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Nachhaltige Ernährung schont das Klima und fördert die Gesundheit

Gießen | 25 Jahre Berufliches Gymnasium an der Aliceschule
Fachvorträge aus den Fachrichtungen

Prof. Dr. Claus Leitzmann:
Historische Entwicklung von Nachhaltigkeit und nachhaltiger Ernährung


Nachhaltige Ernährung schont das Klima und bringt gesundheitliche Vorteile

Vor ca. 100 Zuhörern im neuen Bistro der Aliceschule begrüßte am Montag, 24.09.2012 Schulleiter Karl-Heinz Bremer Herrn Prof. Dr. Claus Leitzmann.
Herr Bremer betonte, für Herrn Leitzmann sei dies quasi ein Heimspiel, da er auch vor ehemaligen Studenten referiere, denn zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der Aliceschule hätten bei Prof. Leitzmann studiert.

Zunächst gab Prof. Leitzmann einen historischen Abriss über die Entwicklung des Begriffs der Nachhaltigkeit.

Carl von Carlowitz (1645-1714), Fachmann für Forstwirtschaft, gilt als Begründer des Begriffs der Nachhaltigkeit. „Nicht mehr Holz schlagen als nachwachsen kann“, war seine Parole.
Gerechtigkeit, Umwelt und Zukunftsfähigkeit hätten sich bereits zu dieser Zeit als Säulen einer nachhaltigen Entwicklung abgezeichnet.
Jean Jacques Rousseau und sein Appell „Zurück zur Natur“ habe ähnliche Überlegungen aufgegriffen und unter den Zeitgenossen der Aufklärung verbreitet.
Der britische Nationalökonom Thomas Malthus habe sich zur Zeit der Industrialisierung besonders mit den Fragen des Bevölkerungswachstums und der Nahrungsmittelversorgung auseinandergesetzt.
Für das Jahr 1800 könne man von einer Weltbevölkerung von 1 Million Menschen ausgehen. Das Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte sei dramatisch. 2011 verzeichneten wir 7 Milliarden und für das Jahr 2023 werde eine Weltbevölkerung von 8 Milliarden Menschen vorausberechnet.
In der weiteren Entwicklung der Nachhaltigkeit sei zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem die Lebensreformbewegung zu nennen, die Rousseaus Motto „Zurück zur Natur“ aufgegriffen habe und einen nachhaltigen Lebensstil propagierte.
Ein weiterer Schritt sei der ab 1924 von dem Begründer der Anthroposophie Rudolf Steiner entwickelte ökologische Landbaus zu sehen, der auf ein nachhaltiges Wirtschaften in Kreisläufen Wert lege.
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg habe insbesondere das Buch „Silent Spring“ von Rachel Carson große Beachtung gefunden und die Nachhaltigkeitsdebatte neu entfacht. Weiterhin nennt Prof. Leitzmann in diesem Zusammenhang die Gründung des „Club of Rome“ 1968 und von Greenpeace 1971 sowie das Erscheinen der „Grenzen des Wachstums“ 1972.
1976 sei das Gießener Konzept der Vollwert-Ernährung zu nennen, das zunächst vorwiegend unter gesundheitlichen Aspekten gesehen wurde.
Auch die Gründung der „Grünen“ 1980 gehöre in diesen Zusammenhang.
Wegweisend sei auch die Forderung des Brundtland-Berichts 1987 gewesen, „die Bedürfnisse heutiger Generationen zu befriedigen ohne die Bedürfnisse kommender Generationen zu vergessen“.
Die in den folgenden Jahrzehnten stattfinden UN-Gipfelkonferenzen hätten immer wieder die Entwicklung des Nachhaltigkeitskonzepts diskutiert, viele Absichtserklärungen seien abgegeben worden, die Umsetzung sei jedoch „recht bescheiden“, so die Bilanz von Prof. Leitzmann.
Es müsse jedoch dringend gehandelt werden, denn „alle Diskussionen ohne Aktionen bleiben Illusionen“.

20% der Emissionen können der Ernährung zugeschrieben werden und hier sei besonders die Erzeugung tierischer Lebensmittel zu nennen.

So sei Methan 25mal klimaschädlicher als CO2, Lachgas (N2O) habe die fast 300 fache Wirkung.
Das hohe Treibhauspotenzial, also die klimaschädliche Wirkung, komme bei der Produktion tierischer Lebensmittel zum Tragen. Gründe dafür seien u.a. Veredlungsverluste, Produktion der Futterpflanzen, die Methan-Emissionen durch Wiederkäuer und den anfallenden Dung.

Fünf Maßnahmen müssten ergriffen werden:

1. Mehr pflanzliche als tierische Lebensmittel verzehren
2. Ökologisch erzeugte Lebensmittel kaufen, sie seien aufgrund des Kreislaufprinzips in der ökologischen Landwirtschaft und dem Verzicht auf Massentierhaltung klimafreundlicher
3. Zu regionalen Produkten greifen. „Regional ist erste Wahl.“
4. Saisonalem Obst und Gemüse den Vorzug geben
5. Auf frische Lebensmittel setzten, auf Tiefkühlkost verzichten

Diese Maßnahmen hätten nicht nur einen klimaschonenden Effekt, sondern auch zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, so Prof. Leitzmann.
Essen zwischen Genuss und Verantwortung ist möglich.

 
 
 
 

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von:  Christiane Binz

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