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Eritrea - Festival - - 2000 Besucher bei Kultur,Musik, Politik

Gießen | Ein Besuch auf dem Fest der Eritreer in und auf dem Gelände der Hessenhallen war durchaus eindrucksvoll. "Schockierend" für uns der Eintrittsptreis von 30 Euro (für Schüler, Studenten 15 Euro). Wer das freiwillig zahlt, muss seine Gründe haben. Da die Besucher überwiegend in Deutschland lebende Eritreer waren, war das wohl ein Ausdruck der Solidarität mit ihrem Land.
In lockerer Atmosphäre liefen und saßen die Besucher beim Essen, Unterhaltung oder in der Halle, um Musik zu hören.

Eine Diskussionsrunde mit ca. 200 jungen, wohl meist hier geborenen Eritreern, war auch für uns interessant. Da die jungen Leute zum großen Teil nur Deutsch sprachen, wurde übersetzt. Fragen zur Bildung, zur Möglichkleit eines Studiums, Gibt es Schulpflicht, welche Möglichkeiten von Praktika sind vorhanden, wie steht es mit Arbeitsplätzen und einige mehr wurden gestellt und vom anwesenden Wirtschaftsminister beantwortet.

Im Gespräch mit dem Botschafter wurden unsere Fragen beantwortet und der Eindruck vermittelt, dass die Menschen ohne Überheblichkeit bescheiden sind.
Sie leiden in ihrem armen Land, dass keiner als Paradies oder den Hort von Demokratie darstellen will, unter der Bedrohung von außen.
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Zuletzt am 15. März 2012 war das Land den Angriffen von Äthiopien ausgesetzt.
So lautet auch eine Forderung: "Die rechtswidrige Besetzung eritreischen Gebiets durch Äthiopien muss unverzüglich aufgehoben werden"

Eritrea befindet sich auch dadurch in einer äußerst schwierigen Lage, da von außen die CIA seine Gegner unterstützt und z.B. hier in Deutschland sehr einseitig berichtet wird.

In Gesprächen mit Vertretern der Opposition (sie verteilten u.a. auf dem Seltersweg Flugblätter) habe hasserfüllte Menschen kennengelernt und auch recht sachliche Gesprächspartner. Ein Eritreer aus Frankfurt, der dort als Immobilienhändler tätig ist, war mir mit seinen Gegenargumenten ein angenehmer, streitbarer Vertreter der Opposition.

Die Disco bis in den frühen Morgen und die Modenschau hat uns weniger interessiert und ein Schönheitswettbewerb halte ich hier oder dort für überflüssig.

Das Bild getrübt wurde nicht durch die Gegendemonstration, die auch der Botschafter für einen Ausdruck von Demokratie hielt, sondern durch die bezahlten Schläger aus der Schweiz. Diese bewaffnete Truppe erreichte es immerhin, dass in der Gießener Tagespresse mehr über die Gegner der Veranstaltung zu lesen war als über den Inhalt der Veranstaltung.

Ich hoffe , dass die Mehrheit der Opposition und die Gießener Grünen sich davon distanzieren - Und diese Schlägertrupps niemals in Eritrea regieren.

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
8.164
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 09.07.2012 um 21:19 Uhr
Ein sehr interessanter Bericht Michael. Finde ich gut, dass Ihr Euch selbst mal ein Bild gemacht habt. Sollten andere vielleicht auch mal tun, bevor sie Urteilen. ;-)
Michael Beltz
2.866
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 10.07.2012 um 12:37 Uhr
Hinweisen will ich hier auf den anderen Beitrag mit Bildern.
Christian Momberger
8.164
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.07.2012 um 23:10 Uhr
Christian Momberger
8.164
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.07.2012 um 23:24 Uhr
Nichts zu danken.
Stefan Walther
2.893
Stefan Walther aus Linden schrieb am 10.07.2012 um 23:37 Uhr
Na, dann will ich mal ein wenig weg von dem "danke Michael und sehr interessant" :-))
Die alles entscheidende Frage, sicher auch für dich als Kommunisten Michael, sollte doch sein, und darauf bist weder du noch andere hier eingegangen = wer herrscht in Eritrea? Welche Klasse hat die Macht?
Ist nicht ironisch gemeint, ich weiss es nicht, ich kann es nicht beurteilen, aber nur so kann man die Situation ( nicht nur in Eritrea ) beurteilen, immer vom Klassenstandpunkt ausgehen.
Christian Momberger
8.164
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.07.2012 um 23:40 Uhr
Eben, das weiß ich auch nicht.
Michael Beltz
2.866
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 11.07.2012 um 11:58 Uhr
Zu den Fragen von Stefan: Dass die Arbeiterklasse dort die Macht hat, kann ich nicht behaupten. Es sind wohl die Kräfte, die den Befreiungskamöpf gegen Äthiopien geführt haben. Denken wir an Vietnam, dort gab es ebenfalls keine organisierte Arbeiterklasse, in China waren in erster Linie die Bauern die revolutionäre Kraft.

Mit Vergleichen werde ich mich jetzt zurückhalten, da ich nichts Genaues weiß.

Eventuell laden wir jemanden ein, der uns über sein Land Auskunft geben kann. Beraten sollten wir über die Form der Veranstaltung/ des Gespräches, da wir kein Interesse an den für "westliche Demokratie kämpfenden" Schlägern haben.
Mit Interessierten können wir so etwas absprechen und gemeinsam vorbereiten.
Stefan Walther
2.893
Stefan Walther aus Linden schrieb am 11.07.2012 um 18:01 Uhr
Ja, darüber könnte man reden, warum denn nicht!

Nebenbei, die revolutionärste Kraft war in China ( genauso wie in Russland während der Oktoberrevolution ) natürlich das Proletariat, das u.a. die Bauern führte! Und dies war sehr wohl organisiert!
Michael Beltz
2.866
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 13.07.2012 um 17:52 Uhr
Wir gehen das an, wie besprochen.
Michael Beltz
2.866
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 15.07.2012 um 10:40 Uhr
Für die weiere Diskussion empfehle ich die "Presseerklärung der DKP" vom 11.07.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Michael Beltz

von:  Michael Beltz

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Interessensgebiet: Gießen
Michael Beltz
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