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Petition G9-Wahl mit 22.775 Unterschriften am hessischen Landtag übergeben

Stellvertretend für über 22.000 Unterzeichner: Dr. Andreas Bartels bei der Petitionsübergabe an die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen am hessischen Landtag in Wiesbaden
Stellvertretend für über 22.000 Unterzeichner: Dr. Andreas Bartels bei der Petitionsübergabe an die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen am hessischen Landtag in Wiesbaden
Gießen | Am 31.1. wurde vor dem hessischen Landtag die Petition zu G9-Wahl.de mit 22.775 Unterschriften an die bildungspolitischen Sprecher aller Fraktionen übergeben. Allein 22.047 Unterzeichner aus Hessen fordern die Landesregierung auf, auch an zukünftig reinen G9-Gymnasien die Möglichkeit zu schaffen, dass die laufenden Klassen 5 und 6 ebenfalls zu G9 zurückkehren dürfen. Ein Privileg, das bisher den Schulen vorbehalten ist, die bereit sind, auch weiterhin G8 anzubieten. Symbolisch erhielten die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen und die anwesenden Fraktionsvorsitzenden einen Bogen mit einer Zusammenfassung der Petition und den bisher eingegangenen Stimmen.
Neben den Bänden der bis zum 22.1. online gesammelten Unterschriftenlisten wurden außerdem fast 500 handschriftliche Unterschriften, die nach Ende der Online-Petition noch eingegangen sind sowie ein Buch mit sämtlichen (insgesamt 1800) Kommentaren, überreicht. Das Kommentar-Buch steht auch allen interessierten Bürgern auf der Internetseite www.G9-Wahl.de unter Downloads kostenlos zur Verfügung.
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Der Sprecher der Elterninitiative, Dr. Bartels, rief die anwesenden Politiker dazu auf, sich über Parteigrenzen hinweg zusammenzusetzen, um schnell eine Lösung zu finden. Er hatte im Vorfeld bereits mehrfach betont, dass es machbare Lösungswege gibt, dass diese jedoch den entsprechenden politischen Willen zur Umsetzung erfordern und der ist in der Regierung momentan leider nur bei wenigen zu spüren.
Währenddessen wurde im Inneren des Landesparlaments das Anliegen der Elterninitiative in sogar zwei aktuellen Stunden, von der Politik zum Austausch politischer Gegensätze genutzt. Während Dr. Andreas Bartels in einer vom Stadtschülerrat Wiesbaden organisierten Podiumsdiskussion im Rathaus erneut Vorschläge zur Lösung des Problems offerierte, verharrte die Koalition im Landtag in der Argumentation, es gäbe mit dem angebotenen Schulversuch bereits die Wahlfreiheit. Kultusministerin Beer betitelte die engagierten Eltern als nur "besonders laut" und warf den Gymnasiasten sogar vor, (sie berief sich dabei auf eine Studie) "wer mehr als 5 Stunden pro Tag mit TV und Computerspielen verbringen würde, hätte gewiss genug Zeit für andere qualitative Angebote"....
Von der Koalition wird außerdem immer wieder das Argument vorgebracht, die jetzigen 5. und 6. Klassen seien im G8-System bereits zu weit fortgeschritten, um wieder zu G9 zurückgeführt werden zu können. Dies wird völlig entkräftet dadurch, so Dr. Bartels, dass dieselbe Koalition im Schulversuch genau das sogar vorschreibt: Zunächst werden alle Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe zwei Jahre lang nach G8 beschult und erst zur 7. Klasse erfolgt eine Aufteilung in G8 und G9 Klassen durch Entscheidung der Schule und nicht der Eltern oder Schüler. Und sowas bezeichnet die Koalition dann als Wahlfreiheit".
Interessanterweise äußerte Kultusministerin Beer im Landtag "Der Wille einer bestimmten Gruppe dürfe nicht den Rest dominieren". Genau dieses Argument spräche doch eindeutig gegen den Zwang zu G8 für alle 5.- und 6.-Klässler, so der Sprecher der Initiative Dr. Andreas Bartels, es stellt sich doch die Frage, wie Frau Beer dann verantworten kann, dass eine Minderheit in den 5. und 6. Klassen, die weiter G8 wünscht, an den künftigen G9-Gymnasien über eine absolute G9- Mehrheit dominieren dürfe! "In der von uns vorgeschlagenen Übergangslösung werden wir durch eine G8-Klasse sogar beiden Seiten gerecht". Bartels weiter: "Dadurch ist auch der immer wieder genannte Bestandschutz kein akzeptables Argument mehr. In dem von uns vorgeschlagenem Konzept, sollen G9 Wünsche ja nur soweit ermöglicht werden, wie die G8-Wünsche zugleich umgesetzt werden können".
Die Elterninitiative gibt nun auch weiterhin die Gelegenheit, die Petition zu unterzeichnen. Dazu liegen auf www.G9-Wahl.de neue Unterschriftenlisten zum Download und zur späteren Weiterleitung an die Initiative bereit. "Solange die Petition vom Landtag nicht abschließend behandelt ist, können wir noch Unterschriften nachreichen", erläutert Bartels.

Bürgerreporterin Tanja Lienard

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