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Augen auf, Herr Ramsauer: Stuttgart 21 ist eh schon tot! Riesiges Banner über S21-Brache gehängt

Gießen | Gemeinsame Pressemitteilung von Parkschützern und ROBIN WOOD

Stuttgart, 4. März 2013: Einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn in Berlin haben Mitglieder der Parkschützer und von ROBIN WOOD heute Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer aufgefordert, Stuttgart 21 jetzt zu beenden, weil die Finanzierung gescheitert ist. Dazu hängten sie um 10 Uhr ein 200 m² großes Banner oberhalb der S21-Brache am Stuttgarter Wagenburgtunnel: „Augen auf, Herr Ramsauer: S21 ist eh schon tot!“

„Als hätte Ramsauer aus dem milliardenschweren BER-Flughafendebakel nichts gelernt, hält er auch noch an Stuttgart 21 fest“, sagte Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer. „Und das, obwohl vor dem eigentlichen Baubeginn erneut Mehrkosten in Höhe von 2,3 Mrd. EUR anfallen. Darüber hinaus ist der Gesamtfinanzierungsplan gescheitert, weil Land und Stadt keine Mehrkosten übernehmen. Daher muss Ramsauer dafür sorgen, dass der Aufsichtsrat der Bahn morgen die weitere Finanzierung verweigert. Minister Ramsauer darf sich nicht an einem Fass ohne Boden festzuklammern – zumal die aufgelaufenen Projektkosten erst 430 Mio. EUR* betragen! Stuttgart braucht keinen neuen Bahnhof, sondern ein neues Bahnhofsdach und ein neues Stellwerk.“

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Der Ort der Aktion am Wagenburgtunnel steht symbolisch für die massiven geologischen Probleme von Stuttgart 21: Hier soll der Fildertunnel unter der dichten Wohnbebauung und quer durch quellfähigen Gipskeuper gegraben werden. Am Wagenburgtunnel wurden vor gut einem Jahr sinnlos Bäume gefällt, und die Kultureinrichtung „Röhre“ wurde unnötigerweise geschlossen – seitdem besteht dort eine weitere Brache ohne S21-Bautätigkeiten. Die „Röhre“ befand sich in der 1941 angefangenen Nordröhre, die wegen quellendem Gipskeuper jedoch nie als Tunnel fertig gestellt werden konnte. Zusätzliche Gefahren für das Wohngebiet gehen von möglichen Hangrutschungen und Setzungen aus, die infolge der Grundwasserabsenkung und -infiltrierung während des S21-Baubetriebs befürchtet werden.

Vor rund zwei Jahren, am 20. April 2011, hing dasselbe Banner am Stuttgarter Bibliotheks-Würfel im Rahmen einer Kletter-Aktion. Michael Lachenmayer von ROBIN WOOD: „Bereits damals benannte der zurückgetretene S21-Projektleiter Hany Azer in seinem 121 Risiken-Dossier Mehrkosten in Höhe von mindestens 1,3 Milliarden Euro. Damit war klar, dass der Kostendeckel von der Bahn gesprengt ist – nur die Politik wollte dies nicht wahr haben. Die Parkschützer und ROBIN WOOD forderten deshalb Minister Ramsauer zum Handeln auf. Doch zwei Jahre lang hat der zuständige Minister tatenlos zugesehen, wie sich das Projekt Stuttgart 21 immer mehr zu einem planerischen und finanziellen Desaster entwickelte. Ein so schwacher Bundesverkehrsminister wird für Angela Merkel im Wahlkampf zum Problem.“

Quelle:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-bahn-prophezeit-zehn-jahre-neuplanung.c5ce863c-b84c-4e6c-a44a-001996cca14d.html

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