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Bundesliga-Clubs fürchten Gießener Ausscheiden

Gießen | Dass die LTi 46ers in der kommenden Saison nicht im deutschen Basketball-Oberhaus vertreten sein werden, steht so gut wie fest. Die halbe Liga hofft, dass die Gießener zumindest die laufende Runde zu Ende spielen können.

Der obligatorische Hinweis auf das nächste Heimspiel fehlte am vergangenen Samstag in der Sporthalle Ost. Nicht auszuschließen, dass die 98:105-Niederlage der von der Insolvenz bedrohten 46ers gegen Phoenix Hagen das zumindest vorerst letzte Heimspiel des Gründungsmitglieds in der Bundesliga war. Denn womöglich muss der Spielbetrieb schon nach der Partie am 26. Januar bei Alba Berlin eingestellt werden. Die Gießener würden dann aus der Tabelle entfernt – und genau dieses Szenario fürchten die Verantwortlichen einer ganzen Reihe von Clubs.

Grund ist eine Formulierung in der Bundesliga-Wettbewerbsausschreibung. Demnach steigen am Saisonende der Letzte und der Vorletzte der Tabelle ab. Normalerweise wären dies der 18. und 17. des Klassements, scheidet jedoch Gießen vor Abschluss der regulären Saison aus, stünde auch der 16. als Absteiger da. BBL-Sprecher Dirk Kaiser bestätigte diese Interpretation der Regel. Martin Geissler, Geschäftsführer des derzeit auf Platz elf rangierenden Mitteldeutschen BC, hat dafür wenig Verständnis: „Wir haben so geplant, dass wir als 16. in der Klasse bleiben“, sagte er der Frankfurter Rundschau. Finanziell solide Clubs würden für die Misswirtschaft eines anderen bestraft.

Liga-Verkleinerung denkbar

Geissler und einige weitere Clubmanager wollen sich dafür einsetzen, dass der Tabellen-16. sicher in der ersten Liga bleiben darf. „Letztendlich entscheiden die Klubs“, sagte Geissler. Die Liga müsse aber ein Interesse daran haben, nicht die Rechtschaffenen zu bestrafen. Hagens Geschäftsführer Oliver Herkelmann und dessen Kollege Oliver Braun von den New Yorker Phantoms Braunschweig – derzeit auf dem 16. Platz stehend – äußerten sich ähnlich.

Allerdings: Einige Topclubs plädieren für eine verkleinerte Liga. Ein Gießener Ausscheiden könnte dafür genutzt werden, denn drei Absteigern stünden in jedem Fall keine drei Aufsteiger aus der zweiten Liga entgegen. Denn die sportliche Qualifikation erreichen generell nur die beiden Finalisten der Pro-A-Playoffs, die dann auch noch die Anforderungen für eine BBL-Lizenz erfüllen müssten – im vergangenen Sommer gab es deshalb mit dem MBC nur einen Aufsteiger. Käme es wieder so, würden aus 18 dann 16 Mannschaften. Genau diese Ligastärke wünscht sich Wolfgang Heyder. „Für die Vereine, die international zwölf bis zwanzig Spiele zusätzlich absolvieren, wäre eine Liga mit 16 Teams besser“, sagte der Geschäftsführer von Meister Brose Baskets Bamberg.

160.000 Euro fehlen noch

MBC, Hagen, Braunschweig und beispielsweise auch die zurzeit auf Platz 17 stehenden Fraport Skyliners aus Frankfurt hoffen indes, dass es bei den 46ers weitergeht. „Am besten wäre es, wenn Gießen weitermachen könnte, ohne dass es zu einer allzu großen Wettbewerbs-Verzerrung kommt“, sagte Herkelmann der Westfalenpost. Die Chancen dafür sind in den vergangenen Tagen zumindest gestiegen, wie 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg mitteilte. 360.000 Euro an zusätzlichen Einnahmen braucht der Club, um die Saison zu Ende spielen zu können; Zusagen für knapp 200.000 Euro von Sponsoren liegen laut Schelberg derzeit vor. Das Geld würde jedoch nur gezahlt, wenn auch die fehlenden etwa 160.000 Euro bis Ende Januar generiert werden können.

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