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Frage der Woche: Apple statt Apfel - Wie viel Kommerz brauchen unsere Schulen?

Gießen | Zwei Schulprojekte bewegten in den vergangenen Tagen die Schullandschaft in Gießen und Hessen. Die Marketingaktion „Apfeltag“ des Unternehmens Rewe stieß hessenweit auf Protest. Die Piratenpartei beantragte einen Abbruch der Veranstaltung, bei der Schüler den Unterricht unterbrechen sollten, um für einen guten Zweck in einen Rewe-Apfel zu beißen. Auch Eltern im Landkreis Gießen zeigten sich besorgt. Viele Erziehungsberechtigte protestierten bei den Schulen gegen die Aktion, die die Schüler als Werbeträger missbrauchen würde. Bei den Veranstaltern stieß die Kritik dagegen auf Unverständnis, sei das Vorhaben doch für einen guten Zweck gedacht und würde zudem eine gesunde Essenskultur vermitteln. Das Kultusministerium hat dennoch interveniert und darauf verwiesen, dass die Aktion im Vorfeld nicht genehmigt worden sei. “Werbung hat an unseren Schulen nichts zu suchen“, erklärte der Sprecher des Kultusministeriums, Christian Henkes.

Werbung hat an Schulen also nichts zu suchen? Nehmen wir den zweiten Schulaufreger der Woche: Die “iPad-Klasse“ der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda. Dort hält die führende Computermarke
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Schule (678)kommerzialisierung (1)Frage der Woche (73)
der Welt ab sofort Einzug in den Unterricht, und zwar viel mehr als es ein gewöhnlicher Apfel jemals tun könnte. Die Schüler nutzen den tragbaren Computer für Hausaufgaben, als Lehrbuch oder zur Kommunikation. Bis auch die Schulen in Gießen und Umland von Unternehmen als ertragsreicher Markt entdeckt werden, ist somit nur noch eine Frage der Zeit. Erst vor einigen Jahren entflammte eine hitzige Debatte um Getränkeautomaten von Softdrinksherstellern in den Pausenräumen.

Sind demnach die Zweifel berechtigt? Wird zum Beispiel die Gesamtschule Gießen-Ost bald LTi Giessen 46ers-Schule heißen? Ein Schelm, der dabei Böses denkt!

Oder ist die Förderung von Schulen durch private Sponsoren gar förderlich? Könnten privatfinanzierte Zuschüsse die Ungleichheiten im Schulsystem relativieren? Die iPad-Klasse besteht schließlich nicht nur aus Schülern reicher Eltern. Diejenigen, die sich den Rechner nicht leisten können, erhalten einen Zuschuss.

Liebe Leser, brauchen unsere Schulen wirklich eine private Finanzspritze, um wettbewerbsfähig zu sein?

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Kommentare zum Beitrag

Harald Herrmann
470
Harald Herrmann aus Mücke schrieb am 31.08.2012 um 01:02 Uhr
Ich persönlich empfinde es als viel bedenklicher, dass in Gießener Schulen kreationistisches Gedankengut gelehrt wird, also den Schülern vermittelt wird, Die Erde, das Weltall und alles gibt es erst seit 7000 Jahren und wurde von Gott in sieben Tagen erschaffen.
Eine Evolution fand für diese Leute nie statt, alle Geschöpfe wurden so von Gott geschaffen, wie sie jetzt bestehen.

Dass dies an zwei Gießener Schulen gegen den Willen der Eltern gelehrt wird empfinde ich als einen weit größeren Skandal!
Nicole Freeman
7.651
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 31.08.2012 um 07:20 Uhr
Das Herr Herrmann ist ein Grund die Schule zu wechseln. Zum Glueck hat man ja als Eltern die Moeglichkeit der freien Schulwahl ! Schlimm ist es jedoch ,das je mehr ueber den PC und Tastatur geschrieben wird, das eigendliche schreiben Vernachlaessigt wird. Schauen sie sich mal das Schriftbild einiger 10- 16 jaehrigen an. Gruselig! Teilweise sind die Abkuerzungen der sms bereits im normalen Satzbau zu finden. grrrrr
Sicher gehoert die Technik der Zukunft in die Schule ! Wer aber ohne Strohm nicht mehr schreiben kann, dem fehlt ein stueck Freiheit.
Karl-Ludwig Büttel
3.361
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 31.08.2012 um 07:59 Uhr
Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich als Vater keinerlei Probleme mit der Verteilung der Äpfel habe. Auch die Sache in Fulda sehe ich positiv. Die Kinder lernen frühzeitig den Umgang mit Geräten die sie in Zukunft benötigen und beherrschen müssen.
Ohne Spenden von Unternehemen an öffentlichen Schulen und Einrichtungen wäre vieles im Unterrricht in der Vergangenheit schon nicht Möglich gewesen. An den Schulen meiner Kinder waren es auch Unternehmer am Standort die es ermöglichten die ersten Computer an den Schulen anzuschaffen bzw. diese gar gespendet haben.
Ob das eine Form von Werbung ist...? Sicherlich bei der Übergabe ist das Unternehmen in der Zeitung abgebildet, aber die Kinder wissen ein paar Tage später schon nicht mehr, wenn sie es denn überhaupt mitbekommen von wem die PC sind. Selbst Eltern vergessen dies meisten oder lesen nicht mal die Zeitung und bekommen so nichts mit.
Die Aktion mit dem Apfel hätte mich sogar gefreut. Obst in der Schule in das Bewustesein zu rufen ist nie schelcht.
Eine Form dieser Werbung gab es ja schon zu meiner Schulzeit. Jeden Morgen Milch von der örtlichen Molkerei. Auch das war versteckte Werbung.
Sicherlich haben Sie Recht Frau Freeman was das Erlenen des Schreiben betrifft. Meinen Kinder schreiben noch alles mit der Hand die PC-Kurse sind zusätzlich. Diese Kürzel finde ich auch schrecklich.
Antje Amstein
5.997
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 31.08.2012 um 08:55 Uhr
Traurig das Schulen die Unterstützung von Unternehmen brauchen! Auch Gießener Schulen oder auch soziale Einrichtungen haben schon von der freien Wirtschaft Pc erhalten, dass ging ohne großes "tamtam"!

Die REWE Aktion finde ich schon fragwürdig, heute REWE, morgen Nestle und übermorgen Krauss-Maffei Wegmann!
Florian Schmidt
3.995
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 31.08.2012 um 09:21 Uhr
Unser ehemaligen amerikanischen Besatzer gehen sogar noch weiter, da lassen sich Schulen teilweise von der Softgetränkeindustrie kräftig buttern. Wenn Pepsi oder Coca Cola da einen Automaten aufstellen darf gibts Kohle. Funktioniert mit Süßigkeitenautomaten auch sehr gut.
Hat auch sein gutes, die Schulen finanzieren sich selbst, Pepsi wird den Dreck los und die nächsten Generationen von Amis sind zu fett um irgendwo einzumaschieren.
Was die I-Pad Klasse angeht, wurde gestern sehr breit auf HR - Info drüber informiert. Ich weiß nicht so recht wss ich davon halte. Auf der einen Seite ist es gut die Kinder früh an technik heranzuführen und ihnen zu zeigen das es noch was anderes als Pornos im Internet gibt. Auf der anderen Seite ist es sicher die Frage ob man nur noch auf Digital setzen sollte. Und was passiert wenn man irgendwann seine Hausaufgaben nur noch machen kann wenn man sich nen teuren Laptop und entsprechende Software leisten kann. Man wollte zwar darauf achten, sozial Gerecht in dieses Projekt zu gehen aber ob nun wirklich "jeder" sich das leisten kann und will ist die Frage. Dazu werden mit den ganzen Apps die man vielleicht nocht braucht ordentlich verdient. Was man bei der Schule aber sagen muss ist, dass die Anschaffung der I-Pads in Eigenverantwortung lag und Apple da nicht beteiligt war.
Melanie Schneider
2.500
Melanie Schneider aus Gießen schrieb am 31.08.2012 um 11:17 Uhr
Leider ist es doch in Deutschland so, dass immer und für alles zu wenig Mittel in den Haushalten bereitstehen. Und da meine ich nicht nur die haushalte, die vom Bundestag verabschiedet werden sondern auch die ganz privaten Haushalte.
Hat man mehr als ein schulpflichtiges KInd, dann kann es teuer werden am Schuljahresbeginn. Hefte und Stifte sind noch das kleinere Übel. Dann kommen die Kinder mit Zetteln auf denen genau aufgelistet steht, wie teuer welches Arbeitsheft ist und das es umbedingt zu kaufen sein. Geld für die nächste Klassenfahrt wird bereits 12 Monate vorher montalich eingesammelt und die Anschaffung eines ganz bestimmten Taschenrechners steht ins Haus. Super, das sind Sonderausgaben die in meinem Haushalt nicht extra beantragt werden können. Wenn ich mir nun überleg, dass ich für drei Kinder ein I-Pad kaufen muss, nur damit sie am Untersicht teilnehmen können, dann ist diese Anshaffung leider nicht drin. Das geht sicher in der heutigen zeit vielen, oder den meisten, Eltern so. Zum Glück gibt es Firmen und Unternehmen, die sich zur Aufgabe machen Schulen zu unterstützen und die neuen Medien unterstützen. Schön, wenn eine Schule diese neuen Wege gehen kann, denn sie sind die Zukunft unserer KInder. I-Pad und Co gehören zu dieser Generation.

Ich stehe I-Pad, Smartphone und Co aufgeschlossen gegenüber und freue mich über jeder sinnvolle Neuerung in den Schulen. Und wie am Beispiel in Fulda sind ja sogar die Lehrer entsprechend weitergebildet worden und wissen demnach was sie den Kinder mit diesen Medien vermitteln können und wo die Möglichkeiten liegen.

Daumen hoch!
Peter Herold
25.141
Peter Herold aus Gießen schrieb am 31.08.2012 um 23:21 Uhr
.... Diejenigen, die sich den Rechner nicht leisten können, erhalten einen Zuschuss.
Klingt irgendwie vertraut, das mit dem Zuschuss. Momentan versucht die Stdt Gießen ja auch alles mögliche um Zushüsse zu erhalten. Da müssen sogar 40 kleine Fische mit einer Lebenserwartung von 4 - 5 Jahren dafür herhalten, wobei deren Zukunft noh im trüben ist. Denn sie benötigen zum Überleben, d.h. zur Fortpflanzung unbedingt Teichmuscheln. Weiß jemand wo die sich zur Zeit befinden? Bei den Fischen wegen der Fortpflanzung. Wäre nicht schlecht bei einer Lebenserwartung von so kurzer Dauer. Da werden schon einige nicht mehr leben, wenn sih die Tore zur großen show öffnen ;-)) Macht nichts. Jeder hat die Stadt, also den Bürger etwa 75.000 € gekostet ;-((
Karl-Ludwig Büttel
3.361
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 01.09.2012 um 12:29 Uhr
Herr Herold ich denke dem leidigen Thema der LaGa wird hier in der GZ genug Platz eingeräumt, da muss man nicht bei jedem eingestellten Bericht einen Kommentar zur Lage des LaGa oder den Kosten machen, hier geht es doch um Kommerz/Werbung in der Schule.
Peter Herold
25.141
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.09.2012 um 12:49 Uhr
Kam mir nur in Zusanmmenhang, wie auch ausgeführt, mit den Zuschüssen;-(
insofern eventuell doch ein Bezug?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

von:  Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

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