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Uni Gießen erstellt digitalen Atlas früher Holocaustliteratur

V. l. n. r. Universitätspräsident Prof. Jobrato Mukherjee, Forschungsstaatssekretär Dr. Helge Braun, Prof. Peter Haslinger, Prof. Henning Lobin
V. l. n. r. Universitätspräsident Prof. Jobrato Mukherjee, Forschungsstaatssekretär Dr. Helge Braun, Prof. Peter Haslinger, Prof. Henning Lobin
Gießen | Mit der Übergabe eines Förderbescheides an die Universität Gießen über rund 1 Mio. Euro für das Projekt "GeoBib" startete der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, stellvertretend für weitere 24 Projekte bundesweit die neue Forschungsinitiative eHumanities.
Das Projekt GeoBib wird gemeinsam vom Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) und an der Arbeitsstelle Holocaust-Literatur der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) sowie dem Herder-Institut Marburg durchgeführt.
Bereits in der Frühphase des Nationalsozialismus ist eine Fülle an deutsch- und polnischsprachiger Holocaust- und Lagerliteratur entstanden – ein von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkter und von der Forschung bislang vernachlässigter Sachverhalt. Ein Großteil dieser historisch wichtigen Quellen, die als erste die Verbrechen des Holocaust und der Konzentrationslager aufgreifen, kann heute nur mit größtem Aufwand beschafft werden – wenn überhaupt. Die Erfassung und Katalogisierung dieser versprengten Literatur ist eines der Hauptziele des mit mehr als einer Million Euro geförderten Projekts „GeoBib – Frühe deutsch- bzw. polnischsprachige Holocaust- und Lagerliteratur (1933-1949) - Annotierte und georeferenzierte Online-Bibliografie zur Erforschung von Erinnerungsnarrativen“.
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Joybrato Mukherjee (1)Henning Lobin (1)GeoBib (1)Dr. Helge Braun (113)BMBF (12)
Im Rahmen des Projekts GeoBib werden bibliografischen Daten – angereichert um Zusatzinfos zu Personen, Zeiten und Orten – in digitaler Form auf einer Internet-Plattform zugänglich gemacht und stehen dadurch künftigen Forschungsprojekten, aber auch Schulen, Gedenkstätten und interessierten Laien zur Verfügung. Es soll ein „virtueller Atlas“ entstehen, auf dem die wichtigsten Gettos und Lager verzeichnet sind. Per Mausklick erhalten Anwenderinnen und Anwender eine umfassende Liste der bis 1949 publizierten Texte, die mit diesen Orten zusammenhängen, ergänzt durch Rezensionen, Sekundärliteratur, Bildquellen sowie – eine wesentliche Besonderheit des Projekts – durch Geodaten. Die Georeferenzierung erlaubt eine Verknüpfung der Werke mit anderen wichtigen, auf die jeweiligen Orte und Regionen bezogenen Informationen.
JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, sagt: „Dieses Projekt in einem Bereich mit besonderer Expertise an der JLU, der Holocaustliteratur, verdeutlicht, dass wir auch in den klassischen Geistes- und Kulturwissenschaften konkrete Anwendungs- und Transferbereiche im Blick haben.“
Prof. Dr. Henning Lobin lobte die neue Förderrunde des Bundesministeriums. Sie schließe eine Lücke, in der bisher keine Fördergelder vergeben wurden.
Staatssekretär Dr. Helge Braun lobte die Uni Gießen, die bereits seit Jahren Vorreiter sei, die Möglichkeiten der digitalen Welt auch für die Geisteswissenschaften zu erschließen. Damit dies auch bundesweit stärker gelinge, sei die Förderinitative zur Interaktion von Informatik und Geisteswissenschaften "eHumanities" gestartet worden. Die Themenvielfalt der insgesamt 24 Projekte, die in den nächsten drei Jahren mit rund 30 Mio. Euro gefördert werden, sei breit. Sie reiche von der Analyse der Rolle sozialer Netzwerke im "arabischen Frühling" über die dreidimensionale Rekonstruktion von verfallenen historischen Stätten der Maya-Kultur bis zur Erfassung von mathematischen Mustern in der Argumentation von Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts.

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Kommentare zum Beitrag

Karl-Heinz Sommer
33
Karl-Heinz Sommer aus Heuchelheim schrieb am 28.07.2012 um 20:44 Uhr
Unsinniger kann man kein Geld zum Fenster hinaus werfen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Johann G. Hecker

von:  Johann G. Hecker

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Interessensgebiet: Gießen
Johann G. Hecker
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