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„Tiefpunkt in der langjährigen Vereinsgeschichte“ – Zukunft der LTi Gießen 46ers ungewiss

Stand am Donnerstagabend Rede und Antwort: 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg. © Stefan Weisbrod
Stand am Donnerstagabend Rede und Antwort: 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg. © Stefan Weisbrod
Gießen | Der Insolvenzantrag ist gestellt, aber Geschäftsführer Heiko Schelberg hofft auf eine Zukunft von Basketball-Bundesligist LTi Gießen 46ers. Zumindest ein Lizenzentzug scheint zunächst vom Tisch.

Eine solche Offenheit hätten sich viele Gießener Basketballfans schon einige Tage zuvor gewünscht: Geschäftsführer Heiko Schelberg und der vorläufige Insolvenzverwalter Tim Schneider informierten am Donnerstagabend über die Lage der Gispo GmbH, Lizenzträger der LTi 46ers.

Altlasten aus vergangenen Spielzeiten sowie die Reduzierung einer städtischen 180.000-Euro-Bürgschaft um ein Drittel zum Jahreswechsel haben demnach zur aktuellen finanziellen Krise geführt. Zudem trug wohl auch die schlechte Kommunikation zwischen 46ers und Stadt Gießen dazu bei: Die Club-Verantwortlichen waren aufgrund eines Schreibens von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz davon ausgegangen, dass die Bürgschaft erst zum Jahresende 2013 reduziert würde, erklärte Schneider. In dem Brief, den er am Donnerstag verlas, ist tatsächlich von einer Reduzierung „bis zum 30. Dezember 2013“ die Rede.

Die angekündigte Reduzierung der Bürgschaft habe eine Kettenreaktion ausgelöst, teilte Schneider mit. Beispielsweise würden dadurch Kreditlinien gekürzt. Dies führe zu einer Liquiditätslücke von 220.000 Euro zum Februar und von sogar 360.000 Euro zum März.

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Punktabzug einkalkuliert

Schelberg sprach von einem „Tiefpunkt in der langjährigen Vereinsgeschichte“. Er verteidigte den von ihm gestellten Insolvenzantrag. Der Geschäftsführer betonte am Donnerstag, dass er „viele Pros und Contras“ gemeinsam mit den Gesellschaftern abgewogen habe. Dazu habe auch der Vier-Punkte-Abzug gehört, mit dem die 46ers nun aufgrund des Insolvenzantrags rechnen müssen. Der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz vergrößert sich dadurch auf sechs Punkte.

Nach Schneiders Meinung war der Schritt richtig: Er hoffe, dass die abgezogenen Zähler wieder wettgemacht werden könnten. Der Vorteil des frühzeitigen Insolvenzantrags sei, „dass wir jetzt noch die Möglichkeit haben, zu agieren“. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das machte er deutlich, würde das Aus für den Gießener Bundesliga-Basketball bedeuten: „Wenn es dazu kommt, dann fällt die Lizenz weg.“ Zumindest kurzfristig sei jedoch nicht mit einem Lizenzentzug durch die Liga zu rechnen, sagte der Jurist, der zuvor gemeinsam mit Schelberg ein Gespräch mit BBL-Geschäftsführer Jan Pommer geführt hatte.

Vorläufiger Insolvenzverwalter der 46ers: Tim Schneider. © Stefan Weisbrod
Vorläufiger Insolvenzverwalter der 46ers: Tim Schneider. © Stefan Weisbrod
Verwalter setzt Zeichen

Die 46ers benötigen nun „frisches Geld“. Schneider rief die Sponsoren und die Fans auf, den Club in der prekären Lage zu unterstützen – die Unternehmen vor allem finanziell, die Anhänger durch den Besuch der Heimspiele. Schellberg betonte, dass die Rettung nur gelingen könne, „wenn wir alle an einem Strang ziehen“ und meinte damit auch die Politik. Wohl auch deshalb vermied er bezüglich der Irritationen um die Bürgschaft Vorwürfe in Richtung Stadt und Oberbürgermeisterin.

Der vorläufige Insolvenzverwalter setzte indes direkt ein Zeichen: Sollte die Insolvenz vermieden werden, werde er zugunsten der 46ers auf seine Verwaltervergütung verzichten, kündigte Schneider an.

Ein Artikel zum Insolvenzantrag, der bereits am 23. Dezember eingestellt wurde, ist unter folgendem Link zu finden: www.giessener-zeitung.de/beitrag/74635

Stand am Donnerstagabend Rede und Antwort: 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg. © Stefan Weisbrod
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Vorläufiger Insolvenzverwalter der 46ers: Tim Schneider. © Stefan Weisbrod
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