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E-Mail an die Stadtregierung und die Antwort der OB

von Martin Aslanam 30.07.20131698 mal gelesen15 Kommentare
Gießen | Die CDU und FDP in Gießen haben dazu aufgerufen eine E-Mail zu senden an die Verantwortlichen der Stadtregierung um auszudrücken, dass man mit der Zuschüttung der Ostanlage nicht einverstanden ist. In Zeiten der heutigen Medien ist es ganz einfach. Man besucht die Seite
http://www.geldverschwendung-stoppen.de/
klickt dort unten links auf E-Mail senden und schon geht diese raus.
Dann dauert es gar nicht mehr lange und man bekommt eine Antwort von unserer OB in sein persönliches E-Mail Postfach, in der Sie lang und breit Ihre Beweggründe erklärt. Das sieht dann so aus:

Sehr geehrte Damen und Herren,

üvor kurzem haben Sie mir eine vom CDU-Stadtverband vorformulierte Protestmail gegen den Bau der Uberquerung der Ostanlage zugesandt. Sie haben sich damit der Argumentation der CDU angeschlossen.
Ich mochte die Gelegenheit nutzen, um Ihnen meine Sichtweise auf die Situation mitzuteilen. Es wurde mich freuen, wenn Sie diese bei Ihrer Meinungsfindung berucksichtigen wurden. Wenngleich ich namlich viele der geaußerten Bedenken nachvollziehen kann und manche Sorge sogar teile, komme ich zu einem anderen Ergebnis.
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Unterführung (18)Stadtregierung (1)Ostanlage (21)Gießen (2644)Demo (45)
Im Kern lassen sich die Bedenken zum Bau der Uberquerung in zwei Kritikpunkte aufgliedern, die der vorgefertigte Mail-Text enthalt:
1. Der Uberweg sei unnotig ("kein Mehrwert fur die Bevolkerung", ja fur den Verkehrsfluss
sogar schadlich).
2. Der Uberweg sei - besonders angesichts der finanziellen Lage der Stadt und der
fehlenden Notwendigkeit - zu teuer und daher eine Steuergeldverschwendung, das Geld sei besser anderswo - z.B. in Schulen - aufgehoben.
Dazu mochte ich Stellung nehmen:
1. Unterfuhrungen sind fur verschiedene Verkehrsteilnehmer/innen echte Hindernisse.
Behinderte Menschen, Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, aber auch Fußganger/innen mit Kinderwagen, mit Kindern mit Rollern etc. wie auch Radfahrer/innen - sie alle zahlen zur Gießener Bevolkerung - erleben Unterfuhrungen als echte Behinderungen ihres Weges. Fur sie hat eine ubererdige Querung durchaus einen "Mehrwert" - fur sie ist es namlich sehr viel wert, ohne Umwege eine Straße uberqueren zu konnen. Ich verweise nur darauf, dass diese Querung auch eine Forderung des Gießener Arbeitskreises fur Behinderte ist, der durchaus unverdachtig ist, ein parteipolitisches Suppchen kochen zu wollen.
üüüüü
–2–
Keiner, der/die nicht im Auto sitzt, nutzt gerne Unterfuhrungen, weil sie Umwege - und bei Frauen ubrigens auch Angste - verursachen. In der Ostanlage kommt hinzu, dass die Neigung der Rampen, die in die Unterfuhrung fuhren, so steil sind, dass Rollstuhlfahrer/innen sie nicht alleine befahren konnen. Ein Zustand, der nicht akzeptabel ist.
In einer Stadt, in der wir darauf Wert legen wollen, dass alle Verkehrsteilnehmer/innen gleiche Rechte am offentlichen Raum haben und nicht eben das Auto alle anderen berechtigten Bedurfnisse verdrangen kann, ist es deshalb Ziel, bei Neuplanungen auch die Bedurfnisse aller Burger/innen zu berucksichtigen.
Wenn Sie sich uberlegen, wie Sie an dieser Stelle als Fußganger/in im Alter oder auch als Mutter mit Kinderwagen auf dem Weg zum Schwimmbad gerne die Straße queren wurden, bin ich sicher, dass Sie einer ebenerdigen Querung den Vorzug geben wurden. Dass diese Kriterien nicht nur in Gießen gelten, sondern langst nationale und europaische Bedeutung haben, mochte ich dabei nur am Rande erwahnen.
Es ist eine rechtmaßige und auch moralische Pflicht, bei neuen Planungen von Verkehrsanlagen auch an die Rechte anderer Verkehrsteilnehmer/innen zu denken. Das an sich kann daher nicht in Frage stehen. Und ich unterstelle, dass dies auch unsere politische Konkurrenz (CDU und FDP als Haupttriebfedern des heutigen Protestes) noch vor drei Jahren so gesehen haben, als sie explizit dem Bau einer Querung im Stadtparlament zugestimmt haben (Quelle: Stadtverordnetenbeschluss vom 8.4.2010; Zitat aus der entsprechenden Vorlage: "Investitionen Korridore: In der Summe werden Einzelprojekte zusammengefasst, die maßgeblich und nachhaltig zu einer Attraktivitatssteigerung der, bereits in der Machbarkeitsstudie, definierten Verbindungsstrange zwischen Landesgartenschaubereichen Lahn und Wieseck aufspannen. Hierzu zahlen u.a. der Kirchenplatz, Querung Ostanlage, Innerstadtische Bereiche der Wieseck“).
Dass Autofahrer/innen durch diese Maßnahme enorme Nachteile entstunden, ist ubrigens nicht nachvollziehbar. Der Verkehrsfluss des motorisierten Teils wird dadurch nicht nachhaltig behindert. Es wird eine Bedarfsampel gebaut, die den Verkehr nur dann stoppt, wenn andere Verkehrsteilnehmer/innen queren wollen. Eine Berechnung der Leistungsfahigkeit der Querung liegt uns vor und besagt, dass dies ohne große Beeintrachtigungen geht. An diesen Fakten und Prognosen wollen wir uns orientieren. Eine mogliche zusatzliche Gefahrdung von Kindern durch die neue Uberquerung - ein Argument, das an anderer Stelle ebenfalls in die Diskussion eingebracht wurde, halte ich personlich auch fur unrealistisch. Kinder lernen in einer Stadt wie Gießen an zahlreichen Stellen, dass es sinnvoll ist, sich an Verkehrsregeln zu orientieren.
Unsere Stadt wird im kompletten Innenstadt-Umfang von einem vierspurigen Straßenring umzogen. An jeder anderen Stelle lernen sie (und mussen sie lernen), Ampelanlagen zu nutzen. Das ist hier nicht anders als in der Sudanlage, Westanlage oder Nordanlage.
ü
–3–
Kinder, die in einer Stadt aufwachsen, lernen diese Regeln selbstverstandlich.
Sie kennen dies und wissen mit Gefahren im Straßenverkehr umzugehen. Falsch ware es aber, sie in angeblicher Sicherheit zu wagen – denn die kann es in einer Stadt nie geben: Sicherheit bietet nur, Verkehrsregeln zu beachten. Der Umbau einer Stadt, in ein Gemeinwesen, das viele unterschiedliche Bedurfnisse an Verkehrsteilnehmer/innen berucksichtigt, ist ein langfristiges Projekt. Und naturlich gibt es im ganzen Stadtgebiet noch zahlreiche andere Stellen, die ebenso schwierig fur Nicht-Autofahrer/innen sind wie die Ostanlage; sicherlich auch solche, an denen noch großerer Bedarf besteht. Der Handlungsbedarf ist auch nicht an dieser Stelle erschopft. Aber: Wir konnen und mussen immer dort anfangen, Dinge zu andern, an denen wir ohnehin arbeiten mussen.
2. Die Unterfuhrung an der Ostanlage ist in einem baulichen Zustand, in dem man Geld in die Hand nehmen muss, um zu sanieren. Dies war auch der Vorganger-Regierung aus CDU/FDP und Grunen bekannt und hat sicherlich dazu gefuhrt, dass die damalige Koalition - wie oben bereits ausgefuhrt - den Bau beschloss. Das ist heute unter veranderter Konstellation nicht anders. Deshalb wollen und mussen wir dort handeln.
Wir wollen aber nicht in einen Zustand investieren, der schlecht ist. Weil wir mit Planung dieses Umbaus aber genau die Verschwendung von Steuergeldern in eine nicht nachhaltige Maßnahme verhindern wollen, wollen wir nun die Uberquerung bauen.
Leider werden wir - dank der außerst populistischen und nicht weitsichtigen Intervention eines FDP-Landtagsabgeordneten - darauf verzichten mussen, die versprochenen Landes-Fordermittel fur diesen Umbau zu bekommen. Ich hoffe allerdings instandig, dass sich diese Meinungsbildung in Wiesbaden noch andern wird - weil ich uberzeugt davon bin, dass das Geld gut angelegt ist, um allen Menschen - egal mit welchem Verkehrsmittel in Gießen unterwegs - ein Minimum an Bewegungsfreiheit geben zu konnen und damit auch Lebensqualitat gesteigert wird. Es ist ein Anfang. Und nur der soll es sein.
Am Ende steht fur mich, dass Gießen eine Stadt ist, in der man sich barrierefrei als Autofahrer/in, aber eben auch als Fußganger/in, Radfahrer/in und als mobilitatseingeschrankte/r Burger/in gleichberechtigt bewegen kann.
Zur Einschatzung, dass das Geld anderswo - zum Beispiel in Schulen - besser angelegt ware, mochte ich Ihnen zweierlei mitteilen: Zum einen investieren wir in Schulen - ungeachtet unserer eingeschrankten finanziellen Leistungsfahigkeit - weiterhin viel Geld. Zum anderen ist es leider ein Trugschluss zu denken, dass wir dieses Geld anderswo anlegen konnten. Die landesregierungsgefuhrte Aufsichtsbehorde hat uns einen sehr engen Rahmen gegeben, in dem wir uns finanziell bewegen durfen.
Ausnahmen gibt es nur im Zusammenhang mit der Landesgartenschau - ein Projekt, das – das wissen Sie sicher - von einer sehr großen Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung befurwortet wurde.
ü
–4–
Das „Landesgartenschaubudget“ ist an eigens dafur ausgewiesene Maßnahmen gebunden und kann daher nicht an anderer Stelle investiert werden. Auch das ist ein Teil der Wahrheit, die die Betreiber der Kampagne nicht erwahnen, obwohl sie ihnen bekannt ist.
Eine personliche Bemerkung gestatte ich mir zum Schluss - auch weil diese Vorhaltung zwar nicht in Ihrer Mail, aber sehr wohl von der Burgerinitiative als auch von der FDP immer wieder falschlicherweise verbreitet wird: Als Oberburgermeisterin und Kammerin dieser Stadt habe ich im Magistrat angesichts der fehlenden Landeszuschusse gegen den jetzigen Bau der Uberquerung gestimmt. Ich habe dies nur aufgrund der zunachst zugesagten, aber dann verwehrten Zuschusse getan; nicht aber aufgrund dessen, dass ich von der Maßnahme als solche nicht uberzeugt ware. Ich hatte mir gewunscht, dass wir dieses Projekt aufgrund der finanziellen Lage der Stadt verschieben.
Die Regierungskoalition ist mir allerdings nicht gefolgt. Ein Veto - wie es immer mal wieder von mir verlangt wird - kann ich nicht einlegen. Dazu fehlen mir die rechtlichen Mittel. Letztlich entscheidet uber Maßnahmen dieser Art das zustandige Gremium und nicht die Oberburgermeisterin.
Trotz dieses Umstandes bin ich aber voller Uberzeugung, dass der Bau dieser Uberquerung der Lebensqualitat in Gießen zutraglich und fordernd ist. Gleichwohl werde ich mich dafur einsetzen, dass derlei Maßnahmen, die den bautechnischen und auch moralischen Gleichheitsgrundsatzen an Barrierefreiheit und Teilhabe an einer Stadt entsprechen, auch von unserer Landesregierung entsprechend finanziell gefordert werden und damit die finanziellen Belastungen der Stadte sinken. Dies ist mein Auftrag und an ihm werde ich auch weiter arbeiten.
Ich hoffe, dass meine – notwendigerweise langeren – Ausfuhrungen Ihnen zu neuen Gesichtspunkten, bestenfalls zur Uberprufung Ihrer und hoffentlich mindestens zum Verstandnis meiner Position verholfen haben.
Ich verbleibe mit freundlichen Grußen
Dietlind Grabe-Bolz Oberburgermeisterin
P.S.: Zuletzt sei mir noch eine Bemerkung erlaubt: Gießen ist das Oberzentrum unserer Region. Dies ist auch und vor allem daran erkennbar, dass Viele, die sich an dieser Mail-Aktion beteiligen, nicht in der Stadt wohnen. Da Sie sich aber dennoch an dieser Debatte beteiligen, bestatigen Sie, dass Sie sich fur unsere Stadt interessieren. Dafur vielen Dank.

Und schon bleiben in meinen Augen wieder viele Fragen offen! Zum Beispiel:

Zitat:"Die landesregierungsgefuhrte Aufsichtsbehorde hat uns einen sehr engen Rahmen gegeben, in dem wir uns finanziell bewegen durfen."
Aha, und deswegen erhöht man mal einfach die Kosten der Zuschüttung von erst 350 auf fast 600 Tausend Euro?? Das macht keinen Sinn sehr geehrte Frau OB!
Warum baut man nicht einfach eine normale Fußgängerampel zusätzlich und lässt die Unterführung? Wer will kann dann aufs Knöpfchen drücken und über die Strasse gehen und die anderen können weiterhin ungefährdet die Unterführung nutzen. Wo ist das Problem??

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.376
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.07.2013 um 10:16 Uhr
Ja die Antwort habe ich auch erhalten und mir meinen Teil dabei gedacht. Hatte ja vor einiger Zeit die OB im Stadthaus persönlich zu dem Vorgang angesprochen. Die Antwort die ich erhielt spare ich mir lieber;-(
Birgit Hofmann-Scharf
10.363
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 30.07.2013 um 10:32 Uhr
Herr Aslan,
da ich in der G.-Z.de bereits am 24.06. auf die webside der Opposition aufmerksam machte, ( siehe "Steuergeldverschwendungen in Gießen stoppen" ) und die Resonanz auch gut war, wurde diese Seite in jüngster Zeit wohl nicht mehr so oft aufgerufen, somit ist Ihre Info sehr interessant.
Warum die Urheber dieser Seite dagegen nichts unternehmen können, dass die Sympathisanten der Anti-Aktion "Verschwendung von Steuergeldern" nun eine Antwort-Mail von der OB bekommen !!!!!!!!!! ?????
Jutta Skroch
13.749
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 30.07.2013 um 11:16 Uhr
Ich habe den Text gleich zweimal bekommen, zum einen per Mail, weil ich dem Aufruf der CDU gefolgt bin, zum anderen per Post, weil ich bei der Postkartenaktion der BI mitgemacht hatte, hatte ja selbst am Infostand gestanden. Die OB hat also jedem Bürger geantwortet, die Proteste also ernst genommen, umso unverständlicher ist jetzt ihr Verhalten bei der Sitzung gewesen.
Martin Aslan
216
Martin Aslan aus Gießen schrieb am 30.07.2013 um 12:05 Uhr
interessante Webseite: http://www.politwatch.de/
Martin Aslan
216
Martin Aslan aus Gießen schrieb am 30.07.2013 um 15:09 Uhr
Zitat aus dem Bericht der Gießener Allgemeine:

"Wie die GAZ erfuhr, vergab der Magistrat am Montag mehrere Bauaufträge mit einem Gesamtvolumen von fast 600 000 Euro.
Knapp 300 000 Euro entfallen auf den Bau des Überwegs und die Verfüllung der bestehenden Unterführung. Weitere Aufträge betreffen die Verlegung neuer Versorgungsleitungen durch die Stadtwerke und Mittelhessischen Wasserbetriebe."

Damit man unter den 500.000 Euro bleibt, die ja eine Ab- und Zustimmung bedurft hätten, wurden einfach 2 Aufträge erteilt. Einmal die Zuschüttung und ein ebenerdiger Überweg und einmal eine Leitungsverlegung von Versorgungsleitungen. Man könnte auch sagen: es wurde getrickst!
Jutta Skroch
13.749
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 30.07.2013 um 18:53 Uhr
Es wäre sicher ausreichend gewesen, für die Dauer der LaGa eine temporäre Ampel zu installieren, auf Dauer, sowohl Ampel als auch Unterführung instand zu halten, fände ich auch unsinnig, wozu denn? Ich habe das Gefühl, seitdem die Stadt unter den Rettungsschirm geschlüpft ist, wirft sie mehr mit dem Geld um sich, das sie nicht hat, als vorher.
Was mich am meisten auf die Palme bringt, ist die Trickserei. Werden in Zukunft dann immer mehr Aufträge geteilt vergeben, damit man unter den € 500.000,00 bleibt. Dann wird vielleicht ein Millionenauftrag so aufgesplittet, dass jeder einzelne Posten unter dem Limit ist???
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 30.07.2013 um 20:12 Uhr
hier der Link zur Planung mit einer Gegenüberstellung der vermeintlichen Folgekosten Unterführung/ebenerdige Querung vom Januar 2013 (die aber mittlerweile schon überholt sein dürfte!)
http://www.giessen.de/loadDocument.phtml?ObjSvrID=684&ObjID=9737&ObjLa=1&Ext=PDF
Die dortige Aufstellung weist jährliche Unterhaltskosten für den Bestand von rd. 12.000 € (Unterführung) und rd. 9.000 € für die Ampelquerung aus, wobei die Kosten für die Ampelquerung lediglich auf geschätzten Planungswerten basiert. Was dies bedeutet, hat ja die Vergabe-Summe gezeigt.
Jutta Skroch
13.749
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 30.07.2013 um 20:30 Uhr
Wobei in der Vergangenheit sicher keine € 12.000,00 jährlich dafür ausgegeben wurden, so wie sie aussieht. Warum hat man denn die Treppe auf der Seite am Gericht erneuert? Das hätte man sich doch sparen können.
Peter Baier
10.325
Peter Baier aus Gießen schrieb am 30.07.2013 um 22:11 Uhr
Also wenn wir die Betriebskosten der Unterführung
und der neuen Überquerung betrachten, ist die neue Überführung 3000€ Jährlich billiger.
Das heißt die Investition von 600000€ macht sich schon nach 200 Jahren bezahlt, wenn man für diese Summe keine Zinsen bezahlen muss.
Die Stadt kann sich in der Innenstadt leisten Bäume anzustrahlen aber die kosten für den Unterhalt der Unterführung leider nicht.
Man könnte eine Überführung bauen und die Unterführung sanieren für weniger Geld, was wir ja nicht haben.
Unsere OB entwickelt sich langsam zu einer Lachnummer.
Peter Baier
10.325
Peter Baier aus Gießen schrieb am 30.07.2013 um 22:12 Uhr
Nicht vergessen Morgen zur 16.30 Uhr Ostanlage kommen.
Christian Momberger
11.303
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 31.07.2013 um 00:59 Uhr
Sehr gut Peter. Die Frage stelle ich mir auch, ob es wirklich eine große Ersparnis ist.
Martin Aslan
216
Martin Aslan aus Gießen schrieb am 31.07.2013 um 13:52 Uhr
Super, vielen Dank für den Link Frau Pelz. Diese Aufstellung von Fakten, in der die wichtigsten Fragen beantwortet werden, bestätigen meine Meinung! Klar wird der schwarze Peter zwischen den Parteien hin und her geschoben. Aber wer den Artikel sorgfältig liest, sieht das getrickst und gemauschelt wurde!
Auf zur überparteilichen Demo gegen diesen Wahnsinn von Geldverschwendung! Auf zur Ostanlage ein Zeichen setzen gegen die Zuschüttung!!
Martin Aslan
216
Martin Aslan aus Gießen schrieb am 31.07.2013 um 14:15 Uhr
Entschuldigung! Frau Peltz mit tz. Das war ein Versehen und keine Absicht!!
Christian Momberger
11.303
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 31.07.2013 um 18:41 Uhr
Auch von mir danke für den Link zu der wirklich sehr umfangreichen und detaillierten Aufstellung der GAZ zu dem Thema. Auch ich fühle mich wie Herr Aslan in meiner ablehnenden Meinung zu diesen Maßnahme klar bestätigt und teile die Bedenken und Widersprüche des früheren OB Mutz (SPD). Dieser hatte im Gegensatz zu unser jetzigen OB von der SPD noch den Mut ggf. dem Koalitionspartner von den Grünen mal die Meinung zu sagen, wenn ihre Ideen eben unsinnig bzw. für die Stadt negativ waren.
H. Peter Herold
29.376
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.08.2013 um 08:11 Uhr
Wenn eine Mehrheit der Bürger für den Erhalt war, siehe Faktencheck, dann ist doch ganz klar bewiesen, dass in Gießen der Magistrat gegen die Interessen seiner Bürger handelt;-(
Ist das demokratisch?
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