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„Wer’s glaubt, wird selig.“ – Redensarten und ihre Herkunft

Beim Frühstück
Beim Frühstück
Gießen | Zu ihrem beliebten Seniorenfrühstück hatte die Ev. Stadtmission Gießen diesmal Adolf Wallbott aus Fernwald als Referenten eingeladen. Wallbott war u.a. als Gymnasiallehrer 10 Jahre an der Herderschule und fast 20 Jahre lang als Oberstufenleiter des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums tätig. Neben dem Engagement in Kirche und Politik gilt seine besondere Leidenschaft dem Erhalt der deutschen Sprache. Er vertritt den Bereich Mittelhessen im „Verein Deutsche Sprache e.V.“ Nachdem die über 100 Gäste an sommerlich dekorierten Tischen gemütlich gefrühstückt und dabei lebhafte Gespräche geführt hatten, begann Wallbott seinen Vortrag mit dem Beispiel „Wer’s glaubt, wird selig.“ Diese verkürzte Aussage stammt – nachzulesen im Matthäusevangelium der Bibel - von Jesus, der seinen Nachfolgern den Auftrag gab, Gottes Wort weiterzugeben. Wenn man diese Redewendung heute hört, hat man den Eindruck, dass die eigentliche Aussage der Bibel bezweifelt und ins Lächerliche gezogen wird. Die Mitteilung „Mir geht ein Licht auf!“ d.h. jemand beginnt zu begreifen, worum es eigentlich geht, stammt aus dem biblischen Buch Jesaja, wo es heißt: „Das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein großes Licht; hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind.“ und kündigt dem Volk Israel, das sich in Not befindet, die Ankunft des Retters Jesus, dem „Licht“ an.
Jemandem einen „Denkzettel“ verpassen, bedeutet heute eine besondere Strafe erteilen oder eine Mahnung oder Warnung aussprechen. Die Formulierung stammt aus den Reden des biblischen Propheten Maleachi hat aber dort eine positive Bedeutung, nämlich dass Gott „die Namen derer aufschreibt und gedenkt, die ihn achten und seinen Namen nicht in den Schmutz ziehen“. Der Begriff den Luther als „Denkzettel“ übersetzte, wurde in einer späteren Bibelausgabe mit „Gedenkbuch“ und damit mit einem treffenderen Ausdruck übersetzt. „Martin Luthers Bibelübersetzung ist ein unerschöpflicher Quell treffender und anschaulicher Redwendungen“ so Wallbott. Luther hat zahlreiche biblische Begriffe wie “Jugendsünden“, „Wolf im Schafspelz“, „ein Herz und eine Seele“ und das berühmte „schwarze Schaf“ in den deutschen Wortschatz eingeführt.
Die deutsche Sprache hat sich seit über 1000 Jahren entwickelt und immer wieder erneuert.
Auch Johann Wolfgang von Goethe hat seinen Teil dazu beigetragen. Er prägte deutsche Begriffe wie „Tierwelt“ für Fauna
Referent Adolf Wallbott
Referent Adolf Wallbott
und „Pflanzenwelt“ für Flora sowie „märchenhaft“ für fabulös und „folgerichtig“ für konsequent. Der deutsche Ersatz hat das Fremdwort nicht ersetzt, sondern die Wortbedeutung differenziert. Außerdem hat die deutsche Sprache viele Begriffe aus anderen Sprachen übernommen, z.B. „Keks“ vom englischen Wort „Cake“ stammend oder „Streike“ vom ebenfalls englischen „Strike“. Auch im Ausland gibt es viele Germanismen wie „Kindergarten“ und „Brezel, Bratwurst und Sauerkraut“ im Englischen, die „Kaffeepaussi“ in Finnland und den „Besserwisser“ in Schweden. Abschließend sagt Wallbott: „Wir alle sollten dazu beitragen, dass die deutsche Sprache bleibt, was sie immer war: Ein Verständigungsmittel zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Berufe und Generationen.“
Musikalisch umrahmt wurde der Vormittag von Tabea Köhler am Cello und Arno Pausch am Klavier. Das Seniorenfrühstück der Ev. Stadtmission Gießen findet seit 1996 4x jährlich immer am ersten Mittwoch des mittleren Quartalsmonats statt. Organisiert und durchgeführt wird es von einem 10köpfigen Team ehrenamtlicher Mitarbeitern der Gemeinde unter der Leitung von Renate Laub. Das nächste Frühstück findet am 07.11.2012 statt. Infos zu weiteren Angeboten der Gemeinde unter www.stadtmission-giessen.de.

Beim Frühstück
Beim Frühstück 
Referent Adolf Wallbott
Referent Adolf Wallbott 

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Kommentare zum Beitrag

Hermann Menger
1.707
Hermann Menger aus Gießen schrieb am 03.08.2012 um 20:54 Uhr
Schöner Bericht von einer gelungenen Veranstaltung.
Es wäre schön, wenn noch mehr Zeitgenossen an Jesus glauben könnten und dann selig werden könnten.
Florian Schmidt
1.298
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 07.08.2012 um 19:54 Uhr
Kann man denn nicht seelig und mit sich im Reinen sein ohne an Jesus zu glauben?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Rosemarie Arnold

von:  Rosemarie Arnold

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Interessensgebiet: Gießen
Rosemarie Arnold
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