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Gedankensplitter zum I. Weltkrieg

Gießen | Als Konstantin Heinrich Schmidt von Knobelsdorf (General der Infanterie im I. Weltkrieg) und der Kronprinz die weitere Ausblutungsstrategie Erich von Falkenhayns (Generalstabschef) nicht länger verantworten wollten, verlor das Deutsche Heer deutlich an kämpferischem Elan.
Sofort riss nun General Philippe Petain (Oberbefehlshaber der französischen Armee) den Handlungsstrang an sich.
Wie sich aber aus historischer Distanz zeigt, wurde die militärische Realität des I. Weltkrieges zunehmend dadurch geprägt, dass die Waffen der Verteidiger den Waffen der Angreifer deutlich überlegen waren.
Das Bajonett konnte sich nicht mehr mit dem Maschinengewehr messen. Und die Handgranate und die Artillerie eigneten sich eher zur Verteidigung, als zum Angriff.
Das größte Hindernis auf dem Weg zum Frieden aber war, dass das starre Denkmuster der Kriegsparteien den Blickwinkel für die politische Realität einschränkte. Eine Realität, die zwischen dem angestrebten "Siegfrieden" und der "Kapitulation" eine Lösung finden musste.
Nicht nur der Biss in den Apfel brachte den Menschen den Sündenfall. Vor allem auch die Entwicklung der Fernwaffen zerrüttete die Ordnung der Menschheit und brachte ihre moralischen Grundsätze ins Rutschen.
Die erste Schleuder katapultierte den Menschen aus dem Paradies. Und mit der Erfindung ausgeklügelter Waffensysteme verloren Kain und Abel zunehmend ihre Hemmungen sich gegenseitig zu töten.
Nur wurde mit der Zeit das Töten immer anonymer:
Denn bei der Reichweite der neu entwickelten Waffen konnten sich die Feinde nicht mehr in die Augen sehen.
Vielleicht, denke ich, trat bei einer derartigen Kriegsführung die Aggression des einzelnen Soldaten in den Hintergrund. Oder vielleicht dachten die Menschen durch die ballistische Distanz ihrer Waffen würde auch ihre eigene Verantwortung überwunden?

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
26.834
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2013 um 21:57 Uhr
Wenn ich dem Gegner beim tödlichen Kampf nicht mehr in die Augen sehen muss, dann wird es sicher einfacher für den Einzelnen zu töten.
Hallo Lieber Leser
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von:  Dr. Mathias Knoll

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Interessensgebiet: Gießen
Dr. Mathias Knoll
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