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Gründung der ersten Hessische Volksinitiative: „ProG9.de“ kämpft für MEHR ZEIT FÜR GUTE BILDUNG

Erstunterzeichner der ersten hessischen Volksinitiative "ProG9 - Mehr Zeit für Gute Bildung". Von li. nach re.: Armin Alizadeh (LSV Hessen), Christiane Hennrich, Matthias Körner (DGB), Dr. Andreas Bartels (G9-Wahl), Jochen Nagel (GEW), Ronald Strasser
Erstunterzeichner der ersten hessischen Volksinitiative "ProG9 - Mehr Zeit für Gute Bildung". Von li. nach re.: Armin Alizadeh (LSV Hessen), Christiane Hennrich, Matthias Körner (DGB), Dr. Andreas Bartels (G9-Wahl), Jochen Nagel (GEW), Ronald Strasser
Gießen | Seit Dezember letzten Jahres haben sowohl Gymnasien als auch kooperative Gesamtschulen gemäß dem Landtagsbeschluss vom 14.12.2012 die Möglichkeit zur Rückkehr zur 6-jährigen Mittelstufe (G9). Dies unterliegt jedoch der Entscheidung jeder einzelnen Schule und ist nur umsetzbar beginnend mit der Jahrgangsstufe 5.
Doch bereits vor diesem Beschluss wehrten sich Eltern gegen diese angebliche „Wahlfreiheit“. Unterschiedliche Elterninitiativen formierten sich – darunter G9-Wahl.de, die mit über 30.000 Unterzeichnern beim Landesparlament auch für die bestehenden 5. und 6. Klassen eine Übergangslösung forderte, sofern sich ein Gymnasium in Zukunft komplett für G9 entscheidet.
Auf Demonstrationen in Marburg und Wiesbaden gingen mehrere hundert Eltern, Gewerkschaftsmitglieder von DGB und Ver.di, Mitglieder von Landesschülervertretungen und Landtagsabgeordnete auf die Straße und forderten ebenfalls eine Rückkehr aller Gymnasialklassen zum Abitur nach neun Jahren. Auch die Gewerkschaft GEW und der Philologenverband fordern offiziell die Rückkehr zu G9.
Doch die Landesregierung ignoriert den Wunsch der Eltern weiterhin mit
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dem Argument, dass G9-Angebote bereits seit 2008/2009 an kooperativen Gesamtschulen bestünden und dass ein Parallelangebot außerhalb des Schulversuches an reinen G9-Gymnasien „sowohl aus pädagogischen, als auch aus rechtlichen und schulorganisatorischen Gründen“ nicht möglich sei (F. Janko, HKM). Dass dieses Angebot jedoch nicht in allen Regionen Hessens angeboten wird und die Entscheidung für ein Gymnasium in den vergangenen Jahren gar keine andere Möglichkeit als G8 zuließ, scheint für die Regierung keine Rolle zu spielen.
Am 24.6.2013 wurde nun von verschiedenen Initiativen und Bündnispartnern offiziell die erste hessische Volksinitiative „ProG9 - Mehr Zeit für Gute Bildung“ gestartet. Ihr Ziel ist es, innerhalb eines Jahres über 90.000 Unterschriften zu sammeln, um einen neuen Gesetzesentwurf in den hessischen Landtag einzubringen. Dieser sieht eine generelle Rückkehr für alle Schülerinnen und Schülern zur sechsjährigen Mittelstufe vor. Auch den laufenden Jahrgängen soll nach deren Elternwunsch die Rückkehr zu G9 ermöglicht werden, soweit der Bestandsschutz für Eltern gewahrt bleibt, die weiter G8 wünschen.
Die Meinung vieler Hessen wird durch die Volksinitiative ProG9.de auf den Punkt gebracht: „Die sture Beibehaltung der schädlichen und mehrheitlich unerwünschten Schulzeitverkürzung hat mit der Regierungsargumentation, der Gestaltung einer einzigartigen Schulvielfalt, nichts zu tun. Den Kindern mangelt es an Zeit für die Entwicklung der Persönlichkeit, sozialer Inhalte und Kompetenzen. Es fehlen Freiräume für Hobbies, Familie, Sport, Freundschaften und außerschulischem Engagement. Dieses System beeinträchtigt den Lebensraum aller Betroffenen äußerst negativ. Gute Bildung braucht Zeit“.
Die Volksinitiative fordert alle wahlberechtigte Bürger Hessens auf, die Initiative durch ihre Unterschrift zu unterstützen. Weitere aktuelle Informationen unter www.proG9.de. Dort kann auch das entsprechende Formular zur Unterzeichnung heruntergeladen werden (www.proG9.de/download).

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von:  Tanja Lienard

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