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Syrische Bevölkerung steht laut Umfragen hinter Assad.

von Frauke Weberam 12.06.20139854 mal gelesen5 Kommentare
Gießen | US-Senator McCain sieht strategische Manövriermasse gegen Teheran
Von Rainer Rupp
Westliche Politiker gefallen sich darin, über das schlimme Los des »syrischen Volkes« unter der » schreckliche Assad-Tyrannei« zu klagen – und sich zugleich damit zu brüsten, als »Freunde Syriens« den Kampf der »Rebellen« gegen den »brutalen Machthaber« in Damaskus zu unterstützen. Nun aber hat das »syrische Volk« gesprochen, soweit das unter den Umständen überhaupt möglich ist. Aktuellen Umfragen zufolge unterstützen derzeit rund 70 Prozent der Bevölkerung die Assad-Regierung. Weitere 20 Prozent können sich für keine der beiden Seiten entscheiden. Nur jeder zehnte steht hinter den vom Westen unterstützten Aufständischen bzw. den von Saudi-Arabien und Katar bezahlten islamistischen Söldnern. Diese haben sich bisher nicht nur durch die brutale Durchsetzung der mittelalterlichen Scharia-Justiz in der seit Jahrzehnten an eine säkulare Rechtsordnung gewöhnten syrischen Gesellschaft »ausgezeichnet«, sondern auch durch bestialische Grausamkeiten gegenüber gefangenen Soldaten und Andersgläubigen, insbesondere gegenüber Schiiten.

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Medienberichten waren die Meinungsumfragen in den vergangenen Wochen zumeist von in Syrien arbeitenden internationalen Hilfsorganisationen durchgeführt worden. Dem Nahost- und Asienexperten der Asia Times, Pepe Escobar, zufolge waren diese Erhebungen Ende Mai von der NATO in einem ausführlichen Bericht zusammengefaßt worden. Seither werden sie aus nachvollziehbaren Gründen unter Verschluß gehalten. Denn die öffentliche Kenntnisnahme der Fakten, daß z.B. die sunnitischen Geschäftsleute in Damaskus und Aleppo gegenüber der Regierung des Präsidenten Baschar Al-Assad positiv oder neutral eingestellt sind, würde die Kriegstreiber in London, Paris und Washington ihrer Argumente berauben.

Tatsache ist: Die meisten Sunniten in Syrien finden die von Katar und dem saudischen Königshaus finanzierten islamistischen Söldnergruppen weitaus abstoßender, als das je bei der Assad-Regierung der Fall war. Daß die syrische Bevölkerung andererseits von der westlichen »Hilfe« absolut nichts zu erwarten hat, dürfte ihr spätestens mit der Erklärung eines der engagiertesten »Freunde Syriens«, des US-Senators John McCain, klar geworden sein.

Als der frühere Präsidentschaftskandidat Ende Mai zur Unterstützung der Aufständischen über die »grüne Grenze« nach Syrien gekommen war, befanden sich unter seinen Gesprächspartner nachweislich auch dschihadistische, Al-Qaida nahestehende Kommandeure. Als er deshalb von dem Journalisten Charlie Rose in einem Interview für den US-Sender PBS zur Rede gestellt wurde, tat der Senator die Verbrechen der »Rebellen« nicht nur als »isolierte Vorkommnisse« ab, »die von Menschen verübt werden, die vom Kampfgeschehen abgehärtet und wütend sind«. McCain machte auch noch deutlich, daß er die sunnitischen Gewaltextremisten sogar in der Regierung Syriens akzeptieren würde, selbst dann, wenn sie den USA feindlich gegenüberstehen, »solange dadurch Iran im Nahen Osten einen wertvollen Verbündeten verlieren« und Hisbollah im Libanon isoliert würde. Damit hat der US-Politiker die wahren Ziele der westlichen Demokratievorkämpfer in Syrien umschrieben. Die Menschen im Land sind für Washington Bauernopfer im strategischen, gegen Iran gerichteten Ränkespiel.
Dieser Artikel erschien in der "junge Welt" vom 11. Juni 2013

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Kommentare zum Beitrag

Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 12.06.2013 um 19:21 Uhr
Hätte ich nicht vermutet. Dass Christen Assa, unterstützen ist bekannt. Sie hatten Angst, dass sie nach Assads Sturz verfolgt würden.
42
Stephan Brauburger aus Gießen schrieb am 13.06.2013 um 17:28 Uhr
Auch unter Kurdischer Hoheit sind Christen grundsätzlich geschützt.

Zur aktuellen Situation:

Erzbischof von Aleppo: Menschen in Syrien leiden entsetzlich

"... Laut "Fides" kam es im Zug der Kämpfe um Qusair auch zu Übergriffen auf christliche Dörfer. Ende Mai seien Al-Nusra-Islamisten in das Dorf Douar eingefallen, wo 100 griechisch-orthodoxe Familien leben. Sie hätten die Kirche besetzt und von dort auf die fliehenden Zivilisten gefeuert. Ein 18-jähriges Mädchen und ein elfjähriger Bub wurden erschossen. Danach wurden der christliche Bürgermeister Joseph Jamil Adra und ein weiterer Mann als Geiseln verschleppt. Die Häuser der Christen wurden verwüstet und angezündet. Die traumatisierten Flüchtlinge seien in einer armenischen Pfarre nahe Homs untergekommen. Ein Überfall und Brandschatzung im Dorf Ouzm Sharshoh habe mehr als 250 christlichen Familien in die Flucht getrieben.

Eine grauenvolle "Hinrichtung" eines Buben ereignete sich vor einigen Tagen in Aleppo, die Christen wie Muslime in Schrecken versetzt. Der 15-jährige Mohammed Qataa soll vor den Augen seiner Eltern mit zwei Kopfschüssen getötet worden sein, weil er sich "blasphemisch" geäußert haben soll. Ein Milizionär habe vor versammelter Menge eine Warnung vor "Lästerungen" ausgesprochen; die Mutter habe die Mörder vergeblich angefleht, ihr Kind zu verschonen..."

hier ist der link zum Artikel:
http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/55285.html
42
Stephan Brauburger aus Gießen schrieb am 15.06.2013 um 16:53 Uhr
J. Elsässer erwartet folgende Taktik (Russia Today von heute):
Waffenlieferungen von USA, Frankreich und Großbritannien; die BRD beteiligt sich daran nicht, wird aber Kriegspartei zur Aufnahme von Flüchtlingen und als Ruhezone für Terroristen...
-
zudem fordert Prof. Michel Chossudovsky (unter anderem) Reparationszahlungen der Agressoren an Syrien:
http://www.globalresearch.ca/humanitarian-crisis-in-syria-the-west-should-pay-war-reparations-to-syria-interview-with-michel-chossudovsky/5338250
42
Stephan Brauburger aus Gießen schrieb am 15.06.2013 um 17:15 Uhr
Syrien-Resolution des Uno-Menschenrechtsrats „voreingenommen und konterproduktiv“

MOSKAU, 15. Juni (RIA Novosti)
Als „voreingenommen und konterproduktiv“ hat Moskau die am 14. Juni vom Uno-Menschenrechtsrat angenommene Resolution zur Lage in Syrien kritisiert. Das Dokument ignoriere Verbrechen der radikalen Opposition, heißt es in einer Mitteilung des Informations- und Presseamt des russischen Außenministeriums.
„Im Text wird die Einbeziehung von Hisbollah in den Konflikt kritisiert. Dabei beunruhigt es die Verfasser nicht, dass in diesem Land tausende von gut trainierten, bewaffneten und aus dem Ausland großzügig bezahlen Terror-Söldner kämpfen. Verschwiegen werden Bestialitäten von Jihad-Extremisten, zu deren Opfern unter anderem religiöse Minderheiten, Frauen und Kinder wurden. Eine Verurteilung der Verschleppung von christlichen Geistlichen durch Radikale in Aleppo blieb aus.“
Laut dem russischen Außenamt wird mit der Resolution der Versuch unternommen, die oppositionelle syrische Nationale Koalition zu legitimieren. Zugleich „werden zahlreiche gemäßigte Oppositionsgruppen ignoriert, die sich verpflichtet haben, Menschenrechte einzuhalten, und ihre Bereitschaft bekundet haben, am innersyrischen Dialog im Rahmen der internationalen Syrien-Konferenz teilzunehmen.“
Die Resolution war von den USA, Großbritannien, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei initiiert. „Den Verfassern gelang es nicht, die Resolution auf der Basis eines Konsens zu billigen“.
Die Delegation Venezuelas, die den Entwurf des Dokuments zur Abstimmung vorgeschlagen hatte, stimmte dagegen. Weitere neun Staaten verweigerten dem Dokument ihre Unterstützung. Die Zahl der Staaten, darunter auch in der arabischen Welt, die als Mitverfasser des Dokuments agieren wollten, ging in beachtlicher weise zurück.
„Dieses Resultat ist ein unmittelbares Zeugnis dafür, dass immer mehr Staaten nicht bereit sind, die auf Konfrontation gerichteten Unterfangen im Menschenrechtsrat zu unterstützen“, stellt das russische Außenamt fest. Solche Unterfangen „sind für eine Verbesserung der Situation mit den Menschenrechten in diesem Land nicht förderlich“.
Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.06.2013 um 10:35 Uhr
Dass Obama einmal ein ähnlicher Kriegstreber wird wie Bush, hatten viele Menschen nicht vermutet. Obama galt als Hoffnungsträger. Er wird nicht so einfach von tae-party, Republikaner und anderen Reaktionären getrieben. Genau wie die Waffenhändler stehen die Kräfte des reaktionären Kapitals dahinter.
Ohne Kapitalismus gäbe es nicht so viele Waffen, deren Gebrauch auch schon mal einen Vater oder ein Kind in den USA tötet..
Nicht zu vergessen die Toten in den überfallenen Ländern vom Irak bis Afghanistan. Und jetzt soll Syrien zugebombt werden.

Die Achse des Bösen aus USA, England, Frankreich und Israel plant gemeinsam - nach Syrien soll der Iran dran.
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