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Fachvortrag Homöopathie am Beruflichen Gymnasium der Aliceschule

Gießen | 25 Jahre Berufliches Gymnasium an der Aliceschule

Jürgen F. Pascoe: Homöopathie - wirkungslos?

Fachvortrag im neuen Bistro der Aliceschule am 27.09.2012, 15 Uhr

Jürgen F. Pascoe, Geschäftsführer des gleichnamigen Gießener Unternehmens, präsentierte zunächst in einem Film die 90-jährige Geschichte von Pascoe Naturmedizin, seine Produkte und die Firmenphilosophie.

180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind beteiligt an der Herstellung einer Palette von 200 pflanzlichen Arzneimitteln, homöopathischen Wirkstoffen, Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten.
Neben der Produktion hat auch eigene Forschung und Entwicklung einen hohen Stellenwert bei Pascoe Naturmedizin. Der Schutz von Ressourcen, Umwelt und Natur gehört zu den Grundsätzen des Unternehmens, das als erstes pharmazeutisches Unternehmen 2005 die papierlose Dokumentation einführte.
Die Rohstoffe von Pascoe Naturmedizin kommen aus überwiegend ökologischem Anbau und werden zum großen Teil in der Region produziert.

In den Bereich der Naturmedizin gehöre auch die Homöopathie, die sich jedoch ständig massiver Kritik ausgesetzt sehe. Jürgen F. Pascoe, Enkel des Firmengründers, verweist auf entsprechende Medienberichte aus den letzten Jahren.
Warum wird die Homöopathie in erster Linie angegriffen?
Der Hauptkritikpunkt der Gegner der Homöopathie sei die Verdünnung des Wirkstoffs. Da könne doch nichts mehr drin sein, sei eine gängige Meinung unter den Gegnern der Homöopathie.

„Similia similibus curentur“ – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Dies war der Leitsatz von Samuel Hahnemann (1755 – 1843), eines Meißener Arztes und Begründers der Homöopathie.
So hatte Hahnemann festgestellt, dass Chinarinde in einer normalen Dosis malariaähnliche Symptome auslöst, sie hochverdünnt jedoch als Mittel gegen die Malaria wirksam war. Es ging also darum, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken und den Körper damit in die Lage zu versetzten, selbst die Symptome zu bekämpfen.
Diese Grundidee komme doch heute auch in der konventionellen Medizin beim Einsatz von Lebendimpfstoffen zum Tragen, so J. Pascoe..

Hahnemanns Entdeckung war, dass die einzusetzende Menge des Arzneistoffes möglichst gering sein musste. Hochverdünnte Stoffe regen demnach die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Das stufenweise Verdünnen wird Potenzieren genannt. Je häufiger eine Arznei potenziert wird, um so stärker ist demnach ihre Wirkung. Dieser Ansatz unterschied und unterscheidet bis heute die Homöopathie von anderen Methoden.

Ein Ausgangsstoff wird bei einer D-Potenz (Dezimal) im Verhältnis 1:10 verdünnt. Das geschieht mit einem Alkohol/Wasser Gemisch. So entsteht die sogenannte D1 Potenz. Wird ein Teil davon erneut verdünnt und verschüttelt, entsteht die D2 Potenz, und so weiter.
Selbstverständlich sei es schwer sich vorzustellen, dass so hoch potenzierte Stoffe noch wirksam sein könnten, so J.F. Pascoe und gibt anschauliche Besispiele. So entspreche D8 einer Verdünnung 1: 100000000.
Nanopartikel wirkten jedoch auch noch in sehr hoher Verdünnung.
Dies sei doch auch in der konventionellen Medizin bekannt, so zum Beispiel bei der sogenannten Minipille ( 1:1000000) oder bei Botulinum Toxin, das nur in kleinsten Mengen eingesetzt werden dürfe ( 1:100000000/ D8) und in diesen geringsten Mengen noch eine hohe Wirksamkeit habe.

Genauso sei auch in der Homöopathie immer etwas drin.
Durch die Verdünnung des Ausgangsstoffes werde die Wirkung vertieft und Nebenwirkungen reduziert.

In der heutigen Medizin schaue man eher auf Modelle, als auf die Wirklichkeit, so Jürgen Pascoe. Oft würden in der konventionellen Medizin die Befunde als wesentlich wichtiger eingeschätzt als die Befindlichkeit des individuellen Patienten.
Aufmerksame Zuhörer - Schüler/innen des Beruflichen Gymnasiums der Aliceschule Fachrichtung Gesundheit
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Der Leitsatz „wer heilt, hat recht“ konkurriere mit der sogenannten „evidence-based medicine“. Äußerst kritisch seien in diesem Zusammenhang auch viele medizinische Massenstudien zu sehen, die Trick einsetzten, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Ärztliches Denken und Handeln müsse natürlich auch nachweisorientiert sein, zugleich gehe es aber immer darum, individuelle, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene, Lösungen zu finden. Zurzeit aber scheine der Mensch in der Medizin nicht im Mittelpunkt zustehen , sondern eher im Weg.

100000000 Europäer nutzten die Homöopathie, 1200 Mittel seien zugelassen, also sei doch ihre Wirksamkeit nachgewiesen. Jede homöopathische Arznei werde streng nach Vorgaben des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt.

Nur 10 von 3000 Medizinprofessoren in Deutschland, so Jürgen F: Pascoe, beschäftigten sich mit der Naturmedizin, und diese 10 seien weitestgehend privat finanzierte Stellen.

Das sei unglaublich angesichts der Tatsache, dass über 80 % der deutschen Bevölkerung die Naturmedizin als Primärmedikation bevorzugten.
Jeder Mensch habe das Recht die Mittel zu erhalten, die seiner spezifischen Situation entsprechen.

 
 
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