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Frage der Woche: Wie bewerten Sie den Streik am Uniklinikum?

Gießen | Bei einem Streik gibt es stets Gewinner, Verlierer und Leidtragende. Am kommenden Dienstag streiken Beschäftigte des Uniklinikum Gießen-Marburg (UKGM) den ganzen Tag. Die Arbeitnehmervertretung ver.di will damit Druck auf die Geschäftsführung des Klinikums ausüben, ein verbessertes Angebot zur Lohnerhöhung auf den Tisch zu legen. Der Arbeitgeber reagiert mit „Unverständnis“ und fordert eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Aufgrund der Dimension des Streiks (rund 6 500 Beschäftigte in Gießen und Marburg legen ihre Arbeit nieder), ist damit zu rechnen, dass lediglich eine Notbesetzung Patienten zur Verfügung stehen wird. Patienten, die leider teilweise schon langfristig für eine Operation vorgesehen sind, müssten auf andere Termine ausweichen, prognostiziert Werner Seeger, Ärztlicher Geschäftsführer des Universitätsklinikums.
Das Universitätsklinikum ist ein Aushängeschild der Stadt Gießen und ein Beispiel der Bestrebungen der Universität nach exzellenter Forschung. Gleichzeitig sorgt die Privatisierung des Klinikums regelmäßig für Diskurs. Daher die Frage an Sie, liebe Bürgerreporter: Wie bewerten Sie den bevorstehenden Arbeitskampf am Uniklinikum?

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Kommentare zum Beitrag

Kurt Wirth
1.407
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 05.04.2013 um 11:50 Uhr
Selbstverständlich hat ein Streik stets unangenehme Folgen für Betroffene. Das ist aber auch sein tieferer Sinn: Die Wichtigkeit der Arbeit in dem betreffenden Bereich deutlich zu machen.

Nun kann man nicht so ohne weiteres behaupten, daß dieser Streik eine Folge der Privatisierung ist. Auch in den früher insgesamt und heute teilweise öffentlich geführten Gesundheitseinrichtungen gab und gibt es immer mal wieder Streiks. Zweifelsohne hat sich jedoch der "Druck auf die Kosten" und damit auf Löhne und Gehälter durch die Privatisierungen erhöht, deren Zielsetzung ja die Erzielung von maximalem Gewinn und Rendite ist. Ebenso bringt die Privatisierung mit sich, den Personalstand geringstmöglich zu halten, und somit den Arbeits- und Leistungsdruck zu erhöhen. Die Niedrighaltung der Löhne und Gehälter in Relation zur Entwicklung in anderen Bereichen bringt auch zunehmend mit sich, daß es immer schwieriger wird, längerfristig qualifiziertes Personal und Nachwuchs für diese Arbeit zu begeistern.

Für mich gilt: "Gesundheit ist keine Ware! Der Mensch geht vor Profit!"
Christine Weber
7.321
Christine Weber aus Mücke schrieb am 05.04.2013 um 17:17 Uhr
Ihrem Kommentar kann ich voll und ganz zustimmen, Herr Wirth. Und noch eine Frage, Herr Nudelmann. Haben Sie schon einmal einen Arbeitgeber gesehen, der für einen Streik Verständnis hat? Ich nicht. Ich war im grafischen Gewerbe viele Jahre beschäftigt und bei uns wurde auch von Zeit zu Zeit gestreikt. Auch unser damaliger Arbeitgeber reagierte mit "Unverständnis".
Walther Süßkind
1.143
Walther Süßkind aus Heuchelheim schrieb am 05.04.2013 um 21:40 Uhr
Was soll das Uniklinikum denn machen. Wenn kein weiteres Geld für eine Lohnerhöhung da ist kann man dies mit einem Streik auch nicht ändern.
Wie kann es sein das bei Leuten Geld vorrangiger ist als ein Menschenleben oder die Gesundheit. Hoffentlich werden nicht alle bei dem Streik mitmachen sonder auch welche Mitarbeiten.
Christine Weber
7.321
Christine Weber aus Mücke schrieb am 06.04.2013 um 09:35 Uhr
@Walter, wenn nie gestreikt worden wäre, hätten wir heute noch die 48-Stunden-Woche, nur den gesetzlichen Mindesturlaub. Und viele Firmen, die keinem Arbeitgeberverband angehören, zahlen heute nur Hungerlöhne, so dass die Menschen drei- und mehr Arbeitsstellen haben, um Leben zu können.
Florian Schmidt
4.242
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 06.04.2013 um 18:45 Uhr
Das Konzept ein Krankenhaus an eine Gesellschaft zu verscherbeln bei der es rein um wirtschaftliche Interessen geht habe ich eh nie verstanden. Da leiden am ende immer 2 Partein. Das Personal und die Patienten.
Ein Krankenhaus kann einfach nicht funktionieren wenn es Geld abwerfen muss. Die Arbeitsbedingungen werden härter, das Personal laugt aus und der Patient bekommt es zu spüren. Damit will ich nicht sagen dass die Schwestern und Pfleger ihren Frust auf die Patienten schieben aber sie können auch nicht mehr aus sich raus holen als drin ist.
Christine Weber
7.321
Christine Weber aus Mücke schrieb am 06.04.2013 um 19:16 Uhr
Die Schwestern und Pfleger sind doch total überfordert. Es kommen immer mehr Aufgaben auf sie zu, die Personaldecke wird immer dünner.
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Herzlichst, Ihr(e) Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

von:  Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

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Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion
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