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Sicheres Hessen - Einbrechern einen Riegel vorschieben

Gießen | Am Freitag, 22. Juni, 12 Uhr, startete Innenminister Boris Rhein in den „Tatortwelten“ der Polizeiakademie Hessen in Wiesbaden die landesweite Kampagne „Sicheres Hessen – Einbrechern einen Riegel vorschieben!“. Die Polizei informiert die Bevölkerung rechtzeitig vor Beginn der Ferienzeit über die Schutzmöglichkeiten von Wohnungen und Häusern und appelliert, ungewöhnliche Wahrnehmungen in ihrem Wohnumfeld zu melden. In den nächsten Wochen wird die Polizei verstärkt und gezielt mit zusätzlichen Einsatzkräften nach Einbrechern fahnden.

Mit hessenweiten Aktionen möchte die Polizei heute die Bevölkerung erneut sensibilisieren, um Urlauber nach ihrer Rückkehr vor unliebsamen Überraschungen zu bewahren. Volle Briefkästen oder ständig heruntergezogene Rollos sind einige Beispiele, die Einbrecher beim Ausbaldowern der Eigenheime als objektive Indikatoren für die Abwesenheit der Bewohner sofort bemerken. Auch die heimische Polizei beteiligte sich mit einem Informationsstand in Gießen am Auftakt der landesweiten Kampagne. Weitere Aktionen werden in den kommenden Wochen folgen. "Die Ferienzeit bietet Einbrechern und Langfingern
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bekanntermaßen günstige Gelegenheiten. Sie kommen entgegen der allgemeinen Meinung nicht immer nachts. Gerade im Sommer werden viele Einbrüche auch am Tage verübt“ sagt Polizeipräsident Manfred Schweizer. Er ergänzt: „Wir wollen nicht, dass es so weit kommt. Schützen Sie ihr Hab und Gut vor Einbrechern und berücksichtigen Sie unsere Tipps zum Einbruchsschutz und zur Eigentumssicherung!“

So gab der Kriminalpolizeiliche Berater für den Landkreis Gießen, Kriminalhauptkommissar Dietmar Kromm, interessierten Bürgerinnen und Bürgern am Freitagnachmittag zwischen 14 und 18 Uhr an der Galerie Neustädter Tor in Gießen wichtige Hinweise und Tipps für einen optimalen Einbruchsschutz. Zudem zeigte er „live“ vor Ort, wie leicht und schnell Einbrecher handelsübliche Fenster ohne speziellen Sicherungen knacken können. Kriminaloberkommissarin Sylvia Jacob vom Gießener Einbruchskommissariat (K 21) kennt die Problematik rund um die Wohnungseinbrüche aus ihrer täglichen Ermittlungsarbeit. Beide standen mit weiteren Bediensteten der Polizei für erste fachkundige Beratungsgespräche zur Verfügung und versorgten Interessierte mit Informationen zum Thema Einbruchsschutz in Form von Flyern oder Broschüren.

Dietmar Kromm führte aus: „Ein Einbruch
in den eigenen vier Wänden bedeutet für jeden Betroffenen eine Verletzung der Privatsphäre. Neben dem Verlust liebgewonnener Stücke, an denen auch häufig ideelle Werte geknüpft sind, spielt nach einem Einbruch gerade die verletzte Privatsphäre für das psychische Empfinden der Opfer eine gravierende, wenn nicht sogar die vordergründige Rolle. Das Gefühl, sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu fühlen, kann mitunter nur schwerlich verarbeitet werden.“ Kriminaloberkommissarin Sylvia Jacob fügte hinzu: „Das verloren gegangene Sicherheitsgefühl wiegt dabei meist sogar stärker als der rein materielle Schaden. Zugleich unterschätzen viele Menschen das Risiko, selbst Opfer eines Einbruchs zu werden.“
Sie nannte Beispiele in denen sich Bürger oft von falschen Vorstellungen leiten lassen:

-„Bei mir ist sowieso nichts zu holen!“. Irrtum! Einbrecher nutze jede günstige Gelegenheit, wie zum Beispiel schlecht gesicherte Fenster und Türen, rigoros aus
- „Einbrecher kommen nachts!“. Falsch! Sie kommen meist tagsüber, wenn üblicherweise niemand zu Hause ist. -„Ich bin ja versichert!“. Sich auf seinen Versicherungsschutz zu verlassen, kann verhängnisvoll sein. Was ist, wenn Sie unterversichert sind?

Die Experten der Gießener Polizei hatten speziell für die Urlaubszeit einige Tipps parat:

- Ein augenscheinlich verlassenes Haus zieht Diebe an. Täuschen Sie Anwesenheit vor. Sorgen Sie dafür, dass der Briefkasten regelmäßig geleert wird und die Rollos zur Tageszeit nicht zugezogen bleiben. Elektrische Rollläden mit einer Zeitschaltuhr sind ein probates Mittel. Binden Sie Nachbarn oder eine Person ihres Vertrauens in diese Maßnahmen mit ein

- Schalten Sie den Anrufbeantworter aus! Ein Nachrichtentext mit der Dauer Ihrer Abwesenheit könnte andere auf dumme Gedanken bringen

- Gleiches gilt für soziale Netzwerke: Auch hier ist weniger mehr!

- Sensibilisieren Sie ihre Nachbarn und pflegen Sie ein gutes Verhältnis. Unbekannte Personen oder Fahrzeuge sollten misstrauisch machen und im Auge behalten werden. Im Verdachtsfall sofort die Polizei alarmieren

- Verschließen Sie Fenster und Türen. Ein gekipptes Fenster ohne zusätzliche Sicherungen ist quasi ein offenes Fenster und ermöglicht dem Einbrecher ein schnelles Eindringen

- Deponieren Sie keine Schlüssel in irgendwelchen vermeintlich sicheren Verstecken im Außenbereich des Hauses „Der beste Schutz gegen ungebetenen Besuch ist immer noch eine angemessene und professionelle Sicherung des Hauses. Einbrecher wollen nicht auffallen, keinen Krach verursachen und möglichst schnell wieder verschwinden. Eine gute Sicherung der Fenster und Türen und eine funktionierende Nachbarschaft erschweren dies erheblich“ gab der Polizeipräsident abschließend zu bedenken. Unabhängig von den angekündigten Aktionen ist der Kriminalpolizeilicher Berater, Kriminalhauptkommissar Dietmar Kromm, über Tel.: 0641-7006-2050 erreichbar. Er bietet kostenlose und individuelle Beratungen direkt am Wohn- oder Geschäftsgebäude an, die nach Terminvereinbarung stattfinden.

Mehr Informationen zur Kampagne „Sicheres Hessen - Einbrechern einen Riegel vorschieben!“ finden Sie unter www.polizei.hessen.de. Dort ist auch der Tourplan des Präventionsmobils während der Sommerferien aufgelistet. Auf der Seite www.polizei-beratung.de gibt es zudem nützliche Tipps zur Prävention.

 
 

Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
14.249
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.07.2012 um 22:52 Uhr
In den nächsten Wochen wird die Polizei verstärkt und gezielt mit zusätzlichen Einsatzkräften nach Einbrechern fahnden.

Schön dann mal die Polizei zu sehen, wobei ich hoffe, dass dies nicht nur Fahrten mit Streifenwagen sind, sondern auch mak Fusstreifen durch die Straßen gehen. Bitte aber auch die Vororte nicht vergessen und die Randbezirke, wie z. B. Kleinlinden.
Ulrike J. Schepp
1.094
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 02.07.2012 um 09:28 Uhr
Wenn man mal sieht, wie schnell die sportlich ambitionierten Sportsfreunde der Sperrtechnik Schließzylinder jeder Schwierigkeitsstufe aufmachen, dann weiß man, dass ein Türschloß nur die Vollpfosten unter den Einbrechern ab- oder aufhält...

Ja, Schlösser öffnen ist mittlerweile auch eine Sportart...
Peter Herold
14.249
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.07.2012 um 14:08 Uhr
.. und Scheibenwischer klauen bei voller Beleuchtung durch Straßenlaterne und Licht mit Bewegungsmelder.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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