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Landkreis Gießen beim Fahrradklimatest im Mittelfeld - Wetzlar und Marburg schlechter

Beim Fahrradklimatest landet der Landkreis Gießen  im Mittelfeld. Wetzlar und Marburg schneiden deutlich  schlechter ab. Rechts sind die Werte für alle deutschen Teilnehmerstädte dargestellt.
Beim Fahrradklimatest landet der Landkreis Gießen im Mittelfeld. Wetzlar und Marburg schneiden deutlich schlechter ab. Rechts sind die Werte für alle deutschen Teilnehmerstädte dargestellt.
Gießen | Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) belegen die Städte und Gemeinden des Landkreises Gießen Plätze im Mittelfeld. Am besten haben die Radfahrer die Situation in Grünberg (Note 3,6) und Buseck (Note 3,7) beurteilt. Biebertal, Gießen und Heuchelheim erhielten die Note 3,9. Die übrigen Kommunen des Kreises kamen wegen zu geringer Teilnahme nicht in die Wertung.

Dabei war die Stadt Gießen nicht nur erstmals in der Wertung, sondern sie erzielte bei den Teilnehmerzahlen ein Spitzenergebnis: Bei der relativen Beteiligung liegt Gießen mit 83 Teilnehmern pro tausend Einwohnern in Hessen an der Spitze, bei den absoluten Zahlen lag die Stadt mit 640 Teilnehmern knapp hinter Frankfurt und vor allen anderen hessischen Kommunen. Das zeigt, welches Gewicht das Radfahren in der Gießener Bevölkerung besitzt und ist aus Sicht des ADFC Gießen ein deutliches Signal an die Stadtpolitik, den Radverkehr weiter zu fördern und dem notwendigen Wandel im Mobilitätsverhalten Rechnung zu tragen. Dabei weist der ADFC Gießen darauf hin, dass der Nationale Radverkehrsplan der Bundesregierung beispielsweise Ausgaben
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zwischen 8 und 16 Euro pro Einwohner und Jahr für den Radverkehr empfiehlt, was in Gießen 600.000 bis 1,2 Millionen Euro pro Jahr bedeuten würde. Die örtliche Radfahrerlobby wünscht sich, dass dieser Betrag in den kommenden Jahren auch in Gießen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur aufgewandt wird. Möglichkeiten der Verbesserung gibt es noch viele, wie ein Blick in den städtischen Radverkehrsentwicklungsplan zeigt.

Dass es sich auszahlt, in den Radverkehr zu investieren, zeigen Städte wie Frankfurt und Kassel. Durch systematische Radverkehrsförderung steigen dort immer mehr Personen auf das Fahrrad. Frankfurt hat so seinen Radverkehrsanteil innerhalb weniger Jahre verdoppelt, was sich auch in deutlich verbesserten Werten im Fahrradklimatest gezeigt hat, so dass Frankfurt dafür am vergangenen Freitag in Berlin ausgezeichnet wurde.

Die Gießener Radfahrer erkennen Verbesserungen durchaus an, wie sich bei der Frage zur Einbahnstraßenfreigabe zeigt, bei der Gießen eine 2,45 erhielt, während Biebertal und Grünberg in diesem Bereich nur Noten oberhalb von vier bekamen, da sie trotz wiederholter Initiativen des ADFC Gießen bis heute kaum Einbahnstraßen geöffnet haben.

Durchweg schlechte Noten erhalten alle Kommunen im Landkreis für den Winterdienst auf Radwegen, die Radverkehrsführung an Baustellen, fehlende Leihfahrräder sowie schlechte Fahrradabstellanlagen, wobei die Stadt Gießen dabei etwas besser abschneidet.

Positiv bewerten die Radfahrer vor allem die Erreichbarkeit des Gießener Stadtzentrums und die Zügigkeit des Radfahrens. Insbesondere außerhalb der Stadt Gießen wird das Radfahren eher als Spaß denn als Stress angesehen. Kritisiert wird jedoch in allen Kommunen, dass in letzter Zeit kaum Werbung fürs Radfahren gemacht wurde (Durchschnitt 4,9)und dass von einer Radverkehrsförderung in jüngster Zeit kaum etwas zu spüren gewesen sei (Durchschnitt 4,7).

Der ADFC Gießen hofft jedoch, dass sich die Situation bald verbessern wird. So gibt es derzeit Pläne des RMV zur Verbesserung der Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen und auch der Landkreis plant ein Radrouten- und Wegweisungskonzept für den kompletten Kreis. „Wir hoffen auch, dass Stadt und Landkreis Gießen bald auch die Fahrradabstellsituation an den Schulen verbessern“, so der ADFC-Kreisvorsitzende Hartwig Leuer.

Betrachtet man ganz Mittelhessen, schneiden die Städte und Gemeinden des Landkreises noch am besten ab, denn die mittelhessischen Städte Wetzlar und Marburg wurden mit den Noten 4,22 und 4,28 weitaus schlechter bewertet.

Mehr Informationen auf: http://www.adfc-giessen.de/

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.205
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.02.2013 um 21:00 Uhr
Alles gut und schön, aber ich habe das Gefühl, dasss hier die Autofahrer zum Buhmann abgestempelt werden. Besonders wenn ich Äußerungen der grünen BM lese.
H. Peter Herold
29.205
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.02.2013 um 23:49 Uhr
Herr Fürst liest wie ich anscheinend Presse. Vor allem habe ich Frau weigel-Greilich schon persönlich z.B. zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in Gießen sprechen gehört. Das geht total gegen die Autofahrer, denn Radfahrer werden in der Regel unterhalb dieses Limits fahren;-). Soll sie doch erst mal dafür sorgen, dass in den bereits vorhandenen Zonen 30 gefahren wird. Dazu hat sie noch keine Antwort gefunden.
125
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 08.02.2013 um 14:54 Uhr
Flächendeckendes Tempo 30 in Ortschaften ist vernünftig und wird von Verkehrswissenschaftlern angeraten. Wenn Herr Herold Autofahrer ist, wird ihm das möglicherweise nicht passen. Den meisten Stadtbewohnern schon. Und es wird Unfallzahlen, Lärm- und Luftverschmutzung senken.
Der Bürgermeisterin kann man nur danken wenn sie sich dafür - und für die Interessen der Radfahrer - einsetzt. Radfahren und Fußgehen muss gefördert werden, nicht das Autofahren. Das hat genug Lobbyisten.
125
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 10.02.2013 um 00:38 Uhr
Meine Texte kann ich selbst ergänzen. Argumente habenSie keine. Lächerlich.
125
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 13.02.2013 um 14:11 Uhr
Quatsch schreiben hier nur Sie, und den nicht mal orthographisch richtig.
1. haben Sie keine Ahnung von moderner Verkehrswissenschaft und -politik. Ihre Stärke ist dafür mitreden ohne sich um Fakten zu bemühen.
2. haben Sie keine Ahnung vom Autofahren - 30 km kann man mit fast allen Autos im 3. Gang fahren, leise, gleichmäßig und absolut spritsparen.
3. wird in diesem Land nur eine Gruppe von Verkehrsteilnehmern bevorzugt, nämlich Autofahrer. Jeder der hier ein Gleichgewicht herzustellen versucht, handelt richtig, s. z. B. http://de.30kmh.eu/
4. geht es Ihnen sowieso nicht um die Sache, sondern nur darum, hier persönliche Angriffe auf bestimmte Personen loszuwerden.
125
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 13.02.2013 um 14:13 Uhr
5. fordern nicht nur die Grünen T 3o, sondern auch die Linke, z. B. mit sehr gutem Beitrag: http://www.youtube.com/watch?v=fALWKO2FNPQ
Hallo Lieber Leser
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