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XENOS-Treffen von beteiligten Projektschulen aus den Landkreisen Gießen und Wetterau

Vertreterinnen und Vertreter von 14 Schulen des Wetteraukreises und des Landkreises Gießen treffen sich an der Beruflichen Schule in Butzbach unter der Leitung von Cornelia Waitz-Dahl und Helmut Betschel-Pflügel (Mitte). Bild: Landkreis Gießen
Vertreterinnen und Vertreter von 14 Schulen des Wetteraukreises und des Landkreises Gießen treffen sich an der Beruflichen Schule in Butzbach unter der Leitung von Cornelia Waitz-Dahl und Helmut Betschel-Pflügel (Mitte). Bild: Landkreis Gießen
Gießen | Gießen. Kein Abschluss ohne Anschluss: das gilt vor allem für Jugendliche mit einem Haupt- und Realschulabschluss, denn bei dem XENOS-Projekt geht es darum, eventuell vorhandene Schwellen in den Beruf zu minimieren und Ängsten bei Schülerinnen und Schülern vorzubeugen. Um einen Weg aus diesem Dilemma herauszufinden, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von acht Projektschulen aus der Wetterau und von sechs Projektschulen aus dem Landkreis Gießen an der Beruflichen Schule in Butzbach.

Schulleiterin Cornelia Waitz-Dahl übernahm die Leitung der Veranstaltung und bot den abgebenden Schulen bereits zu Beginn ihres Beitrages die Vergabe von „Bildungsgutscheinen“ an. Diese stellen sicher, dass Jugendlichen ohne eine Ausbildungsstelle für Ihren Wunschberuf auf diese Weise eine ermutigende Perspektive eröffnet wird. Es soll ihnen ermöglicht werden, wenn sie Interesse an den Angeboten der Berufsschule haben, diese auch wahrnehmen zu können, wenn die Lehrkräfte der allgemeinbildenden Schulen dies so befürworten. Diese kennen Leistungsbereitschaft und Leistungsvermögen ihrer Schülerinnen und Schüler ganz genau.

Die Schulleiterin vertraut auf die Einschätzungskompetenzen der Lehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen. Darüber hinaus steige die Akzeptanz der Pädagogen bei den Jugendlichen, da die sie durch das neue Verfahren in die Lage versetzt würden, berufliche Perspektiven zu eröffnen, so der XENOS-Projektkoordinator Aaron Löwenbein. Neben Angeboten durch die Berufsfachschule in Metall- und Elektrotechnik stehen Ausbildungsangebote in den Assistentenberufen, etwa in der Medientechnik, Umwelttechnik und Solarthermie sowie in der Berufsvorbereitung für Metall und Ernährung zur Verfügung.

Um das neue Übergangsverfahren erfolgreich zu gestalten, verwies der Schulleiter der Butzbacher Schrenzerschule Michael Schröter mit Unterstützung von Konrektor Manfred Ochs der John-F.-Kennedy-Schule in Bad Vilbel darauf, dass im neuen Übergangssystem die Elternarbeit im Fokus stehen sollte, denn nur mit Unterstützung der Eltern kann ein derartiges Modell erfolgreich sein. Dies wurde von Thomas Gerlach, Schulleiter der Singbergschule in Wölfersheim, um den Wunsch ergänzt, dass es mehr Praktikumsangebote an beruflichen Schulen geben sollte, denn so können die Jugendlichen die Angebote der beruflichen Schule kennenlernen. Vor allem aber würde die Glaubwürdigkeit seiner Lehrkräfte deutlich steigen, wenn sie konkrete Anschlüsse für eine Berufsausbildung anbieten könnten.


Tobias Michel, Schulleiter der Schule am Dohlberg in Büdingen, unterstrich seine Unterstützung für dieses neue System und wies darauf hin, dass es vor allem für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die häufig bei der Vergabe der begehrten Lehrstellen nicht zum Zuge kommen, Chancen eröffne. Hier bietet ihnen die Berufsschule eine hochwertige Berufsorientierung und -ausbildung, die sie sonst in der freien Wirtschaft auf diesem Niveau nicht bekommen könnten. Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Betschel-Pflügel bezeichnete das neue Übergangssystem der XENOS-Schulen als „Rettungsanker“ besonders für benachteiligte Jugendliche, der für sie die Chance eröffnet, Schule einmal ganz anders zu erleben: „Die Jugendlichen würden die Schule so als verlässliches System erleben und sie somit ernster nehmen.“

Der Projektkoordinator der XENOS-Maßnahme im Landkreis Gießen Jörg Glasenhardt-Freymann will diese Idee mit den berufsbildenden Schulen dort diskutieren, um dieses Übergangssystem auch im Landkreis Gießen zu verorten. Unterstützung findet dieses für Hessen einmalige Vorhaben auch durch die Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren der beruflichen Schulen in Hessen, die durch Schulleiter Norbert Herlein vertreten wird sowie durch den Schulleiter der Willy-Brandt-Schule in Gießen, Georg Wittich. „Die Willy-Brandt-Schule freut sich sehr über das Angebot und ist gerne bereit, diese Aktion auch im Landkreis Gießen anzustoßen und voranzutreiben“, erklärt Wittich seine weitere Planung. Dies veranschauliche die innovative Dimension des Vorhabens, so Aaron Löwenbein.

Der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald wünscht, dass das neue, innovative Konzept so bald wie möglich auf den Weg gebracht wird, damit Erfahrungen gesammelt werden können. Oßwald und der für Migration zuständige Dezernent Dirk Haas sind sich einig, dass die Unterstützung durch das XENOS-Projekt im Landkreis Gießen wichtig ist. Jungen Menschen mit Migrationshintergrund wird dadurch eine konkrete Perspektive eröffnet. Sie hoffen, dass sich dann auch sehr bald andere Berufsschulen und allgemeinbildende Schulen an diesem Projekt beteiligen, damit möglichst viele Schulen des Wetteraukreises und des Landkreises Gießen davon partizipieren können.

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