.stadtmission-giessen.de.

Seniorenfrühstück
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Referent Reinhard Deutschmann
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Konny Cramer
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Arno Pausch
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