Gießen | Wer gedacht haben mag, die Pläne zur Zerstörungen der Wieseckaue im Zuge der Landesgartenschau seien nun wenigstens alle offengelegt, sah sich getäuscht.
Wie jetzt bekannt wurde, soll mit Brachialgewalt die Natur vollends geschleift werden: weitere 200 Bäume am Rande des Schwanenteichs sollen gefällt und die Ufer des Schwanenteichs sowie der Weg zwischen Schwanenteich und Wieseck komplett plattgemacht und von jeder Bepflanzung befreit werden. Wo die Natur zerstört wird, soll dann eine mannshohe Spundwand gezogen werden, um das Freibadgelände gegen eine nie real vorhanden gewesene Überschwemmungsgefahr zu schützen.
Der Hohn, mit dem Bürgermeisterin Weigel-Greilich noch im vergangenen Jahr von „behutsamen Eingriffen“ zu reden wagte, wird immer offensichtlicher.
Dieser Raubbau, mit dem wiederum zahlreiche Brutstätten zerstört werden, soll 2,6 Millionen Euro kosten – Steuergelder. Selbst wenn das Land Hessen einen großen Teil hiervon übernehmen sollte, bleiben es dennoch Steuergelder, die unnützer kaum verschwendet werden können.
Wenn es stimmt, dass es auch unter SPD/Grünen Stadtverordneten zunehmend gärt, so ist zu hoffen, dass sich einige zu ihrer Ablehnung der LaGa öffentlich bekennen. Erinnert sei auch noch an die 83 weitestgehend gesunde Bäume in der Ringallee, die jetzt gefällt werden sollen.
Diesem Umweltfrevel muss Einhalt geboten werden. Zu dieser Ignoranz jeglichen Naturschutzes gegenüber würde es passen, wenn hierdurch vertriebene Vogelarten bei der nächsten innerstädtischen Ausstellung in Pappmaché und Großformat zu bewundern sein werden.
(Leserbrief von Erika Beltz)
Anstatt Urzeittiere, dann mal die, nicht mehr vorhandene, heimische Vogelwelt. Es wird alles scheibchenweise serviert, damit die Bürger es besser verdauen. Die Spaziergänger am Schwanenteich und in der Wieseckaue sind zunehmend gefrustet.
Ich habe noch keinen einzigen Befürworter angetroffen.
Frau OB ruft nach einem Schutzschirm für die extrem hoch verschuldete Stadt Hessen`s.
Frau BM aber wirft die Scheine in völlig unsinniger und zerstörerischer Weise zum Fenster heraus.
Wie geht das denn ???
Alles für den Bitterling oder einfach "nur" um sich zu beweisen ?
Sehr bitter !!!!!!!!!!!!
Ein teurer Bitterling, und wissen die Graureiher, dass sie den Bitterling nicht fressen dürfen? Es sieht nämlich so aus, als würden sie am Schwanenteich sehnsüchtig auf den Bitterling warten, oder warum sonst sind zur Zeit insgesamt 11 Reiher am Schwanenteich und mindestens 2 davon bauen anscheinend Nester in die Kastanien. Es hat sich wohl herumgesprochen.
So was ist anscheinend nur in Gießen möglich ;-( Was über die grüne BM zu sagen ist, habe ich bereits getan. Ich verstehe nicht, warum in der "ehemals" grünen Partei kein Aufschrei erfolgt. Wie weit sind die denn von ihren ehemaligen Idealen entfernt.
Ja wirklich unfassbar, dass hier schöne und wertvolle Natur so unglaublich rücksichtslos vernichtet wird. Und wenn man dann noch die Millionen sieht, die diese äußert fragwürdige Umgestaltung kostet, kann man es umso weniger verstehen. Und dass hier eine ökologische Partei federführend mitverantwortlich ist, ist absolut unverständich. Wann wehrt sich endlich die Basis der Grünen? Oder wo ist sie oder gibt es überhaupt in dieser Partei noch Grüne? Gut, dass die Bürgerinitiative hier weiter kritisch am Ball bleibt und aufklärt!
Hallo Christian, dein Lob geht mir runter wie Öl und dann stockt es. Erika Beltz hat diesen Leserbrief formuliert.
"Eine ökologische Partei" - Arnd, das waren sie mal.
Frau Schepp,
die Spundwand wird ja dauerhaft errichtet und dass man von außen nicht auf das Gelände der Gartenschau gucken kann, sehe ich als legitim an. Sonst bräuchte man ja nirgendwo Eintritt verlangen, wenn es Schlupflöcher gibt.
Herr Sauter,
dann wäre ich schon mal um € 50,00 reicher, denn ich werde garantiert nicht hingehen, meine Spaziergänge um den Schwanenteich werde ich mir allerdings nicht nehmen lassen.
Super wäre, wenn alle, die dagegen sind, auch konsequent wären und nicht hingehen würden. Einschließlich der Bürger aus edm Umland, von denen es ja auch eine breite Unterstützung gab.
Was mich so erbost, dass die Stadt ohne LaGa keinen Finger gerührt hätte. Damit meine ich aber nicht, dass die jetzigen Maßnahmen erforderlich gewesen wären.
Die Idee an sich hat was, wäre mal interessant herauszufinden, wer von den ankommenden Besuchern das Angebot wahrnehmen würde. Von weiter weg her Kommenden sicher niemand und kontrollieren lässt es sich ja auch nicht.
Um beim Bitterling zu bleiben, der vom Hype um ihn glücklicherweise nichts mitkriegt, denn dann würde er freiwillig aussterben: anbei ein Auszug aus einem Abschlussbericht zur 'Erhaltung autochthoner Populationen bedrohter Krebs- und Fischarten' der NABU Ortsgruppe Marburg - Arbeitskreis Gewässerschutz
Download hier: http://download.ble.de/07BM018.pdf
Seite 6 (Abschnitt 3.1.2):
Während der BITTERLING z.T. durch Angelvereine im Rahmen von sog.
'Artenschutzbesatzmaßnahmen' in Stillgewässer eingesetzt wird, geschieht
dies bei der Karausche selten.
Der BITTERLING wird auch im Aquarienhandel als Teichfisch angeboten.
Die Herkunft dieser Tiere ist unklar und die Gefahr, dass dies andere (asiatische)
Arten sind, ist gegeben.
Neben der Recherche hinsichtlich bekannter Populationen erfolgten für diese beiden Stillwasserarten auch gezielte Elektrobefischungen an potentiell geeigneten Habitaten im Lahneinzugsgebiet.
Seite 9 (Abschnitt 3.2.2):
Das einzige Gewässer im Lahneinzugsgebiet, von dem der BITTERLING gemeldet wurde, ist ein Teich im botanischen Garten der Philipps-Universität Marburg auf den Lahnbergen. Der Bestand ist verifiziert worden.
Es handelt sich um Tiere, die Anfang der 80er Jahre von einer Fischzucht in Bayern gekauft und besetzt wurden.
Nu r so am Rande. Am Mittwoch war die BM bei der Ortsbeiratssitzung in Kleinlinden anwesend. Da gab sie Äußerungen von sich, da sträubten sich mir die Haare. Mal einfach so es für gutbefinden, wenn da etwas, was mit den Anliegern vor Jahren abgestimmt war, zur Seite zu wischen, mit dem Argument, sie fände es doch ganz gut, dass hier über den normamarktparkplatz von der Waldweide auch zur Frankfurter Straße gefahren werden könnte. Obwohl doch damals so verblieben worden war, dass nur eine Fussläufige Verbindung hergestelt werden sollte und über Nacht sollte sogar die Zufahrt zum Parkplatz verschlossen werden.
Nur so erwähnt um diese BM im richtigen Licht zu sehen.
In einer Veröffentlichung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) >Rote Liste der Fische und Rundmäuler Hessens<
heißt es auf Seite 19(17):
Bitterling
(Rhodeus sericeus amarus):
Für den Bitterling läßt sich derzeit keine exakte Angabe zur Gefährdungssituation machen.
Einerseits hat die Art ihren Lebensraum in den hessischen Fließgewässern durch die ökologische Entwertung bzw. die Vernichtung von Altarmen vollständig verloren und ist in keinem der hessischen Flüsse mehr vertreten, andererseits ist nicht genau bekannt, wie weit die Art ursprünglich in Fließgewässern überhaupt verbreitet war.
Aus stehenden Gewässern sind zwar etliche Bitterlingsvorkommen bekannt, doch ist zu befürchten, daß es sich hierbei in vielen Fällen nicht um die einheimische Unterart (Rhodeus sericeus amarus), sondern um den asiatischen Bitterling (Rhodeus sericeus sericeus) handelt.
... und ist es geklärt welcher Art der "Gießener Bitterling" ist? Es ist zu erwarten, dass getreu der "Gießener Art" hier Millionen auf das "falsche Pferd", respektive den"falschen Fisch" ;-( gesetzt werden. Übereifrigkeit der "GRÜNEN" BM ;-)))
Laut Gießener Tagespresse werden einige Widersprüche gegen die Mammutveranstaltung LaGa deutlich. Vor allem das Thema Bitterling wird ausführlich behandelt.
Dietmar und Traudel haben dazu schon sehr qualifiziert hier in der GZ geschrieben.
In der gestrigen Sitzung des Stadtparlamentes wurde durch den Magistrat einiges zurückgenommen. Weniger Bäume sollen gefällt werden. Siehe auch Gießener Tageszeitungen.
Den Stadtvätern und -mütter empfehle ich einen Betriebausflug nach Bad Nauheim. Dort fand auch eine Leistungsschau der Gartenbetriebe auf Kosten der Steuerzahler - genannt Gartenschau - statt. Reisen bildet.
Vielleicht kannst Du Michael ja mal persönlich berichten aus der Sitzung. Schließlich saßt Du doch im Plenum und hast wohl auch gesprochen zu dem Thema.
@ Seibt Bad Nauheim? Ich weiß nur, das dort bereits ein wunderschöner Kurpark da war, der nur mit kleinen kosmetischen Veränderungen für die LaGa fittgemacht wurde. Anders beim Goldsteinpark, der, so habe ich gehört, inzwischen verödet sein soll. Wie gesagt, Hörensagen.
Ach ja. Das Cafe/Restaurant am See ist inzwischen pleite gegangen(unser Palmencafe?)
Hallo Christian, im nächsten Gießener Echo ist ein Bericht enthalten.
Richtig, Herr Herold, der Kurpark wurde erhalten, die alten Bäume wurden im Gegensatz zu Gießen nicht gefällt. Die Pleite des von uns oft besuchten Cafés am See war wohl nur ein Kollateralschaden. Wen von denen, die an Gartenschauen verdienen, interessiert so etwas?!
Keinen nur ich als Besucher, ich vermisse es. Der Rundgang um den See war doch immer sehr schön mit einem Besuch dort und Cafe oder anderem zu verbinden.
Danke und auch der eine Kommentar den ich dort leen konnte, war bezeichnend. Ist überall das gleiche. Die Städte können sih gute Anwälte leisten, die Spitzfindigkeiten in die Verträge einbauen, die Unterzeichnung irgendwie erzwingen und dann. Der Bürger als nicht Beteiligter bei solchen Qhändlen, der schaut in die Röhre ;-((
Zu früh gefreut:
hier noch ein aktueller Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 27.06.2012 zur Situation der Gastronomie nach der LGS in Bad Nauheim:
Zitat: ...der Landesgartenschau-Caterer Polster hatte ohne Angaben von Gründen auf eine Vertragsverlängerung verzichtet.
...
Laut Gießener Tagespresse sind die LaGa-Befürworter auf einem Teilrückzug. Sie sind nicht geschlagen, die zunehmenden kritischen Stimmen lassen selbst Grüne und SPD rückwärts rudern.
Ja, ich kenn so was von mir auch. Man/frau lehnt sich zu weit aus dem Fenster und bevor man/frau runterfällt wird der Rückzug angetreten. Ist also wie im echten Leben ;-)
Im Zusammenhang mit dem Pilotprojekt 'Bitterling' und den weiteren geplanten Maßnahmen hat sich der Dipl.-Biologe Dietmar Jürgens bereit erklärt, am Samstag, 14. Juli einen Rundgang durch die Wieseckaue zu leiten, in dessen Verlauf die geplanten Maßnahmen durch Stadt und LGS GmbH erläutert und aufgezeigt werden sollen.
Treffpunkt zu dem Rundgang:
14.7.2012 um 15.00 Uhr Ringallee (am Schwanenteich – Parkplatz Rollschuhbahn)
Treffpunkt zum Rundgang Schwanenteich mit Dietmar Jürgens: Samstag, 14.07.2012 um 15.00 Uhr Ringallee (Parkplatz Rollschuhbahn)
BI triffte sich heute Abend um 19.45 Uhr im Nordstadtzentrum.
Hallo Herr Herold, den Fettdruck hatte Uli Kraft mit seinem Kommentar von 02.07.2012 um 13:38 Uhr eingeschaltet und wohl vergessen, diesen mit den entsprechenden Tag (Befehl) wieder zu beenden. Interessant ist nur, dass dieser am Ende eine Kommentars nicht automatisch beendet wird, so dass alle weiteren Kommentare ebenfalls fett gedruckt werden, biss jemand den Fett-Bereich mit dem richtigen Tag schließt. ;-)
Für alle die noch nicht wissen wie Fett drucken: Zum Beenden des Fettdrucks setzt man ein und am Anfang, ab wo also der Fettdruck anfangen soll , kommt das gleiche Tag nur ohne den "/" innerhalb der spitzen Klammern. ;-)
Tut mir leid! Und schon ok, kann doch mal passieren, dass man das Tag vergisst. Ich wollte nur die Frage von Herrn Herold beantworten, denn er scheint sich da wohl noch nicht so gut auszukennen.
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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