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Es sind nicht immer Wespen, die schwarz-gelb gestreift umher fliegen

Gießen | Schwarz-gelbe Insekten - die stechen doch bestimmt! Bei den vermeintlich wie Wespen oder Bienen aussehenden Tieren, die zur Zeit an vielen Blüten im Garten oder auf dem Balkon zu beobachten sind, handelt es sich jedoch häufig um harmlose Schwebfliegen. Allein in Mitteleuropa leben davon rund 500 Arten. Manche von ihnen sehen aus wie kleine Hummeln, manche wie Bienen und manche sehen auf den ersten Blick Wespen tatsächlich täuschend ähnlich. Insbesondere fallen uns die schwarz- gelb gestreiften Schwebfliegen am ehesten auf, doch diese völlig harmlosen Fliegen ahmen die stechenden Wespen nur nach, indem sie deren auffällige und warnende Körperfärbung angenommen haben. Dieses Phänomen nennt man in der Natur auch Mimikry. Durch die Nachahmung haben diese Schwebfliegen ein gefährlicheres und giftiges Aussehen und können auf diese Weise ihre Fressfeinde abschrecken. Viele Menschen reagieren ängstlich und schlagen diese wirklich völlig harmlosen Insekten aus Unwissenheit tot, erklärt Sigrid Brühl von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Gießen.

Schwebfliegen sind wahre Flugkünstler. Mit 300 Flügelschlägen pro
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Sekunde können sie selbst bei starkem Wind während des Flugs wie ein Helikopter auf der Stelle stehen bleiben. Mit ihren großen Facettenaugen erkunden sie neugierig auffällig bunte Gegenstände. So fliegen die Schwebfliegen auch schon mal nah an Menschen heran um einen Blick auf bunte T­Shirts zu werfen.

Die hübschen Schwebfliegen sind keinesfalls nutzlose Insekten, berichtet Sigrid Brühl. Die Larven einiger Arten fressen beispielsweise Blattläuse und andere Schädlinge. Schwebfliegen sind also natürliche Schädlingsbekämpfer und ersetzen mühelos chemische Pflanzenschutzmittel im Garten. So kann eine Schwebfliegenlarve bis zu 100 Blattläuse an nur einem Tag fressen. Die erwachsenen Schwebfliegen ernähren sich von Pollen und Nektar, sammeln diesen jedoch nicht. Bei ihrem Blütenbesuch erfüllen sie dennoch eine sehr wichtige ökologische Aufgabe: denn neben den Honigbienen und Wildbienen sind die Schwebfliegen die wichtigsten Bestäuber in der Natur.

Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zwischen Schwebfliege und Wespe ist die Körperform: Wespen haben die nach ihnen genannte "Wespentaille", die den Körper in klare Abschnitte einteilt. Diese Wespentaille ist bei den Schwebfliegen überhaupt nicht vorhanden. Bei Schwebfliegen sind auch die Augenpaare sehr groß, sehr viel größer als bei Wespen, sie nehmen bei den Schwebfliegen fast den ganzen Kopf ein. Auch von Bienen sind Schwebfliegen bei genauerem Hinsehen klar zu unterscheiden: die Bienen sammeln den Pollen der Pflanzen an ihrem Körper um ihn als Proviant in ihre Brutzellen zu tragen. Die Pollen sind als große gelbe Klumpen an den Beinchen der Bienen zu sehen oder als gelber Staub an vielen Stellen ihres Körpers. Schwebfliegen zeigen dies nicht.

Wenn trotzdem noch Ungewissheit bleibt, ob es sich bei dem Insekt um eine harmlose Schwebfliege oder vielleicht doch um eine Wespe handelt, heißt es dennoch immer: Ruhe bewahren, und nicht nach ihnen schlagen: denn eine Wespe könnte dann tatsächlich stechen, eine Schwebfliege niemals.

Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
11.355
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 30.08.2012 um 12:55 Uhr
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal wurde vergessen, Schwebfliegen haben wie alle Fliegen (und Mücken) nur zwei Flügel, Wespen, Bienen und Hummeln vier.
Jutta Skroch
13.527
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 03.09.2012 um 15:06 Uhr
Danke Bernd, wieder was gelernt.
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