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Gießener Piraten: Wir haben Alternativen zu Spitzer

Gießen | Wie wir unsere Kinder gerade nicht um den Verstand bringen!

Der Psychiater Manfred Spitzer präsentiert am Mittwoch, dem 31. Oktober, sein Buch "Digitale Demenz – Wie wir unsere Kinder um den Verstand bringen" in der Kongresshalle in Gießen. Aus diesem Anlass zeigen die Gießener Piraten ab 18:30 Uhr mit einer Partie Killerschach [1] vor der Kongresshalle Flagge.

"Schach ist ein extrem brutales Spiel," erklärt der Pirat Sascha Endlicher. "Es geht um Machtausübung, militärisches Taktieren und das Schlagen der Figuren seiner Gegner. Schachspieler werden aber genauso wenig zu Kriegstreibern, wie Computerspieler zu Amokläufern werden."

Die Piratenpartei weist mit der Aufführung auf den grundsätzlichen Fehler in Spitzers Argumentation hin: Spitzer sieht den typischen Computernutzer als vereinzelte Person und nicht als Teamplayer, der zusammen mit einer großen Gemeinschaft von Internetnutzern handelt; zudem behauptet er, die digitalen Medien machten allgemein "dick, dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich."

Die Piraten erkennen in Spitzer einen typischen Vertreter derer, die nicht verstanden haben oder
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Spitzer (1)Piratenpartei (65)Piraten (84)Neue Medien (3)Killerspiele (1)Killerschach (1)Internet (124)Digitale Demenz (1)
verstehen wollen, dass das Internet nicht nur passiven Konsum zulässt wie die klassischen Massenmedien, sondern gerade die aktive Teilnahme fördert, dass es neue Formen des Wissens bringt statt Verblödung und dass hier völlig neue Formen des Miteinanders entstehen. Spitzer blendet dieses positive Potenzial völlig aus.

Durch seine hanebüchene Dämonisierung der neuen Medien erweist Spitzer sich als Verschwörungstheoretiker, der nur das sieht, was er sehen will. Er verschließt seinen Lesern und Zuhörern den Zugang zu einer Welt, die völlig neue Möglichkeiten der Bildung und gesellschaftlichen Beteiligung bietet.

Die Piratenpartei selbst ist ein gutes Beispiel dafür, wie der politische Alltag dadurch mehr und neue Beteiligung gewonnen hat. Mit ihrem Killerschach schlagen die Piraten die kreative Brücke zurück in die analoge Welt.

Wir fordern die Gießener Bürger auf, sich nicht von Prof. Dr. Dr. Spitzer blenden zu lassen, sondern das Internet und die neuen Medien insgesamt als das zu nehmen, was sie sein können: großartige Möglichkeiten der Kommunikation und Teilhabe.

---

[1] http://www.killerschach.de

Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 12:37 Uhr
Also ich lese in den Medien, dass die Piraten gerade dabei sind sich selber zu "killen" um dieses harte Wort zu nennen ;-) Aber 3% Bundesweit ist so gut wie tot, aber in guter Gesellschaft mit der FDP. Partie Schach gefällig? zwischen beiden ;-))
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.10.2012 um 12:46 Uhr
Wäre eine Diskussion wert!
- ja, die Verteufelung des Internets, und die ständig wieder neu bemühte These der "Einzeltäter", das muss immer wieder dafür herhalten, damit die eigentlichen Ursachen - die gesellschaftlichen Probleme - schön vertuscht werden können
- freies Internet? Nun, bei mir gibt es da schon Grenzen, ich denke da nur an faschistische Propaganda ( ja, und deren Folgen! ), und dass dies auch ein "reales" Problem der Piratenpartei ist, das kann man doch nicht leugnen, oder?
- sicher, auch die Nutzung des Internets - gerade bei Kindern - kann(!) aus meiner Sicht zum Problem werden, die entscheidende Welt ist zumindest für mich immer noch die reale Welt, die realen sozialen Kontakte usw. Wie das in Einklang bringen, so stellt sich für mich eher die Frage.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 13:01 Uhr
Ich hole mir Informationen aus dem Internet, ja. Sind immer(fast immer) verfügbar und meist glaubhaft.
Aber in Foren im Internet beteilige ich mich nicht, da wird soviel Quatsch geschrieben. Auch spiele ich kein Spiel, auch nicht am Computer, dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Es ist doch auch allgemein bekannt, dass viele Menschen durch das Internet und sein Angebot von "Scheinwelt" dafür anfällige Menschen vereinsamen lassen. Das werden die Piraten doch wohl nicht leugnen wollen.
Sascha Endlicher, M.A.
404
Sascha Endlicher, M.A. aus Fernwald schrieb am 30.10.2012 um 13:02 Uhr
@Hans Peter Herold. Eine Partie zwischen Parteien wäre zwar sicherlich auch amüsant, aber ich denke, dazu fehlt den anderen Parteien der Humor. Außerdem müsste das ganze bei den anderen Parteien ja erst von oben abgesegnet werden. Ich habe meine Zweifel, dass so etwas abgenickt werden würde. ;-)
Sascha Endlicher, M.A.
404
Sascha Endlicher, M.A. aus Fernwald schrieb am 30.10.2012 um 13:13 Uhr
@Hans Peter Herold: Der Teufel steckt leider im Detail. Nicht alles, was im Netz steht ist glaubhaft. Man benötigt eine Medienkompetenz, die man sich als Erwachsener vielleicht autodidaktisch aneigenen kann, ein Kind benötigt jedoch zweierlei: zum einen die in der Schule vermittelte Medienkompetenz (ja, es ist mir bewusst, dass dies oftmals daran scheitert, dass Lehrer nicht hinreichend ausgebildet sind), zum anderen sind auch die Eltern in der Pflicht. Auch hier bin ich mir bewusst, dass es für Eltern zunehmend schwieriger wird, den Anschluss zu halten. Ein Kind vereinsamt jedoch nicht von alleine, sondern weil es alleine gelassen wird.

Spitzer spricht der Medienpädagogik übrigens die Daseinsberechtigung ab.

Wissenschaftlich fundierte Studien kommen zu dem ernüchternden Schluss, "dass scheinbar plausible Argumente für eine stärkere Gefährlichkeit interaktiver gewalthaltiger Medien bislang keine empirische Bestätigung erfahren haben." [1] Es lässt sich lediglich verifizieren, "dass manche Formen von Mediengewalt für manche Individuen unter manchen Bedingungen negative Folgen nach sich ziehen können." (ebd.)
Solch differenziere Aussagen sind trockene Wissenschaft und lassen sich natürlich nicht sehr gut im Buchhandel verkaufen.

[1] http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Medien-und-Gewalt-Befunde-der-Forschung-Kurzfassung
Sascha Endlicher, M.A.
404
Sascha Endlicher, M.A. aus Fernwald schrieb am 30.10.2012 um 13:24 Uhr
@Stefan Walter: Ich stimme voll und ganz zu, dass die Verteufelung des Internets nur unbequeme Ursachen vertuscht.

Selbstverständlich gibt es auch im Internet Kommunikationsformen, die dem Einen eher liegen als den Anderen, aber auch hier lässt es sich nicht durchweg pauschalisieren.

Zu dem Hinweis mit faschistischer Propaganda. Ich war zufällig am letzten Wochenende bei einer Mahnwache der Piratenpartei für Toleranz und Zivilcourage in Alsfeld. Diese Aktion wurde ins Leben gerufen, nachdem ein Informationsstand von Piraten von Rechtsradikalen angegriffen und zerstört wurde:
http://www.piratenpartei-vogelsberg.de/content/rechtsradikale-zerstören-infostand-der-piratenpartei-alsfeld-auf-dem-marktplatz
http://www.piratenpartei-hessen.de/pressemitteilung/2012-10-26-alsfeld-mahnwache-fuer-toleranz-und-zivilcourage

Ich denke der Vorgang spricht für sich.
Sascha Endlicher, M.A.
404
Sascha Endlicher, M.A. aus Fernwald schrieb am 30.10.2012 um 13:40 Uhr
@Lars Gause:
Derzeit stehen die Piraten für:
http://www.kein-programm.de/
(dies ist ein funktionierender Link.

Das die neuen Kommunikationsformen auch Probleme verursachen, ist doch ganz normal. Mal fernab von der derzeitigen Berichterstattung, kann man an dieser Stelle vielleicht mal einen Politikwissenschaftler zitieren, denn das passt an dieser Stelle wirklich gut:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1906533/

Hier geht es aber primär nicht um die Piraten oder um Parteiwerbung, sondern um den pseudowissenschaftlichen Unfug, den Herr Prof. Dr. Dr. Spitzer von sich gibt, der von verängstigten und verunsicherten Eltern aufgenommen und dann auch gelebt wird. Dem gilt es, sich entgegenzustellen.
Ralf Praschak
857
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 13:45 Uhr
Für diese These "Dass bisher außer Personaldebatten noch nichts dabei rausgekommen ist, zeigt doch, dass das irgendwie nicht so richtig funktioniert." fehlen irgendwie die Fakten ;)
Sascha Endlicher, M.A.
404
Sascha Endlicher, M.A. aus Fernwald schrieb am 30.10.2012 um 14:10 Uhr
@Lars Gause: Zur angesprochenen Medienkompetenz speziell:
http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Medienkompetenz

Dies ist allerdings kein Allheilmittel und ich persönlich denke, die genannten Probleme (Spielesucht, Vereinsamung) sind sehr komplex, bedürfen einer vielschichtigen Analyse (individuelle Dispositionen, gesellschaftliches Umfeld, usw.) und es gibt nicht das *eine* Patentrezept.

Zum Problem der Öffentlichkeit: Vergessen Sie bitte nicht, wie Öffentlichkeit entsteht. Die Piraten setzen auf "Themen statt Köpfe", die Medien jedoch setzen auf "Köpfe statt Themen", u.a. weil sie es nicht anders gewohnt sind.
Dies wurde gestern sehr schön in Berlin verdeutlicht. Hier die Geschichte dazu:
http://tits4humanrights.wordpress.com/2012/10/29/warum-wir-uns-nicht-fur-die-bild-ausziehen/
Ralf Praschak
857
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 14:20 Uhr
Ist die GZ nicht ein Teil der Öffentlichkeit? Und da sie ja gerade mit diesem Angebot und uns interagieren, kann von aktiver Suche eigentlich auch keine Rede sein.

Und ein Mangel an Informationen kann man den Piraten insgesamt sicher nicht vorwerfen. Es gibt täglich Tonnen davon auf verschiedensten Kanälen. Es ist also eine Frage, wie jeder persönlich Öffentlichkeit definiert. Ob nur klassische Massenmedien oder eben auch die sogenannten Neuen Medien, die eine entsprechende Selbständigkeit teilweise voraussetzen.

Das Thema Rettungsschirm (welcher diesmal?) und Landesgartenschau kommt aus der Ecke LiBü ja immer wieder. Und wir sind nach wie vor keine klassische Partei, die die Bürgern bevormunden will. Wir setzen uns für Netzneutralität ein, was im Sinne von direkter Demokratie eben auch als Plattformneutralität betrachtet werden kann.

Wir stehen in der Regel Bürgerbegehren, sofern sie mit unseren Werten und Idealen übereinstimmen, positiv gegenüber, aber wir werden uns normalerweise nicht positionieren, getreu unserem Motto: Denk selbst!

Auch ist die Piratenpartei nicht das Internet und schon gar nicht für jedes echte oder gedachte Problem darin verantwortlich. Spielsucht und Vereinsamung gibt es, sind aber keine Probleme des Internets alleine, sondern ein menschliches und gesellschaftliches.

Wie bei allen Dinge ist erst Mal eine sachliche Aufklärung hilfreich plus entsprechenden Aufbau von Kompetenz. Da ist man Ruckzuck bei Bildung, Einbinden von (Sport-)Vereinen, etc.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 15:29 Uhr
... wir werden uns normalerweise nicht positionieren,... erinnert mich irgendwie an den Anfang der Grünen. Die wollten keine politische Verantwortung übernehmem und waren daher, obwohl sie sicher einiges in der BR bewegt haben, nicht wählbar.
Ralf Praschak
857
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 16:40 Uhr
Wir und unsere Ideen sind nur ein Angebot und nicht die ultimative Wahrheit oder Weisheit. Wir wollen, dass die Bürger selbst Verantwortung übernehmen können durch mehr direkt demokratische Möglichkeiten, mehr Hintergrundwissen (Transparenz), etc.

Eigentlich ist dies nicht so schwer zu verstehen. Passt aber wohl nicht in ihr ideologisches Weltbild ;)
Antje Amstein
6.024
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 16:50 Uhr
Ich finde die Idee schön und faszinierend, eine neue Art von Protest, toll weiter so!
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.10.2012 um 17:04 Uhr
Hallo Herr Endlicher,
nur zu einem Punkt, ich hatte dies ja bewusst geschrieben, logisch.
Gerade weil es diesen Überfall der Rechtsradikalen gab verstehe ich nicht wieso man in den eigenen Reihen Rechtsradikale duldet.
Sascha Endlicher, M.A.
404
Sascha Endlicher, M.A. aus Fernwald schrieb am 30.10.2012 um 18:28 Uhr
Hallo Herr Walther,

also ich will nicht wortklauberisch sein, aber der Begriff "eigene Reihen" ist doch sehr Politik 1.0 gefärbt und ich verbinde diese spezielle martialische Rhetorik eng mit "Parteisoldat" usw. Irgendwie sollten wir versuchen, dies zu überwinden, denn ich möchte mir nicht politische Gegner als Parteisoldaten vorstellen, auf die ich ggfs. schießen müsste (womit wir ja doch wieder beim Killer-Schach sind).

Ich erinnere mich an die Diskussion zu Rechtsradikalen in der Piratenpartei im Frühjahr. Ich habe mal nachgeschaut und folgenden Hinweis in der Satzung der Piratenpartei gefunden: "Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei entschieden ab."

Aus politikwissenschaftlicher Sicht ist es ein Unterschied, ob man rechtsradikal oder rechtsextrem ist, denn Rechtsextreme richten sich gegen die Verfassung und wollen diese gezielt aushebeln, wohingegen Rechtsradikale sich innerhalb der Verfassung bewegen.
Über die Gesinnung der Angreifer weiß ich nichts und spekulieren bringt wenig. Gewalttätern möchte ich jedoch unterstellen, dass sie sich nicht im verfassungsrechtlichen Rahmen bewegen. Offenbar sehen diese Angreifer die Piratenpartei als Feinde an.
Die Beziehung zwischen Piraten und Rechtsextremen sollte somit geklärt sein.

Die Frage nach der Beziehung zwischen Piraten und Rechtsradikalen (und Sie verwendeten explizit diesen Terminus) lässt sich anhand der Satzung nicht beantworten. Aus politikwissenschaftlicher Sicht ist jedoch auch dies nicht verwunderlich. Rechte Positionen lassen sich vereinzelt durch alle Parteien finden. [1] Dies war schon immer der Fall. Ich habe mich einmal sehr genau mit dem Verbotsverfahren der SRP beschäftigt und war verblüfft, wie stark die Kontakte der Demokraten zur SRP waren. Betrachtet man die Diskurse der vergangenen Jahre, so lassen sich ebenfalls viele Beispiele rechter Positionen bei allen etablierten Parteien finden.
Spontan fallen mir die FDP Affäre um Möllemann 2002 oder die CDU-Affäre um Hohmann 2003 ein und auf der anderen Seite des traditionellen Spektrums linker Antisemitismus [2] oder recht krude Aussagen von Sarrazin als Mitglied der SPD. Genauso gibt es bei dem gewaltigen Zustrom an Neumitgliedern, den die Piratenpartei zu verzeichnen hat, bestimmt auch rechte Wirrköpfe. Ich sehe es eher als gesamtgesellschaftliches Problem.
Da die Piratenpartei eine offene Streitkultur pflegt und dies Teil ihres Selbstverständnisses ist, könnte ich mir auch durchaus für die Zukunft noch weitere Diskussionen dieser Art vorstellen.

[1] http://www.n-tv.de/politik/dossier/Braun-bis-in-die-Mitte-article198161.html

[2] http://www.fes.de/BerlinerAkademiegespraeche/publikationen/religion/documents/linker-antisemitismus.pdf
Ralf Praschak
857
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 30.10.2012 um 18:57 Uhr
Wo duldet denn die Piratenpartei Rechtsradikale Herr Walther?
Ohne Belege ist es wiedermal nur eine typische Behauptung, wie sie leider all zu oft aus ihren Reihen zu lesen ist.
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.10.2012 um 23:38 Uhr
Na dann fragen Sie mal Herrn Endlicher Herr Praschak, der wird Ihnen gerne erklären wen die Piraten bis heute nicht ausgeschlossen haben! Was sind "meine" Reihen Herr Praschak? Ich spreche nicht im Plural, ich spreche für mich selbst. Warum so emotional, so kenne ich Sie gar nicht, also erst informieren, dann um sich schlagen... oder war die Frage gar nicht ernst gemeint, ich kann mir kaum vorstellen, dass Sie die Problematik nicht kennen!

Nun Herr Endlicher, "eigene Reihen", gut, ich hätte auch ganz einfach sagen können = bei den Piraten, so besser? Ja, das war wirklich Wortklauberei.
Der "Extremismusbegriff", den verwende ich nicht, er ist eine Erfindung des Verfassungsschutzes, können Sie jederzeit auch im Internet finden :-))
Ob die Piraten aus meiner Sicht ein politischer Gegner sind? Hm, schwierig einzuschätzen, sie sind für mich auch eine bürgerliche Partei, das heisst = gegen den Kapitalismus wenden Sie sich nicht.
Sollte man mit den Piraten punktuell zusammenarbeiten? = ja, ich denke schon, es gibt ( und das habe ich mehrfach auch betont ) aus meiner Sicht teilweise gute Forderungen für die man gemeinsam streiten sollte.
Ihrer Aufzählung zu den etablierten Parteien will ich gar nicht widersprechen. Aber hier geht es nunmal um einen Beitrag der Piratenpartei deshalb habe ich die Frage auch an Sie ( und nicht an die FDP, SPD oder CDU ) gestellt.
Ja, es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, so sehe ich das auch, wozu das führen kann, das sehen wir z.B in Griechenland, aber auch in vielen anderen Staaten werden die nationalistischen Töne wieder lauter ( werden ).
Ralf Praschak
857
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 31.10.2012 um 09:39 Uhr
Ach Herr Walther frönen sie wieder dem typischen Denunziantentum aus ihrer absoluten linken Ecke? So lange Behauptungen aufstellen, bis es ihnen jemand glaubt auch ohne Fakten oder Belege? So arbeitet Herr Spitzer nämlich auch gerade ;)

Die Piraten stehen u.a. auch für offene Strukturen (Open Source, Open Data, Netzneutralität, ...) und Privatsphäre (Schutz vor verdachtsloser Überwachung, etc.). Weder screenen wir neue Mitglieder, noch machen wir Gesinnungstest o.ä.

Aber Menschen, die nicht zu uns passen, merken dies recht schnell. Denn zu deren Meinung gesellt sich ruckzuck eine laute und ständige Gegenmeinung. Auch bekommen entsprechende inhaltlich Anträge keine Mehrheiten. Aber lesen sie doch einfach mal ein wenig unter http://www.keinprogramm.de quer.

Parteiausschlussverfahren sind halt leider keine leichte oder gar einfache Sache.

Außerdem braucht es Lösungen, wie z.B. bessere Bildung (für alle), das Aufzeigen von Perspektiven (Job, Familie, Freunde, ...) und Aussteiger- bzw. Wiedereinsteigerprogramme, um Menschen von den verschiedenen extremistischen Rändern der Gesellschaft zurückholen zu können. Es wird zwar immer ewig gestrige geben, aber mit Ignorieren und Ausschließen ist es halt nicht getan. Denn die Menschen und das extremistische Problem verschwinden dadurch ja nicht.
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.10.2012 um 12:38 Uhr
Ist das die Antwort Herr Praschak? "Parteiausschlussverfahren sind halt leider keine leichte oder gar einfache Sache"
Und dann einen kleinen Seitenhieb auf "die linke Ecke"? Mehr kommt nicht?
Diese Kritik kommt keineswegs nur aus "der linken Ecke", aber das wissen Sie auch sehr genau.
Sie können doch hier nicht ernsthaft behaupten, dass es da um Wiedereinsteigerprogramme und um zurückholen in die Gesellschaft geht.
Und verabschieden Sie sich doch endlich von dieser "Verfassungsschutz-Extremismus-Theorie", die hat nämlich mit dem Problem rein gar nichts zu tun. Wenn man Ihre Ausführungen zu Ende denkt, dann halten Sie wahrscheinlich auch nichts von einem Verbot faschistischer Organisationen und Parteien, ist nur ne Frage!
Und Sie wollen lieber die Diskussion, die Auseinandersetzung innerhalb der Piratenpartei führen, statt diese Leute ausschließen, auch das ist nur ne Frage!
Übrigens, mit dem Eingeständnis "Parteiausschlussverfahren sind halt leider keine leichte oder gar einfache Sache", haben Sie doch Ihre eigene Aussage widerlegt, dass ich unbewiesenes Denunziantentum betreiben würde. Was sollte ich auch von so einem Blödsinn haben, sowas fällt immer auf einen selbst zurück, und ich denke nicht, dass ich blöd bin.
Ralf Praschak
857
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 31.10.2012 um 14:20 Uhr
Ach Herr Walther, wir leben halt in einem Rechtsstaat. Wir können nicht mit Stasi-Methoden Extremisten jagen. Und was wollen sie denn mit Menschen machen, die auf die Rattenfänger an den extremistischen oder religiös fundamentalistischen Rändern reingefallen sind?

Natürlich kann man Parteien und Organisationen verbieten, sofern es eben rechtlich sauber abläuft. Aber dadurch ist das Problem doch nicht gelöst.
Vor allem stellt sich dann auch die Frage, wo hört man auf damit? Ab wann wird berechtigter Schutz in Zensur und Willkür pervertiert?

Und nur weil sie etwas behaupten, ohne Belege, wird die Piratenpartei sicher nicht aktiv werden. Warum sollte sie dies tun?
Zumal diese Diskussion eh schon lange läuft und auch weiter laufen wird.
109
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 31.10.2012 um 15:59 Uhr
Schön und erfrischen finde ich an der Argumentation von Herrn Praschak,dass er sich selbst und die Piraten insofern infrage stellt, als er nicht im Besitz der engültigen Wahrheit zu sein behauptet. Das unterscheidet ihn doch wohltuend von vielen Ideologen. Ansonsten kann ich auch wenig mit den Piraten anfangen, ihre Fernsehauftritte sind so etwas wie die Intellektuellen-Bunte.
Antje Amstein
6.024
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 31.10.2012 um 23:59 Uhr
"ihre Fernsehauftritte sind so etwas wie die Intellektuellen-Bunte."
Welche Partei ist davon befreit? Siehe CDU und CSU, die Piraten sind wenigstens ehrlich was man vom Rest nicht sagen kann!
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.11.2012 um 00:55 Uhr
Antje, ich teile ja die Ansichten der Piraten und auch die von Herrn Praschak in manchen Dingen nicht, aber mit ihm - oder auch Herrn Endlicher - kann ich/man diskutieren. Aber du gehst leider nie auf inhaltliche Sachen ein, was ist ehrlich Antje? Alles das was die Piraten machen als gut zu bewerten, sich inhaltlich mit nichts auseinandersetzen? Wie gesagt, das machen die beiden von mir genannten nicht, aber bei dir kommt mir das immer ( nicht nur jetzt ) so vor, damit tust du dir ( nebenbei auch den Piraten ) keinen Gefallen, so ein wenig selbstkritisch sollte man immer zumindest über Kritiken nachdenken!?
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.11.2012 um 01:08 Uhr
Von Stasi-Methoden halte ich auch gar nichts Herr Praschak, und genauso wenig von Verfassungsschutz-Methoden! Ist das für Sie eigentlich kein Thema? Wenn Sie schon von Zensur und Willkür sprechen, dann müsste doch ein Aufschrei von den Piraten gekommen sein ( evt. habe ich es überhört ) als bekannt wurde, dass mehr als ein Drittel der Bundestagsabgeordneten der Linkspartei bespitzelt und überwacht werden?
Nun, wenn Sie schon den Rechtsstaat zitieren - oder evt. auch das Grundgesetz ( vielleicht sagt Ihnen auch das Potsdamer Abkommen etwas )- ja, dann dürfte es doch gar keine Diskussionen geben = alle faschistischen Organisationen und Parteien sind zu verbieten. Dass damit das Problem nicht gelöst ist, da hatte ich Ihnen bereits zugestimmt.
Und wenn Sie den Begriff "Extremisten" noch zig-fach verwenden, dann werde ich auch zig-fach antworten = ein völlig unwissenschaftlicher Begriff, den finden Sie auch nirgends im Grundgesetz ( als Beispiel ), damit kann man niemanden und auch keine Organisation / Partei einordnen.
Antje Amstein
6.024
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 01.11.2012 um 09:57 Uhr
Ich habe keine Lust auf Diskussionen, ich sage meine Meinung und muß diese nicht bunt ausmalen!
Immer Dreck auf andere schmeißen finde ich blöd, da keine Partei sagen kann sie ist frei von irgendwelchen Schläfern! Die Aussage wie gehen Sie mit Rechtsradikalen in Ihrer Partei um, hat nichts mit diesem Artikel zutun!
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.11.2012 um 10:18 Uhr
"Ich habe keine Lust auf Diskussionen"????
Was ist das denn für eine Einstellung, das widerspricht ja allem für was gerade die Piraten stehen, oder nicht?
Also Antje, gut dass das nicht typisch hier für die Einstellung der Vertreter der Piraten ist, denn mit so einer Einstellung kann man/frau mit Sicherheit niemanden überzeugen und gewinnen.
Nur so nebenbei, ich habe zu aller erst ausführlich meine Meinung zu dieser Aktion, meine Ansicht zum freien Internet usw. dargestellt ( also zum Beitrag an sich ). Dass sich dann eine Diskussion auch anders entwickeln kann, auch das ist doch hier in der GZ nichts besonderes!?
Du äußerst dich weder zu der Aktion noch zu der Kritik, das ist schon etwas merkwürdig, du gehst lediglich auf Abwehr "bei den anderen ist es genauso" ( auch ne komische Reaktion wie ich finde )
Na ja, war ja nur ein Versuch, manchmal klappt`s halt, manchmal nicht, sei`s drum....
109
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 01.12.2012 um 15:59 Uhr
Herr Walther hält nichts von Stasi-Methoden? Hat er hier nicht schon den Stalinsmus gerechtfertigt??
Stefan Walther
4.467
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.12.2012 um 17:15 Uhr
Auf was für ner Welle reiten Sie denn Herr Epstein? Nehmen Sie`s einfach so wie ich es geschrieben habe, die die mich kennen, die wissen genau, dass ich nichts von Stasi-Methoden halte!
Aber wenn es Ihnen Spass macht sich hier lächerlich zu machen = weiter so!
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 01.12.2012 um 17:33 Uhr
Herr Epstein hält nichts von Foltermethoden? Hat er nicht hier schon das Wüten der US-Truppen z.B. im Irak (water-boarding) gerechtfertigt?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Ralf Praschak

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