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Delfine schwimmen sich frei

Finja Schaake hat in Chemnitz eine sehr gute Leistung gezeigt. (Foto: Melanie Schneider)
Finja Schaake hat in Chemnitz eine sehr gute Leistung gezeigt. (Foto: Melanie Schneider)
Gießen | Deutscher Damen Basketball Pokal, Achtelfinale: ChemCats Chemnitz - BC Pharmaserv Marburg 60:95.

Die Marburgerinnen stehen im Pokal-Viertelfinale. Bei den in der zweiten Liga ungeschlagenen ChemCats Chemnitz siegte das Pharmaserv-Team klar mit 95:60.

Der Trip durch andauerndes Schneetreiben hätte nicht viel schlechter starten können: Der Busfahrer begrüßte das Team mit den Worten: „Ich hab ja noch nie einen Sieg von Ihnen gesehen.“ Nach zehn Minuten Fahrtzeit fiel einer Spielerin ein, dass sie das falsche Trikot eingepackt hatte. Also auf der Hacke kehrt gemacht. Verspätung: eine halbe Stunde. Und das bei den Wetteraussichten... Doch von da an ging's bergauf. Und am Ende steht endlich wieder ein Erfolgserlebnis für die Blue Dolphins.

Die Gastgeberinnen konnten nur phasenweise mithalten. Ansonsten war das Spiel in der Schlossteichhalle eine einseitige Angelegenheit für das klassenhöhere Team. Schon beim Aufwärmprogramm war dem Kojic-Team der Biss anzumerken, den es zu Beginn der vergangenen beiden Spiele oft hatten vermissen lassen. Marburg trat nur mit einer Achter-Rotation an. Die verletzte Laura Masek stand zwar auf dem Spielberichtsbogen, aber nur für den äußersten Notfall. Dazu kam es allerdings nicht.

Maggie Skuballa begann an der Stätte ihrer schweren Knieverletzung vor fast elf Monaten furchtlos wie immer. Von den ersten zehn BC-Zählern gingen acht auf das Konto des Kapitäns (10:10, 5. Minute). Kurz vor der ersten kleinen Pause setzten sich die Gäste ab. Sechs Punkte von Samantha Baranowski – der letzte mit der Sirene – schufen das erste kleine Poster (25:19).

Doch nach neun Sekunden im zweiten Viertel kassierte Maggie Skuballa schon ihr drittes Foul. Ihre siebenminütige Pause auf der Bank nutzen die ChemCats vor nur 100 Zuschauern, um dran zu bleiben. Doch als Amanda Davidson nach fünf Fehlwürfen endlich traf (Dreier zum 37:30, 17.), kamen die Marburgerinnen wieder in Tritt und gingen mit einem ordentlichen Vorsprung in die Kabine (49:36). Die mitgereisten 15 BC-Anhänger und die beiden Busfahrer waren zufrieden.

Nach dem Seitenwechsel sammelten die BC-Frauen ordentlich Fouls. Hinter den Nummern von Natta Gohrke (21.), Samantha Baranowski (23.) und Maggie Skuballa (28.) zeigte die Anzeigetafel jeweils vier Pünktchen an. Doch die Partie drohte nie zu kippen. Auch weil Finja Schaake und Aline Stiller als Einwechselspielerinnen ihre Sache richtig gut machten. Und weil das Pharmaserv-Team immer wieder geduldig sehenswerte Korbaktionen kreierte. 17 Assists sprechen für die Spielfreunde der Hessinnen. Allein sechs Vorlagen verbuchte Nationalspielerin Tina Menz, genau so viele wie alle Gastgeberinnen zusammen. Und so ging es mit 71:52 in den Schlussakt.

Noch mehr als sieben Minuten waren zu spielen, als es Maggie Skuballa mit dem fünften Foul erwischte (76:53). Doch wer von den Sächsinnen nun ein Aufbäumen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Rückstände sind die ChemCats wohl nicht gewohnt. Anstatt sich noch einmal richtig rein zu hängen, brach das Team auseinander. Auch von der Bank kamen keine Impulse mehr. Und bis auch Samantha Baranowski ausgefoult war (37.), hatten die Gäste 7:0 Zähler erzielt. Insgesamt legten die Lahnstädter binnen vier Minuten einen 12:0-Lauf hin. Das Spiel war entschieden.

„Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht und unterm Strich souverän gewonnen“, sagte BC-Trainerin Aleks Kojic. Dabei lobte sie besonders die Abwehrarbeit von Natta Gohrke, die der zweitbesten Scorerin der 2. Liga Nord, Candace Williams, statt ihrer im Schnitt fast 24 Punkte nur elf erlaubte (sieben Freiwürfe). Martha White lieferte in der Verteidigung mit zehn Rebounds eine ordentliche Leistung ab. Und Samantha Baranowski blieb bei sechs Würfen aus dem Feld ohne Fehlversuch. Als Highlight traf Amanda Davidson – wie in der Vorwoche – sieben Mal von der Dreierlinie. Das hatte in 20 Jahren vorher im Pokal für Marburg noch niemand geschafft, nicht mal gegen noch klassenniedrigere Teams.

Statistik:
Viertel: 19:25, 17:24, 16:22, 8:24.
Chemnitz: van Doorn (2 Punkte), Wohlberg (10; 8 Rebounds), Williams (11; 6 Reb.), Heintz (16; 5 Reb.), Mendler, Prötzig (4), Jones (15/1 Dreier; 5 Reb.), Kahlmann (n.e.), Hoffarth (2), Mihalyi. Feldwürfe 33% (19/57), Freiw. 78% (21/27), Reb. 36 (Off.: 13), Ballverluste 20, Assists 6, Ballgewinne 6, Fouls 18.
Marburg: Skuballa (12; 5 Reb., 3 Ass.), Gohrke (8; 5 Reb., 3 Ass.), Schaake (17/2), Davidson (27/7; 3 Ass.), Masek (n.e.), Stiller (1), Menz (10; 6 Ass.), White (6; 10 Reb.), Baranowski (14). Feldw. 51% (35/68), Freiw. 80 % (16/20), Reb. 35 (Off.: 12), BV 9, Ass. 17, BG 6, Fouls 24.
SR: Straube, Bittner. Zuschauer: 100.


Im Pokal-Viertelfinale müssen die Blue Dolphins zu den Eisvögeln nach Freiburg reisen (5./6. Januar). „Gegen die haben wir ja noch was gut zu machen“, kommentierte Aleks Kojic das Los.

Am kommenden Samstag steht erst einmal das letzte Spiel des Jahres an: Um 19 Uhr treten die Marburgerinnen beim Deutschen Meister Wolfenbüttel Wildcats an. Der Fanclub bietet Mitfahrgelegenheit.

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von:  Marcus Richter

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